50 Folgen himmeblabla – die große Jubiläumsparty
Zum Fünfzigsten machen wir es uns zunächst einmal gemütlich. Brezen, Obatzter, Käse, vegane Brotzeit, Dinkelbaguette und ein kleines Verdauungsgetränk bilden die Grundlage für einen Rückblick auf fast zwei Jahre himmeblabla. Christian stellt dabei fest, dass er nach 49 gemeinsamen Folgen zwar erschreckend viel über Cathy weiß – von Pyrovandia über entlaufene Garnelen bis zum höflich gesiezten Frosch im Blumenerdesack –, bei elementaren Fragen aber trotzdem blank ist. Kann Cathy pfeifen? Ja. Sollte man ihr dabei zusehen? Offenbar nicht unbedingt. Sind wir spießig? Selbstverständlich überhaupt nicht. Haben wir nutzlose Talente? Die Suche läuft.
Dann wird kurz Danke gesagt: an euch fürs Zuhören, an Simon fürs Ertragen, Aufnehmen und Schnippeln, an Dominikus für die Musik und natürlich an all die Gäste und Einspieler, die in 50 Folgen bei uns vorbeigeschaut haben. Von Dagmar Bittner über Christoph Schmid, Marcella, Florian Brückner, Dewado und Patrick Becker bis zu Jan Huber, Ramona vom Festival mit V und unseren diversen zugeschalteten Stimmen ist inzwischen einiges zusammengekommen.
Und Zahlen haben wir auch: Rund 74,5 Stunden haben wir bis zum Ende von Folge 49 miteinander verquatscht. Eine durchschnittliche Folge dauert 91 Minuten und 17 Sekunden – und Tiere spielen offenbar eine derart tragende Rolle, dass erstaunlich viele Episodentitel zoologisch geprägt sind. Meerschweinchen, Schildkröten, Mäuse, Hummeln, Enten, Schwanzlurche und Vögel: Im Grunde produzieren wir seit zwei Jahren heimlich einen Tierpodcast.
Damit Folge 50 dem gerecht wird, bringt Cathy die Gottesanbeterin mit. Mantis religiosa breitet sich durch steigende Temperaturen inzwischen auch weiter nördlich in Deutschland aus, ihre Sichtungen werden unter anderem vom NABU gesammelt. Geschützt ist sie ebenfalls – und der Mythos vom grundsätzlich nach dem Sex verspeisten Männchen bekommt eine kleine Ehrenrettung. Das passiert nämlich keineswegs immer. Vielleicht nur bei Hunger. Oder wenn er nicht performt hat ;-)
Nach einer Supermarktgeschichte rund um Jägermeister in der Quengelzone für Erwachsene, einer ordentlichen Brotzeit und der Erkenntnis, dass Essen ohnehin eines unserer wichtigsten Podcastthemen ist, überlegen wir, was von 50 Folgen bleibt und was wir künftig eigentlich anders machen wollen. Die Antwort: gar nicht so wahnsinnig viel. Mehr Gäste wären schön, die Abschweifungen dürfen bleiben – und die Rubriken sowieso.
Die Subba Sach
Cathy bringt den Dokumentarfilm „Was haben wir gelacht“ mit. Darin blicken Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster, Esther Schweins und Maren Kroymann auf die deutsche Fernseh- und Unterhaltungsbranche zurück – und auf Rollenbilder, sexistische Witze und Grenzüberschreitungen, die vor gar nicht allzu langer Zeit noch völlig selbstverständlich vor laufender Kamera stattfanden. Ein Rückblick, der nicht nur nostalgisch ist, sondern auch zeigt, was sich verändert hat – und was eben noch längst nicht erledigt ist.
Christian bleibt bei einem Thema, bei dem man sich eigentlich wünschen würde, dass technische Lösungen gar nicht notwendig wären. Seine Subba Sach ist SafeNow: eine App, die beim Rosenheimer Herbstfest erstmals flächendeckend eingesetzt wird. Wer sich bedroht fühlt, belästigt oder angegrapscht wird oder anderweitig Hilfe braucht, kann darüber direkt Alarm auslösen; die Security erhält zugleich den Standort. Das funktioniert in Fahrgeschäften, Festzelten und auf dem Gelände – und kann auch von Bedienungen genutzt werden.
