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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort das Richtige tun. Das klingt nach einem guten Rezept für mein Leben. Und es ist ja auch so, dass mein Leben in weiten Teilen das Ergebnis meiner Entscheidungen ist.
Wie weitreichend falsche Entscheidungen sein können und welche Rolle Gott dabei spielen kann, das zeigt mir der Bibeltext heute. Es geht sofort mit dem ersten Vers los, da heißt es: „Und es geschah, als die kriegstüchtigen Männer aus der Mitte des Volkes vollständig weggestorben waren...". Was war passiert? Eine große Gruppe aus dem Volk Israel, nämlich die kriegstüchtigen Männer, hatten vor langer Zeit eine falsche Entscheidung getroffen. Eigentlich sind es sogar zwei Entscheidungen innerhalb sehr kurzer Zeit gewesen. Diese Männer, die mit zwanzig Jahren oder älter als kriegstüchtig angesehen wurden, weigerten sich in das von Gott versprochene Land einzuziehen und darum zu kämpfen. Obwohl Gott ihnen seine Unterstützung zugesagt hatte. Sie wurden mutlos, unzufrieden und undankbar gegenüber ihrem Anführer Mose und damit auch gegen Gott.
Gott verurteilte Israel deswegen zu einem Umweg durch die Wüste, so dass die nächste Gelegenheit das versprochene Land in Besitz zu nehmen, erst dann wiederkommen würde, wenn diese Männer nicht mehr lebten. Und das dauerte dann eben vierzig Jahre. Und das sind sehr mühsame Jahre! Nachdem den Israeliten klar geworden ist, welche Folgen ihr Ungehorsam haben wird, überlegen sie es sich dann doch nochmal anders. Und brechen am nächsten Tag auf, um die verpasste Gelegenheit nachzuholen. Das ist die zweite falsche Entscheidung. Diesmal nicht aus Mutlosigkeit, sondern aus Selbstüberschätzung. Sie werden besiegt und viele sterben. Zur falschen Zeit am richtigen Ort das Falsche getan.
Bevor ich mich jetzt, sozusagen in sicherem Abstand, zurücklehne und den Kopf schüttele über so viel Ungehorsam, Mutlosigkeit und Selbstüberschätzung, frage ich mich, ob diese Ereignisse damals auch etwas mit meinem Leben heute zu tun haben. Denn es ist ja so: Die Bibel als Gottes lebendiges Wort an die Menschen gibt nicht nur Antworten, sie stellt auch Fragen an mich und mein Leben. Wie ist es also mit dem Bibeltext heute? Hat nicht der Apostel Paulus mal etwas dazu gesagt? Richtig, in seinem ersten Brief an die Christen in Korinth im zehnten Kapitel. Da heißt es in den Versen elf und zwölf: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist. Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle." (1. Korinther 10,11-12)
Wenn ich also Paulus beim Wort nehme und dieser mühselige Umweg der Israeliten mir als Ermahnung dienen soll, bedeutet das doch, dass auch in meinem Leben Momente der Mutlosigkeit, Ungehorsam gegen Gott und Selbstüberschätzung vorkommen. Die dann zu Entscheidungen führen können, die mir nicht guttun. „Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle."
Es wäre wohl besser, nach Gottes Plan für mein Leben Ausschau zu halten. Denn den gibt es ja. Ich erkenne das daran, dass Gott mir Möglichkeiten schafft, aber auch Grenzen setzt. Er gibt mir Möglichkeiten z.B. in Form von Zeit, Kraft, Geld oder besonderen Fähigkeiten. Setzt mir aber auch Grenzen darin, wie ich mit diesen Dingen umgehen soll, wenn ich ihn ernst nehme. Davon bin ich wirklich überzeugt.
Möglichkeiten schaffen und Grenzen setzen sind beides Ausdruck von Gottes Fürsorge.
Auch die Israeliten erleben, wie Gott klare Grenzen setzt. Zum Beispiel als sie sich auf ihrem Weg ins versprochene Land dem Gebiet eines anderen Volkes, der Ammoniter nämlich, nähern. In unserem Text für heute steht in Vers 19: „Du sollst sie nicht befehden und dich nicht in Streit mit ihnen einlassen, denn ich werde dir von dem Land der Söhne Ammon keinen Besitz geben. Denn ich habe es den Söhnen Lot zum Besitz gegeben." In diesem Fall bedeutet das Richtige zu tun, auf einen Kampf zu verzichten, obwohl die Kräfte dazu vielleicht ausgereicht hätten.
