WEtell – Mobilfunk als Vehikel für Nachhaltigkeit
Bei CO2-Bilanz und bei Treibhausgasemissionen denken viele wohl eher eher an Flugzeuge und Autos als an Streaming oder Smartphones. Dabei verbrauchen Rechenzentren beispielsweise beim Videostreaming, für soziale Netzwerke oder bei Suchanfragen viel Strom und müssen gekühlt werden. Über Funktürme und Unterseekabel werden Daten verschickt und auch Smartphones, Laptops oder Tablets müssen produziert werden und verbrauchen Strom.
Der Gedanke liegt nahe, dass auch der Mobilfunk nachhaltiger sein könnte. Das ist die Grundidee, die drei Forschende in Freiburg vor ein paar Jahren haben. Sie wollen raus aus der Forschenden-Bubble und etwas verändern, denn sie merken, dass grüne Technologien allein noch nicht reichen, um den Klimawandel abzuwenden.
„Es braucht mehr und da ist Mobilfunk ein großartiges Vehikel“. Das sagt Andreas Schmucker. Er ist einer der drei Forschenden, die vor fünf Jahren WEtell gründen, ein kleines Startup, das zeigen will, dass man gerade auch in einem hart umkämpften Markt nachhaltig und wirtschaftlich zugleich sein kann. Zum Vergleich: Vodafone hat 82 Millionen Kundinnen und Kunden, die Telekom 67 Millionen, WeTel gut 25.000. Da ist also Luft nach oben. Doch wie gewinnt man Kundinnen und Kunden, wenn die Idee gut, das Produkt aber teuer ist?
Andreas Schmucker über Marketing-Strategie
Nicht über teure Marketing-Kampagnen jedenfalls. Denn dafür ist das Geld einfach zu knapp. Man schaue sehr genau, wo man werbe. So zum Beispiel in Podcasts. Viel gehe über Empfehlung, erklärt Andreas Schmucker. Zum einen über Unternehmen, die auch im Bereich Nachhaltigkeit aktiv sind und WEtell weiterempfehlen. Und zum anderen über zufriedene Kunden, die man durch klimaneutrale Tarife, Transparenz und politischen Aktivismus gewinne. So haben beispielsweise Wetell-Mitarbeitende vor zwei Jahren in Lützerath gegen den Kohleabbau protestiert. Warum ist das so relevant? Weil das Unternehmen auf diese Art und Weise den Klimaprotest zum eigenen Interesse erhoben hat. Andreas Schmucker betont: „Bei WeTell geht es um Werteintegrität. Was die Leute bei uns kaufen, ist weniger einen Mobilfunktarif. Was sie bei uns kaufen, ist das Thema Werte. Werteintegrität, das Voranbringen von Nachhaltigkeitstransformation.“
Welchen Anteil Crowdinvestings bei dieser Werteintegrität haben und wie es sich auswirkt, dass er und seine beiden Mitgründenden WEtell vor zwei Jahren in Verantwortungseigentum übergeben haben, darüber spricht Andreas Schmucker in dieser neuen Folge des „brand eins Podcasts“ mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert.