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Die ewigen Ordnungen Gottes lobt und beschreibt der Psalm 119 in den Versen 49-56 in ganz eindrücklicher Weise. Für den Verfasser sind diese Ordnungen das, was Gott den Menschen an Greifbarem mitgegeben hat. Durch sie wird die Beziehung zu Gott täglich sichtbar und kann gelebt werden. Diese Ordnungen beziehen sich also auf das Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Aber nicht nur.
Es gibt darüber hinaus Ordnungen, die Gott speziell dem Volk Israel gegeben hat, um einerseits das Zusammenleben zu regeln und andererseits das Volk als Ganzes nach außen abzugrenzen. Das erste kann ich vielleicht mit dem vergleichen, was ein Ordnungsamt tut. Nur, dass die Regeln für Israel von Gott kamen und natürlich einen viel weiteren Rahmen hatten. Dieser reichte von gesetzlichen und ethischen Ordnungen über Rituale und Anweisungen für den Gottesdienst bis hin zu Reinheitsvorschriften.
Insgesamt sind es 613 Verbote und Gebote, die nach dem Talmud in den fünf Büchern Mose zu finden sind. Dem Psalmbeter lagen diese fünf Bücher Mose in der Thora zusammengefasst vor. Im Zentrum natürlich die zehn Gebote, die Mose von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hat. Darunter die drei Erzgebote zu Mord, Unzucht und Götzendienst.
Hinzu kommen detaillierte Lebensanweisungen, die den Zusammenhalt des Volkes Israel im Inneren stärkten und nach außen Signale setzten. Diese Außenwirkung kommt dem modernen Begriff der Corporate Identity recht nahe. Corporate Identity oder kurz CI meint Merkmale, die etwas als einzigartig ausmachen. Abgrenzung ist für das Volk Israel in einem neuen Land, in einer bunten Umwelt von Religionen, Weltanschauungen und Ritualen überlebenswichtig. Mit klaren und sichtbaren Ordnungen konnte Israel die eigene göttliche Identität absichern.
Der Beter nennt eher persönliche Anfeindungen, aber auch Frevler im Volk, die das Gesetz missachten. Israel ist als Ganzes betroffen und musste sich gegen Angriffe gegen seinen Glauben und seine Identität schützen. Die Einhaltung der Ordnungen Gottes war also dringend notwendig.
Natürlich sind diese Regeln für den einzelnen Israeliten etwas, an dem sie sich festhalten können. Sie sind die Orientierung, Führung, und helfen, den richtigen Weg zu finden. Wie es an anderer Stelle im Psalm 119, dem vielen bekannten Vers 105, heißt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. Diese Regeln sind also noch viel mehr als nur ein Gesetzeswerk.
Von der Thora heißt es, dass sie einen Körper und eine Seele hat. Und hier geht die Thora über die Regelung des Zusammenlebens und der Abgrenzung nach außen weit hinaus. Der rote Faden, der sich durch die Heilsgeschichte zieht, ist der Heilsplan Gottes für die Menschen. Dieser hängt unmittelbar mit den Geboten und Verboten zusammen, vor allem zur Zeit des Psalmbeters.
Zu seiner Zeit galt noch das Recht des Ausgleichs „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das heißt, Gerechtigkeit oder der Ausgleich zwischen Schuld und Sühne wurde immer wie mit einer Waage ermittelt. Eine Schuld war getilgt, wenn dem Täter dasselbe angetan wurde, wie das, was das Opfer erleiden musste. Dadurch wurde die Balance wieder hergestellt, ein Gleichstand oder Ausgleich geschaffen.
In der Beziehung zu Gott geschah das durch Opfer, die Gott für Verfehlungen dargebracht wurden. Oft waren es Tieropfer. Das heißt, die Sünde wurde mit dem Töten eines Tieres getilgt. Auch andere Gaben oder körperliche Bestrafungen konnten von einer begangenen Sünde reinwaschen. Die Belastung eines Vergehens gegen Gottes Ordnungen stand sonst wie eine Mauer zwischen dem Menschen und Gott. Die Opfer stellten das unbelastete Verhältnis zwischen dem Menschen und Gott wieder her.
Ordnungen überdauern Zeiten und viele der Gesetze Gottes gelten heute noch. Doch mit dem Sühnetod Jesu hat sich der Zugang zum Reich Gottes grundsätzlich geändert. Das durch Sünde belastete Verhältnis zwischen Mensch und Gott wird durch den Tod Jesu entlastet. Und: Der Ruf Gottes gilt heute allen Menschen und das CI der Christen ist jetzt die Gottes– und Nächstenliebe. Um die Mauer der Sünde zwischen den Menschen und Gott einzureißen, bedarf es keiner Opfergabe mehr. Das Opfer des Sohnes Gottes ist stellvertretend für alle Menschen geschehen - Jesu Tod am Kreuz.
