Bianca Prommer [00:00:00]:
Schaffen Corporate Communities die Innovationsabteilungen ab? Dieser Frage gehen wir in der heutigen Podcast-Folge von Innovation einfach machen nach. Dazu habe ich mir einen ganz besonderen Gast eingeladen und zwar Innovation Community Expertin Olivia Lanciarotto. Lassen wir uns direkt in die Podcast-Folge einsteigen. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Innovation einfach machen. Ja, der Podcast hat ein neues Kleid, einen neuen Namen und wir starten dieses Jahr mit dem Thema Innovation. Heute habe ich eine ganz spannende Episode für dich und zwar dreht es sich Innovation Communities. Der konkrete Titel lautet Innovation als Kultur, wie du eine lebendige Community aufbaust. Ich freue mich, dass ich eine absolut großartige Expertin rund das Thema Innovation Community heute in diesem Podcast begrüßen darf.
Bianca Prommer [00:01:01]:
Olivia Langerotto. Olivia ist Kommunikationsexpertin mit über 20 Jahren Erfahrung im Corporate Marketing und im Innovationsmanagement. Sie weiß, dass Innovation nicht alleine, sondern nur gemeinsam mit anderen Menschen entstehen kann. Mit ihrem Ansatz kombiniert sie Community Management mit modernen Innovationsprozessen und hilft Unternehmen dabei kollaborative Ökosysteme zu schaffen, die kontinuierlich neue Ideen generieren und damit einfach auf den Markt auch gebracht werden können. In dieser Folge erfährst du, was eine Innovation Community überhaupt ist, wie eine Innovation Community in der Praxis aussieht, wie du eine Innovation Community in deinem Unternehmen starten kannst und welche Rolle dabei die Kommunikation auch spielt. Wir sprechen auch darüber, warum Innovation nicht nur in einer Abteilung stattfinden kann, sondern die Menschen in der gesamten Organisation braucht. Lassen Sie uns also direkt in dieses spannende Thema einbauen und meinen heutigen Gast Olivia Lancerotto entsprechend begrüßen. Hallo und herzlich willkommen Olivia, so schön, dass du heute in meinem Podcast bist.
Olivia Lancerotto [00:02:23]:
Ja, vielen Dank für die Einladung, ich freue mich wirklich sehr.
Bianca Prommer [00:02:27]:
Ja, wir haben heute ja ein sehr sehr spannendes Thema. Ich habe es in der Einleitung ja schon gesagt, es geht Innovation Communities und ich habe bereits Ende des Jahres in den fünf Trends des Innovationsmanagements 2025 angeteasert, dass Innovation Communities im kommen sind. Da werden wir heute auch noch tief eintauchen, was das überhaupt ist, was die Vorteile sind. Aber zunächst mal, ich habe dich in der Einleitung schon vorgestellt, Olivia, aber welche drei Hashtags beschreiben dich denn am besten?
Olivia Lancerotto [00:03:01]:
Ja, danke, dass du mir die Frage auch schon im Vorfeld geschickt hast. Da konnte ich ein bisschen drüber nachdenken. Ich würde sagen, Nummer eins auf jeden Fall, Hashtag Curious. Neugierig einfach. Also neugierig, Dinge zu hinterfragen, Menschen zu hinterfragen, Neues zu entdecken. Aber ich glaube, da unterscheide ich mich auch nicht sehr stark von dir oder von Innovationsverantwortlichen. Deswegen macht es auch total Spaß, mit solchen Menschen zusammenzuarbeiten. Nummer zwei würde ich sagen create.
Olivia Lancerotto [00:03:36]:
Also ich würde mich als eine Macherin beschreiben. Ich möchte gerne Dinge schaffen, idealerweise auch positive für zukünftige Generationen. Einfach einen Handabdruck hinterlassen und Dinge machen. Und da habe ich mich auch von Innovation inspirieren lassen. Es muss nicht immer perfekt sein, aber einfach mal machen, besser als nicht machen. Und dann aus den Fehlern lernen, falls mal schief geht. Und drittens Cremont, weil ich bin eine große Frankreich-Liebhaberin, ich habe dort auch einige Jahre gelebt und denke mir, egal was passiert, man muss das Leben feiern.
Bianca Prommer [00:04:17]:
Wie schön. Gerade in deinem zweiten Hashtag habe ich jetzt auch das Motto des Podcasts rausgehört, also dieses einfach mal machen und auch dieses einfach machen, also wirklich so mal einfach ranzugehen an die Sache Und deshalb bin ich da jetzt auch schon sehr, sehr gespannt, wenn wir da jetzt in dein Thema eintauchen. Und da möchte ich jetzt gleich direkt einsteigen. Du hast ja vor kurzem einen LinkedIn-Beitrag geteilt, den ich sehr, sehr spannend gefunden habe. Die Überschrift war ja, oder die zentrale Frage in diesem Beitrag war, schaffen Corporate Communities zentrale Innovationseinheiten ab? Olivia, was hat es denn damit auf sich? Braucht es keine Innovationsmanager mehr? Braucht es jetzt keine Innovationsabteilungen mehr? Was sind da deine Gedanken dazu?
