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Wir springen in dieser Folge in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ort des Geschehens ist das heutige Italien, das zu diesem Zeitpunkt ein Fleckenteppich kleinerer und größerer Herrschaftsgebiete war. Eines davon war der Kirchenstaat, der zu diesem Zeitpunkt schon seit über 1000 Jahren existiert. Doch das Revolutionsjahr 1848 steht vor der Tür, und der neugewählte Papst Pius IX. steht vor einer schwierigen Entscheidung.
Wir sprechen in dieser Episode darüber, wie diese Entscheidung aussah und welche Folgen sie für ihn, das System des Kirchenstaats und die Gesamtbevölkerung Italiens hatte.
Die erwähnte Literatur ist das Buch “The Pope Who Would Be King” von David I. Kertzer.
Das Episodenbild zeigt Pius IX. in einem Portrait des US-amerikanischen Malers George Peter Alexander Healy aus dem Jahr 1781.
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Wir springen diesmal nicht in eine bestimmte Zeit, sondern durch die Jahrhunderte und sprechen darüber, wie Alkohol und Alkoholkonsum Geschichte geprägt haben. Dabei schauen wir uns nicht nur an, wie Churchill seinen Martini am liebsten getrunken hat, sondern auch, welchen Zweck das bayerische Reinheitsgebot hatte und was es mit dem Trinkzwang für Diplomaten in der Frühen Neuzeit auf sich hatte – nicht zuletzt geht es auch um Alkoholismus und die Branntweinpest.
Vielen Dank an Jochen Oppermann, der uns als Experte für diese Folge unterstützt hat. Er hat das Buch „Im Rausch der Jahrhunderte. Alkohol macht Geschichte“ geschrieben.
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Der Kieler Matrosenaufstand vom 3. November 1918 gilt als Anfangspunkt der Novemberrevolution 1918/19. Aber wie begann der Aufstand und wie verbreitete sich die Revolution anschließend in wenigen Tagen im Reich? Dirk Liesemer hat ein Buch über die erste Phase der Novemberrevolution geschrieben und er hat dafür viele Aufzeichnungen, Quellen und Berichte zusammengetragen. In „Aufstand der Matrosen. Tagebuch einer Revolution“, mit einem Vorwort von Norbert Lammert (mare-Verlag), zeichnet er die Ereignisse vom 28. Oktober bis zum 12. November nach.
Das Interview mit Dirk Liesemer ist die erste Zusatzepisode der kleinen Themenreihe „Revolution 1918/19“. Wir sprechen über die Ereignisse und auch über die Erinnerungskultur zur Novemberrevolution, die sich im Laufe der Jahrzehnte verändert hat, denn die Matrosen wurden lange Zeit als „Novemberverbrecher“ diffamiert.
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Wir springen in dieser Folge ins 16. Jahrhundert: in den Küchen, v.a. Englands, wird gerne Fleisch gebraten, die präferierte Zubereitungsart ist der Drehspieß. Wer aber will schon stundenlang neben dem Feuer stehen, um Fleisch zu drehen? Wir sprechen darüber, wie ein Hund – der Vernepator Cur, oder auch Turnspit Dog – ab dem 16. bis tief ins 19. Jahrhundert aus keiner respektablen Küche mehr wegzudenken war.
Unterstützt wurde diese Folge von Martin Hemmer mit einer kurzen Darbietung des Kinderlieds über den Hund, der in die Küche kam und ein unschönes Ende fand. Vielen Dank!
Der in der Folge angesprochene Beitrag der Kitchen Sisters ist hier zu finden, das angesprochene Buch von Jan Bondeson heißt “Amazing Dogs: A Cabinet of Canine Curiosities” und ist zum Beispiel hier zu finden.
Das Episodenbild zeigt die Darstellung eines Vernepator Cur aus einer Illustrated Natural History, veröffentlicht im Jahr 1862.
Einen Vernepator Cur bei der Arbeit gibt’s in einer Illustration aus einem Buch über Wales, veröffentlicht im Jahr 1800, hier zu sehen.
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Wir springen 100 Jahre zurück und beschäftigen uns mit der Novemberrevolution von 1918/19. Am 9. November 1918 wird nicht nur die Abdankung von Kaiser Wilhelm II. verkündet, sondern wird in Berlin (mindestens) zweimal die Republik ausgerufen: Durch Philipp Scheidemann auf dem Balkon des Reichstags und durch Karl Liebknecht beim Berliner Schloss.
Was wissen wir eigentlich über die Ereignisse am 9. November, die in der Rückschau mit zu den symbolträchtigsten Ereignissen der deutschen Geschichte zählen? Beim genaueren Blick auf die Quellen zeigt sich, dass die Republik-Ausrufungen erst im Nachhinein zu dieser Zäsur stilisiert wurden, als die wir sie heute kennen.
Diese Folge ist gleichzeitig der Startpunkt für eine kleine Serie zur Revolution. In den nächsten Wochen folgen weitere Episoden, in denen einzelne Aspekte dieser Geschichte noch weiter vertieft werden.