Direkt danach wird es politisch. Die Rosenheimer Band Kaffkiez soll den Kulturförderpreis der Stadt erhalten – was der örtlichen AfD-Fraktion aufgrund der klaren Haltung der Band zu Demokratie und Menschenrechten offenbar nicht gefällt. Kaffkiez reagieren mit einem kostenlosen Konzert und sammeln dabei Spenden für den Stadtjugendring. Eine Reaktion, die ziemlich eindrucksvoll zeigt, wie man auf politischen Gegenwind auch antworten kann.
Von dort springen wir zu Echt. Christian erinnert an die von Kim Frank produzierte Dokumentation über die Band, deren Verfügbarkeit in der ARD-Mediathek aus Lizenzgründen ausläuft – und Cathy sorgt für die Erkenntnis des Tages: Sebastian Pufpaff war tatsächlich Bassist bei Echt. Puffi am Bass! Damit hört Christian „Du trägst keine Liebe in dir“ ab sofort mit völlig neuen Ohren.
Es folgen True-Crime-Beruhigung, Chemnitzer Dialekt, Jägermeister, ein halbes Kilo Käsetortelloni und Gartenplanung. Cathy und Michi wollen Rasenfläche reduzieren und dafür einen Baum pflanzen, weshalb wir lernen, was Bäume in der Baumschule machen: Waxing. Entschuldigung. Passend zur partiellen Mondfinsternis sprechen wir über Vollmondgefühle und landen bei Kindheitstraumata. Christian erzählt, wie ihn „American Werewolf“ nach einem heimlichen Blick durch den Türspalt jahrelang zuverlässig bei Vollmond terrorisierte. Cathy kann mithalten: Ein vermeintlich kindertauglicher VHS-Abend in der Ferienwohnung im Zillertal konfrontierte sie stattdessen mit einer gefrorenen Leiche, die aus einem aufgebrochenen Sarg im Eis auftauchte.
Zum Glück gibt es aus derselben Zeit auch schönere Geschichten: nächtliche Expeditionen in den Kuhstall, Walkie-Talkies, mitgehörte Telefongespräche und Kater Tiger, der als kleines Kätzchen im Ballettkörbchen der Schwester über die Grenze nach Deutschland geschmuggelt wurde. Natürlich gibt es auch ein Lektüren-Update. Christian liest „Der Sternenstaubdieb“, Cathy steckt in „Dungeon Crawler Carl“ samt Prinzessin Donut, Aliens und Dungeon-Apokalypse. Dazu kommen Ricky Gervais’ animierte Katzen, das Fantasy-Festival in Rosenheim und Buch-News: Pyrovandia 3 steht in den Startlöchern, Theia kommt aus dem Korrektorat und Cathys zukünftige Karate-RomCom wirft mit einer Kurzgeschichte für eine Benefiz-Anthologie bereits ihre ersten Schatten voraus.
Schmankerl der Folge
Cathy löst zunächst ein Versprechen aus Folge 49 ein – zumindest teilweise. Der angekündigte Wachsmalkreiden-Comic über Odysseus bleibt verschollen, dafür sitzt die versprochene Babydiddlmaus mit Schnuller, Windel und Strampler tatsächlich mit am Tisch. Ihr eigentliches Schmankerl ist aber groß: Cathy war für uns – unter wirklich widrigsten Bedingungen mit Begrüßungsgetränk, Platzservice und Käsevariation – im Kino und hat Christopher Nolans „The Odyssey“ gesehen. Analog auf 70 mm und mit einer Begeisterung, die kaum noch in handelsübliche Shownotes passt. Besonders beeindruckt haben sie die praktischen Effekte, echte Schiffe auf hoher See, die Arbeit mit unterschiedlich großen Darsteller statt CGI und die Art, wie Odysseus’ Reise zwischen Kriegsschuld, Bequemlichkeit, Sehnsucht und Lebenssinn erzählt wird. Kurzfassung: Senor Nolan hat abgeliefert.
