Für die Beziehung zwischen England und Schottland gilt seit langem: Es ist kompliziert. Die wenig harmonische Geschichte der beiden Länder hat kuriose Höhepunkte: Heute vor 275 Jahren verbot England den Schotten, ihre traditionelle Kleidung aus Kilt und Tartan zu tragen. Seit 1603 werden die Königreiche Schottland und England in Personalunion vom selben Herrscher regiert und 1707 schließlich offiziell zum Königreich Großbritannien vereinigt. Das in vielen Jahrhunderten der Feindschaft gewachsene Misstrauen bleibt jedoch. Als der schottische Einfluss in den Jahrzehnten nach der Zusammenlegung schwindet, kommt es in Schottland immer wieder zu Aufständen. In der Mitte des 18. Jahrhundert reicht es den Engländern. Sie verabschieden mehrere Gesetze, die dazu dienen sollen, die Schotten zu entwaffnen und ihre nationale Identität zu schwächen. So auch den sogenannten "Dress Act", der das Tragen traditioneller schottischer Kleidung untersagt. Das Verbot zum Tragen von Kilt und Tartan wird bereits 1782 wieder aufgehoben. Das problematische Verhältnis zwischen England und Schottland hält dagegen bis heute an.