ERF Plus - Bibel heute

Der Hauptmann Kornelius (3)


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Jetzt ist bei mir der Groschen gefallen!!! Kennen Sie diesen Ausspruch? Ich habe so etwas auch schon öfters erlebt. Ich bin mittendrin in einer Situation und kapiere gar nicht richtig, was da gerade geschieht. Viele Situationen lassen sich auch erst im Rückblick so richtig verstehen. Dann wird analysiert und darüber nachgedacht.

So erging es Petrus wohl auch in dieser Geschichte. Was war passiert? Hier ein kurzer Rückblick: Petrus ist hungrig auf dem Dach seines Hauses, wartet, bis das Essen fertig ist, nutzt die Zeit zum Beten und dann erlebt er eine Vision: Unreine Tiere, für Juden ungenießbar, werden in einem Tuch vom Himmel gelassen und er soll sie schlachten und essen, so sagt es ihm eine Stimme. Er lehnt das ab, aber es geschieht dreimal …

Das bringt ihn zum Nachdenken, und währenddessen klopft es schon an seine Türe. Dort stehen drei römische Soldaten, die ihn abholen wollen nach Cäsarea.

Petrus ist gehorsam und geht mit. Er nimmt zwei Tage Fußmarsch auf sich, obwohl es für einen Juden eigentlich verboten ist, das Haus eines Nichtjuden zu betreten.

Bei seiner Ankunft läuft ihm der Offizier schon entgegen und fällt vor ihm auf die Knie. Petrus wehrt ihn ab und sagt: „Hey, ich bin auch nur ein Mensch!“ Beim Weitergehen sieht er, dass schon das ganze Haus mit Nachbarn und Freunden gefüllt ist und auf ihn wartet. Nachdem diese ganze Geschichte nochmals analysiert wird und die Vorgänge beschrieben werden, da fällt bei Petrus der sprichwörtliche Groschen. Und hier beginnt unser heutiger Text.

Petrus fängt an zu reden, weil er erst jetzt die Bedeutung dieser Situation erfasst: Nämlich, dass Gott niemanden bevorzugt oder benachteiligt wegen seiner Herkunft, seiner Hautfarbe oder was auch immer. Gott liebt Jeden. Ein aktuelles Thema bis heute. Die frommen Juden haben bis dahin sehr darauf geachtet, dass sie den Abstand wahren zu den sogenannten Heiden. Nun wird diese alte Tradition durchbrochen, und zwar durch Gott selbst, der diese Begegnung herbeigeführt hat.

Petrus, selbst ein Jude, geprägt von seiner Kultur erfährt nun eine Geschichtswende. Das war bis dahin unvorstellbar, dass das Evangelium auch für die Nichtjuden gilt. Petrus begreift, dass der Missionsbefehl, den Jesus vor seiner Himmelfahrt ausgesprochen hat, nun startet. Gott hat durch das übernatürliche Eingreifen durch Vision und Engel eine neue Zeit eingeläutet. Von dieser Zeit hat Gott schon im Alten Testament gesprochen, als er zu Abraham sagte: In dir sollen alle Geschlechter dieser Erde gesegnet werden. Nun ist der Zeitpunkt da.

Gott sieht die echte Frömmigkeit des Kornelius. Er sieht sein soziales Engagement und schaut in sein gottesfürchtiges Herz.

Gott sieht auch heute Menschen, die sich engagieren und im Herzen nach der Wahrheit suchen. Solche Menschen sind ihm angenehm, aber er möchte, dass sich der Glaube nicht allein in den Traditionen und sozialem Engagement bewegt, sondern, dass das Herz erfüllt wird durch den Geist Gottes. Hier ist es Petrus, der diesen Spezialauftrag bekommt, den suchenden Menschen das Evangelium zu erklären. Er beschreibt in einfachen Worten das Leben Jesu. Er sagt zu den Zuhörern: „Das wisst ihr ja, ihr kennt es doch: Jesus von Nazareth ist umhergezogen, hat Kranke geheilt, Menschen aus der Gewalt des Teufels befreit – und das alles in der Kraft des Heiligen Geistes!“

