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Vor lauter Herrlichkeit, die der Apostel Paulus beschreibt, wusste ich erst gar nicht, was das alles soll. Und ein aufgedecktes Angesicht oder Gesicht, wie wir sagen würden – was soll das heißen? Wenn Sie sich mit mir den Zusammenhang anschauen, wird manches klarer.
Mose hat einst die Gesetzestafeln von Gott bekommen, bekannter unter dem Namen „Zehn Gebote“. Er stand vor Gott in dessen Herrlichkeit, und Moses Gesicht fing an zu strahlen. Aus Sorge, dass das Volk angesichts der Vergänglichkeit erschrecken könnte, verdeckte Mose sein Gesicht mit einer Decke. Sie ist aber – neben dem Schutz, den sie bieten soll – auch eine Trennung im Miteinander.
Paulus bezieht sich im 2. Korintherbrief auf die Juden und ihre Vorgehensweisen, die stark durch das Gesetz Gottes und seine differenzierte Auslegung geprägt sind. Es gibt viele Regeln, die genau befolgt werden. Dieser Gesetzlichkeit stellt Paulus die Freiheit gegenüber, die Jesus Christus schenkt. Bei ihm müssen wir uns nicht zudecken oder verbergen. Zu Jesus dürfen wir direkt kommen, mit allem, was uns bewegt, freut, besorgt, ängstigt, mit unserem Dank und unseren Fragen. Von manchen Menschen sagen wir, dass sie so etwas wie „einen direkten Draht nach oben“ haben. Die Verbindung zu Gott steht jedem offen. An anderer Stelle heißt es: „Das Ohr des Herrn ist nicht zu schwer, um zu hören und sein Arm ist nicht zu kurz, um zu retten.“
Zu glauben, dass es Gott „irgendwie“ wohl gibt, ist anders als tief innerlich zu glauben. Mit den positiven Erfahrungen, die wir mit seiner Hilfe machen, kann Gottvertrauen wachsen, sofern wir nicht alles als Zufall abtun. Wir werden mutiger, Gott mehr zuzutrauen, Schritt für Schritt, auch wenn die Umstände manchmal übermächtig erscheinen und Situationen ausweglos. In Psalm 18 heißt es: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“
Auch Mauern haben etwas Trennendes, wie die Decke bei Mose, mit der er sich verhüllte, aber mit Gottes Hilfe können wir Mauern überwinden. Manchmal zeigt er uns, wo wir eine Tür in der Mauer finden, durch die wir als nächstes gehen können oder auch sollen. Jemand stellt uns vielleicht eine Leiter hin und hilft uns, damit wir Hindernisse überwinden können. Manchmal lesen oder hören wir einen Satz, der uns stärkt und weiterbringt. Gott kann sehr dezent, aber, wenn er will, auch sehr direkt sein. Er sendet seinen Heiligen Geist, um uns zu führen und zu leiten – sachte und sanft oder auch in aller Deutlichkeit.
Neulich gab es in einer Runde ehrenamtlicher Führungskräfte eine Meinungsverschiedenheit und jemand schürte den Streit nach allen Regeln der Kunst. Fairness sieht anders aus. Ein Gesprächsteilnehmer packte daraufhin seine Sachen und verließ den Raum – die reisefertige Tasche blieb noch einen Moment stehen. Aufregung machte sich breit. Was, wenn er wirklich für immer geht? Wie geht es dann weiter? Wollen wir das tatsächlich?
Draußen vor der Tür stand die Person und versuchte sich angesichts der verfahrenen Situation wieder zu beruhigen. Gott mutet uns manchmal unbequeme Dinge zu. So hörte dieser Mensch, aufgebracht wie er war, innerlich im Gebet die eindeutige Aufforderung: „Geh wieder rein!“ Da half alles Murren nicht, der Appell kam noch einmal. Also, so schwer es im ersten Moment auch war, ging die Person wieder in den Raum zurück und auf die Kollegen zu. Eine Aussprache fand statt, und die Wogen glätteten sich. In der Folge bemühten alle Beteiligten sich erfolgreich um Frieden und eine gute Lösung des Konflikts. So kann es nun in dem Team, gestärkt durch das gemeinsame Erlebnis, hoffentlich besser als bisher weitergehen.
Wenn wir nicht nur glauben, dass es Jesus früher einmal gab – historisch gibt es hierfür zahlreiche Belege, die selbst von Skeptikern anerkannt werden – sondern zu einem lebendigen Glauben finden, Jesus im Gebet als unseren Herrn und Heiland aufnehmen, ist uns das ewige Leben verheißen, denn wie wir im Johannesevangelium, Kapitel 14 lesen können, sagt Jesus ausdrücklich: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“. Er begegnet Menschen mitten in ihrem Alltag. Er ruft sie, doch nicht alle, aber wenigstens manche, gehen mit ihm.
