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Jerusalem war von den Babyloniern erobert worden, wie der Prophet Jeremia es angekündigt hatte. Klar und deutlich sagte Jeremia: „Wer in der Stadt bleibt, wird sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den Chaldäern, wird sein Leben wie eine Beute davonbringen.“ Aber sein Wort galt dem König und seinen Räten damals nichts. Bis es zu spät war.
Die Stadt wurde erobert, der Tempel verbrannt, der König und die Masse des Volkes nach Babel deportiert. Für die im Lande Zurückgebliebenen wurde Gedalja von Nebukadnezar, dem König von Babel, als Statthalter eingesetzt. Gedalja, dessen Vater einst seine schützende Hand über Jeremia gehalten hatte, gehörte weder zur Kriegspartei, noch hatte er irgendwelche Umsturzgedanken. Er war ehrlich, selbstlos und besonnen. Mit Umsicht und Tatkraft bemühte Gedalja sich, geordnete Zustände im Land wieder herzustellen. Unter seiner Führung schien nach dem Schrecken des Krieges eine neue Zeit friedlichen Aufbaus anzubrechen. Sowohl die Babylonier, als auch seine eigenen Landsleute brachten ihm ihr Vertrauen entgegen. Gedalja war der rechte Mann, zur rechten Zeit, am rechten Ort.
Doch nicht alle sahen das so. Unser Text berichtet wie Jischmael, der zu den hohen Beamten des Königs von Juda gehörte, mit zehn Männern nach Mizpa kam, wo Gedalja seinen Amtssitz hatte. Als sie zusammen beim Essen saßen, zogen Jischmael und seine Männer plötzlich das Schwert, fielen über Gedalja her und stachen ihn nieder. Jischmael tötete auch alle anderen Judäer, die beim Essen dabei waren und die babylonischen Soldaten, die dort Wache hielten.
Was trieb Jischmael zu dieser schrecklichen Bluttat? Als Motiv können wir Eifersucht, Bitterkeit und Neid vermuten. Jischmael war nämlich ein Nachkomme aus der königlichen Familie Davids. „Ihm stehe doch die Macht und die Herrschaft im Lande zu und nicht diesem Gedalja. Gedalja muss getötet werden.“ Das war auch das Vorhaben von König Baalis von Amon, wie wir es im vorhergehenden Kapitel lesen.
Der Mord an Gedalja und an denen, die bei ihm waren, hatte furchtbare Folgen. Schon am nächsten Tag mussten von 80 Männern 70 sterben, die Jischmael mit seinen Leuten kaltblütig ermordete, um das Blutbad im Hause Gedaljas zu vertuschen. Es waren Männer aus Sichem, Silo und Samarien, die nach Jerusalem wollten, um an heiliger Stätte, wo der nun zerstörte Tempel stand, ihre Opfergaben darzubringen. Als Zeichen ihrer Trauer über die Zerstörung des Tempels trugen sie zerrissene Gewänder. Sie hatten sich ihre Bärte abrasiert und die Haut eingeritzt. Diese wehrlosen Männer lockte Jischmael unter falschem Vorwand nach Mizpa herein, um sie dort bis auf zehn Männer, die er aus Habgier verschonte, zu töten. Ihre Leichen warf er in eine Zisterne.
Danach flüchtete er in das Gebiet der Ammoniter, nicht ohne die Zeugen seiner Bluttat, die restlichen Bewohner von Mizpa, gefangen mitzuführen. Unter ihnen befand sich auch ein nahe und entfernte Verwandte des Königshauses, die sogenannten Königstöchter. Vermutlich wollte er im Schutz des Ammoniterkönigs die Reaktion der Babylonier abwarten, um dann zu gegebener Zeit zurückzukehren und die Macht im Lande endgültig in seine Hand zu bringen.
Als die schreckliche Bluttat doch bekannt wurde, nahm der Heerführer Johanan mit weiteren Heerführern und ihren Truppen die Verfolgung Jischmaels auf. Nur wenige Kilometer von Mizpa entfernt trafen sie bei dem großen Teich von Gibeon auf Jischmael und seine Leute und auf die Gefangenen von Mizpa. Doch zum Kampf kam es nicht, da die Gefangenen beim Anblick von Johanans Heer zu diesem überliefen. Jischmael konnte entkommen und floh mit acht Männern zu den Ammonitern.
