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Krebs ist ein Armutsrisiko. Vor allem für Frauen. Die Folgen der Krebserkrankung können das soziale und finanzielle Gefüge gewaltig ins Wanken bringen. Erst Krebs - dann sozialer Abstieg? Nur 56% der berufstätigen Krebspatient*innen kehren nach der Therapie wieder vollständig in das Erwerbsleben zurück, so Gerd Nette von der Deutschen Krebshilfe. "Es ist für Frauen ein Desaster", sagt auch Wilma Nyari, die selbst noch mitten in ihrem Kampf gegen den Brustkrebs steckt, im Gespräch mit dem Gezeitenpodcast
Die Särge im Ausstellungsraum bei Albert Hobbie tragen Namen wie "Kronshörn", "SpolsenerMoor", "Driefeler Esch" oder "Fuhrenkamp". Wir haben uns mit Albert Hobbie und seiner Kollegin Urte Behrens getroffen. Der erste Eintrag der Tischlerei, in der Albert noch heute arbeitet und oben drüber auch wohnt, geht auf das Jahr 1752 zurück. Schon Albert Hobbies Vater war Bestatter. Wie alle anderen Hobbies vor ihm auch. Urlaub macht er eigentlich nie. "Hier ist meine Welt", so der Zeteler. Und Urte ergänzt: "Für uns ist jeder Mensch immer gleich. Egal ob Urne oder Erdbestattung. Egal ob reich oder arm. Wenn wir einen Verstorbenen aus dem Haus tragen, dann trägt Albert immer seinen Zylinder. Das ist sehr ehrenvoll."
Jens Koch wird von den meisten Menschen "Jando" genannt. Mit seinem modernen Märchen "Sternenreiter" hat er als Autor den Durchbruch geschafft. Sein Buch "Im Himmel gibt es einen Bahnhof" wurde 2019 zum Buch des Monats bei "Kindofbook" in Kooperation mit Amazon, das Hörbuch dazu startete gleich durch auf die Top 20. Doch in den vergangenen Jahren hat Jens Koch nicht nur viel geschrieben. Vor allem war der Bad Zwischenahner für seine Mutter da, die die letzten fünf Jahre ihres Lebens an Demenz erkrankt war. Gemeinsam mit seiner Schwester Antje Arning, die gleich nebenan lebt und Illustratorin ist, war er bis zuletzt für sie da. Im November ist Hilka Koch nun verstorben. Wir haben Jens in der Wohnung seiner Mutter getroffen.
Konrad Lappe hat einen Teewagen. Doch statt Tee serviert er letzte Wünsche. Musikalische Wünsche. Der "Liederbote" besucht Menschen in Altenheimen aber auch seit vielen Jahren ehrenamtlich im Friedel-Orth Hospiz in Jever. Musik, so der ehemalige, leidenschaftliche Grundschullehrer, beginnt ja doch auch da, wo die Worte versagen. Oft leistet der Musikgeragoge richtig Detektivarbeit, um die passende Musik für die Menschen zu finden, die gerade auf der Reise durch ihren letzten Lebensabschnitt sind. Und dabei erlebt er bewegende Momente. Und eine Empfehlung hat er auch für uns alle. Genauso, wie wir alle eine Patientenverfügung machen sollten, sollten wir auch eine Liste der Seelenwünsche machen. Und darauf sollte auch unbedingt stehen, ob wir und wenn von welcher Musik wir am Ende und bis zum Ende getragen werden wollen.
Als Jens Carola anrief, musste sie erstmal weinen. Es gibt Nachrichten, die sind unfassbar traurig. Um das Leben des eigenen Kindes zu bangen - auch wenn es schon erwachsen ist - ist, allein beim Gedanken daran, schon kaum zu ertragen. Jens Schumacher muss gerade von der Seitenlinie aus zusehen, wie sein großer Sohn um sein Leben kämpft. Er, der Handballer, der gefühlt doch so unbesiegbar war. Doch - Aufgeben gibt es für die Sportlerfamilie nicht. Aufgeben gibt´s erst nach Abpfiff. Und da, so der Vater, da sind wir noch nicht.
Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende. Von da an werden die Tage wieder länger. Und das, so Theresia de Jong, ist schon die gute, frohe Botschaft. Vor uns liegen die Rauhnächte, in denen Altes und Neues, Ewigkeit und Vergänglichkeit ineinanderfließen. Und deshalb, so Theresia de Jong, sollten wir die jetzige Zeit des Rückzugs durch die Pandemie positiv nutzen. Für eine innere Einkehr und vielleicht für ein bisschen mehr Feinfühligkeit.
"Alles was ich brauche liegt in mir", sagt die Journalsitin, Verlegerin und Krebsbesiegerin. Uns erzählt sie, wie das "bei sich selbst Ankommen" für sie selbst zu einem Weg der Heilung wurde. Heute begleitet sie Menschen in Übergangszeiten.
Natascha Hillje-von Bothmer ist Pastorin auf Umwegen. Am 3. Advent wird sie ganz offiziell als Pastorin in Neuenburg in der Schlosskapelle eingeführt. Hoffentlich darf sie an diesem Tag im Gottesdienst wieder singen. Natascha von Bothmer hat eine bewegende Stimme. Und eine bewegende Glaubenskraft, die man in ihren Gottesdiensten wirklich spüren kann. Hoffentlich auch in unserem Podcast. Wie spricht man mit Konfirmanden über Trauer, wie ging es ihr, als sie selbst schwer erkrankte? Und wie wird dieses Jahr Weihnachten? Hört rein! Wir würden uns so freuen!
Hartmut Kämpfe hat fast jede Bestattung in seinem Ruheforst miterlebt. Dabei sind es mittlerweile weit über Tausend. Er kennt jeden Baum und jedes Schild. Jedes verbindet sich für ihn mit einer Geschichte. Einem Schicksal. Einer Familie oder einem Menschen. Oder einem Kind. Er ist glücklich, dass sein Leben sich so gefügt hat, dass er Menschen helfen kann, für sich oder die Liebsten den genau richtigen Platz für die Ewigkeit zu finden. Wir meinen: der Ruheforst ist ein Ort mit einem ganz besonderem Frieden.
Wir sind Gezeiten. Weil uns Ebbe und Flut unsere Uhr ist. Wir beide lieben Dangast, und für jede von uns ist der Ort viel mehr als nur der schönste Kurort an der Nordseeküste. In dieser Folge sprechen wir über Seebestattungen. Und wir haben unseren ersten gast besucht. Anton Tapken. Jeder kennt ihn. Er ist Kapitän seiner Etta von Dangast, die in der Saison bei fast jedem Wetter auf dem Jadebusen unterwegs ist. Meistens mit Gästen und Touristen an Bord. Immer öfter aber eben auch mit Trauergemeinde und Urne.
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