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Wow! Sind wir denn schon im Himmel? Was ich heute in der Apostelgeschichte 4 lese, hört sich so an, wie ich es mir dort vorstelle.
Der Himmel ist aber für die Gläubigen in unserem Abschnitt noch sehr weit entfernt. In den Versen davor ist beschrieben, dass gleichzeitig die Verfolgung der Christen wächst. Petrus und Johannes wird verboten, Jesu Lehre weiterzugeben und auch sonst ist es den Priestern und Sadduzäern ein Dorn im Auge, dass die Anzahl der Jesus-Nachfolger immer größer wird. Aber weder Petrus und Johannes noch die anderen Gläubigen lassen sich einschüchtern. Im Gegenteil! Alle wachsen im Glauben, alle sind ein Herz und eine Seele. Und sie leben die Gemeinschaft auch praktisch. Sie verkaufen ihre angeblichen Sicherheiten und teilen alles untereinander so, dass keiner Mangel hat.
Ich bin in der sozialistischen Tschechoslowakei aufgewachsen. Meine atheistischen Eltern sind nach dem Krieg von der kommunistischen Ideologie überzeugt. Zumindest eine Weile. Als ich mit 15 Jahren die Bibel und den Glauben an Jesus entdecke, meint meine Mutter, Dr. der Philosophie: „Das ist in Ordnung. Jeder junge Mensch braucht eine Ideologie, an die er glaubt. Für mich war es der Kommunismus, für dich jetzt der Glaube. Das vergeht!“
Ja, der kommunistische Gedanke hat meine Eltern bald verlassen. Warum eigentlich? Ist es nicht schön, sich vorzustellen, dass alle Menschen gleich sind, alle das haben, was sie brauchen, nicht mehr und nicht weniger, alles ist gerecht verteilt und keiner hat Mangel? Genauso, wie in unserem Bericht hier!
Ich möchte nicht sehr vorgreifen, aber ich weiß aus dem weiteren Verlauf, dass es auf die Dauer nicht funktioniert. Genauso wenig, wie auch der Kommunismus. Egal, wie gut es gedacht ist, es scheitert immer an den Menschen. Raffsucht, Neid, Zukunftsängste – das alles führt leider dazu, dass man sich nicht mit dem zufriedengibt, was man hat. Es muss nicht einmal das Schielen nach dem Nachbarn sein, ob er mehr oder etwas Besseres hat. Es sind oft einfach nur die Gedanken – was wird später sein, sollte ich nicht Vorräte für schlechtere Zeiten haben, ich möchte doch meinen Kindern etwas hinterlassen usw. Da ist doch nichts Schlechtes dabei, oder?
Wenn ich von der ersten Gemeinde lese, dass sie so ganz ohne materielle Ansprüche lebt, zeugt es vom großen Vertrauen in das, was die Christen in den alten Schriften lesen und auch von dem, was sie von Jesus gehört haben. Gott versorgt uns mit dem nötigen, es ist unnötig, dass wir Vorräte anlegen, wir sollen nicht neidisch auf andere sein und wir sollen die Nöte unserer Mitmenschen im Blick haben. Und noch etwas Wichtiges kam dazu! Jesus verspricht, bald wiederzukommen. Und dann wird sowieso alles nichts mehr irgendwelchen Wert haben. Es gibt dann keinen Streit, keinen Neid, vollkommene Zufriedenheit in der Gegenwart von Jesus wird herrschen. Und da sie davon ausgehen, dass bald ein bald ist, können sie es ja schon mal einüben!
Die Erkenntnis, dass alles, was ich besitze, eigentlich Gott gehört, ist wahrscheinlich zusätzlich ein guter Ansatz zu dem damaligen Handeln.
Alles, was ich habe, gehört Gott, ich kam nackt auf die Welt und nackt werde ich sie verlassen. Ich muss nicht horten, nicht mehr haben als andere, ich kann anderen helfen, statt mich immer mehr zu bereichern. Ist mir das alles wirklich bewusst? Bei meinem Leben angefangen? Die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, die Fähigkeit zu lernen und dadurch einen Beruf zu ergreifen, mit dem ich meinen Unterhalt bestreiten kann? Also das Geld, mit dem ich alles kaufen kann, was ich brauche und noch mehr? Und heute die Rente? Ist es mir wirklich bewusst, dass es Gottes Geschenk ist, in so einem Land zu leben, in dem die Grundversorgung gesichert ist? Das ist nicht mein Verdienst. Ein Wink Gottes und alles kann zusammenbrechen, wie ein Kartenhaus.
Wie ist es mit dem reichen Kornbauer, von dem Jesus in einem Gleichnis erzählt? Der reiche Bauer klopft sich selbst auf die Schulter, wie gut er sich hochgearbeitet hat, wie voll seine Scheunen sind und wie ruhig er nun seiner Zukunft entgegen schauen kann. Der Narr! Gott streckt seine Hand aus und der reiche Mann stirbt. Alles, worauf er sein Leben aufgebaut hatte, nützt ihm gar nichts mehr.
