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Sie haben gerade ein sehr bewegtes Kapitel aus der Bibel gehört. Ich habe den Eindruck, alles geschieht zwei Mal. Erst schreibt Mose alle Worte des Herrn auf, dann ruft Gott ihn zu sich und überreicht ihm, was er geschrieben hat. Erst wird unterhalb des Berges gefeiert, dann bei Gott selbst am Fuß des Berges. Einmal geschieht alles vor den Menschen, beim Volk Israel, und das zweite Mal bei Gott am oder auf dem Berg. Der anstehende Bund wird so von beiden Parteien mit einer entsprechenden Zeremonie angenommen und in Kraft gesetzt. Dabei geht die Idee und Initiative für den Bundesschluss nur von Gott selber aus und nicht von den Menschen. Gott hat ja das Volk über Mose dazu eingeladen. Unterbreitet Gebote und Satzungen als ein Angebot des Lebens und das Volk nimmt die Gebote und Satzungen an.
Zwei Mal betont das Volk Israel dieses Entgegennehmen und sie sagen es wie aus einem Munde: „Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun.“ Und nochmal: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und hören.“ Gott beauftragt Mose. Mose besiegelt deshalb den Bund und sagt dazu: „Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit Euch geschlossen hat, aufgrund dieser Worte.“ - Schön, denke ich: Perfekt. Jede Partei erklärt sich bereit, den Bund zu schließen und jede Partei hat ihren Teil beigetragen. Alles gut. Dann aber kommt ein „Hoppla“. Hoppla, worauf gründet der Vertrag, das Abkommen, dieser Bund; nicht allein auf die Zusage, die das Volk gibt, sogar zweimal gibt. Das ist offenbar nicht die Grundlage des Bundes. Mose, Gottes Bevollmächtigter, vermittelt: Kein Bund ohne Blut. Blutsbrüderschaft, das kenne ich von Winnetou und Old Shatterhand. Die beiden haben sich in die Arme geritzt und dann die Wunden aufeinandergepresst. So wurde bei ihnen Blutsbrüderschaft geschlossen.
Aber da, am Berg vor Gott, da bringt Gott ein anderes Blut in den Vertrag ein. Blut des Bundes heißt es. Also es ist nicht die doppelte Ankündigung des Volkes: Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun. Die Vertragszusage der Menschen wird von Gott nicht mehr erwähnt. Das Volk Israel hat sich zu den Geboten bekannt. Das ehrt die Menschen. Aber für den Bund mit Gott reicht das nicht. Ich schlucke, hole Luft und erkenne: Lange halten Menschenworte und -zusagen nicht. Bald wird das ganze Volk miteinander und jeder einzelne Mensch immer wieder die Gebote und Worte vergessen und dem Vertrag mit Gott untreu werden. Dabei geht es nicht nur um ein goldenes Kalb, es geht auch - wie Jesus, der Sohn Gottes später sagen wird -, um ein steinernes, ein verhärtetes Herz. Damit wird unser Zustand, unser menschliches Sein vor Gott beschrieben. Hier reicht der Text wohl schon weit über das Volk Israel hinaus. Gott erwählt das Volk Israel, um uns allen in der Welt seine Treue und verlässliche Gnade und Liebe zu verdeutlichen. Gerade in diesem Bundesschluss, der Vertragszeremonie am Berg Gottes, wird mir das deutlich. Wenn der Vertrag wirklich gelten soll und die Menschen langfristig davon profitieren wollen, muss es eine andere Garantie geben, als das, was Menschen zusagen. Das klingt nach einer harten Erkenntnis und das ist es auch. Mit uns Menschen ist in puncto Verlässlichkeit und Treue im Blick auf ein Leben mit Gott nicht viel Staat zu machen. Unsere Worte taugen nicht für diese Beziehung mit Gott, sie tragen nicht.
Was hier zunächst nach Rückschlag klingt, ist ebenso entlastend. Gott befreit uns davon, für den Vertrag des Lebens selber einzustehen. Es hätte ja jeder Vertragsbruch das Leben kosten können. Schließlich ist versprochen - ja versprochen: Wer sein Wort gegenüber Gott bricht, ist des Todes schuldig. Es geht also direkt um Leben oder Tod. Wie gut ist es aus diesem Grund, dass Gott uns nicht allein für unser Leben und unsere Worte in Haftung nehmen will.
Darum lässt Gott den Mose das Blut in den Vertragsschluss einbringen. Es ist das Blut der Ochsen, die für das Fest und die Zeremonie geschlachtet wurden. Dieses Blut weist bereits auf ein anderes Blut hin. Auf das Blut von Gottes eigenem Sohn. Das Blut von Jesus Christus. Er wird über tausend Jahre später für uns Bluten, sein Leben lassen, damit wir trotz Vertragsbruch Gott mit Vater anreden dürfen. Nicht nur das Volk Israel. Auch Sie und ich.
Soweit voraus darf Mose und dürfen die Menschen damals blicken – ohne es selbst zu wissen und zu verstehen. Ich, der ich „nach Christi Geburt“ und Tod lebe, kann es verstehen und Gottes Weg nachvollziehen. Ich sehe, Gott blieb und bleibt treu, er hat sich ganz und gar in den Bund eingebracht und hat vollendet, was er damals am Berg den Menschen zugesprochen hat. Gott vergießt das Blut seines einzigen Sohnes wegen seiner Treue zu den Menschen, zu uns. Ich staune und erkenne dankbar an, was Gott mir mit Jesus schenkt. Durch das Blut von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, kann ich zu Gott kommen und bei ihm bleiben.
