Polens Regierung will es wissen. Oder besser gesagt: Sie will beweisen, was sie längst zu wissen glaubt - über den Flugzeugabsturz von Smolensk vor mehr als 6 Jahren. Polens damaliger Präsident Lech Kaczynski gehörte zu denen, die bei dem Absturz ums Leben kamen. Und sein Zwillingsbruder Jaroslaw, der Chef der nationalkonservativen Regierungspartei in Polen, ist überzeugt: Es war ein Anschlag - verübt vom russischen Geheimdienst. Um das zu beweisen, sollen die Toten von Smolensk in dieser Woche exhumiert werden. Für die Regierungspartei eine Aufgabe von nationaler Tragweite. Denn Nationalismus gedeiht vor allem durch Feindbilder. Aber ihre Gegner sind überzeugt, dass Polens Nationalkonservative nicht nur Verschwörungs-Theoretiker sind, sondern sich auch selbst verschworen haben - gegen die polnische Demokratie. Und deren Absturz sei ebenso dramatisch wie der von Smolensk.