ERF Plus - Bibel heute

Die Seligpreisungen und die Weherufe


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Matthäus redet von der Bergpredigt. Lukas nennt sie Feldrede. Dabei erklärt Jesus, wie das Mosaische Gesetz richtig zu verstehen ist. Es umfasst mit seinen 613 Geboten auch die berühmten 10 Gebote auf den beiden Steintafeln, welche Gott Mose für das Volk Israel in der Wüste gegeben hatte. Zur Zeit Jesu Christi auf Erden erwartete die jüdische Bevölkerung, welche unter römischer Fremdherrschaft lebte, die Ankunft des von den alttestamentlichen Propheten vorausgesagten Messias. Dieser Gesalbte wird das Volk retten. Von den alttestamentlichen Propheten wussten Juden, dass Gerechtigkeit der Schlüssel zum Eingang von Gottes Königreich ist.

Einen Weg zur Gerechtigkeit bot das Pharisäertum an, welches sich in den vorangegangenen 400 Jahren entwickelt hatte. Die Gerechtigkeit bemisst sich daran, inwieweit man sich an die mosaischen Gebote gehalten hat. Jesus Christus sagt jedoch in der Bergpredigt im Matthäusevangelium, Kapitel 5, Vers 20: Wenn nicht eure Gerechtigkeit, die der Schriftgelehrten und Pharisäer weit übertrifft, so werdet ihr keinesfalls in das Reich der Himmel hineinkommen. Dies zeigt, dass der pharisäische Weg nicht der Weg der Erlösung ist. Es ist auch nicht der Maßstab für das heutige Zeitalter.

Heute gilt nach dem Galaterbrief, Kapitel 6, Vers 2 nach meiner Überzeugung das Gesetz Christi, welches Christus uns zum Teil selbst und zum Teil durch seine Apostel mitgeteilt hat. Andernfalls müssten wir alle 613 Gebote des Mosaischen Gesetzes halten. Dies würde bspw. umfassen, kein Schweinefleisch essen zu dürfen. Tieropfer für die eigenen Sünden wären erforderlich. Sünden - das sind Zielverfehlungen, also Abweichungen von Gottes gerechtem Maßstab.

Das Mosaische Gesetz wurde jedoch mit dem Tod von Jesus erfüllt und zu seinem Ende gebracht. . In der Feldrede zeigte Jesus Christus, wie das Mosaische Gesetz, welches bis zu seinem stellvertretenden Kreuzestod für unsere Sünden galt, richtig auszulegen ist. Die Pharisäer waren auf Äußerlichkeiten bedacht. Jesus Christus macht jedoch klar, dass das Mosaische Gesetz äußere und innere Gerechtigkeit verlangt, dass es also auch auf die richtige Herzenshaltung ankommt. Ab Vers 20 spricht er dann zu den 12 Aposteln. Dieser Abschnitt ist als die Seligpreisungen bekannt. Heute würde man statt selig glücklich oder überglücklich sagen. Glücklich ist also derjenige, welcher die genannten Eigenschaften aufweist. Nach der ersten Selig- oder Glücklichpreisung können die, welche arm sind, sich glücklich schätzen, V. 20.

In der Parallelstelle im Matthäus-Evangelium ist von geistlicher Armut die Rede. Dies bedeutet, ein Mensch kann die geforderte Gerechtigkeit nicht vorweisen, sondern ist von Gott abhängig, der ihn gerecht macht. Menschen, die ihre geistige Armut erkennen, werden in Gottes Königreich eingehen. Matthäus, ein Jünger Jesu, welcher zuvor ein wohl reicher Zollbeamter war, hat dies erkannt. Er gab alles auf, um nicht mehr dem Kaiser von Rom, sondern Jesus nachzufolgen, weil dieser der wahre Herr aller Herren ist, welcher ihm diese Gerechtigkeit geben kann. Solchen gehört das Reich Gottes. In der zweiten Seligpreisung können sich jene glücklich schätzen, welche hungern, weil sie gesättigt werden, V. 21a. Aus dem Kontext und aus der Parallelstelle aus dem Matthäusevangelium lese ich, dass Hunger hier einen Hunger nach Gerechtigkeit meint. Gerechtigkeit bedeutet, in Übereinstimmung mit den Maßstäben Gottes zu leben. Wer danach hungert, nach diesem Standard zu leben, wird diese Gerechtigkeit in Gottes Reich bekommen.

