Digitale Originale

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Digitale Originale episodes

  • Creative Coder
    Im Gespräch mit Frank Reitberger

    Zu seinem Werdegang

    Ich habe irgendwann in den Neunzigern mal ganz klassisch offline angefangen und zur Gaming-Software gefunden, die damals noch in Boxen verkauft wurde. Dann ging es los, dass in diesen Zeiten auch schon Flash und Director aufgekommen sind. Irgendwer sollte dann Webseiten für diese Spiele bauen und das am Besten in Flash. Also habe ich mich in dieses Thema eingearbeitet und bin dann auch – weil es mit gut gefallen hat – lange Zeit bei diesem Thema geblieben. Irgendwann später, als dann klar war, dass Flash tot war, habe ich mich – das war 2009 – dann auf WebGL gestürzt, was damals noch eine sehr experimentelle Technologie war. An der Ecke bin ich dann geblieben.

    Über den Anteil seines kreativen Potenzials in den Projekten

    Das ist immer so stark, wie man mich lässt. Es gibt Agenturen, mit denen ich zusammen arbeite, die haben den Anspruch, dass ich da mitarbeiten darf und soll und es geht auch, dass im Grunde schon alles fertig ist und egal, welche Idee Du hättest, kann diese nicht mehr umgesetzt werden, da dem Kunden schon ein fertiges Konzept vorgesetzt wurde.

    Über 3D Coding

    Ich bin in die 3D Welt über die Demoszene gefallen, indem man sich angeguckt hat, wie eigentlich 3D gecodet wird und was man alles über die Vorgaben in der Demoszene alles machen kann. Wie die Effekte gebaut werden können, da gibt es bis heute eine rege Community und so bin ich über diese Wege eigentlich schon recht früh in die Programmierung reingekommen. Und eben immer wieder auch beim Selbstversuch, was man aus der Programmierung noch mehr rausholen kann.

    Über die heutige Rolle von Frontend-Design und WebGL

    Es hat sich in den letzten zwei Jahren sehr stark gewandelt, von der Berechtigung nicht mehr nur in Konfiguratoren, wo es in den letzen 4-5 Jahren schon eine gute Anwendung gab, hin in die Welt von AR, die zunehmend in die Kundenwelt "schwappt" und man merkt, dass man sein Produkt mit AR mitten in den Raum platzieren kann. Kunden versuchen immer mehr ihre Produkte, sei es nun ein Helm oder ein Schuh, wirkungsvoll mit WebGL in Szene zu setzen. Und da gibt es eine sehr große Berechtigung.

    Zu Corona und den virtuellen Messen

    Das Thema Corona ist so ein bisschen Fluch und Segen zugleich. Ich hätte mich im letzten Jahr bei der Vielzahl der Anfragen klonen müssen, um die alle bedienen zu können. Das ist natürlich eine luxuriöse Situation, weil man sich dann aussuchen kann, was man wirklich machen möchte.

    Auf der anderen Seite habe ich bemerkt, dass es auf der Kundenseite wahnsinnig viele Schnellschüsse gab. Nach dem Moto: Wir haben ja noch Budget und wir hätten eigentlich eine Messe gehabt, lass' uns die doch online stattfinden. Und die Krux dahinter ist, dass viel zu wenig Zeit hinter einem riesigen Budget steht und viele nur das Geld sehen aber nicht berücksichtigen, dass man davon in 3-4 Wochen nichts richtiges bauen kann. Oder das es im Grunde kein richtig gutes Konzept gibt und nur gesagt wird, dass wir jetzt irgendetwas digitales machen müssen. Das wird dann wahnsinnig blauäugig auf die Beine gestellt, ohne sein Tun hinsichtlich des Konzepts wirklich zu hinterfragen. Und das ist so meine Krux in den zurückliegenden Monaten gewesen, frühzeitig zu erkennen: Wo sind die faulen Eier?

    Link:

    Prinzipiell Studio

    36 min
  • Feuer & Flamme für BBQ
    Im Gespräch mit Tobias Dannappel

    Unter dem Motto: "GrillKonzept – das ist Feuer, Rauch und Erlebnis pur." betreibt das Team um Tobias Dannappel seit 2013 Deutschlands erste Premium Grill Agentur. Leidenschaftlich entwickeln sie individuelle Konzepte – vom exklusiven Grillkurs bis zum europaweiten Firmenevent und wollen dabei unvergessliche und nachhaltige Grillmomente bieten. Dass die Story aufgeht, unterstreichen rund 450 bestens gebuchte Veranstaltungen, die an den mittlerweile vier Standorten oder auch bei den Kunden vor Ort durchgeführt werden.

