ERF Plus - Bibel heute

In Wüstenzeiten getragen


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Der lange Weg durch die Wüste und Erhalt der 10 Gebote

Fast 3.000 Jahre sind diese Worte alt. Es sind die Einleitung zu den letzten Reden, die Mose an das Volk Israel richtet. Vierzig Jahre lang waren sie nun schon durch die Wüste gelaufen. Sie waren der demütigenden Knechtschaft in Ägypten entkommen. Eine neue Heimat wurde ihnen verheißen. Wer hätte gedacht, dass der Weg so lang und steinig sein würde? Gott lässt sein Volk aber nicht allein. Die Menschen auf dem Weg bekamen Führungspersönlichkeiten wie Mose und seinen Bruder Aaron an die Seite gestellt. Immer wieder kamen Fragen nach dem Sinn des Unternehmens auf. Warum sind wir überhaupt in Ägypten aufgebrochen? Wohin sollen wir gehen? Wie sollen wir leben? Wo ist Gott in dieser elenden Wüste? Gott bleibt zum Glück nicht stumm. Er erbarmt sich über die fragenden Menschen. Gott gibt ihnen Zeichen und Worte. Gott geht am Tag als Wolke und in der Nacht als Feuersäule mit seinem Volk. Er versorgt die Israeliten täglich neu mit Essen und Trinken.

Am Berg Sinai geschah dann das Wunder. Mose wurde von Gott auf die Bergspitze gerufen. Mose stieg allein hinauf. Oben bekam Mose die zehn Gebote direkt von Gott überreicht. Darin ist alles festgelegt, was für das Leben mit Gott und den Menschen wichtig ist. Das gilt bis heute.

 

Das Wort Gottes – damals und heute

Fast 3.000 Jahre sind diese Worte alt. Sie sind gerichtet an Menschen, die vor so langer Zeit gelebt haben. Sie sind für Menschen bestimmt, die in einem ganz anderen Kulturkreis gelebt haben als ich. Warum berühren mich diese alten Worte trotzdem, als würden sie mir zugesprochen, heute im Jahr 2026 in Deutschland?

„Höre Israel," heißt es gleich zu Beginn. Als Christin bin ich durch Jesus Christus in die Gemeinschaft der Heiligen aufgenommen. Als Christenmensch bin auch ich aufgefordert zu hören. Gott fordert auch mich heute auf, seine Gebote zu hören und nach ihnen zu leben. Gott hat auch mich befreit aus der Knechtschaft des Bösen. Er möchte allein mein Gott sein. Ich soll mir nicht einen Gott nach meinen Vorstellungen zusammenbrauen. Wie schwer das ist, haben die Menschen immer wieder erfahren. Wenn sie die Nähe Gottes nicht gespürt haben, wenn sie sein Handeln nicht verstanden haben, dann waren sie in Versuchung, sich Gott nach ihren Wünschen auszudenken. Wir hören davon, wenn von Baal-Peor die Rede ist. Das war so ein selbst geschnitzter Gott, den die Menschen anbeteten. Das kann Gott nicht dulden. Gott, der die Welt und alle Menschen geschaffen hat, will allein unser und mein Gott sein. Deswegen erging es den Leuten schlecht, die den Götzen Baal-Peor angebetet haben.

 

Ein Leben nach Gottes Geboten – unterwegs zur Heimat

Mose zeigt dem Volk: Wer sich zu dem Gott Israels hält, der wird leben, dem wird es gut gehen. Wer mit Gott geht, wird auf dem Weg begleitet. Wer mit Gott geht, wird einmal in der Heimat ankommen. Auch diese Worte kann ich auf mich beziehen. Ich wohne zwar in einer schönen Wohnung in Berlin. Ich bin froh, dort sicher und gut zu wohnen. Doch ich bin trotzdem ein Mensch, der unterwegs ist. Wir haben hier auf der Erde keine bleibende Stadt. Ich bin unterwegs. Auf dem Weg möchte ich ein zeichenhaftes Leben führen. Ich versuche so zu leben, dass andere Menschen sehen: Die gehört zu Gott. Die hält sich an die Gebote Gottes. Die heiligt den Sonntag und die Feiertage. Die geht würdevoll mit ihrer Familie um. Die macht nicht andere Menschen nieder. Die geht mit der Ehe zweier Menschen respektvoll um. Die bereichert sich nicht an Hab und Gut anderer Menschen. Die lügt nicht. Die begehrt nicht das, was andere haben.

