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Wir springen in dieser Folge ans Ende des 19. Jahrhunderts, wo unsere Geschichte aus der Geschichte beginnt. Nicht nur, aber auch in Deutschland hat der Siegeszug des Telefons begonnen. Damals, allerdings, noch ohne die Möglichkeit selbst die Nummer zu wählen. Stattdessen gab es Verbindungszentralen, in denen vornehmlich junge Frauen saßen, um die Anrufe durchzustellen.
Wir sprechen über diese “Fräulein vom Amt”: warum die Arbeit meist Frauen machten, welche Frauen das waren und wo sie heute sind.
Die erwähnte Literatur ist das Buch “Fräulein vom Amt”, herausgegeben von Helmut Gold und Anette Koch.
Das Profilbild zeigt das Bild einer deutschen Telefonistin aus dem Jahr 1930, und ist lizensiert unter einer Creative Commons Lizenz: Bundesarchiv, Bild 102-09292 / CC-BY-SA 3.0
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Wir springen in dieser Folge nach Südamerika in die La Plata-Region und beschäftigen uns mit dem bislang größten militärischen Konflikt des Subkontinents: den Tripel-Allianz-Krieg. Von 1864 bis 1870 kämpfte Paraguay gegen die Tripel-Allianz bestehend aus Argentinien, Brasilien und Uruguay. Der Krieg hatte für Paraguay, das ungefähr die Hälfte seiner Einwohner verlor, verheerende Folgen und prägt das Land bis heute. Wir sprechen darüber, wie es dazu kam, wie der Krieg verlief, welche Folgen er hatte und wie er bis heute erinnert wird.
Vielen Dank an Prof. Dr. Ralph Rotte von der RWTH Aachen, der uns als Experte zur Verfügung stand und ein Buch über den Tripel-Allianz-Krieg geschrieben hat: Paraguays „Großer Krieg“ gegen die Tripel-Allianz.
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Wir springen in dieser Folge wieder tief ins Mittelalter. Wir sprechen über Barbara von Cilli, die Ehefrau des römisch-deutschen Kaisers Sigismund von Luxemburg. In der Geschichte lange Zeit als “Schwarze Königin” bezeichnet, ging Barbara schon früh nach ihrem Tod als eine der niederträchtigsten Königinnen des Mittelalters in die Geschichte ein.
Wie es dazu kam, und warum wir auch nach Jahrhunderten viele Dinge aus der Geschichte hinterfragen sollten, klären wir in dieser Folge.
Als Expertin stand uns diesmal Dr. Daniela Dvořáková zur Verfügung. Nicht nur durch ihre Monographie über Barbara von Cilli, sondern auch dankenswerterweise indem sie sich an einem schönen Samstagnachmittag in einem Kaffeehaus in Bratislava für diese Episode interviewen ließ.
Das Profilbild zeigt (angeblich) Barbara von Cilli beim Einzug zum Konzil in Konstanz.
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Wir springen in dieser Folge 100 Jahre zurück, in das Jahr 1918, und beschäftigen uns mit der wahrscheinlich größten demographischen Katastrophe des 20. Jahrhunderts. Jeder dritte Mensch hat sich damals mit der Spanischen Grippe angesteckt und es gibt Untersuchungen, die von 50 Millionen Grippetoten ausgehen. Und dennoch gibt es in Bezug auf die Spanische Grippe kaum Erinnerungskultur.
Das in der Episode erwähnte Buch ist „Pale Rider: The Spanish Flu of 1918 and How it Changed the World“ von Laura Spinney.
Das Bild „Die Familie“ zeigt Egon Schiele mit seiner Frau Edith und dem gemeinsamen Kind. Schiele hat es nach dem Tod seiner schwangeren Frau gemalt und kurz bevor er selbst an der Grippe gestorben ist.
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Wir springen in dieser Folge in die 30er Jahre des 20. JH und sprechen über ein Hörspiel, das auch heute noch gern als eines der ersten Beispiele für den Einfluss der Massenmedien auf den Menschen herangezogen wird: War of the Worlds, ursprünglich ein Roman von H.G. Wells, fürs amerikanische Radio von Orson Welles adaptiert.
Wir sprechen über die – laut zahlreicher Zeitungsberichte, die am nächsten Tag erschienen – ausgebrochene Massenpanik, hervorgerufen durch die angeblich zu realitätsnahe Darbietung der Akteure. Außerdem sprechen wir darüber, warum das so höchstwahrscheinlich gar nicht alles stimmt.
Vielen Dank an Martin Hemmer fürs großartige Einsprechen dieser New York Times Meldung vom 31. Oktober 1938. Wer mehr von seiner Stimme hören will kann das zum Beispiel hier tun.
Das erwähnte Buch von W. Joseph Campbell heißt “Getting it Wrong: Ten of the Greatest Misreported Stories in American Journalism”.
Den gesamten Originalbroadcast von “War of the Worlds” gibt’s auf archive.org zum Anhören und Runterladen.
Das Episodenbild zeigt Orson Welles in der Nacht nach der Ausstrahlung des Hörspiels, während er, von Reportern belagert, ein Statement abgibt.