Petrus redet weiter und spricht vom Sterben und der Auferstehung Jesu Christi. Er selbst ist ein Augenzeuge von all diesen Wundern und Geschehnissen. Petrus hat bei dieser Rede Menschen vor sich, die offen sind für die Wahrheit, ja, für Jesus selbst. Deshalb geschieht hier etwas völlig Ungeplantes: Die Zuhörer werden vom Heiligen Geist erfüllt. Er ist noch gar nicht fertig mit seiner Ansprache, aber die Herzen der Zuhörer sind bereit, den Geist Gottes zu empfangen. Hier sieht man wieder: Der Herr sieht das Herz an – wir Menschen sehen nur das Äußere. Petrus erzählt, was er mit Jesus erlebt hat, und Gott wirkt. Vielleicht ist der wortgewandte Petrus nun auch selbst erst mal sprachlos.

Die Menschen loben und preisen Gott in einer neuen Weise, so wie es Petrus und viele andere an Pfingsten erlebt haben. Allerdings bleibt auch der Widerstand nicht aus, denn es sind ja noch mehr Juden mit dabei, geprägt von alten Traditionen, die diese Wende in der Geschichte noch nicht einordnen können oder verstanden haben. Petrus jedoch lässt sich nicht beirren. Er hat es kapiert, bei ihm ist der Groschen gefallen. Nun gilt es nach vorne zu schauen und auch zu handeln. Die Taufe ist eine logische Konsequenz dessen, was passiert ist. Und so lässt er alle, die im Haus des Kornelius versammelt sind, auf den Namen Jesu Christi taufen.

Für heute möchte ich mitnehmen, dass ich jederzeit mit dem Geist Gottes rechnen darf. Er leitet mich, auch wenn ich keine Vision erlebe oder Stimmen höre. Der Heilige Geist wirkt heute genauso kraftvoll auf verschiedene Weisen. Ich möchte ihm Raum geben in meinem Leben, indem ich wie Petrus höre. Der Heilige Geist spricht zu mir durch sein Wort, die Bibel, durch Umstände und Predigten, durch Freunde oder Zeiten der Stille. Er hat unglaublich viele Möglichkeiten. Petrus war damals gehorsam, auch wenn er zu Beginn seiner Mission längst nicht alles verstanden hat. Was Gott daraus macht, wenn wir ihm vertrauen, darauf dürfen wir gespannt sein.

Eine wahre Geschichte aus jüngster Zeit in Gaza zeigt, wie sehr Gott den Glauben ernst nimmt: Rasim, seine Frau Yasmin und ihre 5 Kinder schlafen in einem Haus in Gaza, als die Bombardierung beginnt. Ihr Haus wird getroffen und stürzt ein. Die Familie wird unter den Trümmern begraben. Dunkelheit umhüllt sie. Alles ist voller Staub. Sie sind eingeklemmt, sie finden aber ein wenig Raum, in dem sie atmen können. Das verzweifelte Schluchzen und die Angst der Kinder treiben Yasmin dazu, um ein Wunder zu beten. Aus endlosen Minuten werden Stunden und Tage. Endlich nach 5 Tagen werden sie gefunden. Hände ziehen Yasmin und Rasit und ihre Kinder heraus, staubbedeckt und voller Schrammen. Wie konnten sie so lange unter den Trümmern überleben? Yasmin erzählt unter Tränen und voller Dankbarkeit von ihrem unfassbaren Erlebnis: „Ein Mann in einem strahlend weißen Gewand kam einige Male zu uns und brachte uns Wasser und Essen. Ich fragte ihn nach seinem Namen und der Fremde antwortete mir: ‚Ich bin Isa al Masih.‘ – Jesus der Messias.“

( Nachzulesen im Heft: Gebet für die Welt während des Ramdans, 2025)

Autor: Esther Mann

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