    Wir haben mit dem Gründer Tobias Dannappel über seine kreativen Wurzeln im Agenturgeschäft, die Entwicklung seines heutigen Unternehmens sowie über das Unternehmertum im Allgemeinen gesprochen und sind dabei auf einen sehr wachen Geist gestoßen, der auch schnell und konsequent anzupacken versteht. Prädikat: Extrem hörenswert!

    33 min
  • Keine Regeln – Warum Netflix so erfolgreich ist
    reagieren auf Buch von Reed Hastings & Erin Meyer

    Keine Regeln – Warum Netflix so erfolgreich ist

    Reed Hastings beschreibt in seinem – gemeinsam mit Erin Meyer verfassten – Buch die erfolgreiche Entwicklung von Netflix und liefert Gründe für die damit verbundenen Ursachen. Zentrales Thema hierbei ist vor allem die Organisation des Unternehmens und die Mitarbeiterführung.

    Erhöhung der Talentdichte

    Ein optimales Umfeld für leistungsstarke Mitarbeiter definiert sich weniger über das organisatorische Umfeld und mögliche Benefits als über leistungsstarke Kollegen. Mit der Erhöhung der Talentdichte erhöht sich auch die Leistungsfähigkeit des gesamten Teams, während einzelne "Störenfriede" oder nur "durchschnittliche" Kollegen das Ergebnis einer ganze Gruppe negativ beeinflussen können.

    Das Ziel laut Hastings muss also darin liegen, sich von diesen Mitarbeiter konsequent zu trennen um in Summe die Talentdichte im Unternehmen zu erhöhen.

    Maximale Offenheit / Feedback Kultur

    Mitarbeiter sollen immer offen und direkt aussprechen, was sie denken, dabei aber eine positive Grundhaltung an den Tag legen, um das Gegenüber nicht zu verletzten. Sie sollen den Auseinandersetzungen nicht aus dem Weg gehen und Differenzen in den Ansichten bzw. in der Vorgehensweise offen klären. Mit der Einführung einer offenen Feedback-Kultur erhöht sich die Leistungsfähigkeit des Unternehmens insgesamt ("Sage über einen Kollegen und Mitarbeiter immer nur das, was Du ihm auch direkt ins Gesicht sagen würdest"). Hastings Gegenfrage auf kritische Einlassungen zu Kollegen lautet: "Was hat diese Person gesagt, als sie ihr das ins Gesicht gesagt haben?"

    Die Etablierung einer Feedback-Kultur entwickelt sich in einem Unternehmen idealerweise von "unten nach oben". Wichtig dabei ist es, dass sich der Feedback-Empfänger anschließend beim Feedback-Geber bedankt und dabei das Gefühl der Zusammengehörigkeit (Gemeinschaftsinteresse) betont .

    Feedback geben sollte immer von dem Gefühl getragen sein, den anderen durch das Feedback zu unterstützen und ihn besser zu machen. Es sollte nicht von persönlichen Interessen geleitet sein oder Dinge anführen, die vom Feedback-Empfänger nicht verändert werden können.

    Das Annehmen von Feedback sollte immer wertschätzend erfolgen. Man nimmt es entgegen, bedankt sich dafür und verzichtet auf Einwände und Verteidigung. Die Frage, ob man das Feedback akzeptiert oder ablehnt, liegt dann wiederum alleinig beim Empfänger.

    Feedback soll immer und überall gegeben werden. Es spielt dabei keine. Rolle, ob es Face-to-Face hinter verschlossenen Türen oder öffentlich im Kreis mit anderen erfolgt. Der Maßstab aber sollte sein, dass es dem Empfänger weiterhilft (und man ihn nicht "vorführt"). Vor diesem Hintergrund gilt eine weitere Empfehlung, nach der man "geniale Kotzbrocken" – dem Vernehmen nach Mitarbeiter mit einem extrem hohen Leistungsvermögen, aber mangelnder Empathie anderen Kollegen gegenüber – aus dem Unternehmen aussortieren sollte, wenn sie als solche identifiziert und auffällig werden.

    Freiheit / Verantwortung

    Damit Mitarbeiter ein Gefühl von Verantwortung für die Unternehmung entwickeln können, benötigen sie nach Sicht von Reed Hastings auch ein Höchstmaß an Freiheit. Vor diesem Hintergrund hat Netflix sowohl die Urlaubsregelung, wie auch die Prozesse bzgl. Reisenkosten, Spesen und Beschaffung gekappt. Unter der Devise "Entscheide im besten Sinne von Netflix", sind die Mitarbeiter angehalten, hier entsprechend eigenverantwortlich zu agieren. Vorteile für das Unternehmen sind eine größere Bindung an das Unternehmen, das Mitdenken in strukturellen Fragen und schnellere Entscheidungen. Denkbares Fehlverhalten wird dagegen drakonisch bestraft. Entsprechend werden die Entscheidungen der Mitarbeiter immer wieder kontrolliert und bewertet und ggf. auch gegenüber dem Mitarbeiter hinterfragt.

