ERF Plus - Bibel heute

Gottes Gnade und Israels Undank (1)


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Damit ich die vielen Wunder in meinem Leben nicht vergesse, haben einige davon einen Namen. Das Fahrradwunder oder das Dünenhofwunder! Vielleicht würden die Angehörigen des Volkes Israel, die die Befreiung aus den Händen der Ägypter miterlebt haben, zu ihren Wundern sagen, das Schilfmeerwunder oder das Mannawunder! Menschen, die mit Gott unterwegs sind, erleben Wunder und können so mit in den Dank des Psalmbeters einstimmen. Aber auch bei der Bitte nach seiner Gnade und seiner Vergebung sind sie ganz bei ihm. Wer kann von sich behaupten, dass ihm die Erfahrungen, die er mit Gott machen durfte, zu einem perfekten Gläubigen gemacht hat?

Im Psalm wird uns am Versagen des Volkes Gottes aufgezeigt: Wunder allein reichen nicht, um eine gute Beziehung zu Gott zu haben.

Da ist die Rebellion am Schilfmeer.

Die Menschen haben erlebt, dass sie aus der Hand der Ägypter befreit wurden, ohne dass eine Armee dazu nötig war. Gott hat sie befreit! Doch am Schilfmeer, als das Wasser vor Ihnen war und die Ägypter hinter ihnen, weil die Ägypter am Ende die Niederlage nicht hinnehmen wollten, fingen sie an zu klagen und glaubten sterben zu müssen. Trotz der Erfahrung in Ägypten war die Angst stärker als ihr Vertrauen auf Gott.

Als Gott sie auch hier spektakulär rettete, fingen sie wieder an zu glauben.

Doch beim nächsten Problem kam das Klagen zurück.

Wenn wir uns die einzelnen Punkte anschauen, die im Psalm beschrieben werden, dann sehen wir: Es geht zuerst um sogenannte Defizitbedürfnisse, um Sicherheit und Nahrung. Dann kommen sogenannte Wachstumsbedürfnisse, nach Anerkennung und Geltung und zuletzt die Selbstverwirklichung. Im Psalm werden zwei Negativbeispiele genannt, der Wunsch nach Macht durch einen Aufruhr und am Ende die Erschaffung eines eigens kreierten Gottes.

Die Bedürfnisse von damals sind die Bedürfnisse von heute! Und auch heute kann uns zum Beispiel das Bedürfnis nach Sicherheit so gefangen nehmen, dass wir nicht vertrauensvoll auf Gott schauen. Ich arbeite in der Jugendhilfe. Als die Coronapandemie nach Deutschland kam, und wir nicht mehr arbeiten durften, kam bei mir der Gedanke, was ist, wenn wir in einem halben Jahr immer noch nicht arbeiten können, was sagt der Kostenträger? Und schon wollte das Bedürfnis nach Sicherheit mich gefangen nehmen.

Aber auch die anderen Bedürfnisse sind ja vorhanden und möchten gestillt werden. Die Frage ist, wie!

Spannend finde ich, dass Gott bei den Grundbedürfnissen nicht kapituliert, sondern er zeigt erneut seine Fürsorge und Liebe durch Wunder. Jedoch bei dem Aufstand und dem gegossenen Bild zeigt Gott auch, dass er nicht alles tolerieren kann. Datan und die Rotte Abirams überleben ihren Aufstand nicht. Unter Ihnen tut sich die Erde auf und verschlingt sie. Und beim gegossenen Bild will Gott sie alle vernichten. Das dies nicht geschieht, ist Mose zu verdanken. Er tritt für sein Volk in die Bresche. Obwohl dieses Volk es ihm nicht leicht gemacht hat. Er sorgte dafür, dass es nach dem gegossenem Bild noch ein Volk Israel gab.

Heute heißt unser Fürsprecher nicht Mose, sondern Jesus Christus! Und so wie Mose sich stark gemacht hat für sein Volk, damit sie nicht wie Datan und die Rotte Abirams für Ihre Taten mit dem Tode bestraft werden, so sorgt auch Jesus Christus dafür, dass wir wegen unserer Taten nicht verloren sind. Wenn zum Beispiel die Bedürfnisse stärker sind als unser Vertrauen zu ihm, vergibt er uns. Im 1. Johannesbrief, Kapitel 1, Vers 9 heißt es: „Wenn wir unsere Verfehlungen eingestehen, können wir damit rechnen, dass Gott treu und gerecht ist: Er wird uns dann unsere Verfehlungen vergeben und uns von aller Schuld reinigen.“ 

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie ich Jesus Christus kennenlernte. Ich war auf der Suche nach dem Sinn in meinem Leben, aber fand die Abhängigkeit in Suchtmitteln. Ich suchte damals an den falschen Stellen. Doch obwohl ich ihn nicht suchte, suchte und fand er mich. Er ist heute mein Fürsprecher!

Mein größtes Wunder ist tatsächlich mein Ja zu Jesus und damit die Erkenntnis, was der Sinn meines Lebens ist. Ich weiß heute, woher ich komme, warum ich lebe und wohin ich am Ende meiner Zeit hier auf der Erde gehen werde. Zu diesem Wunder kommen die vielen anderen Wunder und persönlichen Erfahrungen mit ihm.

Obwohl Wunder und persönliche Erfahrungen mit Gott guttun und wichtig sind, braucht es mehr für die Beziehung mit ihm, dass sehen wir am Volk Israel. Es braucht etwas, was uns gerade in Krisenzeiten hilft, etwas, was uns sagt, wie ich ein Leben lebe, so dass es Gott gefällt. Es braucht sein Wort, die gute Nachricht! Am Anfang des Psalms heißt es: „Wohl denen, die das Gebot halten und tun immerdar recht!“ An anderer Stelle in der guten Nachricht heißt es: „Dein Wort ist mein Licht auf meinem Weg.“ Wir haben Gottes Wort, und es hilft uns in der Beziehung zu ihm! Es sagt uns: Unser Herr ist freundlich, und seine Güte, ja seine Liebe ist ewig und gilt allen Menschen. Nach einer Veranstaltung sagte jemand: „Ich dachte, Gott will solche Leute wie uns nicht“. Wie gut, dass wir darauf antworten können: „Doch, so wie er mich will und liebt, so will und liebt er auch dich!“

Damit unsere Beziehung zu Gott, unser Vertrauen auf Jesus stark genug ist, braucht es die Liebe und Güte Gottes zu uns und die dadurch erfahrenen Wunder. Aber es braucht auch eine Quelle, die uns erklärt, wer Gott ist und wie unser Leben mit Ihm gelingen kann, damit wir lernen, gerade in den Krisen zu vertrauen. Diese Quelle ist sein Wort, die gute Nachricht.

Autor: Rolf Jongebloed

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