Aus der Thora für das Volk Israel wurde mit Jesus die Bibel für alle Menschen. Das Alte Testament mit den fünf Büchern Mose und den Psalmen ist darin ein Teil der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Das Neue Testament beschreibt neue Ordnungen für die Menschen.
Der Mensch nimmt nur noch Jesus an und folgt Jesus nach. Dann ist er auf dem Heilsweg Gottes. Gott vergibt dem Menschen alle Sünden. Dazu gehört, dass der Mensch auch alle Sünden seiner Mitmenschen vergibt.
Das Gleichnis vom Schalksknecht im Matthäusevangelium verdeutlicht das: Ein stark verschuldeter Knecht bekommt seine Schulden von seinem Herrn komplett erlassen. Der schuldenfreie Knecht aber fordert von seinen Mitknechten dennoch alle Schulden ein. Das eigentliche Gute, das ihm selbst widerfahren ist, gibt er also nicht weiter. Er ist egoistisch, eigennützig und gierig und das widerspricht den Ordnungen Gottes und seinem Heilsplan.
Nichtchristen fragen im Zusammenhang der Nächstenliebe gerne: Was nützt die Vergebung, wenn durch die fortwährende Sünde der Vergebende zugrunde geht? Also wenn als Beispiel durch fortwährendes Mobbing eine Person langsam zugrunde geht und gleichzeitig immer wieder dem Täter vergibt. Natürlich muss hier auch noch anderes geschehen, aber wer auf Gott vertraut, wird eine Lösung erfahren. Gott wird handeln.
Der Christ gibt das alles an Gott ab. Gott regelt das. Ausgleich und Vergeltung liegen in seiner Hand nicht mehr in der Hand des Menschen. Ein bisschen so, wie in einer Demokratie, wo das Gewaltmonopol beim Staat liegt und die Bürger keine Selbstjustiz üben sollen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ordnungen Gottes nicht als Last, sondern als Hilfe empfinden. Lernen Sie die Bibel als einen Schatz der Ordnungen kennen und diesen zu nutzen. Die Bibel beleuchtet aus der Vergangenheit die Gegenwart, die Bibel ist Gottes Wort, trägt durch die Zeit und ist eine Anleitung für die Beziehung zu Gott.
Mehr zu den Psalmen:
Autor: Peter Brade
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By ERF - Der Sinnsender5
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Die ewigen Ordnungen Gottes lobt und beschreibt der Psalm 119 in den Versen 49-56 in ganz eindrücklicher Weise. Für den Verfasser sind diese Ordnungen das, was Gott den Menschen an Greifbarem mitgegeben hat. Durch sie wird die Beziehung zu Gott täglich sichtbar und kann gelebt werden. Diese Ordnungen beziehen sich also auf das Verhältnis zwischen Mensch und Gott. Aber nicht nur.
Es gibt darüber hinaus Ordnungen, die Gott speziell dem Volk Israel gegeben hat, um einerseits das Zusammenleben zu regeln und andererseits das Volk als Ganzes nach außen abzugrenzen. Das erste kann ich vielleicht mit dem vergleichen, was ein Ordnungsamt tut. Nur, dass die Regeln für Israel von Gott kamen und natürlich einen viel weiteren Rahmen hatten. Dieser reichte von gesetzlichen und ethischen Ordnungen über Rituale und Anweisungen für den Gottesdienst bis hin zu Reinheitsvorschriften.
Insgesamt sind es 613 Verbote und Gebote, die nach dem Talmud in den fünf Büchern Mose zu finden sind. Dem Psalmbeter lagen diese fünf Bücher Mose in der Thora zusammengefasst vor. Im Zentrum natürlich die zehn Gebote, die Mose von Gott auf dem Berg Sinai empfangen hat. Darunter die drei Erzgebote zu Mord, Unzucht und Götzendienst.
Hinzu kommen detaillierte Lebensanweisungen, die den Zusammenhalt des Volkes Israel im Inneren stärkten und nach außen Signale setzten. Diese Außenwirkung kommt dem modernen Begriff der Corporate Identity recht nahe. Corporate Identity oder kurz CI meint Merkmale, die etwas als einzigartig ausmachen. Abgrenzung ist für das Volk Israel in einem neuen Land, in einer bunten Umwelt von Religionen, Weltanschauungen und Ritualen überlebenswichtig. Mit klaren und sichtbaren Ordnungen konnte Israel die eigene göttliche Identität absichern.
Der Beter nennt eher persönliche Anfeindungen, aber auch Frevler im Volk, die das Gesetz missachten. Israel ist als Ganzes betroffen und musste sich gegen Angriffe gegen seinen Glauben und seine Identität schützen. Die Einhaltung der Ordnungen Gottes war also dringend notwendig.