Ein gutes Beispiel, Gottes Willen zu entsprechen, indem man mal nichts tut.
Israel hat nur eine Chance, im versprochenen Land zu leben, wenn es sich ganz dicht an Gottes Linien entlang bewegt. Für mich gilt das auch. Das Leben, das Gott für mich vorgesehen hat, kann ich nur erkennen und leben, wenn ich weiß, wo seine Linien sind. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Und hinterher ist man immer klüger. Oder wie Sören Kierkegaard mal gesagt hat: „Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden."
Bei all dem Nachdenken über Gottes Plan für mein Leben und dem Nachspüren seiner Linien in meinem Leben gibt es einen entscheidenden Faktor. Und das ist Gottes Ermutigung und Treue. Die Israeliten erleben das: „Macht euch auf, brecht auf und zieht über den Fluss Arnon! Siehe, ich habe den Amoriter Sihon, den König von Heschbon, und sein Land in deine Hand gegeben." So kann es auch für mich sein, dass Gott mich ermutigt, weitere Schritte mit ihm zu gehen. Auch wenn ich vorher Fehler gemacht habe.
Und wie weit geht Gottes Treue?
Für die Israeliten geht seine Treue so weit, dass er in seiner Beziehung zu ihnen noch einige weitere Kapitel der Auflehnung und Undankbarkeit erlebt, die auch schwere Folgen haben. Aber Gott gibt seine Verbindung trotzdem nie auf. Bis heute nicht.
Und in meinem Leben, das sich aufspannt zwischen Zuversicht und Mutlosigkeit, Demut und Selbstüberschätzung, Glauben und Zweifeln? Auch hier ist Gott schon viele Umwege mitgegangen, hat meine Zweifel und Vorwürfe ausgehalten. Und gibt seine Verbindung nicht auf. Bis heute nicht.
Gottes Treue ist also in jedem Fall groß genug für mich. Und auch für Sie.
Das will ich immer wieder als Ermutigung nehmen. Damit ich nicht immer, aber immer öfter das Richtige am richtigen Ort zur richtigen Zeit tun kann. Mit Gottes Hilfe.
Autor: Andreas Achenbach
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By ERF - Der Sinnsender5
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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort das Richtige tun. Das klingt nach einem guten Rezept für mein Leben. Und es ist ja auch so, dass mein Leben in weiten Teilen das Ergebnis meiner Entscheidungen ist.
Wie weitreichend falsche Entscheidungen sein können und welche Rolle Gott dabei spielen kann, das zeigt mir der Bibeltext heute. Es geht sofort mit dem ersten Vers los, da heißt es: „Und es geschah, als die kriegstüchtigen Männer aus der Mitte des Volkes vollständig weggestorben waren...". Was war passiert? Eine große Gruppe aus dem Volk Israel, nämlich die kriegstüchtigen Männer, hatten vor langer Zeit eine falsche Entscheidung getroffen. Eigentlich sind es sogar zwei Entscheidungen innerhalb sehr kurzer Zeit gewesen. Diese Männer, die mit zwanzig Jahren oder älter als kriegstüchtig angesehen wurden, weigerten sich in das von Gott versprochene Land einzuziehen und darum zu kämpfen. Obwohl Gott ihnen seine Unterstützung zugesagt hatte. Sie wurden mutlos, unzufrieden und undankbar gegenüber ihrem Anführer Mose und damit auch gegen Gott.
Gott verurteilte Israel deswegen zu einem Umweg durch die Wüste, so dass die nächste Gelegenheit das versprochene Land in Besitz zu nehmen, erst dann wiederkommen würde, wenn diese Männer nicht mehr lebten. Und das dauerte dann eben vierzig Jahre. Und das sind sehr mühsame Jahre! Nachdem den Israeliten klar geworden ist, welche Folgen ihr Ungehorsam haben wird, überlegen sie es sich dann doch nochmal anders. Und brechen am nächsten Tag auf, um die verpasste Gelegenheit nachzuholen. Das ist die zweite falsche Entscheidung. Diesmal nicht aus Mutlosigkeit, sondern aus Selbstüberschätzung. Sie werden besiegt und viele sterben. Zur falschen Zeit am richtigen Ort das Falsche getan.