Johanan und die anderen Heerführer kehrten allerdings mit den befreiten Gefangenen nicht mehr nach Mizpa zurück. Sie hatten Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen der Babylonier für die Ermordung Gedaljas, obwohl sie daran unschuldig waren. Und was sollten sie auch noch in Mizpa? Gedalja war ja nicht mehr, der sie einst ermutigt hatte im Land zu bleiben. Seine Ermordung brachte den Zusammenbruch des verheißungsvoll begonnen Wiederaufbaus des Landes.
Da gab es doch noch den alten Plan in Ägypten vor den Babyloniern Zuflucht zu nehmen. Also auf nach Ägypten. Und so zogen sie nach Süden an Jerusalem vorbei und rasteten erst in der Nähe von Bethlehem um von dort weiter nach Ägypten zu fliehen.
Aus dem weiteren Verlauf der Geschichte wissen wir, dass die Flucht nach Ägypten keine Flucht zu Gott war. Auch dort musste Jeremia, den man zwang, nach Ägypten mitzuziehen, gegen die Abgötterei seiner Volksgenossen predigen.
Eifersucht, Bitterkeit und Neid bestimmten Jischmael. Und wir sehen, welche zerstörenden Folgen das hier im großen politischen Bereich haben kann, aber auch in meinem kleinen Lebensbereich wirkt Neid zerstörend.
Jakobus schreibt in seinem Brief, im Kapitel 3,14-16: Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet.
Autor: Pastor Paul Thomczik
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By ERF - Der Sinnsender5
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Jerusalem war von den Babyloniern erobert worden, wie der Prophet Jeremia es angekündigt hatte. Klar und deutlich sagte Jeremia: „Wer in der Stadt bleibt, wird sterben müssen; wer aber hinausgeht zu den Chaldäern, wird sein Leben wie eine Beute davonbringen.“ Aber sein Wort galt dem König und seinen Räten damals nichts. Bis es zu spät war.
Die Stadt wurde erobert, der Tempel verbrannt, der König und die Masse des Volkes nach Babel deportiert. Für die im Lande Zurückgebliebenen wurde Gedalja von Nebukadnezar, dem König von Babel, als Statthalter eingesetzt. Gedalja, dessen Vater einst seine schützende Hand über Jeremia gehalten hatte, gehörte weder zur Kriegspartei, noch hatte er irgendwelche Umsturzgedanken. Er war ehrlich, selbstlos und besonnen. Mit Umsicht und Tatkraft bemühte Gedalja sich, geordnete Zustände im Land wieder herzustellen. Unter seiner Führung schien nach dem Schrecken des Krieges eine neue Zeit friedlichen Aufbaus anzubrechen. Sowohl die Babylonier, als auch seine eigenen Landsleute brachten ihm ihr Vertrauen entgegen. Gedalja war der rechte Mann, zur rechten Zeit, am rechten Ort.
Doch nicht alle sahen das so. Unser Text berichtet wie Jischmael, der zu den hohen Beamten des Königs von Juda gehörte, mit zehn Männern nach Mizpa kam, wo Gedalja seinen Amtssitz hatte. Als sie zusammen beim Essen saßen, zogen Jischmael und seine Männer plötzlich das Schwert, fielen über Gedalja her und stachen ihn nieder. Jischmael tötete auch alle anderen Judäer, die beim Essen dabei waren und die babylonischen Soldaten, die dort Wache hielten.
Was trieb Jischmael zu dieser schrecklichen Bluttat? Als Motiv können wir Eifersucht, Bitterkeit und Neid vermuten. Jischmael war nämlich ein Nachkomme aus der königlichen Familie Davids. „Ihm stehe doch die Macht und die Herrschaft im Lande zu und nicht diesem Gedalja. Gedalja muss getötet werden.“ Das war auch das Vorhaben von König Baalis von Amon, wie wir es im vorhergehenden Kapitel lesen.
