Die Macht der Schule

Die Macht der Schule

By Rosa SciannaEducation
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Die Macht der Schule episodes

  • Inklusion – Eine Frage der Diagnostik und der Teamarbeit (Teil 2)
    Differenzierung, Diagnostik und Teamarbeit in der Praxis

    In dieser zweiten Episode mit Frau Prof. Dr. Dr. Olga Graumann vertiefen wir unser Gespräch zur schulischen Inklusion. Themen dieser Folge:

    Differenzierung als SchlĂĽssel zum inklusiven Lernen

    Warum Diagnostik und Beobachtung im Unterricht unerlässlich sind
    Was gutes Team-Teaching braucht – und woran es oft scheitert
    Die Bedeutung von Raumkonzepten fĂĽr heterogene Lerngruppen
    Wie Eltern in Entscheidungsprozesse eingebunden werden können
    Eine Utopie inklusiver Schule – inspirierend und herausfordernd
    Was junge Lehrkräfte ermutigen kann, sich auf diesen Weg zu machen
    Diese Folge knüpft inhaltlich an Teil 1 an und zeigt, wie inklusiver Unterricht im Alltag gelingen kann – wenn Haltung und Struktur zusammenkommen.

    đź“© Du hast Anregungen, Fragen oder Feedback?

    Dann schreib mir an: [email protected]

    🎧 Direkt zur Folge:

    👉 https-podcaste2870e-podigee-io-s3e6-inklusion-eine-frage-der-diagnostik

    31 min
  • Inklusion – Eine Frage der Haltung (Teil 1)
    Der lange Weg – Geschichte, Haltung und systemische Herausforderungen

    🎙️ Folge 5: Inklusion – Eine Frage der Haltung

    đźź  Teil 1: Geschichte, Haltung und systemische Herausforderungen

    In dieser Episode spreche ich mit Prof. Dr. Dr. Olga Graumann, einer der profiliertesten Stimmen zur schulischen Inklusion im deutschsprachigen Raum.

    Wir werfen gemeinsam einen Blick zurück auf die Anfänge der schulischen Integration in den 1970er Jahren – und diskutieren, wie sich daraus Schritt für Schritt das heutige Verständnis von Inklusion entwickelt hat.

    Frau Graumann berichtet eindrĂĽcklich aus ihrer praktischen Arbeit an Modellschulen, ordnet politische Entwicklungen ein und macht deutlich:

    👉 Inklusion braucht nicht nur Haltung, sondern auch verlässliche Strukturen – und eine klare bildungspolitische Vision.

    🔎 Themen der Folge:

    Integration und Inklusion im Wandel der Zeit

    Erste Modelle gemeinsamen Unterrichts
    Wissenschaftliche Erkenntnisse zur Wirksamkeit von Inklusion
    Gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen
    Warum Inklusion mehr als ein pädagogisches Ziel ist
    Ein Gespräch, das bewegt – und viele Fragen aufwirft, die auch heute noch aktuell sind.

    đź“© Du hast Anregungen, Fragen oder Feedback?

    Dann schreib mir an: [email protected]

    🎧 Direkt zur Folge:

    👉 https-podcaste2870e-podigee-io-s3e5-inklusion-eine-frage-der-haltung

    21 min
  • Inklusion – Eine Frage der Differenzierung
    Warum Vielfalt im Unterricht mehr braucht als Kurszuweisungen.

    📝 Shownotes (für das untere Textfeld „Shownotes“):

    Themen dieser Folge:

    Innere vs. äußere Differenzierung an IGSen

    Kurszuweisungen und ihre Folgen
    Bewertung und pädagogische Gerechtigkeit
    Inklusion im Kontext von Leistungsanforderungen
    Warum Vergleichbarkeit kein pädagogisches Ziel sein kann
    Gäste:
    Christoph Holtwiesche, Mathematiklehrer und ehemaliger Oberstufenleiter

    Moderation:

    Rosetta (ehemalige Schulleiterin)

    30 min
  • Inklusion - Eine Frage der Bewertung
    Vielfalt bewerten – auch in der Oberstufe?!

    Inklusion – Eine Frage der Bildungsgerechtigkeit

    Folge 8: Vielfalt bewerten – auch in der Oberstufe?!

    Wie kann schulische Inklusion auch in der gymnasialen Oberstufe gelingen?

    Rosetta spricht mit Christoph Holtwiesche über differenzierten Unterricht, faire Bewertung und persönliche Erfahrungen mit Inklusion – von der 5. Klasse bis zum Abitur. Eine nachdenkliche, aber motivierende Episode.