Die ersten Jünger, die Jesus gerufen hat, mit ihm zu kommen, waren Fischer und - passend zu ihrem Lebenshintergrund - hat er ihnen gesagt, dass sie Menschenfischer werden sollen. Dem Zöllner hat er am Beispiel von Steuern Gottes Prinzipien verdeutlicht, zu einem Kaufmann sprach über den Umgang mit Hab und Gut. Man könnte es „Zielgruppenorientierung“ nennen – jeden in dem Kontext abzuholen, den er kennt.
Jünger Jesu zu werden und zu bleiben, bedeutet auch heute noch, ihm in Treue zu folgen, Gottes Willen, über den wir viel in der Bibel erfahren können, zu tun. Nachfolge ist manchmal gar nicht so einfach. Jeder hat seine schlechten Gewohnheiten und charakterlichen Schwächen, die wir manchmal beschönigend als „Eigenarten“ oder gar als „Spezialitäten“ bezeichnen. Vielleicht lügt jemand und findet das völlig o. k. Manche nehmen es mit Eigentumsverhältnissen nicht so genau, andere mit der Treue. Wutanfälle oder Kontrollsucht können Teil vom alten Leben sein, ebenso Abhängigkeiten von Substanzen wie Alkohol, Tabak oder härteren Drogen. Sich in das Licht Gottes zu begeben, heißt, dass alles Dunkle ans Licht kommt und aufgedeckt wird. Ein neues Leben mit Jesus zu beginnen, bedeutet solche Dinge bewusst loszulassen und „nein!“ dazu zu sagen. Jeden Tag aufs Neue.
Vater, Sohn und Heiliger Geist können diskret, aber auch direkt sein. Gott zu vertrauen und ihm mehr zuzutrauen, trainiert uns darin, den „alten Menschen“ in uns kleiner werden zu lassen und Jesus mehr Raum in uns zu geben. Wir werden mehr und mehr in sein Bild verwandelt. Die Herrlichkeit Gottes strahlt dann nicht nur uns an, wenn wir uns ihr aussetzen, sondern auch aus uns heraus hin zu anderen Menschen. Ganz direkt und unverhüllt. In diesem Sinne wünsche ich allen, dass wir im Glanz seiner Herrlichkeit mehr und mehr in Jesu Ebenbild verwandelt werden. Dann muss die Finsternis, die uns Menschen so oft zu schaffen macht, weichen.
Autor: Claudia Volkmann
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By ERF - Der Sinnsender5
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Vor lauter Herrlichkeit, die der Apostel Paulus beschreibt, wusste ich erst gar nicht, was das alles soll. Und ein aufgedecktes Angesicht oder Gesicht, wie wir sagen würden – was soll das heißen? Wenn Sie sich mit mir den Zusammenhang anschauen, wird manches klarer.
Mose hat einst die Gesetzestafeln von Gott bekommen, bekannter unter dem Namen „Zehn Gebote“. Er stand vor Gott in dessen Herrlichkeit, und Moses Gesicht fing an zu strahlen. Aus Sorge, dass das Volk angesichts der Vergänglichkeit erschrecken könnte, verdeckte Mose sein Gesicht mit einer Decke. Sie ist aber – neben dem Schutz, den sie bieten soll – auch eine Trennung im Miteinander.
Paulus bezieht sich im 2. Korintherbrief auf die Juden und ihre Vorgehensweisen, die stark durch das Gesetz Gottes und seine differenzierte Auslegung geprägt sind. Es gibt viele Regeln, die genau befolgt werden. Dieser Gesetzlichkeit stellt Paulus die Freiheit gegenüber, die Jesus Christus schenkt. Bei ihm müssen wir uns nicht zudecken oder verbergen. Zu Jesus dürfen wir direkt kommen, mit allem, was uns bewegt, freut, besorgt, ängstigt, mit unserem Dank und unseren Fragen. Von manchen Menschen sagen wir, dass sie so etwas wie „einen direkten Draht nach oben“ haben. Die Verbindung zu Gott steht jedem offen. An anderer Stelle heißt es: „Das Ohr des Herrn ist nicht zu schwer, um zu hören und sein Arm ist nicht zu kurz, um zu retten.“
Zu glauben, dass es Gott „irgendwie“ wohl gibt, ist anders als tief innerlich zu glauben. Mit den positiven Erfahrungen, die wir mit seiner Hilfe machen, kann Gottvertrauen wachsen, sofern wir nicht alles als Zufall abtun. Wir werden mutiger, Gott mehr zuzutrauen, Schritt für Schritt, auch wenn die Umstände manchmal übermächtig erscheinen und Situationen ausweglos. In Psalm 18 heißt es: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“
Auch Mauern haben etwas Trennendes, wie die Decke bei Mose, mit der er sich verhüllte, aber mit Gottes Hilfe können wir Mauern überwinden. Manchmal zeigt er uns, wo wir eine Tür in der Mauer finden, durch die wir als nächstes gehen können oder auch sollen. Jemand stellt uns vielleicht eine Leiter hin und hilft uns, damit wir Hindernisse überwinden können. Manchmal lesen oder hören wir einen Satz, der uns stärkt und weiterbringt. Gott kann sehr dezent, aber, wenn er will, auch sehr direkt sein. Er sendet seinen Heiligen Geist, um uns zu führen und zu leiten – sachte und sanft oder auch in aller Deutlichkeit.