Olivia Lancerotto [00:05:08]:
Der Gedanke war natürlich dazu, manchmal muss man provozieren mit dem typischen Hook natürlich auf Social Media und LinkedIn und ich habe mir doch einige Zeit überlegt, traue ich mich das? Und wurde aber eigentlich tatsächlich dazu inspiriert von ebenfalls einem Podcast mit einem Innovationsverantwortlichen, der zuständig war für oder ist für Customer Driven Innovation in einem großen Konzern. Und er hat tatsächlich gesagt, er und sein Team sind dann erfolgreich, wenn sie es geschafft haben, praktisch diese KundInnenzentrierung, den Fokus und das Denken auf KundInnennutzen ins gesamte Unternehmen gebracht zu haben und sie sich somit selber überflüssig geworden sind. Und genau das habe ich als sehr interessant empfunden und eigentlich schaffen ja Innovationscommunity genau das eben, die Innovation, das Denken ins gesamte Unternehmen zu bringen und eine Innovationskultur zu fördern.
Bianca Prommer [00:06:08]:
Finde ich ja total schön, auch diesen Ansatz, sich selbst ein bisschen auch obsolet zu machen, weil man diese Denkweise, diese Haltung, auch diese Arbeitsweise einfach ins Unternehmen getragen hat und die einfach so selbstverständlich ist, dass es mich dann ja gar nicht mehr als diesen Treiber oder diese Treiberin braucht. Das höre ich da ein bisschen raus.
Olivia Lancerotto [00:06:33]:
Ja, also Spoiler sozusagen oder Teaser, Also ich glaube trotzdem nicht, dass Innovationsverantwortliche überflüssig werden. Ich glaube einfach, ihre Rolle muss sich ändern. Sie müssen weiterhin natürlich die Experten, Expertinnen für den Innovationsprozess sein. Sie müssen Suchfelder, Themenschwerpunkte definieren im Vorfeld. Sie müssen das Methodenwissen haben, aber Ich glaube, Ihre Rolle ändert sich auch dahingehend, dass es einen stärkeren Fokus auf das Fazilitäten gibt, auf die richtigen Menschen im Kerngeschäft identifizieren und denen es ermöglichen, wirklich die Herausforderungen im Kern ihrer Zielgruppe zum Beispiel zu verstehen und dann diese Menschen durch den Innovationsprozess zu führen. Heutzutage ist es ja sehr oft so, dass man im Vorfeld Ideen sammelt, im Fuzzy Frontend und dann die bewertet und durch den Innovationsprozess führt und wer will, wer mag, also vielleicht einer der Ideengeber, Geberinnen macht mit, aber es werden die Ideen, die getestet werden und ich glaube, es geht wirklich darum, eben die Menschen mitzunehmen Und ja, vor allem, wenn es darum geht, wirklich strukturiert und systematisch zu hochwertigen Ideen zu kommen für tatsächliche Innovationen mit Business-Relevanz, die dann eben auch ins Kerngeschäft oder in die Linie gut übernommen werden können, weil es dann nämlich dieses, weil sie erstens relevanter sind und zweitens nicht das Not-invented-here-Syndrom gibt dann sozusagen. Und ja, ein bisschen das Fuzziness aus dem Frontend rausnehmen sozusagen.
Bianca Prommer [00:08:18]:
Es ist total spannend, was du jetzt sagst, du diese Rolle des Innovationsverantwortlichen, wie sich die verändern wird, eben auch diese Räume zu gestalten, Facilitation zu betreiben, Menschen zusammenzubringen. Total spannend, weil ich habe 2012, also mittlerweile vor knapp 13 Jahren, Innovationsmanagement absolviert, also als Studium, Berufsbegleiterin, Bachelor und Master und war dann im Februar 2012 fertig. Und damals, also mein Verständnis von Innovationsmanagement war damals schon genau dieses Verständnis. Aber ich kann mich noch gut erinnern, da war es auch noch recht neu, auch diese Rolle des Innovationsmanagers noch recht neu. Und da ist es sehr, sehr häufig, Wenn du so Stellenanzeigen damals angeschaut hast, war das noch so ein Techniker oder eine Technikerin, die aus dem R&D-Bereich gekommen ist, die dann auch wirklich selbst Innovation entwickelt hat, also wirklich selbst irgendwo im stillen Kämmerchen gesessen ist und Ideen entwickelt hat. Also das war ganz häufig, wenn du dich als Innovationsmanagerin beworben hast, so die Anforderung. Du hast ja kein technisches Studium beispielsweise, weil dann kannst du nicht entwickeln. Mein Verständnis war schon immer ein anderes Verständnis und das scheint sich jetzt ja auch dorthin zu entwickeln über die letzten Jahre oder hast du deine andere Erfahrung gemacht?