    KapitelĂĽbersicht

    00:00 BegrĂĽĂźung & Vorstellung
    03:00 Was bedeutet Inklusion in der Oberstufe?
    10:30 Frontalunterricht vs. Differenzierung
    20:00 Bewertung im offenen Unterricht
    30:00 Persönliche Beispiele und Erfahrungen
    38:00 Ausblick & Verabredung zur Fortsetzung

    19 min
  • Inklusion - Eine Frage der Bildungsgerechtigkeit
    Von der Integration zur Inklusion - Als Vielfalt ein Thema wurde

    In dieser Folge erzähle ich von meinen ersten Schritten mit Integration und Inklusion im Klassenzimmer.

    Wir starten in den 90er-Jahren – mit Förderkindern, die plötzlich Teil unserer Klassen wurden, mit Begriffen wie „I-Kinder“, Unsicherheiten im Kollegium und ersten Versuchen, der Heterogenität gerecht zu werden.
    Es geht um Erfahrungen, Dilemmata, starke Kolleg:innen, förderliche Materialien wie das Kutzer-Konzept – und um die Erkenntnis:
    Inklusion beginnt nicht mit dem System, sondern mit der Haltung.

    24 min
  • Wir wollten integrieren – hatten aber keinen Plan
    Von der Integration zur Inklusion

    Mitte der 90er Jahre: Integration ohne Plan

    Als ich meine erste Lehrerinnenstelle antrat, sollten plötzlich Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Regelschulen unterrichtet werden. In meiner Klasse waren es vier – wir nannten sie „I-Kinder", eine sprachlich ungeschickte und herabwürdigende Bezeichnung, die später durch „Förderkinder" ersetzt wurde.
    Das Problem: Niemand zeigte uns, wie es gehen sollte.

    26 Kinder insgesamt, vier mit Förderbedarf (Lernen, sozial-emotional)

    Ein Förderkollege als Doppelbesetzung – ständig unterwegs von Ecke zu Ecke
    Frontalunterricht als Standard – die Förderkinder saßen still, verstanden oft nicht
    Dieselben Schulbücher für alle – obwohl die Lernstände extrem unterschiedlich waren

    Wir wollten, dass sie „mitten drin" sind – aber in der Praxis funktionierte das nicht. Also nahmen wir sie phasenweise raus, arbeiteten im Integrationsraum mit dem Kutzer-Konzept (farbige Klötzchen zur Veranschaulichung). Das half ihnen – aber es widersprach dem Integrationsgedanken.

    Der Wendepunkt: Sabrina
    Dann kam ein Stationenlauf zur Französischen Revolution. Ich probierte es einfach aus – ohne zu ahnen, was passieren würde.
    Alle Kinder arbeiteten selbstständig, im eigenen Tempo, halfen sich gegenseitig. Und Sabrina, ein scheinbar schüchternes, ängstliches Mädchen, blühte auf. Sie arbeitete konzentriert, selbstbewusst – und half sogar einem sonst starken Mitschüler.
    Das war der Moment, in dem ich verstand:
    Frontalunterricht kann Inklusion nicht leisten. Was wir brauchen, sind offene Lernformen – Wochenpläne, Stationenlernen, Differenzierung für alle, nicht nur für Förderkinder.
    Was ich entwickelte:

    Wochenpläne mit gestaffelten Aufgaben (Stern-System: einfach, mittel, schwer)

    Helfertafel: Kinder konnten sich eintragen, wenn sie Hilfe brauchten oder helfen wollten
    Materialien für verschiedene Niveaus – niemand hatte einen Sonderstatus
    Struktur und Transparenz: Alle wussten, was erwartet wird

    Das Entscheidende: Alle Kinder arbeiteten damit – nicht nur die mit Förderbedarf. Niemand war ausgesondert. Jeder durfte sich fordern, niemand wurde überfordert.

    Von Integration zu Inklusion (2009/2010)
    Um 2009/2010 wurde Integration offiziell zu Inklusion. Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde ratifiziert, Hessen verankerte Inklusion 2011 im Schulgesetz.
    Aber die Realität?
    Die Förderlehrkräfte wurden in Förder- und Beratungszentren (FBZ) abgezogen – sie waren nicht mehr fest im Team, sondern nur noch punktuell da. Wir waren auf uns allein gestellt.
    Die Botschaft war klar: Wenn keine Sonderpädagogin mehr dauerhaft da ist, müssen sich Fachlehrkräfte selbst mit Differenzierung beschäftigen. Aber niemand zeigte uns, wie.