Bevor ich mich jetzt, sozusagen in sicherem Abstand, zurücklehne und den Kopf schüttele über so viel Ungehorsam, Mutlosigkeit und Selbstüberschätzung, frage ich mich, ob diese Ereignisse damals auch etwas mit meinem Leben heute zu tun haben. Denn es ist ja so: Die Bibel als Gottes lebendiges Wort an die Menschen gibt nicht nur Antworten, sie stellt auch Fragen an mich und mein Leben. Wie ist es also mit dem Bibeltext heute? Hat nicht der Apostel Paulus mal etwas dazu gesagt? Richtig, in seinem ersten Brief an die Christen in Korinth im zehnten Kapitel. Da heißt es in den Versen elf und zwölf: „Alles dies aber widerfuhr jenen als Vorbild und ist geschrieben worden zur Ermahnung für uns, über die das Ende der Zeitalter gekommen ist. Daher, wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle." (1. Korinther 10,11-12)
Wenn ich also Paulus beim Wort nehme und dieser mühselige Umweg der Israeliten mir als Ermahnung dienen soll, bedeutet das doch, dass auch in meinem Leben Momente der Mutlosigkeit, Ungehorsam gegen Gott und Selbstüberschätzung vorkommen. Die dann zu Entscheidungen führen können, die mir nicht guttun. „Wer zu stehen meint, sehe zu, dass er nicht falle."
Es wäre wohl besser, nach Gottes Plan für mein Leben Ausschau zu halten. Denn den gibt es ja. Ich erkenne das daran, dass Gott mir Möglichkeiten schafft, aber auch Grenzen setzt. Er gibt mir Möglichkeiten z.B. in Form von Zeit, Kraft, Geld oder besonderen Fähigkeiten. Setzt mir aber auch Grenzen darin, wie ich mit diesen Dingen umgehen soll, wenn ich ihn ernst nehme. Davon bin ich wirklich überzeugt.
Möglichkeiten schaffen und Grenzen setzen sind beides Ausdruck von Gottes Fürsorge.
Auch die Israeliten erleben, wie Gott klare Grenzen setzt. Zum Beispiel als sie sich auf ihrem Weg ins versprochene Land dem Gebiet eines anderen Volkes, der Ammoniter nämlich, nähern. In unserem Text für heute steht in Vers 19: „Du sollst sie nicht befehden und dich nicht in Streit mit ihnen einlassen, denn ich werde dir von dem Land der Söhne Ammon keinen Besitz geben. Denn ich habe es den Söhnen Lot zum Besitz gegeben." In diesem Fall bedeutet das Richtige zu tun, auf einen Kampf zu verzichten, obwohl die Kräfte dazu vielleicht ausgereicht hätten.
Ein gutes Beispiel, Gottes Willen zu entsprechen, indem man mal nichts tut.
Israel hat nur eine Chance, im versprochenen Land zu leben, wenn es sich ganz dicht an Gottes Linien entlang bewegt. Für mich gilt das auch. Das Leben, das Gott für mich vorgesehen hat, kann ich nur erkennen und leben, wenn ich weiß, wo seine Linien sind. Das gelingt mal besser und mal schlechter. Und hinterher ist man immer klüger. Oder wie Sören Kierkegaard mal gesagt hat: „Das Leben wird vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden."
Bei all dem Nachdenken über Gottes Plan für mein Leben und dem Nachspüren seiner Linien in meinem Leben gibt es einen entscheidenden Faktor. Und das ist Gottes Ermutigung und Treue. Die Israeliten erleben das: „Macht euch auf, brecht auf und zieht über den Fluss Arnon! Siehe, ich habe den Amoriter Sihon, den König von Heschbon, und sein Land in deine Hand gegeben." So kann es auch für mich sein, dass Gott mich ermutigt, weitere Schritte mit ihm zu gehen. Auch wenn ich vorher Fehler gemacht habe.
Und wie weit geht Gottes Treue?
Für die Israeliten geht seine Treue so weit, dass er in seiner Beziehung zu ihnen noch einige weitere Kapitel der Auflehnung und Undankbarkeit erlebt, die auch schwere Folgen haben. Aber Gott gibt seine Verbindung trotzdem nie auf. Bis heute nicht.
Und in meinem Leben, das sich aufspannt zwischen Zuversicht und Mutlosigkeit, Demut und Selbstüberschätzung, Glauben und Zweifeln? Auch hier ist Gott schon viele Umwege mitgegangen, hat meine Zweifel und Vorwürfe ausgehalten. Und gibt seine Verbindung nicht auf. Bis heute nicht.
Gottes Treue ist also in jedem Fall groß genug für mich. Und auch für Sie.
Das will ich immer wieder als Ermutigung nehmen. Damit ich nicht immer, aber immer öfter das Richtige am richtigen Ort zur richtigen Zeit tun kann. Mit Gottes Hilfe.
Autor: Andreas Achenbach
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