Die einen setzen alle Hoffnung in das Sternchen: mit ihm könne die Gesellschaft gerechter werden, eine geschlechtsneutrale Sprache bringe die Gleichberechtigung von Mann und Frau voran. Die anderen fürchten mit ihm den Untergang der deutschen Sprache und beklagen ein "Gender Wirr-Warr“. Stadtverwaltungen, Unternehmen, Universitäten in der Republik arbeiten daran, ihre Formulare und ihre Kommunikation gerechter zu machen, mal mit dem großen "I“, mal mit Unter- oder Schrägstrichen, mal mit dem Sternchen in der Mitte des Wortes. Derweil verfassen Sprachschützer und Sprachschützerinnen einen Aufruf gegen den "Gender-Unfug“, darunter prominente Literaturschaffende, die "zerstörerische Eingriffe in die deutsche Sprache“ durch das Gendern beklagen. Es tobt ein Kulturkampf. Sprache beeinflusst das Bewusstsein, und das kann gesellschaftliche Folgen haben. Das ist mittlerweile Konsens. Aber offensichtlich berührt das Sternchen eine entscheidende Schmerzgrenze in den unendlichen Weiten des Sprachalls.