Autor: Winfried Geisel
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By ERF - Der Sinnsender5
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Sie haben gerade ein sehr bewegtes Kapitel aus der Bibel gehört. Ich habe den Eindruck, alles geschieht zwei Mal. Erst schreibt Mose alle Worte des Herrn auf, dann ruft Gott ihn zu sich und überreicht ihm, was er geschrieben hat. Erst wird unterhalb des Berges gefeiert, dann bei Gott selbst am Fuß des Berges. Einmal geschieht alles vor den Menschen, beim Volk Israel, und das zweite Mal bei Gott am oder auf dem Berg. Der anstehende Bund wird so von beiden Parteien mit einer entsprechenden Zeremonie angenommen und in Kraft gesetzt. Dabei geht die Idee und Initiative für den Bundesschluss nur von Gott selber aus und nicht von den Menschen. Gott hat ja das Volk über Mose dazu eingeladen. Unterbreitet Gebote und Satzungen als ein Angebot des Lebens und das Volk nimmt die Gebote und Satzungen an.
Zwei Mal betont das Volk Israel dieses Entgegennehmen und sie sagen es wie aus einem Munde: „Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun.“ Und nochmal: „Alles, was der Herr gesagt hat, wollen wir tun und hören.“ Gott beauftragt Mose. Mose besiegelt deshalb den Bund und sagt dazu: „Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit Euch geschlossen hat, aufgrund dieser Worte.“ - Schön, denke ich: Perfekt. Jede Partei erklärt sich bereit, den Bund zu schließen und jede Partei hat ihren Teil beigetragen. Alles gut. Dann aber kommt ein „Hoppla“. Hoppla, worauf gründet der Vertrag, das Abkommen, dieser Bund; nicht allein auf die Zusage, die das Volk gibt, sogar zweimal gibt. Das ist offenbar nicht die Grundlage des Bundes. Mose, Gottes Bevollmächtigter, vermittelt: Kein Bund ohne Blut. Blutsbrüderschaft, das kenne ich von Winnetou und Old Shatterhand. Die beiden haben sich in die Arme geritzt und dann die Wunden aufeinandergepresst. So wurde bei ihnen Blutsbrüderschaft geschlossen.
Aber da, am Berg vor Gott, da bringt Gott ein anderes Blut in den Vertrag ein. Blut des Bundes heißt es. Also es ist nicht die doppelte Ankündigung des Volkes: Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun. Die Vertragszusage der Menschen wird von Gott nicht mehr erwähnt. Das Volk Israel hat sich zu den Geboten bekannt. Das ehrt die Menschen. Aber für den Bund mit Gott reicht das nicht. Ich schlucke, hole Luft und erkenne: Lange halten Menschenworte und -zusagen nicht. Bald wird das ganze Volk miteinander und jeder einzelne Mensch immer wieder die Gebote und Worte vergessen und dem Vertrag mit Gott untreu werden. Dabei geht es nicht nur um ein goldenes Kalb, es geht auch - wie Jesus, der Sohn Gottes später sagen wird -, um ein steinernes, ein verhärtetes Herz. Damit wird unser Zustand, unser menschliches Sein vor Gott beschrieben. Hier reicht der Text wohl schon weit über das Volk Israel hinaus. Gott erwählt das Volk Israel, um uns allen in der Welt seine Treue und verlässliche Gnade und Liebe zu verdeutlichen. Gerade in diesem Bundesschluss, der Vertragszeremonie am Berg Gottes, wird mir das deutlich. Wenn der Vertrag wirklich gelten soll und die Menschen langfristig davon profitieren wollen, muss es eine andere Garantie geben, als das, was Menschen zusagen. Das klingt nach einer harten Erkenntnis und das ist es auch. Mit uns Menschen ist in puncto Verlässlichkeit und Treue im Blick auf ein Leben mit Gott nicht viel Staat zu machen. Unsere Worte taugen nicht für diese Beziehung mit Gott, sie tragen nicht.
Was hier zunächst nach Rückschlag klingt, ist ebenso entlastend. Gott befreit uns davon, für den Vertrag des Lebens selber einzustehen. Es hätte ja jeder Vertragsbruch das Leben kosten können. Schließlich ist versprochen - ja versprochen: Wer sein Wort gegenüber Gott bricht, ist des Todes schuldig. Es geht also direkt um Leben oder Tod. Wie gut ist es aus diesem Grund, dass Gott uns nicht allein für unser Leben und unsere Worte in Haftung nehmen will.
Darum lässt Gott den Mose das Blut in den Vertragsschluss einbringen. Es ist das Blut der Ochsen, die für das Fest und die Zeremonie geschlachtet wurden. Dieses Blut weist bereits auf ein anderes Blut hin. Auf das Blut von Gottes eigenem Sohn. Das Blut von Jesus Christus. Er wird über tausend Jahre später für uns Bluten, sein Leben lassen, damit wir trotz Vertragsbruch Gott mit Vater anreden dürfen. Nicht nur das Volk Israel. Auch Sie und ich.
Soweit voraus darf Mose und dürfen die Menschen damals blicken – ohne es selbst zu wissen und zu verstehen. Ich, der ich „nach Christi Geburt“ und Tod lebe, kann es verstehen und Gottes Weg nachvollziehen. Ich sehe, Gott blieb und bleibt treu, er hat sich ganz und gar in den Bund eingebracht und hat vollendet, was er damals am Berg den Menschen zugesprochen hat. Gott vergießt das Blut seines einzigen Sohnes wegen seiner Treue zu den Menschen, zu uns. Ich staune und erkenne dankbar an, was Gott mir mit Jesus schenkt. Durch das Blut von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, kann ich zu Gott kommen und bei ihm bleiben.
Autor: Winfried Geisel
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