Olivia Lancerotto [00:09:40]:
Nein, absolut und ich unterschreibe das natürlich, es ist auch nicht neu, dass eben innovationsverantwortliche Facilitäten genauso wie Communities nichts Neues sind. Menschen haben sich schon immer in Gemeinschaften zusammengefunden, gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Da können wir sogar in die Steinzeit zurückgehen, wenn die Menschen ums Feuer gesessen sind und zusammenarbeiten müssen, damit das nicht ausgeht. Neu ist, dass man eben diese Communities für Innovation nutzt. Neu ist, dass man in eine langfristige Zusammenarbeit geht, zu wirklichen Schwerpunktthemen, wirklich einen Kulturwandel zu betreiben und nicht zu sagen, ich habe als Innovationsmanager bereits ein sehr enges Suchfeld identifiziert oder ich sammle Ideen mal dazu und dann, genau, validieren wir diese Ideen, sondern wirklich praktisch ins gesamte Unternehmen gehen und schon eben diverse Sichtweisen mit einbeziehen und die Leute dazu bringen, in, das habe ich jetzt auch vor kurzem gestern gehört, den Begriff in so Lighthouse-Projekten zu entwickeln und nicht wirklich von oben runter. Also es ist so eine Mitte zwischen Top-Down und Bottom-Up, die perfekte Kombination eigentlich.
Bianca Prommer [00:11:02]:
Das führt mich ja jetzt tatsächlich auch schon zum nächsten Fragenblock. Jetzt hast du ja schon häufiger das Wort Community und Innovation Community erwähnt. Ich habe es auch schon gesagt. Ich glaube, wir sollten an der Stelle jetzt auch einmal klären, was ist denn überhaupt so eine Innovation Community und was ist es vielleicht auch nicht? Und ich glaube, das ist auch eine wichtige Frage, damit wir da keine Missverständnisse haben. Also Olivia, was ist denn eine Innovation Community und was auch nicht?
Olivia Lancerotto [00:11:32]:
Ja, danke vielmals für die Frage. Das ist tatsächlich einer der häufigsten Fragen, weil man schmeißt einfach mit Buzzwords sich. Community wird ja für jede Ansammlung von Menschen oft verwendet. Deswegen ist es ganz wichtig, das zu definieren und abzugrenzen zu einer Arbeitsgruppe, einem Netzwerk und anderen Communities. Was ist eine Innovation Community? Da gibt es eine ganz klare Definition. Und zwar ist das der Zusammenschluss, online oder offline oder hybrid, von gleichgesinnten Menschen, die sich kontinuierlich treffen, gemeinsam Wissen, Ressourcen, Erfahrungen auszutauschen und dann innovative Lösungsansätze für ein Schwerpunktthema zu entwickeln. Und da waren ganz viele Merkmale einer Community drinnen. Erstens, ich habe ein gemeinsames Ziel, für das die Mitglieder einerseits intrinsisch motiviert sind und was natürlich auch auf die Unternehmens- oder Innovationsziele einzahlt.
Olivia Lancerotto [00:12:39]:
Und dieses Ziel kann nur gemeinsam erreicht werden. Ich habe gleichgesinnte Mitglieder, also die nicht nur dieses Ziel, sondern auch die Werte teilen, allerdings interdisziplinär zusammenarbeiten, also aus unterschiedlichen Bereichen, entweder im Unternehmen oder auch natürlich außerhalb. Also wir sprechen dann eher, auch wenn es eine unternehmensexterne Community geht, von Ökosystemen zum Beispiel. Also einfach von unterschiedlichen Standorten oder Bereichen oder Unternehmungen, die zusammenarbeiten. Fokus liegt auf Innovation. Also Es geht nicht darum, bestehendes Wissen zu vertiefen, sondern sich neues Wissen anzueignen, dann eben neuartige Lösungen zu entwickeln. Was Innovation ist, muss natürlich definiert werden. Das ist dann wieder eine andere Frage.
Olivia Lancerotto [00:13:31]:
Genau, und es geht diese Interaktion. Es muss einfach eine Win-Win-Situation herrschen. Die Mitglieder geben etwas und sie bekommen etwas zurück. Im Vergleich dazu, weil Das häufigste Missverständnis sind Netzwerke. Netzwerke teilen viele dieser Eigenschaften. Ich interagiere auch, aber ich habe nicht dieses gemeinsame Ziel. Ich habe nicht unbedingt dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, einer langfristigen Zusammenarbeit. Ich tausche Wissen aus, Kontakte, aber ich erarbeite mich gemeinsam etwas über lange Zeit.
