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Auf der Bühne hat der Tod so eine selbstverständliche Rolle wie im wahren Leben. In fast jedem Stück kommt er irgendwie vor. Schauspieler*innen müssen auf der Bühne alles: um eine Figur trauern, sie umbringen, einen Suizid miterleben oder sogar selbst sterben. Abend für Abend. Wie bitte geht das? Robert Zimmermann, seit 2018 Ensemblemitglied an der Landesbühne Niedersachsen Nord hat uns trotz Spielzeitferien die Türen zum Stadttheater in Wilhelmshaven aufgeschlossen und erzählt! Ach - und wenn ihr wissen wollt, was wir in den Ferien so machen und wie es mit dem Gezeitenpodcast weitergeht: das erfahrt ihr am Ende dieser Folge! Schönes Hören!
Sturmlicht begleitet Kinder, Jugendliche und Familien in der Zeit des Abschieds und der Trauer. Es ist das einzige Angebot in der Region, dass es schon dann für Familien gibt, wenn die Nachricht eines nahenden Todes einer Mutter oder eines Vaters in die Familie hereinbricht. Dann tobt der Sturm und nichts bleibt wie es war. Und dann versuchen die Mitarbeiterinnen von Sturmlicht Planken zu sein. Halt zu geben. Sie begleiten Familien von Emden bis Wilhelmshaven oder Bremen und mit allen Erfahrungen, die sie bisher gemacht haben, klingt viel Zuversicht aus den Worten von Trauerbegleiterin Frauke Heinroth – Peters und Kunsttherapeutin Ute Naumann. Denn sie begleiten die Familien ja auch zurück ins Leben! Und das gelingt eigentlich immer. Auch die Kinder und Jugendlichen können die Trauer überwinden. "Wir müssen zulassen, dass die Trauer der Kinder und Jugendlichen eine andere ist, als die von uns Erwachsenen". Sturmlicht: wir sind unfassbar bewegt von eurer so, so wertvollen Arbeit!
Er erlebt die Situationen mit, die wir uns nicht vorstellen mögen. Er ist direkt am Unfallort. Direkt nach dem Suizid bei dem Verstorbenen. Direkt nach einem Infarkt bei den Angehörigen. Manchmal wird er auch gerufen, um sogar die Todesnachricht zu überbringen. Frank Moritz ist Notfallseelsorger der ersten Stunde in der Region und bisher ist er immer nach Hause gefahren mit dem Gefühl: ... es war gut, hingefahren zu sein. Da gewesen zu sein. Als Seelsorger. Über seine Arbeit und warum er als Pastor der Gemeinde Bant in Wilhelmshaven auch immer gerne Reisen anbietet und unterwegs ist erzählt er uns im Gezeitenpodcast Folge 18!
Vor einigen Wochen haben wir eine Mail bekommen. "Hallo, wir sind der Adieushop in Wilhelmshaven. Lust, uns kennenzulernen?" Adieushop? Ein Klick auf die Seite und unsere Begeisterung war grenzenlos. Zwei junge Absolventinnen der Jade Hochschule, ein Startup in der Südstadt, eine unglaublich mutige und besondere Geschäftsidee! Linda Pauksztat und Nursah Capulcu fertigen in ihrer kleinen Werkstatt am Fuße der KW Brücke temporäre Grabmale aus Holz. Jedes höchstindividuell, in unterschiedlichen Schriften, mit oder ohne Foto, alles ist möglich. Gestaltet über einen Konfigurator auf der Homepage, der möglich macht, dass "jeder Mensch unabhängig von seiner Kultur, Religion oder Herkunft ein ehrenvolles Andenken erhält". Der Rest ist liebevolle Handarbeit. Natürlich haben wir die Einladung angenommen, und dabei zwei wunderbare junge Unternehmerinnen mit ganz viel Herz kennengelernt.
Das Hospiz am Wattenmeer ist aus Friesland nicht mehr wegzudenken. Maik Hinrichs leitet das Haus der Hopiz und Palliativarbeit "Am Jadebusen", das es ja erst seit 2018 gibt, von Anfang an. Hier gibt es 8 stationäre Betten unter einem Dach mit der ambulanten Hospizhilfe, für die über 50 Ehrenamtliche aus der ganzen Region aktiv sind. "Genau diese Aufgabe habe ich gesucht" sagt der gelernte Altenpfleger, der sich mit seinem großen Team vorgenommen hat, das Haus auch immer zu einem Lebenshaus zu machen. Mit offenen Türen, Lachen und natürlich auch mit Weinen und Abschieden. Immer alle vereint in dem Ziel, unheilbar kranken Menschen am Ende eine selbstbestimmte, schmerzfreie letzte Zeit zu ermöglichen.