    Bezahlung

    Beim Thema Gehalt agiert Netflix entsprechend der strategischen Marschrichtung, eine maximale Talentdichte zu schaffen bzw. die besten Mitarbeiter zu beschäftigen. D.h. in der Konsequenz werden die Mitarbeiter nach ihrem aktuellen, persönlichen Marktwert bezahlt oder – entsprechend ihres Wertes – auch ein wenig darüber hinaus. Der Marktwert wird dabei durch den Mitarbeiter selbst, seinen Vorgesetzten und den Markt (in Gestalt qualifizierter Personalvermittler) taxiert. Netflix ermutigt Mitarbeiter das Gespräch mit "Headhuntern" zu führen und ein Gefühl für den eigenen Martwert zu entwickeln.

    Damit wollen wir es an dieser Stelle erst einmal bewenden lassen. Das Buch selbst bietet noch eine ganze Reihe weiterer Aspekte und Praxisbeispiele, die der Auseinandersetzung wert sind, das würde hier aber dann zu weit führen.

    Weiterführende Links:

    Netflix

    Buchtitel bei Amazon

    Hörbuch bei Audible

    41 min
  • Wenn Design die Seite wechselt
    Im Gespräch mit Vanessa Macholz

    _Zur Person

    _Hat ganz klassisch als Mediengestalter begonnen, dann Grafik & Design bis zum Master studiert und war acht Jahre lang selbstständig tätig, um vor knapp drei Jahren dann als AD zum bemerkenswerten Startup img.ly zu wechseln. Auf diesem Weg hat sie insbesondere auch den Wandel vom klassischen Editorial-Design hin zum Digitaldesign vollzogen.

    _Zur Meetup-Kultur bei img.ly / 9elements

    _Ein Ziel, dass wir mit unseren Meetups verfolgen ist, den Leuten den Zusammenhang zwischen Technik und Design klarer zu machen. Wie krass das ist. Wie wichtig das ist und das Designer auch lernen, sich dafür zu öffnen. Und wir wollen dann auch Leute zu uns holen, die ihr Wissen teilen, so dass man im besten Falle hinterher eine kleine Community hat, in der man voneinander lernen kann.

    _Zum Unterschied von klassischem und digitalem Design

    _Beim klassischen Design – finde ich – ist es so, dass man in seinem Kämmerchen still so für sich arbeitet. Man bekommt einen Auftrag, man versucht das für sich auszutüfteln und präsentiert das dann am Ende dem Kunden. Wenn man digitale Projekte bearbeitet, dann ist es häufig so, dass da mehrere Leute an einem Projekt arbeiten, weil man mehrere Leute braucht, die verschiedene Dinge können und dadurch ist der. Austausch viel schneller und besser. Man zeigt seine Sachen viel schneller, man tauscht sich schneller dazu aus und kommt so auch auf viel bessere Ideen. Die grundsätzliche Einstellung und Denkweise ist da anders.

    _Zum Thema Pixelart

    _Was soll ich sagen? Ich komme ja auch ein bisschen aus der Generation „Nintendo Gameboy“, wo auch Sachen tatsächlich noch immer pixelig waren. Pixelart gibt es ja schon unglaublich lange und das, was ich ich da zuletzt an Pixelart gemacht habe, ist auch eher aus Zufall entstanden. Mit dem, was wir bei img.ly machen, schauen wir uns auch immer die aktuellen Trends im Design an…und dabei ist herausgekommen, dass Pixelart ja auch in der ganzen Krypto- und NFT-Szene gehypt wird.

    _Zum Startup img.ly

    _img.ly ist eigentlich noch immer ein Startup. Uns gibt es seit einigen Jahren und wir sind eine Ausgründung von 9elements. Unser Hauptprodukt ist der Fotoeditor als SDK, das ursprünglich ein Projekt von 9elements war. Das ist so gut gelaufen und hat so großen Anklang gefunden, dass man sich sagte: O.K. Dann machen wir da ein ganz eigenes Geschäft draus. Ich bin jetzt seit ungefähr drei Jahren dabei. Wir haben Kunden wie Disney, HP und Amazon und in Summe 300 oder 400 Kunden. Und das Produkt bauen wir jetzt weiter aus, beispielsweise in einen Videoeditor SDK. SDK steht dabei für Software Developer Kit. Firmen wie amazon kaufen das ein und können es dann in ihren Produkten einsetzen. HP benutzt das Kit direkt in ihren Druckern. Unser nächster Schritt ist, dass wir versuchen, das noch weiter auszubauen, so dass wir jetzt nicht nur Foto- und Videobearbeitung haben, sondern das wir das noch einmal mit einem Layout-Tool vereinen. Eigentlich wollen wir also Indesign und Photoshop zusammenbringen und besser machen.