Olivia Lancerotto [00:14:12]:
Teams sind eher sehr oft weniger interdisziplinär. Innovationsprogramme sind komplementär, also die kommen oft im Anschluss, also Innovationscommunities sind vielleicht vorgeschalten und sind dann oft wirklich zeitlich begrenzt. Man sagt, okay, wir geben dieser Idee unternehmensabhängig drei bis sechs Monate, die durch den Prozess der Validierung zu führen und vielleicht oder auch nicht an einem Prototypen zu entwickeln. Aber es ist zeitlich begrenzt. Während eben Communities wirklich sehr langfristig angelegt sind, wenn es nicht eine bestimmte Idee geht, sondern eben neuartige Lösungen für ein großes übergeordnetes Thema zu entwickeln und da können verschiedene Ideen rausschauen und damit ist die Community nicht zu Ende.
Bianca Prommer [00:15:04]:
Da wollte ich jetzt nämlich kurz nachhaken, weil was ich anfangs in deiner Definition auch raus gehört habe, ist es, dass es nichts Einmaliges ist, sondern was Kontinuierliches ist. Also es ist nicht ein Innovationsworkshop oder ein Hackathon oder wie auch immer man das Ganze nennen möchte oder ein Ideenwettbewerb, sondern ich habe verstanden, die kommen dann auch öfter über diesen Zeitraum hinweg zusammen.
Olivia Lancerotto [00:15:29]:
Genau und ebenso ein Hackathon, ein Workshop, ein Innovation Day können Formate sein einer Community, zusammenzukommen, aber es geht darum, dann gemeinschaftlich die richtigen Formate zu entwickeln, die auf das Ziel einzahlen, also sowohl auf das Ziel des Unternehmens als auch der Community. Was es eben nicht ist, wenn ich ein Unternehmen habe und sage, okay, wir machen einmal im Jahr einen Innovation Day zu einem Thema, zu einer neuen Technologie und wer will, kommt und dann schauen wir uns an einem Tag an, gehen wir im Schnelldurchlauf durch Bayer-Analyse, Value Proposition und so weiter. Weil es wirklich darum geht, in der Tiefe das Problem zu verstehen und die Herausforderungen und dieses Denken in den Arbeitsalltag zu integrieren. Es geht sehr schwer, ich weiß nicht wie es dir geht, wenn ich mir eine Stunde oder einen Tag im Monat in den Kalender schreibe, so das ist jetzt der Tag, wo ich kreativ bin, funktioniert das nicht. Aber man bekommt halt so Impulse bei solchen Hackathons. Man lernt die Menschen kennen, sagt, ah ok, ich habe eine Idee, jetzt kenne ich jemanden aus dem Engineering, der mir vielleicht dabei helfen kann. Der kennt auch wieder Leute oder kann diese Idee gegenseitig befruchten. Und ich stehe halt auch in einem kontinuierlichen Austausch.
Olivia Lancerotto [00:16:57]:
Also es braucht sehr oft technologische Plattformen und dann solche Treffen, entweder analog oder digital, sich auszutauschen, aber es ist eben nicht einmalig. Und es gibt meistens eben so eine Kerngruppe von Menschen, also praktisch die Kernmitglieder, und die sich natürlich auch kontinuierlich erweitern können, aber es ist halt schon wirklich ein qualitativer Austausch und jeder hat eine gewisse Rolle in dem Thema.
Bianca Prommer [00:17:25]:
Wie kann das in der Praxis ausschauen? Also hast du da irgendwie so ein Beispiel für so eine Innovation Community, damit jetzt die, die das jetzt hören, auch sagen, ah, okay, das ist jetzt konkret gemeint. Weil ich glaube, jeder von uns hat ja eine Vorstellung, was eine Community ist, aber wie kann denn jetzt wirklich so eine Innovation Community ausschauen?
Olivia Lancerotto [00:17:46]:
Ja, also es gibt, also ich rede ja, also das gibt natürlich ja auch schon diverse Communities, teilweise unter anderen Begriffen, aber ein Beispiel ist, wenn ein Unternehmen zum Beispiel für sich oder die Innovationsverantwortlichen eines Unternehmens in Absprache mit der Geschäftsführung sagen, gut, wir haben bis jetzt immer eine gewisse Kundengruppe angesprochen, aber wir sehen, wir brauchen neue Geschäftsmodelle für uns, für unsere Kunden durch eine neue Zielgruppe. Also zum Beispiel, wenn meine bisherige Zielgruppe Gemeinden waren und ich Lösungen für Gemeinden und Kommunen entwickelt habe und sage, okay, Wie kann ich denn in Zukunft helfen, deren Probleme, Herausforderungen noch besser zu lösen? Da muss ich die Bürger und Bürgerinnen besser verstehen und vielleicht schon Lösungen für diese Zielgruppe entwickeln. Oder wenn ich im B2B-Bereich tätig bin, wie kann ich eben deren Endkunden, also den B2C-Bereich, besser verstehen? Und das braucht einen Kulturwandel im Unternehmen. Bisher war die Gedenke B2B oder eben Gemeinden. Und das geht nicht, okay, wir machen jetzt einen Workshop und machen uns jetzt einfach mal Gedanken, sondern es muss halt wirklich dieses Denken im Unternehmen integriert werden und wachsen auch. Das ist ein Beispiel für eine interne Community. Es gibt natürlich auch externe Communities. Gerade besonders wichtig, wenn es darum geht, nachhaltige Innovationen oder für die Kreislaufwirtschaft oder jetzt Richtung ESG-Berichterstattung tätig zu werden, wo ich wirklich sage, okay, dafür gibt es keine Insellösung.
