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Das menschliche Gehirn ist ein mächtiges Organ mit vielen Funktionen und Fähigkeiten. Um den sich stets wandelnden Lebensbedingungen gewachsen zu sein, Lösungen für immer neue Probleme zu finden und letztlich die eigene Lebenswelt auf schöpferische Weise zu erweitern oder, wie der Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer es ausdrückt, der vorgefundenen Welt neue Dimensionen hinzuzufügen, wird der Mensch mit seinem erstaunlichen Gehirn kreativ. Heute gehen wir den Fragen nach, wie Kreativität funktioniert, was uns kreativ macht und wodurch unsere schöpferischen Kräfte womöglich gehemmt werden. Ausgangspunkt ist ein Aufsatz Wolf Singers, der sich ausführlich mit den Hirnfunktionen befasst, die einem kreativen Akt zugrunde liegen. Er macht sich auf die Suche nach Begenungsmöglichkeiten von Neurowissenschaftlern und der Kunst. Kreativität ist nach seiner Sicht die Chance, der vorgefundenen Welt neue Dimensionen hinzuzufügen. Sie lässt uns Lösungen finden und neue Möglichkeiten austesten. Deshalb müssen Gehirne kreativ sein. Aber Kunstwerke werden nicht für den "Fall, dass" geschaffen. Wozu also dann? Die Hirnforschung könnte einiges dazu sagen - in Zukunft.
Imitieren gehört von Beginn an zu unserem Leben wie atmen und essen. Aber wie steht es mit dem Lernen? — „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ behauptet eine alte Redensart, und es liegt nicht wenig Wahrheit darin. In der der frühkindlichen Entwicklung scheint der Spracherwerb wesentlich einfacher als in späteren Jahren. Dennoch kann jeder Mensch bis ins hohe Alter eine Fremdsprache lernen, auch wenn es – im Vergleich zum Erwerb während der frühen Kindheit – mühsamer und unvollständiger ist. Eines gilt in jedem Fall: Mehrsprachigkeit trainiert das Gehirn. Wer als Kind gleich mehrere Sprachen lernt, trainiert nicht nur sein Gehirn. Er leidet im Alter womöglich auch weniger an Demenz.
Nachdem viele Psychologen und Neurowissenschaftler lange Zeit davon ausgingen, dass Menschen ausschließlich durch Erfahrung lernen, zeigt sich nun: Spracherwerb folgt einem biologischen Programm. Die sprachrelevanten Hirnareale scheinen bereits bei der Geburt angelegt. Mit den Mitteln der Hirnforschung und den Erkenntnissen der Sprachwissenschaften erklärt Professor Dr Angela D. Friederici, Direktorin am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, den Zusammenhang zwischen Wort und Hirn und – wie wir Sprache lernen.
In der Sprache steckt so viel Biologie wie menschliche Kultur. Wir können spielend Wörter kombinieren, ihre Bedeutungen erweitern und neue Wörter erfinden. Hirnforscher stoßen so an die Grenzen ihrer Möglichkeiten: persönliche Gedankenwelten zu entziffern will nicht gelingen. Das setzt auch der digitalen Welt immer noch Limits.
Im Rollenspiel hat das Kind Raum für die Entwicklung von Phantasie und Vorstellungsvermögen. Manchmal spielt es dabei ganz alleine mehrere Rollen und verarbeitet dabei wichtige Ereignisse und Eindrücke.
"Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt." (Friedrich Schiller, Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen, 15. Brief, 1795).
Ganz ohne die Zuhilfenahme moderner Mess- und Analyseverfahren wusste Friedrich Schiller schon vor über 220 Jahren um den Wert und den Sinn des Spiels für die Entwicklung und das Befinden des Menschen. Allein die spielerische Vermittlung zwischen Vernunft und Erfahren ermöglicht es nach Schillers Prämisse, das Gute und Schöne erkennen zu lernen. Vor allem das zweckfreie Lernen im Spiel macht das Leben lebenswert, bedeutet letztlich „ästhetische Erziehung“.
Die moderne Hirnforschung hat diese Annahme letztlich bewiesen. Man weiß heute, dass die Qualität der im Laufe der kindlichen Entwicklung entstehenden neuronalen Verbindungen direkt auf die Qualität der spielerischen Erfahrungen zurückgeführt werden kann. Die kreative Verbindung von Ideen, die Intensität der Vorstellungskraft, das sprachliche Vermögen und die generelle geistige Reife entwickeln sich aus der Art, wie Menschen spielen und wie sie spielen können. Denn nicht jeder hat die gleichen Chancen, sich spielerisch zu entwickeln.
Und hier kommt ein schöner Selbstversuch: Paintball ist ein lustiger Mannschaftssport, bei dem man einander mit kleinen Farbkugeln beschießt. Man kann dabei allerdings auch herausfinden, ob in einem ein Krieger steckt. Unser Autor Marcus Jauer nimmt dabei furchtlos die drohenden blauen Flecken in Kauf.
Wann entstand die Musik? Und wozu wurde sie geschaffen? Mythologie, Philosophie und Religionen liefern wichtige Antworten zum Ursprung des Homo musicus. Es berichtet die Leiterin der Abteilung Musik am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt am Main.
Wer ein absolutes Gehör besitzt, gilt als musikalisches Genie. Ob diese Gabe erlernbar oder vererbt ist, darüber streiten die Experten. Fest steht: Sie bringt nicht nur Vorteile mit sich. Iris Gutiérez beschäftigt sich in diesem Beitrag mit Menschen, die über ein außergewöhnliches Gehör verfügen: sogenannte Absoluthörer. Welche Faktoren die Entstehung des absoluten Gehörs beeinflussen, ob es angeboren oder angelernt ist und welche Vor- und mitunter tragischen Nachteile diese Gabe mit sich bringt hören Sie hier.
Die vollständigen Hörbücher des F.A.Z.-Archivs finden Sie hier: https://www.faz-archiv-shop.de/hoerbuecher-auf-cd/
Übrigens gibt es dort auch Lese-Dossiers zum Download zu ausgewählten Schwerpunktthemen, schauen Sie dazu doch einmal hier: https://www.faz-archiv-shop.de/dossiers/
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