    _Zur Startup-Szene Ruhrgebiet

    _Bei img.ly sind wir ja sehr international unterwegs und auch gar nicht unbedingt an Bochum gebunden. Trotzdem wollen wir hier nicht weg. In dem ganzen Jahr mit Corona haben wir die Arbeitsweise etwas geändert und setzen jetzt auf „flexible Work“ oder „remote first“, wie auch immer man das nennen möchte. D.h. auch wenn Corona vorbei ist, muss jetzt keiner mehr ins Büro kommen. Jeder kann arbeiten, wo und wie er möchte. Und wir stellen mittlerweile Leute aus der ganzen Welt ein. Wir haben jemanden aus Kanada, aus der Ukraine und das funktioniert alles super gut. Aber trotzdem sagen wir, unser Headquarter soll in Bochum bleiben. Wir sehen, dass das gerade super cool für diese Region ist. Ich habe immer den Eindruck: Bochum und das Ruhrgebiet ist so ein bisschen wie Berlin früher. Hier passiert gerade total viel und ich finde auch, dass sich die Szene hier untereinander gut vernetzt, wie beispielsweise mit der Design Metropole Ruhr, die bringen ja auch viele Leute zusammen. Ich bin also voll für diese Region. Hier hat man noch das Gefühl, man kann etwas verändern, man kann was Neues machen und ist nicht so sehr einer von vielen.

    Weiterführende Links:

    Vanessa Macholz

    IMG.ly
    9elements

    44 min
  • Klick. Klick. Glück.
    Im Gespräch mit dem Fotografen Svenson Linnert

    Zur Person

    Svenson Linnert ist als Fotograf und Produzent in der Werbe- und Unterhaltungsbranche, im Bereich Socialcontent sowie in der Musik und Mode unterwegs.
    Noch ganz klassisch ausgebildet, war er lange Zeit als Assistent in London und Paris unterwegs, bis er schließlich sein erstes eigenes Studio in Düsseldorf eröffnete und seitdem für unterschiedlichste Klienten rund um den Globus aktiv ist. Svenson ist an vielen Orten auf der Welt zuhause und lebt aktuell vornehmlich auf Zypern und arbeitet unter „Svenson Pictures“ und „Smiles & Coffee Productions“ zudem auch von Paris und Berlin aus.
    Große Neugierde und eine tiefe Leidenschaft für die Fotografie prägen seinen Charakter, wie auch seine Arbeiten. Und natürlich eine enorme Schaffenskraft und Freude am Tun.

    Aus dem Podcast

    Zur Ablösung der analogen Fotografie

    Das Spannende war ja damals: Mit dieser ersten digitalen Ausrüstung haben sich ja fast alle übernommen. Die haben alle geglaubt, sie müssten gleich einsteigen und haben sich für 20.000 bis 25.000 EUR da irgendwas gekauft. Und dann haben die alle noch nach dem alten Verständnis agiert, dass man sich so eine Kamera für 25 Jahre kauft – wie so eine alte Rollei, die man damals so hatte – also: einmal gekauft, ewig benutzt und dann waren diese teuren Kameras (nach vergleichsweise kurzer Zeit) schon wieder out-of-date, also kaum noch verwendbar.

    Zum Unterschied des Fotografierens

    2004 gab es die ersten digitalen Kameras, die ich mir auch leisten konnte. Davor habe ich noch ganz munter auf Dia fotografiert und das hat Spaß gemacht, war aber auch „challenging“ … weil, Du musstest es schon können. Ich meine, wir hatten auch schöne Sachen, wie z.B. Cliplisten, wo du so alles eingetragen hast, wie was mit welchem Film passiert ist und was im Labor damit weiter passieren soll. Dann auch diese Polaroids, die du immer zum Kontrollieren gemacht hast, nicht nur, ob das Licht stimmt, sondern auch, die du dem Kunden gezeigt hast und wo dieser dann gesagt hat: Jau, ist gut oder nicht gut. Und das konnte man sich auch abzeichnen lassen und dann war man save. Aber letztes hast Du das entschieden und nicht jemand, der vier Meter entfernt am Bildschirm guckt und sagt: Kannst aufhören abzudrücken, wir haben das jetzt.