Olivia Lancerotto [00:19:39]:
Ich arbeite entweder mit Start-ups oder mit anderen AkteurInnen entlang der Wertschöpfungskette zusammen und sage, wie können wir gemeinsam Themen identifizieren, die für uns alle relevant sind, wo wir alle etwas geben können, wo wir alle profitieren, wie können wir hier gewinnen, wie können wir Risiko anteilig tragen sozusagen und hier zusammenarbeiten. Da geht es auch darum, dann die richtigen AkteurInnen, also Organisationen zu definieren und dann Menschen in diesen Unternehmen und die müssen auch langfristig gehalten werden. Das ist ja eben auch nicht ein einmaliges Projekt, sondern wie können wir diese Mitglieder langfristig engagiert halten. Oder ein anderes Beispiel aus einer Bank, die eben auch wirklich sagen, wir haben einen Innovation Tribe, ja, und wir treffen uns regelmäßig, wir haben monatlich einen Sure Fix, wo wir Themen einwerfen, besprechen, und dann gibt's eben auch, machen wir Field Trips zu den Kunden, ja, in analoge Branchen. Wir entwickeln uns praktisch gemeinsam weiter. Ich greife auch ein bisschen voraus, aber einer der wichtigsten Motivationen für Mitglieder in einer Community aktiv zu sein, ist auch eben dieser Erwerb von neuem Wissen. Weil ich glaube, einfach einer der größten Hindernisse von Innovationsprogrammen, Also das höre ich immer wieder auch aus meinem Freundeskreis. Die sagen, ja, bei uns gibt es ein Innovationsprogramm, aber ich bin doch nicht blöd.
Olivia Lancerotto [00:21:22]:
Ich gebe denen doch nicht eine Idee, mit der sich mein Unternehmen bereichert und ich kriege dann 500 Euro, wenn ich vom Vorstand pitchen darf. Es ist einfach eine ganz andere Motivation, eben tatsächlich auch etwas zu bewirken und langfristig Selbstwirksamkeit zu erleben.
Bianca Prommer [00:21:40]:
Da kommen dann auch gleich noch einmal dazu, du hast sicher den einen oder anderen Tipp dabei, wie ein Unternehmen jetzt auch starten kann, seine Innovation Community aufzubauen. Was mich allerdings jetzt davor noch interessiert ist, weil ich das im Zusammenhang mit Ideenplattformen höre, ich auch immer wieder dieses Thema Community. Wir nutzen die Community für diese Ideenplattform, dann Ideen zu bewerten und Ideen auszuwählen. Ist da ein Zusammenhang? Ist eine Ideenplattform automatisch auch eine Community oder wie siehst du das?
Olivia Lancerotto [00:22:17]:
Also ich kann meine Sichtweise natürlich darstellen, aber es gibt natürlich viele andere Akteure, die das vielleicht anders definieren würden. Aber ich habe mich stark mit dem Thema beschäftigt. Also Es kommt darauf an, was für eine Ideenplattform. Wenn es eine old school Ideenplattform ist, die es immer noch auch teilweise in Unternehmen gibt, das ist wirklich dann ein Sammelbecken von Ideen oder von Beschwerden, dann ist meistens der Grund, warum potenzielle Kunden auf mich zukommen, wenn sie sagen, wir sind damit nicht zufrieden. Das ist nur ressourcenintensiv und gute Ideen sind Glücksfälle und wir wollen jetzt wirklich strukturiert, systematisch den Ideenfunnel mit qualitativ hochwertigen, businessrelevanten Ideen füllen. Und sehr oft sind dann eben solche oldschool, nenne ich es jetzt, Ideenplattformen gar nicht mehr im Innovationsmanagement angesiedelt, sondern es ist dann nicht eine Verbesserung, inkrementelle Verbesserungsvorschläge. Gott sei Dank gibt es aber heutzutage ja schon moderne Innovationsplattformen, wo es Themenschwerpunkte gibt, wo es Challenges gibt, wo Gamification-Elemente eingebaut werden. Und da spricht man sehr oft eben von Crowdsourcing oder eben wir fragen die Community.
