ERF Plus - Bibel heute

Die Herrlichkeit des Dienstes im neuen Bund (1)


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Heute geht es um Tinte, Buchstaben und Briefe.

Paulus spricht zu Beginn von einem Empfehlungsschreiben, das er nicht hat. Das ist schlecht für die Karriere. Die Jobbörse „workwise“ empfiehlt, den Bewerbungsunterlagen ein Empfehlungsschreiben zufriedener Kunden beizufügen. Das erhöhe die Chance auf eine Zusage.

In neutestamentlicher Zeit waren Empfehlungsschreiben für reisende Prediger recht häufig. Apollos bekam ein Empfehlungsschreiben von der Gemeinde in Ephesus. Paulus selbst stellte ein Empfehlungsschreiben aus für seinen Mitarbeiter Timotheus (1. Kor 16, 10 – 11). Aber niemand war offenbar willens, ein Empfehlungsschreiben für Paulus selbst auszustellen. Ob das dann wohl ein vertrauenswürdiger Prediger sei, fragten sich die Christen in Korinth. So ganz ohne Papiere?

Er brauche kein Empfehlungsschreiben, sagt Paulus (Vers 1). Es sei doch offensichtlich, dass jeder, der in Korinth durch seine Predigt zu Christus gefunden habe, ein Empfehlungsschreiben an sich sei (Vers 2).

Gott selbst habe sein Evangelium durch den heiligen Geist in die Herzen der Gläubigen geschrieben. Dabei nimmt Paulus wohl Bezug auf die Verheißung eines Neuen Bundes im Alten Testament. Wo es in Jeremia 31, Vers 33 heißt: „… das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben …“

Tiefer Glaube hat mit der Herzenseinstellung zu tun. Hartherzige und selbstgerechte Menschen haben es schwer, ihren Blick auf Gott zu richten. Gott verspricht zu helfen und uns ein neues Herz zu geben. Im Buch des Propheten Hesekiel sagt Gott (Hes. 36,26): „Ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.“

Berta Ramos lebt in Lima, der Hauptstadt Perus. Sie ist Mitte 60 und hat drei erwachsene Kinder. Vor knapp 20 Jahren war ihr Herz steinhart. Und sie hatte allen Grund dazu. Zusammen mit ihrem Mann führte sie ein kleines Busunternehmen. Sie fuhren Linienverkehr zwischen den verschiedenen Stadtteilen Limas. Die Geschäfte liefen gut. „Schließlich hatten wir vier Busse.“, erzählt sie. Doch eines Tages verkaufte ihr Mann urplötzlich alle Fahrzeuge und verließ die Familie. Berta erinnert sich: „Er hatte mich schon lange Zeit betrogen. Ehe ich wusste, wie mir geschah, kaufte er mit dem Geld für sich und seine Freundin ein Haus.“

Von heute auf morgen war Berta mittellos. Ohne die Busse hatte sie nun keine Einnahmen mehr. Voller Verbitterung und Zorn blieb sie mit ihren drei Kindern zurück. Zu allem Unglück erkrankte sie auch noch an einem Lungenleiden. Bertas Herz wurde hart wie Stein. Sie sagt: „Ich überlegte, wie ich es meinem Mann heimzahlen konnte. Ich dachte daran, mich und die Kinder zu vergiften. Der Schuft sollte uns alle tot sehen. Heute glaube ich, dass Gott mich vor diesem Schritt bewahrt hat.“

Über eine Freundin hörte sie von einem Hilfsprogramm für bedürftige Kinder in Lima. Von da an ging sie mit ihren drei Kindern jeden Morgen zur Kinderspeisung. Mitarbeiter des Kinderwerkes Lima verteilten Milch und Brötchen. Vor dem Frühstück wurde gebetet, manchmal gab es eine kurze Andacht. Berta hörte zu. Der Pastor lud sie zum Bibelkurs ein. Berta ging hin. „Denn“, sagt sie, „wegen meiner Krankheit saß ich sowieso die meiste Zeit zu Hause herum.“ So erfuhr Berta von Jesus Christus. Und wie auch er von Menschen betrogen wurde, genau wie sie. Und trotzdem liebt er die Menschen. Das ließ sie aufhorchen. Berta sagt, dass ihr die biblischen Geschichten mit der Zeit sehr viel bedeuteten. Gott kam ihr darin ganz nahe.

Berta bemerkte die Veränderung in ihrem Herzen zunächst gar nicht. Eine Nachbarin fragte sie schließlich, was denn mit ihr los sei. Berta verstand nicht. „Ja“, sagte die Nachbarin, „früher hast du die Leute angebrüllt, wenn dir was nicht passte, und jetzt bist du auf einmal so geduldig mit deinen Kindern.“

Berta sagt: „Da merkte ich, dass ich mich verändert hatte. Nie hätte ich mir träumen lassen, dass ich noch einmal solch eine Lust zu leben empfinde. Ich möchte immer mehr erfahren über Gott und seinen Frieden für mich und meine Kinder.“

Berta wurde zu einem Brief Christi. Der Geist Gottes hat seine Schrift in ihrem Herzen hinterlassen.

Das Herz zählt! Bei jedem von uns. Dank diesem verwandelten Herzen können wir vergeben, wo wir früher nur gestritten haben. Wir können Gott dienen, wo wir früher nur unseren eigenen Vorteil suchten.

Paulus unterstreicht diesen Gedanken noch einmal ganz dick, wenn er hier in klaren Worten schreibt, dass niemand damit prahlen kann, dass er ein guter Mensch sei. In Vers 5 + 6 schreibt er: „Nicht, dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes.“

Niemand ist in der Lage, ohne Gott aus sich selbst einen guten Menschen zu machen. Nicht durch Selbstdisziplin und nicht durch fromme Übungen. Niemand ist in der Lage, aus eigener Kraft Gottes Gebote zu erfüllen. Kein Mensch auf der Erde kann Gott mit seinem noch so korrekten Lebenswandel zufriedenstellen. Wenn Gott sich nicht meiner Sünde erbarmt, bin ich auf ewig verloren. Es gibt überhaupt keinen Lebensstil, der mir die Himmelstür öffnet. Gar keinen. Nur wenn sich Jesus meiner Sünden erbarmt, steht mir der Himmel offen.

Berta hat das kapiert. Sie wäre nicht in der Lage gewesen, den Groll gegen ihren Mann zu besiegen, ohne den Frieden Christi in ihren Herzen.

Ein neues Herz ist, was zählt! Dann gibt es Zukunft.

Autor: Jürgen Burst

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