In der dritten Seligpreisung können sich jene glücklich schätzen, welche jetzt weinen, weil sie lachen werden, V. 21b. Die Menschen, welche über ihre Sünden weinen und sie Gott bekennen, werden das Glück der Vergebung erleben und vor Freude lachen. Diese Zusage wird in 1. Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 9 wiederholt und gilt damit auch für uns: Denn wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er unsere Sünden vergibt und uns von unserer Ungerechtigkeit reinigt. In der vierten Seligpreisung kann sich glücklich schätzen, wer um des Namen Jesu Christi verfolgt wird. Wenn ich glaube, dass Jesus der Messias, der Gesalbte ist, dann erhalte ich die Gerechtigkeit, die ich benötige, um in Gottes Reich eingehen zu können. Jesus ist Gottes Sohn und selbst Gott, (1 Joh 5,20). Er hat sich freiwillig von Gott Vater auf die Erde schicken lassen, um alle Menschen zu retten, welche an ihn glauben.

Nach dem 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, Vers 5 ist Jesus auch Mensch. Auch heute ist jeder eingeladen, daran zu glauben, dass der Gott-Mensch Jesus Christus für unsere Sünden gestorben ist, begraben wurde (was seinen Tod beweist) und auferstanden ist. Allein aus Gnade durch Glauben, unabhängig von Werken, wird man gerettet. Wer an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben (Joh 3,16). Dieser Glaube an Jesus Christus wird zur Verfolgung führen, jedoch auch zu großem Lohn im Reich Gottes. Zum Abschluss werden die Einstellungen derer dargestellt, welche die Gerechtigkeit Gottes verfehlten. Sie suchten Reichtum, waren satt, suchten ihr eigenes Glück und Ansehen bei den Menschen, V. 24-26. Sie sind satt und selbstzufrieden.

Eben jener Matthäus, welcher zuvor ein Zöllner des Kaisers war, bereitete dem Herrn Jesus und seinen Jüngern ein großes Mahl zu. Dabei waren auch viele andere Zöllner zugegen. Die Pharisäer jedoch verachteten die Zöllner und nahmen nicht am Essen mit dem Messias teil. Sie waren auch ohne den Messias Jesus Christus satt. Schon im Buch Prediger heißt es: „Wer kann essen und wer kann fröhlich sein ohne mich?“ Sie meinten nicht, die Gerechtigkeit Gottes zu brauchen, welche über ihre eigene Gerechtigkeit hinausgeht. Auch meinten sie nicht, Buße tun zu müssen, also umzudenken und andere Wege zu gehen. Insbesondere hinsichtlich der Tatsache, dass Jesus Christus der Gesalbte Gottes ist. Ihnen und anderen ging es um ihr eigenes Wohl, um Macht und Anerkennung. Sie verlangten, dass man sich ihnen unterordnet und verweigerten den Menschen ihre Barmherzigkeit, welche sie am meisten gebraucht hätten. Sie verfolgten andere Menschen aufgrund ihres Glaubens. Dabei wäre es ihre Aufgabe gewesen, (Jakobus 1,27), Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich nicht den weltlichen Maßstäben anzupassen. Die Pharisäer glaubten, dass Gott Freude am Tod der Sünder hätte.

Gott hingegen spricht schon im Alten Testament, im Buch des Propheten Hesekiel 33,11: So wahr ich lebe, spricht der HERR: Ich habe keinen Gefallen am Tod des Gottlosen! Vielmehr daran, dass der Gottlose von seinem Weg umkehrt und lebt. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen. Dazu möchte ich auch Sie ermutigen.

Autor: Julien Schmidt

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