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Der Zerfall einer Demokratie beginnt selten mit einem Paukenschlag, sondern mit Müdigkeit, Schweigen und politischer Distanz. Die Schriftstellerin Ece Temelkuran beschreibt diese Entwicklung als „Mechanik des neuen Faschismus“ – ein Prozess, der sich nicht durch Uniformen oder Marschmusik ankündigt, sondern durch Verwirrung, digitale Beschleunigung und eine systematische Abwertung politischer Sprache. „Confusion on a massive scale is a tool for the new kind of fascism“, sagt Temelkuran. Die Paralyse, die daraus entsteht, mache Gesellschaften anfällig für jene Bewegungen, die behaupten, „über der Politik“ zu stehen.
Besonders in Deutschland begegnet Temelkuran einer gefährlichen Mischung aus institutionellem Vertrauen und politischer Passivität. Viele Menschen könnten sich schlicht nicht vorstellen, dass Regeln gebrochen und Institutionen geschwächt werden könnten – eine Haltung, die sie „liebenswert, aber schmerzhaft zu beobachten“ nennt. Dabei seien Gerichte, Behörden und Parlamente keine naturgegebenen Bollwerke, sondern menschengemachte Systeme, durchlässig für politische Dynamiken. „Why do you think courts are immune?“ fragt Temelkuran. Politik finde nicht erst im Bundestag statt, sondern in alltäglichen Situationen, in denen Menschen schweigen, obwohl sie widersprechen müssten.
Eine Umkehr hält Temelkuran dennoch für möglich – nicht durch Optimismus, sondern durch eine Rückgewinnung des Glaubens an die eigene Wirksamkeit. „It’s not hope we lost. It is faith … in ourselves and in each other.“ Demokratie lasse sich nur verteidigen, wenn Bürgerinnen und Bürger sich wieder als politische Subjekte verstünden, die Haltung zeigen, klare Worte finden und die schwierigen Fragen ihrer Zeit ehrlich verhandeln. Über diese Zusammenhänge sprach Temelkuran im Rahmen des 48forward Festival 2025 in München mit Daniel Fürg.
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By The 48forward StudiosDer Zerfall einer Demokratie beginnt selten mit einem Paukenschlag, sondern mit Müdigkeit, Schweigen und politischer Distanz. Die Schriftstellerin Ece Temelkuran beschreibt diese Entwicklung als „Mechanik des neuen Faschismus“ – ein Prozess, der sich nicht durch Uniformen oder Marschmusik ankündigt, sondern durch Verwirrung, digitale Beschleunigung und eine systematische Abwertung politischer Sprache. „Confusion on a massive scale is a tool for the new kind of fascism“, sagt Temelkuran. Die Paralyse, die daraus entsteht, mache Gesellschaften anfällig für jene Bewegungen, die behaupten, „über der Politik“ zu stehen.
Besonders in Deutschland begegnet Temelkuran einer gefährlichen Mischung aus institutionellem Vertrauen und politischer Passivität. Viele Menschen könnten sich schlicht nicht vorstellen, dass Regeln gebrochen und Institutionen geschwächt werden könnten – eine Haltung, die sie „liebenswert, aber schmerzhaft zu beobachten“ nennt. Dabei seien Gerichte, Behörden und Parlamente keine naturgegebenen Bollwerke, sondern menschengemachte Systeme, durchlässig für politische Dynamiken. „Why do you think courts are immune?“ fragt Temelkuran. Politik finde nicht erst im Bundestag statt, sondern in alltäglichen Situationen, in denen Menschen schweigen, obwohl sie widersprechen müssten.
Eine Umkehr hält Temelkuran dennoch für möglich – nicht durch Optimismus, sondern durch eine Rückgewinnung des Glaubens an die eigene Wirksamkeit. „It’s not hope we lost. It is faith … in ourselves and in each other.“ Demokratie lasse sich nur verteidigen, wenn Bürgerinnen und Bürger sich wieder als politische Subjekte verstünden, die Haltung zeigen, klare Worte finden und die schwierigen Fragen ihrer Zeit ehrlich verhandeln. Über diese Zusammenhänge sprach Temelkuran im Rahmen des 48forward Festival 2025 in München mit Daniel Fürg.
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