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Religion ist die Suche nach Gott, heißt es, und das stimmt auch! Nur das Ergebnis der Suche, das stimmt nicht immer. Und daher hat die Bibel eine andere Perspektive: Gott sucht den Menschen, heißt es hier. Einer der Ersten, den Gott suchte, war Abraham, von dem wir gar nicht wissen, ob der seinerseits auf der Suche nach Gott war. In der Lutherbibel im 1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 1-3 lesen wir darüber: „Und der HERR sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1. Mose 12,1-3)
Jahrelang war davon dann nicht viel zu spüren. Gott ging hauptsächlich seinem eigenen, untreuen Volk nach. Daran hat das Kommen Jesu zunächst scheinbar wenig geändert. In der Apostelgeschichte aber geschieht etwas Neues. Schon der Auftrag Jesu an seine Jünger (Apostelgeschichte 1,8): „Ihr … werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“, macht es klar: Grenzen sollen überschritten werden. Doch die Jünger Jesu, die Apostel, waren offensichtlich zögerlich damit, woran auch die Tatsache nichts änderte, dass sich durch den Apostel Philippus und das Wirken des Heiligen Geistes ein Ausländer, der Kämmerer aus Äthiopien, bekehrte und getauft wurde. Daher nahm Gott die Sache selbst in die Hand.
Damit sind wir bei unserem heutigen Bibeltext, der Apostelgeschichte, Kapitel 10, Verse 1-23 angekommen: bei Kornelius und Petrus – zwei Fremde, der eine ein Römer und der andere ein Jude. Beide empfingen aber unabhängig voneinander jeweils eine Vision Gottes.
In Cäsarea, einer Stadt an der Küste Israels südlich des Berges Karmel, die als „Cäsarea am Meer“ als eine weitgehend heidnische Stad bekannt war, gab es vor etwa 2000 Jahren einen römischen Offizier namens Kornelius, der als ein Hauptmann für hundert Soldaten des sogenannten Italienischen Regimentes verantwortlich war, das in Cäsarea stationiert war. Die Stadt Cäsarea war das Zentrum der römischen Besatzung und Verwaltung sowie der Standort vieler großer Infrastrukturprojekte von Herodes dem Großen, dem König des römischen Territoriums Judäa, eine Position, die ihm von den Römern verliehen wurde. Herodes hielt Judäa jedoch fest unter römischer Herrschaft.
Als römischer Offizier war der Hauptmann Kornelius ein treuer Diener der Unterdrücker Israels und des jüdischen Volkes und somit für jeden patriotischen Juden jener Zeit ein Mann, dem man nur mit Vorurteilen begegnen konnte. Kornelius war unter den Juden jedoch trotz alledem bekannt als ein frommer Mann, der mit allen, die in seinem Haus lebten, an den Gott Israels glaubte. Er gab großzügige Spenden für die Bedürftigen in der jüdischen Bevölkerung und betete treu und regelmäßig.
Eines Tages – gegen drei Uhr nachmittags hatte Kornelius eine Vision:
Klar und deutlich sah er, wie ein Engel Gottes zu ihm ins Zimmer trat. „Kornelius“, hörte er ihn sagen. Erschrocken starrte Kornelius den Engel an. „Was ist, Herr?“, fragte er. Der Engel erwiderte: „Gott hat deine Gebete gehört und hat gesehen, wieviel Gutes du den Armen tust. Darum schicke einige Männer nach Joppe zu einem gewissen Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen. Er ist bei einem Gerber zu Gast, der ebenfalls Simon heißt und dessen Haus direkt am Meer liegt.“ Als der Engel wieder gegangen war, rief Kornelius zwei seiner Diener sowie einen gläubigen Soldaten aus seinem persönlichen Gefolge zu sich. Er berichtete ihnen alles, was er soeben erlebt hatte, und schickte sie dann nach Joppe, südlich vom heutigen Tel Aviv.
