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Mitglieder der Vereinten Nationen dürfen andere UN-Mitglieder nicht angreifen. So regelt es die UN-Charta. Ausnahmen sieht das Völkerrecht vor: Es gewährt bei einem Angriff ein Recht zur Selbstverteidigung, das auch präventiv gilt. In den letzten Jahren wird dieses Recht sehr weit ausgelegt: Russland rechtfertigt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine mit einer vermeintlichen Bedrohung durch die Ukraine. Aktuell greift Israel Ziele im Iran an – darunter Atomanlagen, führende Militärs sowie Öl- und Erdgasfelder. Völkerrechtler:innen bezweifeln die Rechtmäßigkeit der Angriffe, im Fall Russlands sind sie sich einig, dass sie rechtswidrig sind. Dennoch halten die Offensiven an. Unsere Frage des Tages an die Schriftstellerin Nora Bossong lautet: Gilt das Völkerrecht nur noch auf dem Papier?
Die Bilder, die uns zurzeit aus Los Angeles erreichen, sehen aus, als stünden die USA kurz vor einem Bürgerkrieg. Zu sehen sind Soldaten in Kampfmontur, brennende Autos und Steine werfende Demonstranten. Präsident Trump hat die Nationalgarde in die Stadt geschickt, um Proteste gegen die Razzien der Einwanderungsbehörde zu bekämpfen. Dabei war klar, dass das zur Eskalation führen würde. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsome hatte den Einsatz der Nationalgarde abgelehnt. Er bezeichnet den Entschluss als "gestörte Fantasie eines diktatorischen Präsidenten". Normalerweise entscheiden in den USA die Bundesstaaten über den Einsatz der Nationalgarde.
Gleicht Donald Trump immer mehr einem Diktator? Das ist heute unsere Frage des Tages. Es antwortet die Schriftstellerin Nora Bossong.
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