Vielen Dank an Dominik Juhnke vom Zentrum für Zeithistorische Forschung, der uns als Experte zur Verfügung stand. Das Buch, über das wir gesprochen haben, das er mit Judith Prokasky und Martin Sabrow herausgegeben hat, heißt „Mythos Revolution. Karl Liebknecht, das Berliner Schloss und der 9. November 1918“.
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Wir springen in dieser Episode in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Ort des Geschehens sind die heutigen USA. Es herrscht Aufbruchsstimmung, denn alle wollen in den Westen. Um dorthin zu gelangen werden Dampfschiffe verwendet, doch die Reise auf den seichten, schlammigen Flüssen der USA ist nicht ganz ungefährlich.
Wir sprechen in dieser Episode über eines der Schiffe, das Passagiere und Waren in den Westen brachte, aber auch über Schatzsucher, die im Jahr 1988 den Fund ihres Lebens machten.
Die in der Episode erwähnten Bilder gibt’s – aus Spoilergründen – hier.
Das Episodenbild zeigt – in Ermangelung einer verwendbaren Darstellung der Arabia – die einige Jahre jüngere Mayflower.
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Wir springen zurück in die Frühe Neuzeit und beschäftigen uns diese Woche mit Piraterie, Kaperei und Sklavenhandel. Während die europäischen Seemächte den Seehandel, und insbesondere den transatlantischen Sklavenhandel, immer weiter ausbauten, wurden ihre Schiffe von den Barbaresken-Korsaren der nordafrikanischen Küste bedroht. Denn die kaperten die Schiffe und versklavten die Besatzung.
Als Gegenmaßnahmen richteten die europäischen Seemächte zB. Versicherungen ein, sog. Sklavenkassen, oder schlossen tributgestützte Verträge. Die Bittbriefe der Gefangenen und die Berichte der Zurückgekehrten prägten in der Folge das negative Bild, das sich bei den europäischen Seemächten von den islamisch geprägten Reichen verbreitete.
Ein Rückkehrer war Hark Olufs, der nach 12 Jahren Gefangenschaft wieder nach Amrum kam. Sein Grabstein, auf dem seine Lebensgeschichte erzählt wird, ist ein vielbesuchtes Kulturdenkmal auf Amrum.
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„95 Prozent der Geschichte, die wir auf dem Markt sehen, ist nicht-universitäre Geschichte in teilweise populärsten Formen“, erklärt Thorsten Logge. Er ist Professor im Fachbereich Geschichte an der Uni Hamburg und arbeitet im Bereich Public History und untersucht unterschiedliche mediale Formen von Geschichte im öffentlichen Raum.
In dieser Folge erzählen wir uns mal keine Geschichte, sondern sprechen mit Thorsten Logge darüber, was Geschichte überhaupt ist und warum es wichtig ist für eine Gesellschaft, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Denn, wie es Thorsten Logge ausdrückt: „Im Austausch miteinander über die Vergangenheit, konstruieren wir unsere gesellschaftliche Gegenwart.“
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Wir springen diesmal ins Jahr 1000 nach der Zeitenwende. Ort des Geschehens ist eine Stadt, die im heutigen Iran liegt, Protagonist ist ein Gelehrter, der heute in erster Linie als Al-Biruni bekannt ist. Der Universalgelehrte, zu diesem Zeitpunkt erst 29 Jahre alt, erhält einen kuriosen Auftrag: er soll für seinen Herrn das ultimative Geschichtswerk schreiben. Wir sprechen darüber, mit welchen Schwierigkeiten al-Biruni dabei zu kämpfen hat, und warum er ohne Weiteres der Vater der Globalgeschichte genannt werden könnte.
Die Übersetzung des besprochenen Werkes gibt’s auf Archive.org nachzulesen (und runterzuladen).
Das Episodenbild zeigt Al-Biruni auf einer iranischen Briefmarke, ausgegeben im Jahr 1973 zu Ehren seines 1000. Geburtstags.
Diese Episode basiert in weiten Teilen auf dem Artikel “The Invention of World History”, verfasst von S. Frederick Starr, Professor an der Johns Hopkins Universität.
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Wir springen etwa 100 Jahre zurück und beschäftigen uns mit Chemiegeschichte: Es geht um Salpeter. Ein Stoff, Kaliumnitrat, von dem Europa im 19. Jahrhundert abhängig war, denn er war Hauptbestandteil von Schießpulver und Basis von Düngemittel für die Landwirtschaft.
Mitte des 19. Jahrhunderts begann dann der industrielle Abbau von Salpeter. Nach dem Salpeterkrieg, ab 1884, sicherte sich Chile praktisch das Monopol auf den Handel mit Salpeter, das vor allem in der Atacama-Wüste abgebaut wurde. Doch der Boom währte nur kurz: Mit dem Haber-Bosch-Verfahren stand bald eine Alternative bereit, die dazu führte, dass der Handel mit Salpeter in den 1920er Jahren zusammenbrach und die vielen Fabriken in der Atacama-Wüste zu Geisterstädten wurden – die heute Teil des UNESCO Weltkultur-Erbes sind.
Vielen Dank an unsere Expertin Marlene Scheuermeyer!
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