Nun weiß ich nicht, wie Gott dann über ihn urteilt, aber sein materielles Gut wird ihm bestimmt nicht angerechnet. Höchstens das, was er für andere damit Gutes getan hat und wie sein Verhältnis zu Gott ist. Ich höre heraus, dass er aber genauso denkt, wie so viele bis heute – was ich habe, habe ich mir selbst zu verdanken. Meinem Fleiß, meinem Glück, meiner Umsicht.
In unserem Abschnitt heute wird ein Mann besonders hervorgehoben. Barnabas. Ein Tempeldiener, der aus Zypern stammt, also ein Ausländer. Auch er verkauft alles und übergibt es den Aposteln. Barnabas besitzt ein ganz besonderes Vertrauen zu Gott. Er ist derjenige, der später an die wirkliche Verwandlung von Saulus zu Paulus glaubt und ihn vor den anderen Aposteln verteidigt. Barnabas vertraut Gott, dass er aus einem Christenverfolger der schlimmsten Art einen Jesus-Nachfolger machen kann, der von der neuen Überzeugung nicht ablässt, auch wenn es ihn irgendwann sein Leben kosten wird. Barnabas vertraut wie die anderen darauf, dass Gott ihn versorgen wird und dass die Apostel sein Geld gerecht verwenden werden.
Ich möchte aus dem heutigen Bibelabschnitt für mich mitnehmen, dass ich mich nach dem Zustand der ersten Gemeinde ausstrecke. Ich kann aber nicht mit dem Gedanken anfangen, dass sich zuerst die anderen um mich herum ändern müssen. Das liegt weder in meiner Macht noch in meiner Zuständigkeit. Ich kann nur für mich sprechen und handeln. Und dann beobachten, ob sich das auf meine Umgebung auswirkt. Wie wenn ein Stein ins Wasser fällt. Da bildet sich ein kleiner Kreis, aber es bleibt nicht bei diesem einen. Ein zweiter, dritter und weitere, immer größer werdende Kreise entstehen. Bis sie durch irgendwelche Umstände in ihrer Verbreitung gestört werden.
Leider bleibt es auch bei der ersten Gemeinde nicht bei den paradiesischen Verhältnissen. Die erste Störung – wieder durch menschliche Schwäche – tritt ein. Aber, darüber hören Sie erst morgen.
Trotzdem möchte ich bei den guten Vorsätzen bleiben, die ersten Christen als Vorbilder zu nehmen und bete, dass Gott das Gelingen dazu schenkt.
Autor: Dajka Krentz
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By ERF - Der Sinnsender5
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Wow! Sind wir denn schon im Himmel? Was ich heute in der Apostelgeschichte 4 lese, hört sich so an, wie ich es mir dort vorstelle.
Der Himmel ist aber für die Gläubigen in unserem Abschnitt noch sehr weit entfernt. In den Versen davor ist beschrieben, dass gleichzeitig die Verfolgung der Christen wächst. Petrus und Johannes wird verboten, Jesu Lehre weiterzugeben und auch sonst ist es den Priestern und Sadduzäern ein Dorn im Auge, dass die Anzahl der Jesus-Nachfolger immer größer wird. Aber weder Petrus und Johannes noch die anderen Gläubigen lassen sich einschüchtern. Im Gegenteil! Alle wachsen im Glauben, alle sind ein Herz und eine Seele. Und sie leben die Gemeinschaft auch praktisch. Sie verkaufen ihre angeblichen Sicherheiten und teilen alles untereinander so, dass keiner Mangel hat.
Ich bin in der sozialistischen Tschechoslowakei aufgewachsen. Meine atheistischen Eltern sind nach dem Krieg von der kommunistischen Ideologie überzeugt. Zumindest eine Weile. Als ich mit 15 Jahren die Bibel und den Glauben an Jesus entdecke, meint meine Mutter, Dr. der Philosophie: „Das ist in Ordnung. Jeder junge Mensch braucht eine Ideologie, an die er glaubt. Für mich war es der Kommunismus, für dich jetzt der Glaube. Das vergeht!“
Ja, der kommunistische Gedanke hat meine Eltern bald verlassen. Warum eigentlich? Ist es nicht schön, sich vorzustellen, dass alle Menschen gleich sind, alle das haben, was sie brauchen, nicht mehr und nicht weniger, alles ist gerecht verteilt und keiner hat Mangel? Genauso, wie in unserem Bericht hier!
Ich möchte nicht sehr vorgreifen, aber ich weiß aus dem weiteren Verlauf, dass es auf die Dauer nicht funktioniert. Genauso wenig, wie auch der Kommunismus. Egal, wie gut es gedacht ist, es scheitert immer an den Menschen. Raffsucht, Neid, Zukunftsängste – das alles führt leider dazu, dass man sich nicht mit dem zufriedengibt, was man hat. Es muss nicht einmal das Schielen nach dem Nachbarn sein, ob er mehr oder etwas Besseres hat. Es sind oft einfach nur die Gedanken – was wird später sein, sollte ich nicht Vorräte für schlechtere Zeiten haben, ich möchte doch meinen Kindern etwas hinterlassen usw. Da ist doch nichts Schlechtes dabei, oder?