Natürlich sind diese Regeln für den einzelnen Israeliten etwas, an dem sie sich festhalten können. Sie sind die Orientierung, Führung, und helfen, den richtigen Weg zu finden. Wie es an anderer Stelle im Psalm 119, dem vielen bekannten Vers 105, heißt: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“. Diese Regeln sind also noch viel mehr als nur ein Gesetzeswerk.
Von der Thora heißt es, dass sie einen Körper und eine Seele hat. Und hier geht die Thora über die Regelung des Zusammenlebens und der Abgrenzung nach außen weit hinaus. Der rote Faden, der sich durch die Heilsgeschichte zieht, ist der Heilsplan Gottes für die Menschen. Dieser hängt unmittelbar mit den Geboten und Verboten zusammen, vor allem zur Zeit des Psalmbeters.
Zu seiner Zeit galt noch das Recht des Ausgleichs „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Das heißt, Gerechtigkeit oder der Ausgleich zwischen Schuld und Sühne wurde immer wie mit einer Waage ermittelt. Eine Schuld war getilgt, wenn dem Täter dasselbe angetan wurde, wie das, was das Opfer erleiden musste. Dadurch wurde die Balance wieder hergestellt, ein Gleichstand oder Ausgleich geschaffen.
In der Beziehung zu Gott geschah das durch Opfer, die Gott für Verfehlungen dargebracht wurden. Oft waren es Tieropfer. Das heißt, die Sünde wurde mit dem Töten eines Tieres getilgt. Auch andere Gaben oder körperliche Bestrafungen konnten von einer begangenen Sünde reinwaschen. Die Belastung eines Vergehens gegen Gottes Ordnungen stand sonst wie eine Mauer zwischen dem Menschen und Gott. Die Opfer stellten das unbelastete Verhältnis zwischen dem Menschen und Gott wieder her.
Ordnungen überdauern Zeiten und viele der Gesetze Gottes gelten heute noch. Doch mit dem Sühnetod Jesu hat sich der Zugang zum Reich Gottes grundsätzlich geändert. Das durch Sünde belastete Verhältnis zwischen Mensch und Gott wird durch den Tod Jesu entlastet. Und: Der Ruf Gottes gilt heute allen Menschen und das CI der Christen ist jetzt die Gottes– und Nächstenliebe. Um die Mauer der Sünde zwischen den Menschen und Gott einzureißen, bedarf es keiner Opfergabe mehr. Das Opfer des Sohnes Gottes ist stellvertretend für alle Menschen geschehen - Jesu Tod am Kreuz.
Aus der Thora für das Volk Israel wurde mit Jesus die Bibel für alle Menschen. Das Alte Testament mit den fünf Büchern Mose und den Psalmen ist darin ein Teil der Heilsgeschichte Gottes mit den Menschen. Das Neue Testament beschreibt neue Ordnungen für die Menschen.
Der Mensch nimmt nur noch Jesus an und folgt Jesus nach. Dann ist er auf dem Heilsweg Gottes. Gott vergibt dem Menschen alle Sünden. Dazu gehört, dass der Mensch auch alle Sünden seiner Mitmenschen vergibt.
Das Gleichnis vom Schalksknecht im Matthäusevangelium verdeutlicht das: Ein stark verschuldeter Knecht bekommt seine Schulden von seinem Herrn komplett erlassen. Der schuldenfreie Knecht aber fordert von seinen Mitknechten dennoch alle Schulden ein. Das eigentliche Gute, das ihm selbst widerfahren ist, gibt er also nicht weiter. Er ist egoistisch, eigennützig und gierig und das widerspricht den Ordnungen Gottes und seinem Heilsplan.
Nichtchristen fragen im Zusammenhang der Nächstenliebe gerne: Was nützt die Vergebung, wenn durch die fortwährende Sünde der Vergebende zugrunde geht? Also wenn als Beispiel durch fortwährendes Mobbing eine Person langsam zugrunde geht und gleichzeitig immer wieder dem Täter vergibt. Natürlich muss hier auch noch anderes geschehen, aber wer auf Gott vertraut, wird eine Lösung erfahren. Gott wird handeln.
Der Christ gibt das alles an Gott ab. Gott regelt das. Ausgleich und Vergeltung liegen in seiner Hand nicht mehr in der Hand des Menschen. Ein bisschen so, wie in einer Demokratie, wo das Gewaltmonopol beim Staat liegt und die Bürger keine Selbstjustiz üben sollen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie die Ordnungen Gottes nicht als Last, sondern als Hilfe empfinden. Lernen Sie die Bibel als einen Schatz der Ordnungen kennen und diesen zu nutzen. Die Bibel beleuchtet aus der Vergangenheit die Gegenwart, die Bibel ist Gottes Wort, trägt durch die Zeit und ist eine Anleitung für die Beziehung zu Gott.
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Autor: Peter Brade
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