Heute vor 150 Jahren ist Ludwig Feuerbach gestorben. Ein Leben nach dem Tod gab es für ihn nicht – zumindest nach seiner eigenen Lehre: "Stirbst du, so stirbst du ganz, Alles ist todt." Feuerbachs radikale Philosophie gilt bis heute als schärfste Gotteskritik, gemeinsam mit Nietzsches berühmtem Satz "Gott ist tot." Feuerbachs für damalige Verhältnisse skandalöse Überlegungen musste die bayrische Polizei 1830 in einer Schrift lesen, die in Nürnberg anonym erschienen war unter dem harmlosen Titel "Gedanken über Tod und Unsterblichkeit". Auf der Stelle verbot die Polizei das Büchlein. Als es ihr gelang, den anonymen Autor zu ermitteln, war sein Name sofort in aller Munde: Ludwig Feuerbach, Privatdozent für Philosophie an der Universität Erlangen. Von seinem Vater, einem bayrischen Juristen, musste sich der nun sagen lassen, dass er nach einem solchen Skandal nie mehr Professor an einer deutschen Universität werden könne. Es scherte den jungen Feuerbach nicht. In der Abgeschiedenheit bayrischer Dörfer schrieb er sein Hauptwerk "Das Wesen des Christenthums". Darin erklärt er nicht nur die Unsterblichkeit der Seele, sondern auch Gott selbst als eine Projektion menschlicher Phantasie. Karl Marx war begeistert: "Und es gibt keinen andern Weg für euch zur Wahrheit und Freiheit, als durch den Feuerbach."