Mose erinnert auch mich daran: Bewahre deine Seele gut! Vergiss nicht, was du mit Gott erlebt hast! Erzähl von dem, was dir Gott an Gutem geschenkt hat. Diese Erzählkette ist zum Glück seit 3.000 Jahren nicht abgerissen. Wir erzählen uns immer noch die Geschichten des Alten und des Neuen Testaments. Wir erzählen sie in guten und in schlechten Tagen. Das Volk Israel ist mir ein leuchtendes Beispiel dafür. Jüdinnen und Juden haben auch in den dunkelsten Tagen der Verfolgung an Gott festgehalten. Sie haben nicht verstanden, warum sie vertrieben wurden. Sie haben nicht verstanden, warum man ihnen nach dem Leben getrachtet und warum man sie getötet hat. Das alles haben sie nicht nachvollziehen können. Auch mir stockt immer wieder der Atem, wenn ich auf dieses millionenfache Leid schaue.

Doch es lohnt sich, auch in der Dunkelheit an Gott festzuhalten. Warum? Weil er zuerst an mir festhält. Gott führt mich durch die Täler meines Lebens. Gott ist bei mir, wenn ich in die Irre gehe. Gott behütet meine Seele, wenn das Böse über mich hereinbricht. Diese Bewahrung in schlimmen Zeiten darf ich erfahren, wie Mose es vor 3000 Jahren erlebt hat.

 

Moses Abschied und die Hoffnung auf die ewige Heimat

Mose sagt am Ende des heutigen Bibelabschnitts: „Der Herr gebot mir, euch die Gebote zu lehren, dass ihr danach tun sollt in dem Lande, in das ihr ziehen werdet." Was meint Mose? Ihr werdet in dieses verheißene Land einziehen. Warum spricht er nicht von wir? Ja, das ist die Tragik dieses Mannes Mose. Er wird nicht mit dem Volk ins gelobte Land gehen! Das hat Gott ihm verwehrt, weil er in einem Moment ungehorsam war. Das ganze fünfte Buch Mose ist eine Abschiedsrede des großen Anführers des Volkes Gottes. Er hat den Weg bereitet. Er ist ein Begleiter, aber kein Vollender. Wie wichtig die Begleiter sind, kann man in den Mosebüchern der Bibel lesen.

Gott bringt Mose bis an die Schwelle des verheißenen Landes. Er darf das Land wenigstens vom Berg aus sehen. Er wird mit Frieden im Herzen auf dem Berg Nebo sterben. Ich stelle mir vor: Er hatte zuletzt ein Lächeln auf seinen Lippen. Gott selbst begräbt ihn am Berg Nebo, der gegenüber von Bet-Peor [Anmerkung: Bet-Peor ist der Ort/die Gegend, während Baal-Peor der dort verehrte Götze war] liegt. Auf diesem Berg war Baal-Peor von Gott besiegt worden. Gegenüber davon darf Mose in Frieden sterben, in der Gewissheit: Gott ist stärker als alle Götzen. Gott ist stärker als alle Versuchungen, stärker als alles Böse.

Als Christin sehe ich mich immer mal wieder ebenso an der Schwelle stehen. Ich sehe schon etwas in der Ferne. Mein Glaube wird ab und an mit einem Sehen belohnt. Doch ich bin weiterhin auf dem Weg. Ich habe zum Glück die Gebote und die Bibel. Ich habe Jesus Christus im Herzen und weiß: Ich werde irgendwann in der neuen Heimat ankommen. Gott ist mit mir, egal was auf dem Weg passiert.

Autor: Dr. Gabriele Bosch

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