Von der Castingrunde zur Band mit eigenem Kopf
„Wenn du mein Lover werden willst, dann musst du dich erstmal mit meinen Freundinnen gut stellen“. Das singen die Spice Girls 1996 selbstbewusst auf ihrer Debüt-Single “Wannabe”, die in mehr als 30 Ländern auf Platz 1 landet. Die fünf Bandmitglieder werden 1994 von dem Manager Bob Herberts und seinem Sohn zusammen gecastet, die schon die mittel-erfolgreiche Boyband Bros gegründet haben.
Dabei sind: Geraldine Halliwell, Melanie Janine Brown, Melanie Jayne Chisholm, Victoria Beckham (geborene Adams) und Michelle Stephenson. Aber die scheidet schnell wieder aus. Dafür kommt Emma Lee Bunton ins Boot. Scary, Baby, Ginger, Sporty und Posh-Spice sind komplett!
Zwar lernen sie sich grade erst kennen, aber sie verstehen sich tatsächlich richtig gut! So gut, dass sie dem Manager Bob Herberts bald geschlossen den Stinkefinger zeigen und ihre Zukunft eigenständig in die Hand nehmen.
Frauen, die Spaß haben
„Girlpower“ wird zum Slogan der Spice Girls, die immer wieder betonen „wir können Miniröcke tragen, aber trotzdem was zu sagen haben“. Heute wird der Feminismus der Spice Girls gerne als Marketingsstrategie abgetan oder als Girl Boss-Feminismus. Trotz allem beeinflussen die fünf Frauen Generationen nachfolgender Pop-Acts und liefern jede Menge Hits, die häufig auch aus der eigenen Feder stammen.
Jacinta Nandi: „Die waren nicht wirklich feministisch, aber unsere Gesellschaft hasst Frauen so sehr, dass es fast politisch ist, zu zeigen, dass Frauen sich mögen und gegenseitig respektieren und sich selbst akzeptieren.“
Im Popfilter verrät uns heute die feministische Autorin Jacinta Nandi, warum sie ungerne zugibt, dass die Spice Girls für sie ein Role Model waren. Für die Buchreihe „These Girls“ hat sie einen humorvollen Text über die Band geschrieben.
Hier könnt ihr den Popfilter hören und abonnieren.
Alle Folgen der Themenwoche „These Girls“:
Folge 1: Bessie Smith – Kitchen Man
Folge 2: Phyllis Dillon – Perfidia
Folge 3: X-Ray Spex – Germfree Adolescence
Folge 4: Sibylle Baier – Forget About
Folge 5: Nina Hagen – Unbeschreiblich Weiblich