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Wir beschäftigen uns in dieser Folge mit der faszinierenden Biographie Bertha Pappenheims. Sie war eine Protagonistin der konfessionellen Frauenbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts, Gründerin des Jüdischen Frauenbundes, eine bedeutende Stimme im Kampf gegen den Mädchenhandel und eine Pionierin der Sozialarbeit. Aber dennoch ist sie vielen vor allem als berühmte Patientin in Erinnerung geblieben, als Anna O., „Urpatientin“ der Psychoanalyse.
Vielen Dank an Prof. Dr. Britta Konz von der TU Dortmund, die ihre Dissertation über Bertha Pappenheim geschrieben hat und uns als Expertin zur Verfügung stand.
Ein weiterer Dank geht an Juna Grossmann, die uns in Episode 86, die Geschichte eines falschen Messias erzählt hat und den Hinweis für diese Folge geliefert hat.
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Wir springen in dieser Episode an den Anfang des 20. Jahrhunderts. Schauplatz ist die sehr kleine Insel Kabakon im südpazifischen Bismarck-Archipel. Protagonist der Geschichte ist August Engelhardt, einst geborener Nürnberger, nun neugeborener Lebensreformer.
Im Dunstkreis eben dieser Lebensreformer entwickelt er einen neuen Kult, der sich gänzlich um nur eine Sache dreht: die Kokosnuss.
Der in der Episode erwähnte Artikel von Sebastian Huncke ist hier zu finden. In der Episode wurde es zwar nicht erwähnt, aber Sebastian Huncke hielt auch einen Vortrag im Rahmen eines Science Slams über August Engelhardt. Der ist hier zu finden.
Das Episodenbild ist ein Ausschnitt aus diesem Stich aus dem Jahr 1807, linzensiert durch die Wellcome Collection auf Basis einer CC 4.0 Lizenz.
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Wir springen in das Jahr 1955 und sprechen über ein ganz besonderes Länderspiel: Die Sowjetunion empfing am 21. August 1955 die DFB-Auswahl der Bundesrepublik. Die westdeutsche Mannschaft reiste als Weltmeister nach Moskau und brisanter könnte die Gemengelage für ein Fußballspiel kaum sein: Es gab noch keine diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern, zahlreiche Kriegsgefangene warteten in der Sowjetunion auf ihre Rückkehr nach Deutschland, ungefähr 1.500 deutsche Fans reisten mit nach Moskau und dann folgte nur drei Wochen nach dem Spiel ein Staatsbesuch Konrad Adenauers in Moskau.
Zu dieser Episode wird in Kürze eine Rückpass-Folge erscheinen, in es noch etwas ausführlicher über das Länderspiel von 1955 gehen wird.
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Wir springen in dieser Episode ins Frankreich des 18. Jahrhunderts. Gerade mal 35 Jahre alt, findet dort der zukünftige Star der Aufklärung und Wegbereiter der französischen Revolution François-Marie Arouet – uns heute bekannt als Voltaire – eine Möglichkeit, all seine Geldsorgen der Vergangenheit angehören zu lassen.
Bevor es dazu kommt, sprechen wir allerdings noch etwas über Lotterien an sich und warum der Erleuchtete Voltaire unter chronischem Geldmangel litt.
Als Verstärkung für all jene Dinge, die mit Mathematik zu tun haben, ist diesmal Dr. Sandra Müller zu hören, die am Kurt Gödel Research Center in Wien forscht und dankenswerterweise so nett war, ein paar Dinge leicht verständlich zu erklären und schließlich noch die Frage zu beantworten, ob das, was Voltaire damals mit der Lotterie anstellte auch heute noch möglich wäre.
Die erwähnte Biographie, verfasst von Roger Pearson, heißt “Voltaire Almighty – A Life In Pursuit Of Freedom” und ist ganz hervorragend.
Das Episodenbild zeigt Voltaire in einem Schnitt, angefertigt gegen Ende des 19. Jahrhunderts.
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Kolonialismusforschung ist Zukunftsforschung, sagt der Historiker Prof. Zimmerer (@juergenzimmerer), der an der Universität Hamburg die Forschungsstelle „Hamburgs (post-)koloniales Erbe/Hamburg und die frühe Globalisierung“ (@coloniallegacy) leitet. Seine Kritik: Wir betrachten die Globalisierung zu kurzsichtig und nur als ahistorisches Phänomen.
Für Episode 138, in der es um Askari und die Kolonialgeschichte des Deutschen Reichs geht, habe ich ein Interview mit Prof. Jürgen Zimmerer geführt. Für die Episode habe ich nur ein paar kurze Ausschnitte verwendet, wir haben aber über viel mehr gesprochen – ua. über Globalisierung und auch über den Völkermord an den Herero und Nama. Daher gibt es jetzt als Bonusfolge das komplette Interview.
Hier noch ein Linktipp: Letztes Jahr habe ich für die Uni Hamburg ein Interview mit Prof. Zimmerer gemacht.
Globalisierung und Kolonialismus: #UHH-Prof. Jürgen Zimmerer (@juergenzimmerer) im Interview.https://t.co/qFgcf7btye pic.twitter.com/y8PLI4cF3s
— Universität Hamburg (@unihh) 1. Juni 2017
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