    Was Inklusion wirklich braucht:

    • Inklusion funktioniert – aber nur mit offenen Unterrichtsformen.
    • Zeit fĂĽr Vorbereitung
    • Strukturen, die Orientierung geben
    • Materialien, die wirklich differenzieren
    • Eine Haltung, die Vielfalt als Ausgangspunkt versteht – nicht als Zusatz
    • Inklusion ist kein Sonderthema – sie ist Unterrichtsalltag.

      Und sie funktioniert – wenn wir endlich aufhören, Frontalunterricht als Standard zu betrachten.

      Besonderer Moment:

      Die Geschichte „Josef sieht mehr“ – gelesen von Daniela Susewind.

      Inklusion ist gelebte Demokratie –

      und beginnt in der Schule.

      WeiterfĂĽhrende Links:
      • UN-Behindertenrechtskonvention: www.un.org
      • 28 min
      • Das bin ich! Eine persönliche Perspektive
        Mein Weg durch das deutsche Schulsystem.

        In dieser Folge wird es persönlich. Ich erzähle meine Geschichte – von Sizilien nach Deutschland, durch das deutsche Schulsystem, und zurück zu denen, die das System vergisst.

        Meine Schulzeit:
        Anfang der 1960er Jahre zogen meine Eltern mit meinem Bruder und mir von Sizilien nach Mainz. Wir wurden ohne Sprachprüfung oder Vorbereitung eingeschult. Zu Hause sprachen wir Italienisch, in der Schule Deutsch. Meine Eltern konnten mir nicht bei den Hausaufgaben helfen – nicht nur, weil sie kein Deutsch sprachen, sondern weil sie selbst kaum lesen und schreiben konnten.
        Integration war damals nicht vorgesehen. Das sogenannte Rotationsprinzip galt: Gastarbeiter sollten nach 1-2 Jahren zurĂĽckkehren. Niemand schuf Strukturen, um uns wirklich aufzunehmen.
        Ich wiederholte die zweite Klasse. Mein Bruder kam besser durch – dem Fußball sei Dank. Ich verließ die Schule nach der achten Klasse ohne Abschluss.
        Der Weg zurĂĽck:
        Aber der Wille, es doch zu schaffen, lieĂź mich nie los. Schritt fĂĽr Schritt holte ich alle AbschlĂĽsse nach, studierte Biologie, Erdkunde und Italienisch fĂĽr das gymnasiale Lehramt, absolvierte mein Referendariat in Darmstadt.
        Nach dem Referendariat 1992 stand ich ohne Anstellung da. Zwei Jahre Arbeitslosigkeit. Ich arbeitete in der Marktforschung, in der Personalabteilung, leitete eine Schulungsabteilung, machte eine Weiterbildung im Personalmanagement – und bekam schließlich einen Honorarvertrag an der Volkshochschule Darmstadt-Dieburg.
        Die prägende Erfahrung:
        An der VHS unterrichtete ich Jugendliche und Erwachsene, die ihren Hauptschulabschluss nachholten. Mit Struktur, Unterstützung und echter Zuwendung. Neben dem abendlichen Fachunterricht gab es einmal im Monat ein erlebnispädagogisches Wochenende – gemeinsam lernen, lachen, wandern, kochen. Die Kosten wurden komplett von der VHS übernommen.
        Das war die Zuwendung, die diese Menschen nie erhalten hatten. Und wir hatten groĂźe Erfolge. Alle schafften ihren Abschluss.
        Parallel dazu unterrichtete ich zwei Jahre im Gefängnis – erwachsene Strafgefangene, die ebenfalls den Hauptschulabschluss nachholten.
        Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt. Sie zeigten mir, welche Verantwortung unser Bildungssystem trägt – und welche tiefen Wunden Schule im Leben eines Menschen hinterlassen kann.
        52.000 Jugendliche ohne Abschluss – jedes Jahr:
        Wenn wir bedenken, dass jedes Jahr rund 52.000 Jugendliche in Deutschland die Schule ohne Abschluss verlassen, sollte uns das aufrĂĽtteln. Wer sich nicht gesehen fĂĽhlt, wird laut oder zieht sich fĂĽr immer zurĂĽck.
        Ein Bildungssystem, in dem das Scheitern mancher als unvermeidlich gilt, muss grundlegend ĂĽberdacht werden. Niemand darf zurĂĽckgelassen werden. Das muss unser Leitbild sein.
        Drei Generationen, drei Perspektiven:
        Ich erzähle auch von drei Generationen Migration:

        Die erste Generation kam als Arbeitskraft, nicht als Teil der Gesellschaft. Geduldet, aber nicht eingebunden.