    Zu den sich ändernden Abläufen

    Du hast heute viel mehr Leute aus dem Content Kreation Bereich dabei, wo Du für zig verschiedene Formate, wie Social Media, die digitalen Formate wie Shops und anderes mit produzieren musst. Das hat sich inzwischen eingespielt, weil das Shooting an sich ein anderes geworden ist. Bei diesen digital angelegten Shootings setzt man sich hin und macht einen Schlachtplan. Das war ja auch der Grund warum ich vor einigen Jahren eine Produktionsfirma gegründet habe. Da habe ich gemerkt, man muss schon – wenn es gut werden soll – schon ein Stück weit von Anfang an eingebunden werden. Nicht unbedingt bei der Konzeption, also bei der Ideenfindung, aber bei der Frage, wie man es nachher umsetzt.

    Zum Blitzen beim Shooting

    Mittlerweile blitze ich nicht mehr so viel. Mittlerweile sind die Chips so gut und empfindlich geworden, dass du gar nicht mehr so viel Lichtpower brauchst. Bei den ersten Digitalkameras musstest du ordentlich auf den Chip hauen, damit überhaupt etwas vom Licht übrig blieb. Heute ist der Blitz fast weg. Du musst schon beim Blitz kaufen darauf achten, dass man den möglichst klein regeln kann.

    Zur Frage, wo ihm die Digitalisierung hilft

    Beim Marketing, bei der Außenwirkung hilft es. Bei der Fotografie an sich natürlich die Sicherheit, dass du weißt, was du hast. Damals war es ein wenig aufregender, aber natürlich tut es auch ganz gut, wenn man weiß, das Ding hast du sicher im Kasten.

    Zu Instagram und dem Thema Selbstinszenierung

    Die spannende Frage ist ja: Was machen wir in Zukunft? Wollen wir einfach nur Märkte bedienen oder wollen wir irgendwie inspirierend wirken? Ich muss sagen, dass das, was ich innerhalb der sozialen Medien und innerhalb dessen, was Influencer machen, bevor sie eigentlich Influencer werden, beobachte, inspirierender ist, als das, was ich in der angewandten Fotografie für Labels oder Brands sehe. Es gab ja schon vor zwei Jahren die ersten Stimmen, die sagten, Influencer-Marketing ist tot, da ist keine Glaubwürdigkeit mehr … ich glaube aber, das ist gerade erst im Beginnen, weil es jetzt erst beginnt, organisch zusammen zu spielen. Die Werbung wird sich im Ganzen wandeln, tut sie auch schon. Gleichzeitig bleibt sie aber auch so ein Dinosaurier. Das was wirklich relevant wird, ist das, was in Sozialen Medien passiert, wie die Darstellung von Personen, Brands und Labels dort vonstatten geht, weil das mit einer anderen Wahrnehmung gekoppelt ist. Von einem sozialen Profil hin zu einer sozialen Identität.

    Links:

    Svenson Pictures

    Smiles & Coffee

    43 min
  • Ein Jahr Homeoffice
    Digitale Originale ziehen Bilanz

    Ein Jahr Homeoffice – Fluch oder Segen?

    Das ganze Thema "Digitale Kommunikation" ist für uns nicht ganz neu, weil wir schon immer – also seit inzwischen zehn Jahren – auch einen Standort in Dresden hatten und mit diesem nie anders kommunizieren konnten.

    Neu ist die Menge der Zeit, die man zuhause bzw. alleine zuhause verbringt. Man arbeitet sehr viel konzentrierter, man macht Meetings und agiert damit sehr viel zeitgenauer und ist in der Einhaltung der Termine sehr viel konsequenter. Nachteil ist: Es fehlt der persönliche Austausch, insbesondere der Non-Verbale.

    Man muss schon sehr viel mehr und deutlicher miteinander sprechen. Dort, wo sonst schon mal ein Blick oder eine Geste reicht und die Dinge in der Agentur dann ihren Lauf nehmen, kannst Du Dich im Homeoffice gefühlt auf nichts verlassen. Und das liegt gar nicht mal an dem fehlenden Willen der Beteiligten, sondern daran, dass hier ein ganz wichtiges Kommunikationsmittel fehlt.

    Das "Fehlbriefing" ist da ein ganz neues Thema. Hier muss man sehr viel genauer agieren, um mögliche "Reibungsverluste" zu vermeiden.

    Es gehört auch eine gewisse "Fürsorge" gegenüber den Mitarbeitern dazu. Menschen, die bereits in der Agentur zu den eher "stillen Typen" gehören, werden auch im Homeoffice nicht lauter. Sie werden eher noch stiller.

