Ruhrgas galt als Pionier im Geschäft mit russischem Gas – Anfang der 2000er war das Essener Unternehmen auch deshalb heiß begehrt. In einer der spektakulärsten Fusionen der deutschen Energiebranche schluckte der noch junge Konzern "E.On" die Nummer eins auf dem deutschen Gasmarkt. Auch wenn dafür das seltene Eingreifen eines Ministers nötig war... Wettbewerbshüter, Verbraucherschützer und Branchenkenner hatten aufgeschrieben, als sich die Fusion abgezeichnet hatte. Doch eine seltene, so genannte "Minister-Erlaubnisse" des damaligen Wirtschaftsministers Werner Müller machte den Deal möglich. Der drohte dann noch vor Gericht zu scheitern; doch als auch die letzte Klage zurückgezogen wurde, war die Fusion am 31.1.2003 perfekt. Ruhrgas galt als Pionier im Geschäft mit russischem Gas. 1970 leitete das "Erdgas-Röhren-Geschäft" diese schicksalhafte Beziehung ein. Als E.ON-Tochter setzte Ruhrgas seine an Russland orientierte Strategie fort und erwarb Quellen und Anteile am Gazprom-Konzern. Daraus entstand eine Abhängigkeit, die im Zuge des Ukraine-Kriegs fatale Konsequenzen für Deutschland hat.