ERF Plus - Bibel heute

Der Hauptmann von Kapernaum


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Ein römischer Hauptmann mit fremder Religion begegnet uns im heutigen Bibeltext. Er ist Offizier der gewaltigen Armee Roms. Als Garnisonshauptmann der Besatzungsmacht in Kapernaum am See Genezareth besitzt er große Macht. Viele Menschen werden ihn darum beneidet haben. Diese Macht zu haben, bereitet ihm sicher auch Freude.

In Vers 8 bringt er es zum Ausdruck: „Denn auch ich bin ein Mensch, der einer Obrigkeit untersteht, und habe Soldaten unter mir; und wenn ich zu einem sage: Geh hin!, so geht er hin; und zu einem andern: Komm her!, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tu das!, so tut er’s.“ Aber er weiß auch, dass seine Macht Grenzen hat.

Die Grenzen der menschlichen Macht

Und nun ist er an eine schreckliche und fürchterliche Grenze seiner Macht gestoßen: Eine schlimme, tödliche Krankheit hat in seiner Garnison einen Soldaten erfasst. Diese Diagnose ist für das gesamte Umfeld ein Schock. Sie stellt die Welt auf den Kopf. Mal dominiert die Hilflosigkeit, dann wieder die Traurigkeit. Hinzu kommen Angst und Wut. Im Karussell der Emotionen geht es rauf und runter. Der Tod hält Einzug in seinem Haus. Hier hat alle Macht des Hauptmanns ein Ende. Diese harte Erkenntnis treibt ihn zu Jesus, dem alle Macht gegeben ist Himmel und auf Erden. (Matth. 28,18)

Es ist erstaunlich, dass es im Vers 2 heißt: „Der todkranke Knecht, war ihm lieb und wert.“

Diese Liebe drängte den Hauptmann nach Hilfe zu suchen, damit der Kranke nicht stirbt, sondern wieder gesund werden kann. Das barmherzige Herz dieses Offiziers lässt ihn nicht einfach stillsitzen, sondern es treibt ihn, alles in Bewegung zu setzen, um seinen Soldaten zu retten. Er schickt andere zu Jesus und lässt ihn bitten, zu ihm zu kommen und seinen Knecht gesund zu machen.

Offenheit für Jesus

In dem biblischen Bericht ist zu spüren, dass der Hauptmann die Juden nicht hasst, sondern sie liebt.

Kapernaum ist damals die wichtigste Stadt in der Provinz Galiläa. Das Volk hasst die römische Besatzungsmacht. Sie leiden darunter, dass sie den heidnischen, gewalttätigen Römern unterworfen sind. In Galiläa ist der Hass gegenwärtig. Und wie lebt in diesem Klima dieser Offizier?

Als er die Ältesten der jüdischen Gemeinde bittet, sich doch für ihn bei Jesus einzusetzen, tun sie es gerne. „Er ist es wert, denn er hat uns unser Versammlungshaus, die Synagoge, erbaut und bezahlt“. Wie schön wird hier deutlich, wie ein römischer Soldat den stillen Hass in Kapernaum überwunden hat, nämlich durch Barmherzigkeit und Liebe. Er ist ein Heide, aber darin ist er uns Christen auch heute ein großes Vorbild.

„Er ist es wert, dass du ihm seine Bitte erfüllst“, sagen die Ältesten der Juden zu Jesus,

„Er ist ein wertvoller Mann“. Dagegen äußert der Hauptmann in Vers 6: „Ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach gehst.“ So kann nur ein Mensch reden, der sich im Lichte Gottes gesehen hat. Einer der fragt: „Was denkt denn Gott über mich?“ Er weiß um seine Unwürdigkeit! Der Hauptmann ist sich bewusst: Ich als Heide und Sünder bin nicht wert, dem heiligen Herrn Jesus Christus unter die Augen zu treten. Aus diesem Grund schickt er andere vor, die Jesus in seinem Namen bitten. Der Hauptmann begründet das so: „Ich habe mich selbst nicht für würdig geachtet, zu dir zu kommen.“ Er will auch nicht, dass Jesus in sein Haus einkehrt, sondern er wünschte, dass er nur von ferne das heilende Wort spricht.

Jesus erfüllt die Bitte

Der römische Offizier ist sicher in vielen Ländern umhergekommen und hat viele Tempel gesehen. Dazu hat er dem römischen Kaiser zu opfern, der sich ja selbst zum Gott erklärt hat. Aber wie manches Mal mag sich dieser ernste Mann gefragt haben: „Gott! Wo bist du? Gib dich zu erkennen!“

In dieses Fragen hinein hört er von Jesus. Während um ihn herum viele Menschen über Jesus diskutieren, erkennt er: „In Jesus ist der unbekannte Gott zu uns gekommen.“ Der Hauptmann glaubt: „Gott ist in Christus.“ Und damit kommt das wahre Licht in sein Herz.

Der Glaube des Hauptmanns traut Jesus und seinem Wort alles zu.

Das ist die Hauptsache in dieser Geschichte: Der Offizier hat bedingungsloses Vertrauen in Jesu Macht. Er weiß auch, dass Jesus diese Macht nicht mit imponierenden Heldentaten oder mit beeindruckenden Beschwörungsriten ausübt, sondern einfach durch sein vollmächtiges Wort. Deshalb sagt der Hauptmann zu Jesus: „Sprich ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ Jesus Christus hat die Macht über alle bösen Geister und Krankheiten von seinem himmlischen Vater erhalten.

Um einen solchen schlichten, festen Glauben darf jeder Mensch im Gebet bitten. Es ist das Vertrauen, dass Jesus in allen Nöten und Problemen hilft und niemand im Stich lässt.

Von dem Hauptmann in Kapernaum gilt es heute zu lernen, dass der Sohn Gottes seine Leute zuletzt aus allen Problemen herausreißt und sie in das Land bringt, wo niemand mehr krank sein wird. Darf ich Sie bitten: Halten Sie sich an das Wort von Jesus! Suchen Sie es immer neu in der Bibel, in der Predigt, hören Sie das Wort der Sündenvergebung und das Wort des Segens. Trauen Sie Jesus und seinem Wort alles zu!

Am Ende des Bibelabschnitts heißt es: „Als die Boten wieder nach Hause kamen, fanden sie den Knecht gesund.“ So hilft Jesus!

Philipp Spitta hat seine Glaubenserfahrungen in dem Lied „Ich steh in meines Herren Hand“ so formuliert:

Er ist ein Fels, ein sich‘rer Hort, und Wunder sollen schauen,

die sich auf sein wahrhaftig Wort verlassen und ihm trauen.

Er hat’s gesagt, und darauf wagt mein Herz es froh und unverzagt

und lässt sich gar nicht grauen.

Autor: Friedrich Schechinger

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