    Wie steht es um die eigene Auffassung dazu, was man im Homeoffice leistet oder nicht leistet? Viele Mitarbeiter scheinen dazu zu tendieren, die eigene Arbeitsleistung im Homeoffice geringer wert zu schätzen als am Arbeitsplatz. Man verfügt selbst über seine Arbeitszeit und bei kleinen Pausen o.ä. wird man sehr viel schneller von einem "schlechten Gewissen" geplagt.

    Privat und Beruf können im Homeoffice nicht mehr wirklich gut voneinander getrennt werden. Die Zeiteinteilung wird hier eine ganze andere, also nicht mehr klassisch von 09.00 bis 18.00 Uhr, sondern so, wie es in den gesamten Tag passt. Hauptsache, die geplante Arbeit ist am Ende des Tages erledigt. Und man neigt dazu, im Homeoffice sehr viel mehr zu arbeiten.

    Das Thema Worklive-Balance ist heute für HR eigentlich gar kein Thema mehr, weil es etwas ist, dass man so oder so in seinem gelebten Homeoffice-Alltag geregelt bekommen muss. Dagegen muss man manches Mal sogar feste Punkte ziehen und Rituale entwickeln, um beiden Seiten des Lebens gerecht werden zu können.

    Der direkte Austausch, das Rumalbern mit den Kollegen fehlt dann doch und können auf digitalem Wege auch nicht gleichwertig ersetzt werden. Trotzdem ist man dadurch nicht unkreativer. Was allerdings nicht kompensiert werden kann, ist der kreative Austausch, wie er beispielsweise sonst in Brainstorming-Runden entwickelt wird.

    Im Zuge des ersten Lockdowns hatten wir auch unseren ersten Online-Pitch mit einem Kunden, der eher einem "Rohrkrepierer" gleichkam, weil man sich nicht auf alle Beteiligten einlassen konnte und schlimmer noch, nicht einmal alle Beteiligten kannte und in dem Call zu Gesicht bekam. Und so scheiterte am Ende ein Vertriebsprojekt, das man zuvor mit dem Projektleiter auf Kundenseite schon sicher "eingetütet" zu haben schien.

    Persönliche Bindungen innerhalb der Agentur drohen im Homeoffice eher ein wenig auf der Strecke zu bleiben und funktionieren nur über konkrete Verabredungen. Dennoch bleibt die Bindung insgesamt auch in dieser Struktur erstaunlich stabil und funktioniert sogar außerhalb der reinen Arbeit. Wir haben im letzten Jahr unsere Weihnachtsfeier – mit ein wenig Skepsis – gemeinsam via Teams miteinander verbracht und wir hatten einen extrem coolen Abend – eigentlich wie immer – bis 02.00 oder 03.00 Uhr morgens. Es war ein lustiger, abwechslungsreicher und unterhaltsamer Abend. Aber so was entwickelt sich nicht einfach spontan, sondern muss auch vorbereitet werden.

    33 min
  • Form follows function?
    Im Gespräch mit Cihan Tamti

    Zum eigenen Werdegang:

    In erster Linie noch Student an der FH Dortmund und meine Story ist eigentlich so, dass ich mir gedacht habe: Ich habe ein langweiliges Portfolio und langweilige Kunden und das muss sich ändern. Daraufhin habe mich meinen Socialmedia-Account als kleines Fitness-Center für Grafik betrachtet und habe dort nur gemacht, worauf ich Lust hatte… durch dieses Schaufenster, was dort entstanden ist, habe ich meine Kunden gewonnen.

    Zu Form follows function

    Ich sehe hier immer zwei Ebenen, von denen eine extrem vernachlässigt wird. Es gibt die funktionale Ebene, die Benutzerfreundlichkeit wird durchdacht, man hat ein gewisses Leitsystem … und die zweite Ebene ist aber auch die formale Ebene, wenn die Dinge eine gewisse Ästhetik nicht haben, eine Vertrautheit erzeugen, funktioniert es trotzdem nicht. Man wohnt ja auch nicht in einem Bunker, man will ja trotzdem eine Wandfarbe haben, die den Raum größer oder kleiner macht. So sehe ich das mit "form follows function": Form ist echt wenig da, function aber viel.

    Cihan Tamti

    45 min
  • Dortmund Kreativ
    Im Gespräch mit Jan Wittkamp und Marc Röbbecke

    Dortmund Kreativ

    Im Gespräch mit Marc Röbbecke und Jan Wittkamp

    Marc ist seit Oktober 2019 bei „Dortmund Kreativ“ und kümmerst sich dort um die Designwirtschaft und die Sichtbarmachung von Design im Stadtraum. Mit dem zweiten Hut ist er nach wie vor bei „Heimatdesign“ und der „Design Metropole Ruhr“.