        Die zweite Generation wuchs zwischen zwei Welten auf. Die Frage "Wo gehöre ich hin?" begleitet viele von uns immer noch.
        Die dritte Generation stellt diese Frage nicht mehr. Sie lebt ihre Identität selbstverständlich – italienisch und deutsch, verwurzelt und zugehörig.

        Warum ich diesen Podcast mache:

        Ich kenne beide Seiten des Systems: die der Aussortierten und die der Verantwortlichen. Ich weiĂź, was es bedeutet, nicht gesehen zu werden. Und genau deshalb sage ich: Wir dĂĽrfen niemanden zurĂĽcklassen.
        Was wir brauchen, ist eine Schule, die zuhört, die verbindet, die einbezieht – und die niemanden aufgibt.

        15 min
      • Der Klassenrat – ein Papiertiger
        Vom Klassenrat zum Stadtrat

        Die Wahl ist vorbei. Die Klassensprecherin ist gewählt. Und dann? "Hey, das musst du regeln!" – Plötzlich sollen zwei Personen alles verantworten. Das ist der Alltag vieler Klassensprecherinnen. Und genau das ist das Problem.

        In dieser Folge geht es darum, warum der klassische Klassenrat oft zum Papiertiger wird – und wie er zu einem echten demokratischen Gremium werden kann.
        Das Problem:

        Zwei sollen alles regeln – die Rolle ist schnell überfrachtet

        Die Klasse darf nicht wirklich mitbestimmen – Demokratie bleibt Simulation
        Keine klaren Strukturen – alles hängt an Einzelpersonen

        Die Lösung: Der Klassenrat nach dem Vorbild eines Stadtrats

        Ich zeige, wie kommunale Strukturen auf die Schule übertragen werden können:

        Ein gewähltes Team statt Einzelkämpfer – Verantwortung wird aufgeteilt

        Klare Zuständigkeiten wie in einer Stadtverwaltung – Umweltamt (Mülltrennung, Klassenzustand), Sozialamt (Konflikte, respektvoller Umgang), Koordination (Planung, Kommunikation)
        Echte Mitbestimmung für alle – auch zurückhaltende Kinder finden ihren Platz

        Zwei konkrete Modelle:

        Klassenrat mit Verwaltungs-Elementen

        Jedes Mitglied ĂĽbernimmt einen eigenen Aufgabenbereich (wie ein Fachamt)

        Die Klasse arbeitet mit, koordiniert wird im wöchentlichen Klassenrat
        Vorteil: Hohe Identifikation, klare Zuständigkeiten

        Beratender Klassenrat als aktives Team

        Das Team sammelt Themen, berät, delegiert Aufgaben

        Wer vertritt die Klasse beim Elternabend? Wer organisiert den Wandertag?
        Vorteil: Flexibilität, enge Zusammenarbeit

        Warum das wichtig ist:

        Demokratie ist kein Wettbewerb der Lauten. Sie ist ein gemeinsames Üben des Zuhörens, Verstehens und Handelns. Ein Klassenrat nach diesem Modell:

        Fördert Inklusion – nicht jedes Kind muss vor der Klasse sprechen

        Verteilt Verantwortung gerecht – niemand wird überfordert
        Bildet realistische demokratische Strukturen ab – wie ein echter Stadtrat

        Die Frage ist nicht, ob wir Demokratie lehren wollen. Die Frage ist, ob wir sie ernst nehmen.

        In der nächsten Folge geht es um die Praxis: Wie sehen die Sitzungen aus? Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie bleibt die ganze Klasse eingebunden?

        19 min
      • Klassensprecherwahl: Gewählt - aber ohne Stimme
        Wie Schulwahlen echte Demokratie lehren können

        "Gewählt und alleingelassen – Was bei Klassensprecherwahlen schiefläuft"

        Die Klassensprecherwahl soll Demokratie lehren. Doch stattdessen wird sie oft zum Beliebtheitswettbewerb – und die gewählten Kinder bleiben mit ihren Aufgaben allein.
        In dieser Folge spreche ich mit Fine (12 Jahre, 6. Klasse), die selbst Klassensprecherin war – und danach nicht wieder kandidiert hat. Warum? Weil sie zwar gewählt wurde, aber niemand ihr erklärt hat, was sie eigentlich tun soll. Weil das Amt stressig war. Und weil viele in ihrer Klasse einfach ihre Freunde gewählt haben, statt zu überlegen, wer wirklich geeignet ist.
        Das sind die Probleme:

        Kinder wissen nicht, was sie erwartet. Sie ĂĽbernehmen Verantwortung, ohne Vorbereitung.

