Der Start einer kleinen liberalen Moscheegemeinde weitet sich zu einem Religionsstreit in Deutschland aus. Provisorisch untergebracht in der St. Johannis-Gemeinde in Berlin-Moabit soll die Ibn-Rushd-Goethe-Moschee allen Interessierten zur Verfügung stehen, nicht nur Sunniten, Schiiten, Sufis und Aleviten, sondern auch Juden und Christen. Sogar Atheisten sind erwünscht. Und es ist die erste muslimische Moschee in Deutschland, in der Frauen nicht nur gemeinsam mit Männern unverschleiert beten, sondern auch predigen können. Verboten sind nur Nikab und Burka. Initiatorin dieses Projekts ist die Anwältin und Frauenrechtlerin Seyran Ates. Die bekommt jetzt Morddrohungen und Hassmails. Das ägyptische Fatwa-Amt nannte die liberale Moschee "unislamisch". Die türkische Religionsbehörde witterte ein Projekt der dort verbotenen Gülen-Bewegung, was die Gründerin zurückweist. Reformmuslime werden zu Islamfeinden abgestempelt. Welcher Islam gehört jetzt zu Deutschland?