Olivia Lancerotto [00:23:45]:
Ja, also aus meiner Sicht ist es so eine Art Zwischen, also ja darf sich Community nennen, wenn ich sage, ich brauche klassisches Community Management, was man auch von Social Media oder dem Marketing kennt, Themen zu kommunizieren, dafür Aufmerksamkeit zu generieren, die Leute zu enablen, aktiv zu werden, zu sagen, hey, vote it, bringt eure Ideen ein, und so weiter. Also, es braucht dieses Community Management. Allerdings eben auch diese Challenges sind halt auch sehr oft sehr eng gefasst und auch zeitlich begrenzt. Das wird sehr oft unter Community verstanden und es braucht Community Management. Ich spreche aber jetzt hier von etwas anderem. So eine Plattform kann eben ein Tool der Kommunikation sein, vor allem wenn ich ganz viele Mitglieder habe. Aber ich spreche natürlich von einer Community, die vielleicht ein kleinerer Kreis ist, die so Art als BotschafterInnen auch dann vielleicht wirken oder Vorbildwirkung haben, Snowball-Effekt haben, die aber jetzt, ich würde sagen, wo ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl vorherrscht als ich gebe jetzt meinen Senf auf einer, also Entschuldigung, ich wollte das nicht so sagen, aber ich gebe meine Idee auf einer Community-Plattform ab und damit hat es sich. Und wenn die von den anderen für gut bewertet wird, dann geht das Ganze weiter.
Olivia Lancerotto [00:25:17]:
Und diese Idee habe ich vielleicht vorher alleine gehabt. In der Community geht es ja darum, ich habe eine Herausforderung vielleicht entdeckt oder bekomme immer wieder von meinen Kunden, Kundinnen das zurückgemeldet. Ich möchte das genauer verstehen. Wer kann mir helfen? Und ich glaube, hier ist eine große Chance und dann müssen wir in den Austausch kommen. Und ich habe jetzt schon die beste Idee zur Lösung und die gebe ich auf einer Ideenplattform ein.
Bianca Prommer [00:25:42]:
Das finde ich so spannend, was du sagst, weil ich kann mich noch an einige Gespräche und Diskussionen mit meinen Kunden und Kundinnen so erinnern in den letzten Jahren, wo ich gesagt habe, warum suchen wir immer nach Ideen? Warum suchen wir nicht nach Problemen, nach Herausforderungen? Weil nicht immer habe ich eine Idee sofort. Und dann gehen ja diese Probleme und Herausforderungen verloren. Wo soll ich die denn einlasten? Wo kann ich die reinkippen sozusagen? Wo bekomme ich Ressourcen her, mich mit Herausforderungen, mit solchen Themen, Bedürfnissen, Problemen zu beschäftigen, damit dann möglicherweise Ideen entstehen. Aber ganz viele dieser Ideen, Plattformen, Prozesse fordern ja eigentlich, du brauchst schon eine Idee. Und das finde ich total spannend, warum aber nicht weiter vorne zu beginnen. Also von dem her kann ich dir da absolut zustimmen. Ich finde es einfach total spannend.
Olivia Lancerotto [00:26:39]:
Ja, aber ich möchte auch sagen, es ist natürlich weder schwarz noch weiß. Also was ich immer sage, das kommt ja auch wirklich aus dem Marketing. Form follows function. Also je nachdem was mein Ziel ist. Also auch nicht jeder braucht so eine Community, wenn das irgendwie anderweitig abgedeckt ist. Ich sage, okay, wenn ich, wenn ich, ich möchte, Ich habe schon ganz spezifische Themen und möchte dazu nur Ideen, also das ist ja auch gerechtfertigt und auch eine gute Lösung, wenn man wirklich sagt, ich habe für mich eben so eine Art notwendigen Kulturwandel identifiziert, der geht nicht von heute auf morgen. Dann ist eine Community einfach ein perfektes Werkzeug. Ich halte das, jeder redet von Innovationskultur und von dem Dürfen, Können, Wollen und es muss das Topmanagement damit anfangen.
Olivia Lancerotto [00:27:29]:
Aber Ich finde das Charmante an Communities, das ist für mich wirklich das erste wirklich greifbare Werkzeug, Innovationskultur zu fördern.
Bianca Prommer [00:27:40]:
Und das ist ja das, worauf du dich auch spezialisiert hast, also wirklich diese Innovation Communities zu nutzen, da entsprechend Unternehmen dabei zu begleiten, mit diesem Werkzeug dann auch Innovationskultur zu ändern, zu verbessern, zu stärken, wie immer man das bezeichnen möchte. Ich möchte jetzt einmal tiefer reingehen ins Wie. Also was ist denn aus deiner Sicht die ersten Schritte? Was ist der erste Schritt? Wenn jetzt ein Unternehmen sagt, hey ich habe den Podcast gehört, finde ich super spannend, ich möchte auf jeden Fall mehr wissen, dass die dann natürlich auf dich zukommen sollen, ist klar, da machen wir dann auch am Ende noch einen Aufruf. Aber was ist denn so aus deiner Sicht das Erste, was gegeben sein muss? Was ist denn so der erste Schritt?