Der Mord an Gedalja und an denen, die bei ihm waren, hatte furchtbare Folgen. Schon am nächsten Tag mussten von 80 Männern 70 sterben, die Jischmael mit seinen Leuten kaltblütig ermordete, um das Blutbad im Hause Gedaljas zu vertuschen. Es waren Männer aus Sichem, Silo und Samarien, die nach Jerusalem wollten, um an heiliger Stätte, wo der nun zerstörte Tempel stand, ihre Opfergaben darzubringen. Als Zeichen ihrer Trauer über die Zerstörung des Tempels trugen sie zerrissene Gewänder. Sie hatten sich ihre Bärte abrasiert und die Haut eingeritzt. Diese wehrlosen Männer lockte Jischmael unter falschem Vorwand nach Mizpa herein, um sie dort bis auf zehn Männer, die er aus Habgier verschonte, zu töten. Ihre Leichen warf er in eine Zisterne.
Danach flüchtete er in das Gebiet der Ammoniter, nicht ohne die Zeugen seiner Bluttat, die restlichen Bewohner von Mizpa, gefangen mitzuführen. Unter ihnen befand sich auch ein nahe und entfernte Verwandte des Königshauses, die sogenannten Königstöchter. Vermutlich wollte er im Schutz des Ammoniterkönigs die Reaktion der Babylonier abwarten, um dann zu gegebener Zeit zurückzukehren und die Macht im Lande endgültig in seine Hand zu bringen.
Als die schreckliche Bluttat doch bekannt wurde, nahm der Heerführer Johanan mit weiteren Heerführern und ihren Truppen die Verfolgung Jischmaels auf. Nur wenige Kilometer von Mizpa entfernt trafen sie bei dem großen Teich von Gibeon auf Jischmael und seine Leute und auf die Gefangenen von Mizpa. Doch zum Kampf kam es nicht, da die Gefangenen beim Anblick von Johanans Heer zu diesem überliefen. Jischmael konnte entkommen und floh mit acht Männern zu den Ammonitern.
Johanan und die anderen Heerführer kehrten allerdings mit den befreiten Gefangenen nicht mehr nach Mizpa zurück. Sie hatten Angst vor den Vergeltungsmaßnahmen der Babylonier für die Ermordung Gedaljas, obwohl sie daran unschuldig waren. Und was sollten sie auch noch in Mizpa? Gedalja war ja nicht mehr, der sie einst ermutigt hatte im Land zu bleiben. Seine Ermordung brachte den Zusammenbruch des verheißungsvoll begonnen Wiederaufbaus des Landes.
Da gab es doch noch den alten Plan in Ägypten vor den Babyloniern Zuflucht zu nehmen. Also auf nach Ägypten. Und so zogen sie nach Süden an Jerusalem vorbei und rasteten erst in der Nähe von Bethlehem um von dort weiter nach Ägypten zu fliehen.
Aus dem weiteren Verlauf der Geschichte wissen wir, dass die Flucht nach Ägypten keine Flucht zu Gott war. Auch dort musste Jeremia, den man zwang, nach Ägypten mitzuziehen, gegen die Abgötterei seiner Volksgenossen predigen.
Eifersucht, Bitterkeit und Neid bestimmten Jischmael. Und wir sehen, welche zerstörenden Folgen das hier im großen politischen Bereich haben kann, aber auch in meinem kleinen Lebensbereich wirkt Neid zerstörend.
Jakobus schreibt in seinem Brief, im Kapitel 3,14-16: Seid ihr aber gehässig, voller Neid und Streitsucht, dann braucht ihr euch auf eure angebliche Weisheit nichts einzubilden. In Wirklichkeit verdreht ihr so die Wahrheit. Eine solche Weisheit kann niemals von Gott kommen. Sie ist irdisch, ungeistlich, ja teuflisch. Wo Neid und Streitsucht herrschen, da gerät alles in Unordnung; da wird jeder Gemeinheit Tür und Tor geöffnet.
Autor: Pastor Paul Thomczik
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