Neulich gab es in einer Runde ehrenamtlicher Führungskräfte eine Meinungsverschiedenheit und jemand schürte den Streit nach allen Regeln der Kunst. Fairness sieht anders aus. Ein Gesprächsteilnehmer packte daraufhin seine Sachen und verließ den Raum – die reisefertige Tasche blieb noch einen Moment stehen. Aufregung machte sich breit. Was, wenn er wirklich für immer geht? Wie geht es dann weiter? Wollen wir das tatsächlich?
Draußen vor der Tür stand die Person und versuchte sich angesichts der verfahrenen Situation wieder zu beruhigen. Gott mutet uns manchmal unbequeme Dinge zu. So hörte dieser Mensch, aufgebracht wie er war, innerlich im Gebet die eindeutige Aufforderung: „Geh wieder rein!“ Da half alles Murren nicht, der Appell kam noch einmal. Also, so schwer es im ersten Moment auch war, ging die Person wieder in den Raum zurück und auf die Kollegen zu. Eine Aussprache fand statt, und die Wogen glätteten sich. In der Folge bemühten alle Beteiligten sich erfolgreich um Frieden und eine gute Lösung des Konflikts. So kann es nun in dem Team, gestärkt durch das gemeinsame Erlebnis, hoffentlich besser als bisher weitergehen.
Wenn wir nicht nur glauben, dass es Jesus früher einmal gab – historisch gibt es hierfür zahlreiche Belege, die selbst von Skeptikern anerkannt werden – sondern zu einem lebendigen Glauben finden, Jesus im Gebet als unseren Herrn und Heiland aufnehmen, ist uns das ewige Leben verheißen, denn wie wir im Johannesevangelium, Kapitel 14 lesen können, sagt Jesus ausdrücklich: „Niemand kommt zum Vater denn durch mich“. Er begegnet Menschen mitten in ihrem Alltag. Er ruft sie, doch nicht alle, aber wenigstens manche, gehen mit ihm.
Die ersten Jünger, die Jesus gerufen hat, mit ihm zu kommen, waren Fischer und - passend zu ihrem Lebenshintergrund - hat er ihnen gesagt, dass sie Menschenfischer werden sollen. Dem Zöllner hat er am Beispiel von Steuern Gottes Prinzipien verdeutlicht, zu einem Kaufmann sprach über den Umgang mit Hab und Gut. Man könnte es „Zielgruppenorientierung“ nennen – jeden in dem Kontext abzuholen, den er kennt.
Jünger Jesu zu werden und zu bleiben, bedeutet auch heute noch, ihm in Treue zu folgen, Gottes Willen, über den wir viel in der Bibel erfahren können, zu tun. Nachfolge ist manchmal gar nicht so einfach. Jeder hat seine schlechten Gewohnheiten und charakterlichen Schwächen, die wir manchmal beschönigend als „Eigenarten“ oder gar als „Spezialitäten“ bezeichnen. Vielleicht lügt jemand und findet das völlig o. k. Manche nehmen es mit Eigentumsverhältnissen nicht so genau, andere mit der Treue. Wutanfälle oder Kontrollsucht können Teil vom alten Leben sein, ebenso Abhängigkeiten von Substanzen wie Alkohol, Tabak oder härteren Drogen. Sich in das Licht Gottes zu begeben, heißt, dass alles Dunkle ans Licht kommt und aufgedeckt wird. Ein neues Leben mit Jesus zu beginnen, bedeutet solche Dinge bewusst loszulassen und „nein!“ dazu zu sagen. Jeden Tag aufs Neue.
Vater, Sohn und Heiliger Geist können diskret, aber auch direkt sein. Gott zu vertrauen und ihm mehr zuzutrauen, trainiert uns darin, den „alten Menschen“ in uns kleiner werden zu lassen und Jesus mehr Raum in uns zu geben. Wir werden mehr und mehr in sein Bild verwandelt. Die Herrlichkeit Gottes strahlt dann nicht nur uns an, wenn wir uns ihr aussetzen, sondern auch aus uns heraus hin zu anderen Menschen. Ganz direkt und unverhüllt. In diesem Sinne wünsche ich allen, dass wir im Glanz seiner Herrlichkeit mehr und mehr in Jesu Ebenbild verwandelt werden. Dann muss die Finsternis, die uns Menschen so oft zu schaffen macht, weichen.
Autor: Claudia Volkmann
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