        Schulen haben keine klare Stellenbeschreibung fĂĽr Klassensprecherinnen und Klassensprecher.
        Die Wahl dauert 30 Minuten – danach bleibt keine Zeit für echte Mitbestimmung im Schulalltag.
        Eltern werden nicht eingebunden, besonders solche mit Migrationsgeschichte, die andere politische Systeme kennen.

        Aber es geht auch anders:

        Ich zeige in dieser Folge, wie eine echte demokratische Klassensprecherwahl aussehen kann:

        Mit Wahlprogrammen und Wahlkampf (nicht nur schnelle Abstimmung)

        Mit klaren Aufgaben und UnterstĂĽtzung (statt Ăśberforderung)
        Mit Elternarbeit, um demokratische Prozesse zu erklären
        Mit echter Zeit im Schulalltag fĂĽr Mitbestimmung

        Die Klassensprecherwahl ist der erste Schritt zur Demokratiebildung – wenn wir sie ernst nehmen. Wenn nicht, lernen Kinder nicht Demokratie, sondern Ohnmacht.

        Mehr über dieses Thema: In der nächsten Folge geht es darum, wie ein starkes Klassensprecherteam funktioniert – denn eine Bürgermeisterin ist auch nicht allein.

        20 min
      • Hakenkreuze im Klassenzimmer – Warum Schulen zu spät reagieren
        Wenn NS-Bildung zu spät kommt

        **Hakenkreuze im Klassenzimmer – Warum Schulen zu spät reagieren

        Wie Schulen eine Generation verlieren
        Hakenkreuze auf Tischen. Antisemitische Kommentare nach dem 7. Oktober 2023. Schülerinnen und Schüler, die Symbole verwenden, ohne ihre Bedeutung zu kennen. Das ist keine Ausnahme mehr – das ist Alltag an deutschen Schulen.
        In dieser Folge spreche ich darüber, warum Schulen bei Demokratiebildung versagen – und welche gefährlichen Folgen das hat.
        Die erschreckenden Zahlen:

        12 % der 18- bis 29-Jährigen haben noch nie von Holocaust oder Shoah gehört

        40 % wissen nicht, dass im Nationalsozialismus 6 Millionen JĂĽdinnen und Juden ermordet wurden
        Obwohl der Nationalsozialismus seit 1978 verpflichtend im Lehrplan steht

        Wie kann das sein?

        Das Problem: Schulen kommen zu spät. Der NS-Unterricht findet erst in Klasse 9 oder 10 statt – aber bis dahin haben sich Jugendliche längst eine Meinung gebildet. Nicht durch fundiertes Wissen, sondern durch das Internet, durch Fake News, durch rechtsextreme Propaganda.
        Kinder in der 5. oder 6. Klasse stellen Fragen zu Hitler und zum Nationalsozialismus – aber wir vertrösten sie: "Das kommt später im Lehrplan." Dabei wäre genau diese Phase ideal: Kinder haben Empathie, sie können sich in andere hineinversetzen. Aber wir nutzen diese Chance nicht.
        Warum Schulen nicht handeln können:

        Lehrermangel: 40.400 fehlende Lehrkräfte (Schuljahr 2024/25)

        Ăśberlastete Schulleitungen: 1.286 unbesetzte Stellen
        Überfrachtete Lehrpläne: Demokratiebildung wird "auch noch" draufgepackt – aber was fällt weg?
        Fehlende Elternarbeit: 29 % der Schülerinnen und Schüler haben Migrationsgeschichte – aber Eltern werden nicht eingebunden
        Nur Modellprojekte: Keine flächendeckenden Reformen

        Was passiert stattdessen?

        Demokratiebildung bleibt Einzelinitiative engagierter Lehrkräfte. Der Schulalltag lässt keinen Raum. Rechtsextreme Parolen werden kritisiert, aber nicht konsequent sanktioniert. Und Kinder lernen nicht Demokratie, sondern Ohnmacht.
        Was sich ändern muss:

        Frühere NS-Bildung – ab Klasse 5/6, bevor sich Meinungen verfestigen

        Entrümpelung der Lehrpläne – bevor wir Neues hinzufügen, muss Altes weg
        Elternarbeit – Elternbriefe in einfacher Sprache, auf Arabisch/Türkisch/Englisch
        Strukturelle Reformen – nicht nur Pilotprojekte, sondern flächendeckend

        Denn eines ist klar: Wenn wir Demokratieerziehung nicht ernst nehmen, hat das Folgen. Der Schulfrieden ist längst gefährdet.

        Mehr über dieses Thema: In der nächsten Folge geht es um die Klassensprecherwahl – den ersten konkreten Schritt zur Demokratiebildung.

        21 min

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      🎙️ Die Macht der Schule – Der Podcast für Bildungsgerechtigkeit und Demokratie