In Joppe hatte Petrus währenddessen Mittagspause gemacht und dabei ebenfalls eine Vision gehabt: ein Tuch voller unreiner, rituell für einen orthodoxen Juden verbotener Tiere war darauf gewesen und Gott hatte Petrus aufgefordert, diese zu schlachten und zu essen. Dreimal hatte sich dies wiederholt, denn zuerst hatte Petrus geantwortet: „Was im Alten Testament als verboten gelistet ist, darf ein frommer Jude nicht essen!“
Petrus verstand diese Vision erst einmal nicht, und während er darüber nachgrübelte und sich fragte: „Was soll das denn bedeuten?“ – wurde ihm die Erklärung sozusagen ‚frei Haus‘ geliefert: Es klopfte und drei Heiden standen vor der Tür. Ob Petrus das gleich mit seiner Vision zusammenbrachte, ist zweifelhaft. Auf jeden Fall stellte er sich den Besuchern und war ihnen gegenüber gastfreundlich, was für einen frommen Juden allerdings damals keinesfalls selbstverständlich war. Denn die Besucher waren ja keine Juden. Mehr noch: Petrus bewirtete sie und ging am nächsten Morgen mit ihnen mit nach Cäsarea, etwas mehr als 50 km von Joppe entfernt, ins Haus ihres Herrn Kornelius, des römischen Hauptmanns von Kapernaum. In der Apostelgeschichte wird dazu berichtet, dass der Heilige Geist dem Apostel Petrus eingab, mit ihnen zu gehen. Ob die an Jesus gläubigen jüdischen Brüder Petrus aus Freundlichkeit dahin begleiteten oder um auf ihn aufzupassen, wird nicht deutlich. Allen Beteiligten ist jedoch klar: ein Skandal ist eigentlich unvermeidbar!
Petrus und Kornelius waren zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Wie unwahrscheinlich war es doch, dass diese so völlig verschiedenen Männer einander begegnen sollten!
Was sie trennte, war doch, dass sie aus grundverschiedenen Kulturen stammten, durch deren Schranken sie auch im Umgang miteinander getrennt waren und obendrein so weit voneinander entfernt lebten. Doch genau sie sollten einander begegnen, weil sie gottesfürchtige Männer waren.
Petrus hat mit der Zeit etwas Wichtiges verstanden, die Botschaft, die Gott ihm mit der Vision von den verbotenen Tieren gesandt hatte: Auch die Nichtjuden können Gottes Kinder werden, kommen durch Jesus Christus zu Israel als auserwählten Volk hinzu. Alle sind gleichermaßen Ziel der Verkündigung der Guten Nachricht, und alle, die zu Christus gehören, gehören zu Gott. Was heißt das eigentlich für uns heute?
Zu Gott zu gehören heißt, in einer Gemeinschaft zu stehen, heute einer weltweiten, in der Unterschiede durch ein gemeinsames Fundament für uns Christen belanglos werden.
Petrus und Kornelius hatten sich beide aufgemacht, Grenzen zu überwinden, hatten sich in Bewegung gesetzt, waren Schritte auf Neues zugegangen.
Mit Gottes Hilfe können auch Sie immer wieder aufbrechen in das Neue, das vor Ihnen liegt und von dem Sie noch gar nicht wissen, wie es sein wird. Aufbrechen in neue Vorstellungen, zu denen Sie alte Ideen, Meinungen und Anstandsregeln gar nicht kommen lassen. Aufbrechen zu Menschen, zu denen Sie bisher nicht gegangen sind.
Ja, Gott geht mit! Er setzt in Bewegung und er verbindet, was getrennt ist! An Petrus und Kornelius sehen Sie, wozu es führen kann, wenn Sie es wagen!
Diesen Mut schenke uns Gott, Ihnen und auch mir!