Olivia Lancerotto [00:28:29]:
Ja, Also ich arbeite natürlich mit gewissen Frameworks, es gibt ja auch Community Canvases und Frameworks, die ich eben speziell dann auf den Innovationsprozess angepasst habe. Die erste Frage ist immer warum? Das ist zwar ein bisschen abgedroschen, aber es ist einfach die wichtigste Frage. Erstens, what's in it for you als Innovationsverantwortliche, als Unternehmen für Stop Management? Und was sind die Vorteile? Was ist das warum für potenzielle Mitglieder? Weil es eignet sich eben nicht jedes Thema. Das ist auch einer der häufigsten Fragen, welches Thema. Weil es muss ein Thema sein, das eine gewisse Flughöhe hat. Es muss Freiraum ermöglichen und nicht zu sehr bereits einschränken. Aber nur Nachhaltigkeit ist jetzt wahrscheinlich auch zu hoch gegriffen. Oder nur wir müssen das finanzielle Überleben sichern.
Olivia Lancerotto [00:29:29]:
Da werde ich weniger intrinsisch motivierte Menschen finden, die sagen, dafür gebe ich vielleicht auch einen Teil meiner Freizeit her. Also das ist halt wirklich, was ist tatsächlich das Ziel und ist dafür eine Community eine geeignete Lösung. Das zweite ist natürlich Ressourcen, weil es ist auch immer das zweite Argument, aber Communities brauchen Zeit und da sage ich ja, das stimmt. Ich helfe natürlich diese Zeit möglichst effizient zu nutzen, aber es vor allem, wenn wir von Anfang an wirklich den strategischen Aufbau so strukturieren, dass dann im Nachgang, oder wir alle Hebel in Bewegung gesetzt haben und die Richtungen gesetzt haben, damit dann die Mitglieder aktiv bleiben, weil das ist meistens die größte Herausforderung und es braucht natürlich Zeit, die Community zu bespielen. Es gibt auch verschiedene Lösungen, aber es müssen einfach Ressourcen im Innovationsteam gesichert sein dafür, für ein Community-Management oder Lead, als auch eben braucht es natürlich ihre zeitlichen Ressourcen bei den Mitgliedern. Also es muss schon Innovation eine gewisse Bedeutung haben. Wichtig ist, wenn ich das Ziel kenne, dann kann ich das natürlich auch besser argumentieren. Warum braucht es Zeit dafür? Und eine Hilfestellung natürlich auch, okay, was passiert, wenn wir nicht aktiv werden.
Olivia Lancerotto [00:31:02]:
Also was sind die Kosten des Nicht-Tätigwerdens im Vergleich zu fünf bis zehn Prozent der Zeit eines Mitarbeitenden. Das geht natürlich Hand in Hand damit eben schon mal diese Kernmitglieder zu identifizieren. Ich schlage immer vor, dass wir eben nicht nur das Innovationsteam den ganzen strategischen Aufbau schafft, sondern bereits im Verbund in Art-Co-Creation-Workshops mit den motiviertesten Mitgliedern, dass die eben da auch gleich gerade sich damit identifizieren. Das ist ganz wichtig, dass die das natürlich mittragen und dann gemeinsam die wichtigsten Fragen klären. Wofür stehen wir? Wer sind wir? Was wollen wir erreichen? Wie wollen wir das erreichen? Wie arbeiten wir zusammen? Eben genau die Frage, welche Formate braucht es für diese Win-Win-Situation.
Bianca Prommer [00:31:58]:
Und wo starte ich da? Ist da jetzt zum Beispiel ein Innovationsverantwortlicher, sei es, sagen wir, Innovationsmanager oder Innovationsmanagerin, sagt, ich denke, so eine Innovation Community kann uns hier einfach einen riesengroßen Vorsprung sichern. Wir haben gerade Themen, die auf einer entsprechenden Flughöhe sind und die Staaten dann brauchen dieses Top-Management. Du hast vorher von Top-Down und Botten abgesprochen. Wer initiiert das denn?
Olivia Lancerotto [00:32:30]:
Also ja, wahrscheinlich kommt auf das Unternehmen an, wer für Innovation zuständig ist, aber jetzt in meinen Fällen sind ja meistens große Konzerne. Gibt es Innovationsverantwortliche, die eben sagen, ja, es gibt ja in vielen Unternehmen eine Strategie über die nächsten Jahre mit Fokusthemen und sagt, okay, für dieses Thema würde sich eine Community eignen. Das heißt, muss man natürlich eben auch bereits das By-In vom Top-Management holen. Sagen, okay, das bedingt einen Kulturwandel, hierfür eignet sich eine Community. Und dann ist es auch, sage ich so, es ist natürlich wichtig, eben strukturiert vorzugehen, aber auch iterativ. Weil ich brauche zuerst natürlich ein Ziel. Damit spreche ich mal mit potenziellen Mitgliedern und ihren Führungskräften. Dann konkretisiert sich das Ganze wieder.
Olivia Lancerotto [00:33:25]:
Damit kann ich vielleicht mal einen ersten, ich nenne es jetzt mal Pitch oder One-Pager, wie auch immer, konkreter werden und die Zeit, die es braucht, einschätzen. Die Formate, die wir ungefähr vorhaben, ins Leben zu rufen, kommunizieren. Damit kann ich dann wieder konkrete potenzielle Mitglieder identifizieren, ihnen Fragen stellen, würde das für euch passen und dann in die Workshops gehen, das Ganze konkretisieren und so weiter. Also es ist eben auch ein iterativer Prozess.