    Jan ist seit September 2019 dabei und war zuvor mehrere Jahre bei der Dortmunder Agentur Neovaude aktiv. Er hat dort u.a. das OpenAir Kino und die Cityring-Konzerte begleitet.

    Was verbindet Ihr mit Dortmund Kreativ und wen wollt Ihr konkret ansprechen?

    Dortmund Kreativ gab es bereits früher einmal und wir haben es jetzt quasi reanimiert. Früher war es eine Art Ausstellungsreihe und ein Veranstaltungsformat für kreative Trends. Unsere Stelle heißt ja eigentlich „Stabsstelle Kreativ Quartiere“ und kümmert sich um die ganzen Kreativ Quartiere in Dortmund. Da ist alles irgendwie drin, von der Musikwirtschaft bis zum Verlagswesen, aber auch Designwirtschaft und die Künste. Aufgabe ist es heute, den Stadtraum mit Designthemen zu bespielen und das Thema „neue Urbanität“ – was aktuell etwas schwierig ist – für uns zu erobern. Hier schauen wir, wie wir mit kleinen Mitteln und unserem Netzwerk schöne Inszenierungen gestalten und eine Wiedererweckung von Flächen herstellen können.

    Zur aktuellen Situation für Kunst und Kultur

    Die ganze Corana-Lage ist eine Situation, die man schlussendlich nicht lösen kann. Das betrifft momentan alle Kreativen und Kulturschaffenden. In dieser Zeit ist es total wichtig, erst einmal miteinander zu sprechen und vielleicht auch so etwas wie Online-Formate anzubieten oder auch zu nutzen, um mal zu besprechen, wie man da wieder rauskommen kann. Es gibt hier leider keine allgemeinen Lösungen. Das Beste wäre natürlich, wenn wir einen Geldkoffer hätten, den wir bei allen Künstlern und Kreativschaffenden vorbei bringen könnten. Alternativformate haben wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten auch überlegt, da ging es darum, etwas aus dem analogen in die digitale Welt zu transformieren, um damit andere Erlösquellen zu generieren.

    Zur Dortmunder Agenturszene und Kreativwirtschaft

    Es gab ja gerade auch Zahlen dazu mit dem Tenor, dass Dortmund im Bereich der Kreativwirtschaft deutlich zugelegt hat, auch was die Zahl der Gründungen betrifft. Wir fanden aber auch immer, dass Dortmund eine recht große Szene hat, die aber deutlich entspannt wirkt und in der es keinen Mega-Profilierungsdruck gibt. Wenn man sich da bei Veranstaltungen trifft, dann ist da kein Neid, kein komisches Verhalten, sondern die sind nett, trinken ein Bier zusammen und fühlen sich wohl. Was man aber gerade deutlich merkt ist, dass in Dortmund gerade sehr viele Agenturen aus dem Bereich junges Marketing und Socialmedia Marketing entstehen. Das finde ich sehr interessant.

    Zur Ausbildung an der Dortmunder Fachhochschule

    Wir haben auch bereits festgestellt, dass das, was die kreativen Agenturen jeden Tag bedienen, nämlich ihr Telefon und ihre Apps, nicht unbedingt den Wunsch weckt, diese auch zu gestalten oder die Ideen dahinter zu gestalten. Das finden wir eigentlich sehr schräg, weil genau das ist ja das Kommunikationsmedium schlechthin gerade.

    Zur Zukunft des Designs

    Das sagen ja viele Agenturen, beispielsweise Sebastian Deutsch von „9Elements“ oder die Jungs von „the imagy“ die arbeiten ja auch mit solchen Modulen, mit denen man sozusagen ein paar Sachen mal abkürzen kann als Designer. Das wird auf jeden Fall ein großes Thema werden in den nächsten zehn Jahren, da muss man dann gucken, was man macht als Designer. Ich denke, dass Beratung oder die Planung, etwas, wo man mitdenken muss, sehr viel interessanter ist, als das Spationieren von Zeilen, das kann dann die Maschine irgendwann übernehmen.

    Dazu warum entwickelt sich im Ruhrgebiet keine Jung von Matt oder ähnlich entwickelt

    Wir glauben, woran es ein bisschen liegt ist, dass keiner hier so wirklich Erfahrung in Mediaservice Agentur Arbeit hat, die Budgets in die verschiedenen Kanäle zu buchen und zu spielen. Da gibt es irgendwie keinen Korrespondenten im Ruhrgebiet, der das kann. Wenn man das hier hätte, dann könnte man auch größere Budgets mal verwalten, weil dann wäre auch das Vertrauen da.

    LINKS:

    Dortmund Kreativ

    9Elements

    TheImagy

    41 min
  • Wie asozial ist Social Media?
    Digitale Originale reagieren auf...