Autor: Helmut Rieth
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By ERF - Der Sinnsender5
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Religion ist die Suche nach Gott, heißt es, und das stimmt auch! Nur das Ergebnis der Suche, das stimmt nicht immer. Und daher hat die Bibel eine andere Perspektive: Gott sucht den Menschen, heißt es hier. Einer der Ersten, den Gott suchte, war Abraham, von dem wir gar nicht wissen, ob der seinerseits auf der Suche nach Gott war. In der Lutherbibel im 1. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 1-3 lesen wir darüber: „Und der HERR sprach zu Abraham: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.“ (1. Mose 12,1-3)
Jahrelang war davon dann nicht viel zu spüren. Gott ging hauptsächlich seinem eigenen, untreuen Volk nach. Daran hat das Kommen Jesu zunächst scheinbar wenig geändert. In der Apostelgeschichte aber geschieht etwas Neues. Schon der Auftrag Jesu an seine Jünger (Apostelgeschichte 1,8): „Ihr … werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde“, macht es klar: Grenzen sollen überschritten werden. Doch die Jünger Jesu, die Apostel, waren offensichtlich zögerlich damit, woran auch die Tatsache nichts änderte, dass sich durch den Apostel Philippus und das Wirken des Heiligen Geistes ein Ausländer, der Kämmerer aus Äthiopien, bekehrte und getauft wurde. Daher nahm Gott die Sache selbst in die Hand.
Damit sind wir bei unserem heutigen Bibeltext, der Apostelgeschichte, Kapitel 10, Verse 1-23 angekommen: bei Kornelius und Petrus – zwei Fremde, der eine ein Römer und der andere ein Jude. Beide empfingen aber unabhängig voneinander jeweils eine Vision Gottes.
In Cäsarea, einer Stadt an der Küste Israels südlich des Berges Karmel, die als „Cäsarea am Meer“ als eine weitgehend heidnische Stad bekannt war, gab es vor etwa 2000 Jahren einen römischen Offizier namens Kornelius, der als ein Hauptmann für hundert Soldaten des sogenannten Italienischen Regimentes verantwortlich war, das in Cäsarea stationiert war. Die Stadt Cäsarea war das Zentrum der römischen Besatzung und Verwaltung sowie der Standort vieler großer Infrastrukturprojekte von Herodes dem Großen, dem König des römischen Territoriums Judäa, eine Position, die ihm von den Römern verliehen wurde. Herodes hielt Judäa jedoch fest unter römischer Herrschaft.
Als römischer Offizier war der Hauptmann Kornelius ein treuer Diener der Unterdrücker Israels und des jüdischen Volkes und somit für jeden patriotischen Juden jener Zeit ein Mann, dem man nur mit Vorurteilen begegnen konnte. Kornelius war unter den Juden jedoch trotz alledem bekannt als ein frommer Mann, der mit allen, die in seinem Haus lebten, an den Gott Israels glaubte. Er gab großzügige Spenden für die Bedürftigen in der jüdischen Bevölkerung und betete treu und regelmäßig.
Eines Tages – gegen drei Uhr nachmittags hatte Kornelius eine Vision:
Klar und deutlich sah er, wie ein Engel Gottes zu ihm ins Zimmer trat. „Kornelius“, hörte er ihn sagen. Erschrocken starrte Kornelius den Engel an. „Was ist, Herr?“, fragte er. Der Engel erwiderte: „Gott hat deine Gebete gehört und hat gesehen, wieviel Gutes du den Armen tust. Darum schicke einige Männer nach Joppe zu einem gewissen Simon mit dem Beinamen Petrus und bitte ihn, zu dir zu kommen. Er ist bei einem Gerber zu Gast, der ebenfalls Simon heißt und dessen Haus direkt am Meer liegt.“ Als der Engel wieder gegangen war, rief Kornelius zwei seiner Diener sowie einen gläubigen Soldaten aus seinem persönlichen Gefolge zu sich. Er berichtete ihnen alles, was er soeben erlebt hatte, und schickte sie dann nach Joppe, südlich vom heutigen Tel Aviv.
