Es sollte eine feierliche Einweihung des neuen Hauptquartiers aus Glas und Stahl werden, beim nächsten Nato-Gipfel im Frühjahr. Jetzt hat das mächtigste Militärbündnis der Welt als Reaktion auf die US-Wahl den Gipfel verschoben, und nach Feiern ist bei der NATO ohnehin niemandem mehr zumute. Der designierte amerikanische Präsident Donald Trump bezeichnet die NATO als ein "Grüppchen schwächelnder Staaten“, die sich nicht selbst verteidigen können und auf die USA setzen. Er will Beistand nur garantieren, wenn die anderen NATO-Mitgliedsstaaten mehr zahlen. Tatsächlich gesteht auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ein: angesichts der aktuell fließenden Länderzahlungen sei die EU nicht in der Lage "sich gegen Bedrohungen von außen zu verteidigen". Was kommt da auf uns zu? Eine Nato, die sich anders strukturieren muss? Eine europäische Armee, dessen Oberbefehlshaber noch zu finden wäre? Oder gar eine neue Ordnung in Europa, wenn zum Beispiel für die baltischen Staaten der Schutz durch die NATO wegfallen würde?