Christian macht anschließend kulinarisch weiter und bringt Rudi Rüben alias „Vegan auf Bayerisch“ mit. Auf Instagram, TikTok und YouTube veganisiert der Münchner bayerische Klassiker von Schweinsbraten über Schnitzel bis Gulasch – ohne missionarischen Zeigefinger, dafür offenbar derart appetitlich, dass Christian bereits mehrere Handydisplays abgeschleckt hat. Besonders hübsch: Rudis Großvater war Metzger. Vielleicht landet Rudi irgendwann sogar bei uns im Podcast. Essen müsste er selbstverständlich mitbringen.
Währenddessen manipulieren wir live Michis gemeinsame Einkaufsliste und ergänzen zwischen Küchenrolle, Müllbeuteln und Klopapier einfach drei Fidget Spinner. Daraus entsteht wiederum die Frage, ob Cathy so ein Ding vielleicht tatsächlich gebrauchen könnte. Außerdem rekapitulieren wir, wie erstaunlich häufig in 50 Folgen über Pipi, Kacka, Festivalklos, Hosentaschengeschlechtsorgane und Christians Abtrockenroutine gesprochen wurde. Kulturpodcast halt.
Und schließlich erfahren wir, warum Cathy die gesamte Folge über etwas leidend dasitzt: Ein Physiotherapeut hat nicht nur ihren Nacken untersucht, sondern sich ordentlich durch die Muskulatur gearbeitet. Das Ergebnis führt zu einem Satz, bei dem wir uns bereits während der Aufnahme einig waren: ein Rücken wie ein Brotzeitbrett. Titel eingetütet.
himmeblabla Playlist
Christian erinnert an den verstorbenen Tim Curry und dessen riesiges Spektrum zwischen Theater, Film, Synchronarbeit, Pennywise und natürlich Frank-N-Furter in der „Rocky Horror Picture Show“. Entsprechend landet "Sweet TRansvestite" von Tim Curry auf unserer Jubiläumsplaylist.
Cathy bringt passend zur 50. Folge einen der größten Jubiläums-Klassiker überhaupt mit: Bill Haley & His Comets mit "Rock Around the Clock".
Außerdem bekommt Dolly Partons "Hush-A-Bye Hard Times" einen Platz, nachdem wir über Dolly Partons Großzügigkeit, ihr soziales Engagement und ihre wunderbare Reaktion auf Whitney Houstons Version von „I Will Always Love You“ gesprochen haben.
Und Christian schließt den Kreis zum Echt-Aha-Moment des Tages mit Echt und "Du trägst keine Liebe in dir". Ab jetzt natürlich immer mit besonderer Aufmerksamkeit für Puffi am Bass.
Betthupferl – Was bisher geschah
Zum Jubiläum kehrt tatsächlich das Betthupferl zurück – zumindest in Form eines großen „Was bisher geschah“. Bevor Cathy in der nächsten Folge die Geschichte fortsetzt, frischen wir unser Gedächtnis auf.
Im Zentrum steht Sebastian Aurelius Bretschneider, eigentlich ein ziemlich gewöhnlicher Familienvater mit Frau Karin und den Kindern Sabine und Quirin – bis der körperlose Plappergeist Snorre auftaucht und beginnt, von WLAN-Routern über Fernbedienungen bis zu Gabeln in Gegenstände zu springen. Nur Sebastian kann ihn hören, was sein Verhalten für die Außenwelt zunehmend erklärungsbedürftig macht.
Was als absurde Geistergeschichte beginnt, wächst sich zur Reise Richtung Wendelstein aus: Seelenwächter, eine geheimnisvolle Kirche für ein „reines Jenseits“, Ahnenforschung, ein äußerst seltsamer Spiegel, das Passwort „Kartoffelsalat Emotion“, ein ominöser Bischof und schließlich sogar Dohlen und Eichhörnchen mischen mit.
Am Ende der ersten Staffel erreichen Karin und die Kinder Sebastian in der Wendelsteinhöhle. Mitten im Chaos fliegt ein Dolch durch die Höhle – direkt auf Sebastian zu.
Und genau da machen wir weiter. Demnächst. Wirklich.