In Joppe hatte Petrus währenddessen Mittagspause gemacht und dabei ebenfalls eine Vision gehabt: ein Tuch voller unreiner, rituell für einen orthodoxen Juden verbotener Tiere war darauf gewesen und Gott hatte Petrus aufgefordert, diese zu schlachten und zu essen. Dreimal hatte sich dies wiederholt, denn zuerst hatte Petrus geantwortet: „Was im Alten Testament als verboten gelistet ist, darf ein frommer Jude nicht essen!“
Petrus verstand diese Vision erst einmal nicht, und während er darüber nachgrübelte und sich fragte: „Was soll das denn bedeuten?“ – wurde ihm die Erklärung sozusagen ‚frei Haus‘ geliefert: Es klopfte und drei Heiden standen vor der Tür. Ob Petrus das gleich mit seiner Vision zusammenbrachte, ist zweifelhaft. Auf jeden Fall stellte er sich den Besuchern und war ihnen gegenüber gastfreundlich, was für einen frommen Juden allerdings damals keinesfalls selbstverständlich war. Denn die Besucher waren ja keine Juden. Mehr noch: Petrus bewirtete sie und ging am nächsten Morgen mit ihnen mit nach Cäsarea, etwas mehr als 50 km von Joppe entfernt, ins Haus ihres Herrn Kornelius, des römischen Hauptmanns von Kapernaum. In der Apostelgeschichte wird dazu berichtet, dass der Heilige Geist dem Apostel Petrus eingab, mit ihnen zu gehen. Ob die an Jesus gläubigen jüdischen Brüder Petrus aus Freundlichkeit dahin begleiteten oder um auf ihn aufzupassen, wird nicht deutlich. Allen Beteiligten ist jedoch klar: ein Skandal ist eigentlich unvermeidbar!
Petrus und Kornelius waren zwei Männer, wie sie unterschiedlicher nicht hätten sein können. Wie unwahrscheinlich war es doch, dass diese so völlig verschiedenen Männer einander begegnen sollten!
Was sie trennte, war doch, dass sie aus grundverschiedenen Kulturen stammten, durch deren Schranken sie auch im Umgang miteinander getrennt waren und obendrein so weit voneinander entfernt lebten. Doch genau sie sollten einander begegnen, weil sie gottesfürchtige Männer waren.
Petrus hat mit der Zeit etwas Wichtiges verstanden, die Botschaft, die Gott ihm mit der Vision von den verbotenen Tieren gesandt hatte: Auch die Nichtjuden können Gottes Kinder werden, kommen durch Jesus Christus zu Israel als auserwählten Volk hinzu. Alle sind gleichermaßen Ziel der Verkündigung der Guten Nachricht, und alle, die zu Christus gehören, gehören zu Gott. Was heißt das eigentlich für uns heute?
Zu Gott zu gehören heißt, in einer Gemeinschaft zu stehen, heute einer weltweiten, in der Unterschiede durch ein gemeinsames Fundament für uns Christen belanglos werden.
Petrus und Kornelius hatten sich beide aufgemacht, Grenzen zu überwinden, hatten sich in Bewegung gesetzt, waren Schritte auf Neues zugegangen.
Mit Gottes Hilfe können auch Sie immer wieder aufbrechen in das Neue, das vor Ihnen liegt und von dem Sie noch gar nicht wissen, wie es sein wird. Aufbrechen in neue Vorstellungen, zu denen Sie alte Ideen, Meinungen und Anstandsregeln gar nicht kommen lassen. Aufbrechen zu Menschen, zu denen Sie bisher nicht gegangen sind.
Ja, Gott geht mit! Er setzt in Bewegung und er verbindet, was getrennt ist! An Petrus und Kornelius sehen Sie, wozu es führen kann, wenn Sie es wagen!
Diesen Mut schenke uns Gott, Ihnen und auch mir!
Autor: Helmut Rieth
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