ERF Plus - Bibel heute

Einsetzung und Aussendung der Zweiundsiebzig


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Haben Sie heute schon „geerntet“? In meinem Beruf als Redakteurin für ein Missions- und Hilfswerk kann ich aus dem Lukasevangelium, Kapitel 10 quasi im Schlaf zitieren: Jesus schickt seine Jünger los, um die Gute Nachricht zu verkünden. Der Bedarf an Gottes Rettungsbotschaft ist groß – aber wer macht sich auf den Weg, um sie weiterzusagen?

Ich liebe an Gott, dass er für Beziehungen ist. Gott weiß, dass mir manches alleine schwerfällt. Er kennt uns Menschen mit unseren Persönlichkeiten, den Ecken und Kanten. Und deshalb ist ihm wichtig, dass wir Gemeinschaft untereinander haben und uns mit unseren Gaben ergänzen. Vers 1 beschreibt, wie Jesus seine Jünger immer zu zweit losgeschickt hat. Zwei ergänzen sich gegenseitig. Zwei können sich gegenseitig ermutigen – oder auch korrigieren. Mit wem in Ihrem Leben können Sie Jüngerschaft lernen und leben?

Jesus hat die Jünger also zu zweit losgeschickt. Und er hat sie vor sich hergeschickt, laut Vers 1. Das bedeutet, Jesus kommt nach. Er stärkt uns den Rücken. Wenn wir uns umdrehen würden, würden wir sehen, dass wir nicht alleine auf dem Weg sind.

Ich denke dabei an Kindheitstage. Wenn mein Papa mit mir auf den Spielplatz gegangen ist, dann bin ich schon mal fröhlich zum Sandkasten gelaufen. Wenn ich mich umgedreht habe, zum Beispiel jemanden zum Anschubsen gebraucht habe, dann war er da. Jesus schickt uns los – hin zu den Menschen. Wenn wir nicht weiterwissen, uns ausruhen müssen oder eine Frage haben, dann brauchen wir uns nur umdrehen.

Arbeit in der Ernte kann so aussehen: Menschen stellen sich in den Dienst von Mission und setzen in Kriegsgebieten und unter Verfolgung wie „Lämmer unter Wölfen“ ihr Leben ein. (siehe Vers 3)

Ich möchte Ihnen von Ibra erzählen, den mein Kollege im Nahen Osten kennengelernt hat. Ibra ist Christ, aber er hat einen muslimischen Hintergrund. Drei seiner Freunde wurden bei einer Bombenexplosion getötet. Mein Kollege hat das Leid in Ibras Augen gesehen. Aber was ihn am meisten berührt hat, war sein leidenschaftliches Fragen, was wir für die Menschen im Krieg tun könnten. Sie sterben, ohne den Herrn Jesus zu kennen, um dessentwillen Ibra schon so häufig verfolgt wird. Mein Kollege schreibt: „Ich kann nur staunen, wenn ich sehe, mit welchem leidenschaftlichen Eifer diese Handvoll Geschwister sich für die Menschen hier einsetzen und wenn ich höre, wie sie für ihr Volk beten. Das ermutigt mich und lässt mich darüber nachdenken, wie groß das Bedürfnis nach dem Evangelium ist.“

Erntearbeit kann auch so aussehen, wie die Arbeit von meinen Kollegen Frank und Angelika: Mit Spiel und Gesang geben sie auf Freizeiten in Kroatien die Liebe Gottes an Kinder weiter.  Und auch in Deutschland gibt es eine Ernte einzusammeln: Viele Missionare aus Südkorea, Lateinamerika oder afrikanischen Ländern kommen nach Deutschland, um den Menschen hier das Evangelium zurückzubringen.

Erntearbeit ist aber auch, mit dem Nachbarn über den Gartenzaun ins Gespräch zu kommen. Die Bäckersfrau nach ihrem Namen zu fragen. Zu beten für Familienangehörige und die Augen offenhalten nach Gelegenheiten, Gottes Frieden zu verkünden. Wie oft besuche ich Verwandte oder Bekannte und spreche bewusst Frieden über ihrem Haus aus, wie in Vers 5? Ich komme manchmal völlig gestresst und geladen bei einer Freundin an und bringe den Frust quasi schon mit durch die Tür. Könnte ich den Frust auch bei Jesus abgeben und meiner Freundin stattdessen Frieden ins Haus bringen?

Und wie wird man eigentlich ein Erntearbeiter für Gott?

Jesus sagt in Vers 3: „Geht hin!“ Ich brauche also die Bereitschaft, diesem Ruf zu folgen. In Vers 4 fordert Jesus die jünger auf, keine Verpflegung mitzunehmen. Das heißt, die zweite Voraussetzung für einen Erntearbeiter ist: Ich vertraue darauf: Gott versorgt mich, wenn ich ihm folge. Drittens: Ich kenne meinen Wert. Wenn ich mit Angehörigen über Jesus rede, bekomme ich oft Angst – was, wenn die das doof finden oder mich ablehnen? Wenn ich aber weiß, dass Jesus mich lieb hat und mich niemals ablehnt, kann ich gelassener mit solchen Gesprächen umgehen. Vers 7 sagt nämlich: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Jesus weiß, was es mich manchmal kostet, ihn zu bezeugen, er sieht die Mühe und er versorgt mich.

Eine weitere Aufgabe des Erntearbeiters: In Vers 7 fordert Jesus die Jünger auf, die Kranken zu heilen. Einfach so. Fällt mir persönlich jetzt nicht so leicht.   Ich glaube aber, wenn Jesus sagt: „Heil die Kranken“, dann darf ich vertrauen, dass das geht. Und dass er mir dafür die Kraft gibt. Das gilt auch für das Kranksein der Seele. Besonders in einer Welt, die von Angst beherrscht wird und von Schnelllebigkeit und Leistungsdruck geprägt ist. Auch das ist Arbeit in der Ernte: Menschen zuhören. Ihnen den Trost zusprechen, den sie nur in Jesus finden können. Und sie so für ihn gewinnen.

Was ist nun aber, wenn einer den Frieden nicht empfangen mag? Wie in Vers 10 und 11. Wenn die Gespräche mit der Familie oder dem Nachbarn schwierig sind, wenn der Mitarbeiter im Nahen Osten auf Ablehnung stößt? Dann vertraue ich weiter, dass Gott Gott ist, und dass er weiß, was er tut. Deshalb sendet Jesus uns zu zweit, zu dritt, als Gemeinde los: Jeder trägt seinen Teil dazu bei, dass Menschen ihn kennenlernen. Vielleicht bereitet mein Beitrag den „Boden“ vor – und ein anderer fährt dann die „Ernte ein“.

Verse 12-16 machen für mich deutlich, wie wichtig diese Erntearbeit ist. Wie wichtig es ist, Menschen von Jesus zu erzählen – wer Jesus ablehnt, dem wird es nicht gut gehen. (Vers 12)

Aus dieser Dringlichkeit heraus möchte ich mich von Gott gebrauchen lassen. Gleichzeitig weiß ich, dass Gott die Menschen noch viel wichtiger sind, als mir. Ich muss diese Ernte nicht allein auf den Schultern tragen. Ich darf mich von Jesus gebrauchen lassen. Mutig losgehen, ihm vertrauen, dass er hinter mir steht.

Wo können Sie sich heute von Gott als Erntearbeiter gebrauchen lassen und Menschen von ihm erzählen? Beten Sie mit mir für mehr Arbeiter in Gottes weltweiter Mission?

Autor: Corinna Schmid

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