Habt ihr schon einmal von Facebookgeistern gehört? Was sind eigentlich digitale Trauerrituale - und wie ist es, wenn die Nachricht über den Tod eines bekannten Menschen schneller öffentlich wird als es die engsten Vertrauten wollen? Annie Heger ist Künstlerin mit vielen Standbeinen. Sie schreibt Kolumnen, sie ist Festivalleiterin, sie ist Musikerin. Als stimmgewaltiges und wortgewandtes Damentrio "Sweet Sugar Swing" ist sie fast 11 Jahre mit ihren Kolleginnen Ina und Mary überall in Deutschland unterwegs gewesen. Bis jetzt im März auf einmal alles anders geworden ist. Wir sind sehr dankbar, dass Annie Heger schon die Kraft hatte, mit uns nach den ersten Wochen der Fassungslosigkeit über den Verlust ihrer Wegbegleiterin und Sängerin und Künstlerin Mary Kehl zu sprechen, die im März mit 53 Jahren unerwartet verstorben ist.
Karin Mohr-Schindler ist eine Kämpferin. Wie kaum ein anderer Mensch setzt sie sich für die Leichte Sprache ein, leitet das Büro in Wilhelmshaven, das mittlerweile Aufträge aus ganz Deutschland bearbeitet. Einmal musste sie sich aber auch privat ins Leben zurückkämpfen. Nach dem völlig unerwarteten Tod ihres Partners viel sie in ein großes, tiefes Loch. Es hat ihre ganze Kraft gekostet, sich daraus wieder zurück in das Leben zu kämpfen. Aber sie hat es geschafft. Und sagt heute... es geht immer weiter!
#Trauerhaven ist ein Angebot für trauernde Kinder und Jugendliche der Evangelischen Familienbildungsstätte. Silvia Zahn-Claus bietet eine besondere Begleitung an. Sie arbeitet mit der Methode des therapeutischen Figurenspiels. Alle sind bei ihr, in ihrem märchenhaften Raum im Gemeindehaus der Heppenser Kirche: Ärzte, Feen, Tiergestalten und Retter. Die legen die Kinder sich immer ganz von selbst zur Seite. Auch der Tod ist eine der handgeschöpften Figuren. Alle sind sie da - wie im wahren Leben. Und meistens ist das Herz der Kinder am Ende einer Stunde ein kleines Stückchen leichter. Ganz spielerisch.
Adolf Gerdes kriegt 2017 die Diagnose, vor der wir alle Angst haben. Er hat eine äußerst aggressive Krebserkrankung. Es folgen diverse OPs. Und eine selbstverordnete Therapie danach. Er beginnt mit ganz neuer Energie zu Fotografieren. Jeden Tag. So hat er jeden Tag einen Grund die Gezeiten, den Himmel und überhaupt die Natur zu genießen. Und mit jedem Motiv, das er einfängt kräftigt er noch mehr seine Gedanken. Heute geht es ihm gut. Auch wenn es immer noch schwer ist, alles zu akzeptieren, wie es jetzt ist. Auch die eigene Angst vor einem Rezitiv begleitet ihn durch die guten und besonders durch die schlechteren Tage. Trotz allem kann der 56jährige ehemalige Bau - und Projektleiter aber viel Positives seiner Krankheit abgewinnen. Und seinem neuen Leben danach:
"Ihr müsst von Anfang an das Ende mitdenken." Dieser Satz begleitet die jungen Peerberater*innen von da-sein.de. Sie sind online für junge Menschen da, die Ihnen von ihrer Trauer schreiben oder davon, dass sie bald sterben müssen. Cordelia Wach vom Hospizdienst Oldenburg hat da-sein.de 2013 gegründet. Es ist noch heute eine der wenigen anonymen Onlineplattformen dieser Art in Deutschland. Im Gespräch mit dem Gezeitenpodcast spricht sie mit uns darüber, wie das so ist, ihre Arbeit als Teamleiterin von da-sein.de. Und wir sprechen über den neuen Podcast der Plattform, der über das Ohr die Herzen junger Menschen erreichen will. Carola hat den Podcast gemeinsam mit Student*innen in einem ihrer Medienprojekte der Jade Hochschule initiiert und entwickelt.
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