    Über die Bedeutung und den immensen Einfluss sozialer Netzwerke zerbrechen sich viele Experten schon lange den Kopf. In Zeiten von Corona und politischem Despotismus erfährt diese Diskussion allerdings noch einmal eine ganz neue Qualität. Grund genug, einmal kritisch darüber nachzudenken, was Socialmedia eigentlich für die Zukunft unseres gemeinsamen Miteinanders bedeutet.

    Inzwischen dürfte kaum noch jemand der Meinung sein, dass wir frei darüber entscheiden können, was uns auf den von uns genutzten Kanälen präsentiert wird. Tatsächlich haben wir schlicht jede Kontrolle darüber verloren und müssen damit leben, dass Twitter, Facebook und Co. entscheiden, was und wen wir wann zu sehen bekommen.

    Tatsächlich sind es inzwischen auch zunehmend die Protagonisten selbst – seien sie nun natürlichen oder auch künstlichen Ursprungs (Bots) – die sich zu einer gesellschaftlichen Herausforderung mit weitreichendem Gefährdungspotenzial entwickeln.

    Weiterführende Links und Quellen:

    ORÖ-Artikel: Wie asozial ist Social Media?

    NZZ vom 22.01.2021

    Tagesspiegel vom 16.02.2021

    FAZ vom 27.09.2020

    32 min
  • Gestern Kundenmagazine, morgen Clubhouse?
    Gespräch mit Sandra Köhler, E.ON
    • Wandel in der Kommunikation. Die klassischen Medien erreichen nicht mehr länger die Reichweiten der Vergangenheit und neue Kanäle wollen bedient werden.

    • Energieversorger stehen vor der Herausforderung, nicht unbedingt ein Lovebrand zu sein und bieten keine selbsterklärenden Produkte mit hoher Sogkraft an.

    • Kunde beschäftigt sich gerade einmal 15 Minuten im Jahr mit seinem Energieversorger

    • Mit "Smart home" und "eMobility" kommen jetzt aber neue, anfassbare Produkte in den Markt, die das Bild ein wenig verändern können.

    • Die Erwartungshaltung – vor allem bei der jungen Zielgruppe – ist inzwischen eine ganz andere. Da sind digitale Services gefragt und mit einer schlecht gemachten App gibt sich niemand mehr zufrieden.

    • Der Telekommunikationsbranche ist es sehr viel besser gelungen, einen Lovebrand zu schaffen, was insbesondere auch an den dort eingesetzten Produkten liegt.

    • Strom ist nicht anfassbar, weshalb das Produkt gleichermaßen unter einer Nichtsichtbarkeit bei den Kunden leidet.

    • Auf eigene Startups setzen, die als Schnellboote am Konzern vorbei agieren und damit neue Impulse setzen können.

    • Aktuelle Themen der Energieversorger sind „Smart Poles“, d.h. z.B. intelligente Straßenlaternen, die Autofahrern freie Parkplätze in der City anzeigen können. Oder das Thema Ausbau der eMobility Infrastruktur inkl. aller begleitenden Themen wie sicheres und komfortables Bezahlen, die Kopplung an Smart-Devices über Apps und der Ausbau der Multifunktionalität bei Solarbedachungen, mit denen sich etwa auch Batterien wiederum laden lassen.

    • Sind auf zahlreichen Socialmedia Kanälen unterwegs und kommen zunehmend besser in den Dialog mit den Kunden. Die Herausforderung besteht darin, unter Berücksichtigung der grundsätzlichen Informationsüberflutung ein relevantes Thema zu identifizieren und zum richtigen Zeitpunkt in das nur kurz geöffnete Aufmerksamkeitsfenster der Nutzer zu spielen.

    • In der heutigen Kommunikation wird es immer wichtiger authentisch zu sein. Aber das ist gar nicht mal eine Frage von Jung und Alt, denn die Gruppe 50+ weist eine viel größere Internetaffinität auf als man denkt. Es ist nur die Frage, in welchen Kanälen diese sich aufhält.

    • Es bestehen Ansätze, das Produkt über Co-Branding Kampagnen und Services attraktiver zu machen. Das ist z.T. auch erfolgreich, bleibt aber dennoch eine schwierige Herausforderung.

    • Der Wille zum Wechsel des Stromanbieters ist auf Seiten der Kunden nach wie vor eher schwach ausgeprägt.

    • 29 min

    About Digitale Originale

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    Olli und seine Freunde nehmen euch mit auf ihre virtuelle Reise durch die digitale Welt. Regelmäßig treffen sie auf Persönlichkeiten, die mit ihrem ganz eigenen Blick auf Web-Technologien bestechen…

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