Wenn ich von der ersten Gemeinde lese, dass sie so ganz ohne materielle Ansprüche lebt, zeugt es vom großen Vertrauen in das, was die Christen in den alten Schriften lesen und auch von dem, was sie von Jesus gehört haben. Gott versorgt uns mit dem nötigen, es ist unnötig, dass wir Vorräte anlegen, wir sollen nicht neidisch auf andere sein und wir sollen die Nöte unserer Mitmenschen im Blick haben. Und noch etwas Wichtiges kam dazu! Jesus verspricht, bald wiederzukommen. Und dann wird sowieso alles nichts mehr irgendwelchen Wert haben. Es gibt dann keinen Streit, keinen Neid, vollkommene Zufriedenheit in der Gegenwart von Jesus wird herrschen. Und da sie davon ausgehen, dass bald ein bald ist, können sie es ja schon mal einüben!
Die Erkenntnis, dass alles, was ich besitze, eigentlich Gott gehört, ist wahrscheinlich zusätzlich ein guter Ansatz zu dem damaligen Handeln.
Alles, was ich habe, gehört Gott, ich kam nackt auf die Welt und nackt werde ich sie verlassen. Ich muss nicht horten, nicht mehr haben als andere, ich kann anderen helfen, statt mich immer mehr zu bereichern. Ist mir das alles wirklich bewusst? Bei meinem Leben angefangen? Die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, die Fähigkeit zu lernen und dadurch einen Beruf zu ergreifen, mit dem ich meinen Unterhalt bestreiten kann? Also das Geld, mit dem ich alles kaufen kann, was ich brauche und noch mehr? Und heute die Rente? Ist es mir wirklich bewusst, dass es Gottes Geschenk ist, in so einem Land zu leben, in dem die Grundversorgung gesichert ist? Das ist nicht mein Verdienst. Ein Wink Gottes und alles kann zusammenbrechen, wie ein Kartenhaus.
Wie ist es mit dem reichen Kornbauer, von dem Jesus in einem Gleichnis erzählt? Der reiche Bauer klopft sich selbst auf die Schulter, wie gut er sich hochgearbeitet hat, wie voll seine Scheunen sind und wie ruhig er nun seiner Zukunft entgegen schauen kann. Der Narr! Gott streckt seine Hand aus und der reiche Mann stirbt. Alles, worauf er sein Leben aufgebaut hatte, nützt ihm gar nichts mehr.
Nun weiß ich nicht, wie Gott dann über ihn urteilt, aber sein materielles Gut wird ihm bestimmt nicht angerechnet. Höchstens das, was er für andere damit Gutes getan hat und wie sein Verhältnis zu Gott ist. Ich höre heraus, dass er aber genauso denkt, wie so viele bis heute – was ich habe, habe ich mir selbst zu verdanken. Meinem Fleiß, meinem Glück, meiner Umsicht.
In unserem Abschnitt heute wird ein Mann besonders hervorgehoben. Barnabas. Ein Tempeldiener, der aus Zypern stammt, also ein Ausländer. Auch er verkauft alles und übergibt es den Aposteln. Barnabas besitzt ein ganz besonderes Vertrauen zu Gott. Er ist derjenige, der später an die wirkliche Verwandlung von Saulus zu Paulus glaubt und ihn vor den anderen Aposteln verteidigt. Barnabas vertraut Gott, dass er aus einem Christenverfolger der schlimmsten Art einen Jesus-Nachfolger machen kann, der von der neuen Überzeugung nicht ablässt, auch wenn es ihn irgendwann sein Leben kosten wird. Barnabas vertraut wie die anderen darauf, dass Gott ihn versorgen wird und dass die Apostel sein Geld gerecht verwenden werden.
Ich möchte aus dem heutigen Bibelabschnitt für mich mitnehmen, dass ich mich nach dem Zustand der ersten Gemeinde ausstrecke. Ich kann aber nicht mit dem Gedanken anfangen, dass sich zuerst die anderen um mich herum ändern müssen. Das liegt weder in meiner Macht noch in meiner Zuständigkeit. Ich kann nur für mich sprechen und handeln. Und dann beobachten, ob sich das auf meine Umgebung auswirkt. Wie wenn ein Stein ins Wasser fällt. Da bildet sich ein kleiner Kreis, aber es bleibt nicht bei diesem einen. Ein zweiter, dritter und weitere, immer größer werdende Kreise entstehen. Bis sie durch irgendwelche Umstände in ihrer Verbreitung gestört werden.
Leider bleibt es auch bei der ersten Gemeinde nicht bei den paradiesischen Verhältnissen. Die erste Störung – wieder durch menschliche Schwäche – tritt ein. Aber, darüber hören Sie erst morgen.
Trotzdem möchte ich bei den guten Vorsätzen bleiben, die ersten Christen als Vorbilder zu nehmen und bete, dass Gott das Gelingen dazu schenkt.
Autor: Dajka Krentz
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