Als Universalgenie kann man es schaffen, 500 Jahre nach seinem Tod lebendig zu sein. Leonardo da Vinci bringt dieser Tage die Welt mehr denn je in Wallung. Er ist nicht nur Universalgenie, er ist omnipräsent. Sein vitruvianischer Mensch schmückt prominent die italienische Ein-Euro- Münze. Zahlreich werden seine Motive wie die "Mona Lisa“ oder das berühmte "Abendmahl“ bis heute mal ernsthaft verarbeitet, mal ironisch gebrochen. Das "Abendmahl“ zeigt Jesus mit den zwölf Aposteln eine Sekunde, nachdem er ihnen (am Vorabend seiner Kreuzigung) bei Tisch gesagt hatte: "Einer von euch wird mich verraten“.
Nun debattieren im Leonardo-Jahr Fans und Kritiker des Ausnahmekünstlers aus aller Welt über seine Verdienste als Maler, Erfinder und Anatom. Und da gibt es auch diejenigen, die in all dem Jubel über die "Jahrtausendfigur“ einwerfen: "Er war kein außergewöhnlicher Erfinder, er war nur neugierig und wollte zeichnen!“ Verrat, 500 Jahre nach seinem Tod? Sein Leben und sein Werk sind bis heute nicht restlos erforscht. Liegt das Geheimnis seines Ruhmes vielleicht gerade darin, dass Leonardo auf ewig ein Rätsel bleiben wird?