Fast jeder Vierte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Kaum war die Zahl des aktuellen Mikrozensus in der Welt, zählte sie zu den Top-Themen auf Twitter. Was zeigt, wie emotional dieses Thema ist. Aber was sagt uns dieser Hintergrund über die 20,8 Millionen Menschen eigentlich genau? Wer ist gemeint? Abgesehen davon, dass diejenigen dazu gezählt werden, die selbst oder mindestens einen Elternteil haben, das nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Eigentlich sollte die Kategorie mehr Klarheit zwischen Deutschen, Ausländern und ihren Nachkömmlingen schaffen, Diskriminierungen sichtbar und beobachtbar machen. Bewirkt hat sie im Laufe der Jahre genau das Gegenteil. Kritisiert wird nicht nur das Verfahren, auch gilt die Frage nach dem Migrationshintergrund vielerorts als Abgrenzungs- und Ausgrenzungskriterium. Der Hintergrund als Makel. Und dann wäre da noch die Frage, wann er biografisch gesehen eigentlich aufhört.