Bianca Prommer [00:33:59]:
Ich habe schon herausgehört, dass Management bei Ihnen mit potenziellen Mitgliedern sprechen. Das heißt, wir stecken da ja auch mitten in dem Thema Kommunikation. Und das finde ich ja bei dir auch so spannend, weil du ja genau diesen Kommunikations-Background ja mitbringst und da ja auch Kommunikationsexpertin bist, ja, viel Erfahrung da mitbringst. Ich persönlich kann mir vorstellen, dass Kommunikation sehr wichtig ist in diesem Bereich, gerade im Community-Building. Wie siehst du denn das? Welche Rolle spielt Kommunikation im Aufbau einer solchen Innovation Community?
Olivia Lancerotto [00:34:34]:
Ja, gerne. Bevor ich die Frage beantworte, nochmal natürlich bei Top-Management und Mitglieder, aber die Führungskräfte natürlich bitte nicht vergessen. Also idealerweise sind die im Vorfeld informiert und helfen einem vielleicht, einem ja auch bereits Mitglieder in ihrem Team zu identifizieren. Sagen, ja, das ist die Person, die immer Ideen hat, die Status quo infrage stellt. Ich kann der Person leider nicht helfen. Ich habe Angst, die wird demotiviert und hat schon Silencequitting betrieben. Das ist natürlich ein super Tool auch für Retention von Mitarbeitenden. So, that being said, ja, also Kommunikation ist natürlich in meinen Augen das Herzstück von Communities.
Olivia Lancerotto [00:35:19]:
Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass man, wenn man über Community Management spricht, in erster oder reflexartig an eben Social Media Community Management denkt. Also es kommt natürlich aus dem Marketing. Also wenn wir wirklich über das klassische Marketing sprechen, würde ich sagen, ich habe zuerst eine Art Positionierung. Wofür stehe ich als Marke? Wer ist meine Zielgruppe? Die Mitglieder? Was ist meine Value Proposition, das Werteversprechen für diese Mitglieder? Also ich muss natürlich auch eine Art Buyer-Analyse meiner potenziellen Mitglieder machen, die dann eben langfristig über verschiedene Kanäle, durch verschiedene Botschaften, in Abhängigkeit der Phase in ihrer Member Journey. Es gibt ja nicht nur die Customer Journey, sondern auch die Member Journey zu bespielen. Also in der Hinsicht mal natürlich ganz wichtig, als auch dann eben, kreativ zu sein, Fehlerkultur zuzulassen, sich zu öffnen müssen die Leute sich in einem auch Schlagwort, buzzword safe space befinden, den ich natürlich schaffen muss. Durch die geeigneten Workshop-Formate, durch die geeignete Kommunikation, durch das geeignete Team-Building. Ja, da spielt natürlich Kommunikation eine große Rolle auch.
Bianca Prommer [00:36:45]:
Ich sage ganz häufig, die Mitarbeitenden dienen ja den Kundinnen und Kunden des Veränderungsprozesses, was ja dazu führt, dass ich Design Thinking beispielsweise sehr stark in Veränderungsprozessen, eben auch im Kulturwandel, verwende. Und jetzt höre ich schon, Member Journey, es gibt Vire Personas, Das heißt, ich habe ja auch die Member Persona, wenn wir es vielleicht so definieren wollen. Wir haben Bedürfnisse, wir haben Needs, wir haben Herausforderungen, Bedenken. Wenn wir jetzt beispielsweise für einen Kunden oder eine Kundin was entwickeln, ist ja hier ja sehr, sehr ähnlich. Deswegen, du hast auch von Iteration gesprochen, da wirklich Schritt für Schritt vorzugehen, einmal einen ersten One-Pager zu machen, dann auch wieder Feedback einzuholen, dann daran weiterzuarbeiten. Also ich sehe da ja sehr viel auch von diesen Elementen, aus diesen menschenzentrierten Innovieren heraus tatsächlich.
Olivia Lancerotto [00:37:41]:
Ja, genau. Also das war auch, muss ich sagen, einer meiner, als mir vor Jahren diese Gemeinsamkeiten aufgefallen sind, weil das war ein richtiger Aha-Moment. Aber eben das Marketing und Innovation, es gibt ja Peter Drucker sagt, das sind die einzigen wichtigen Funktionen in einem Unternehmen und sie haben einfach so viel, und eigentlich sollte Marketing vielmehr in den Innovationsprozess integriert werden, aber das ist ein anderes Thema. Sie haben so viel gemeinsam, aber auch, wenn eben Innovationsmanager, Verantwortliche, Managerinnen all das in ihren Innovationsaktivitäten einbringen und die an und für sich die Werkzeuge beherrschen, ja, ist es aber natürlich trotzdem immer wichtig, eben dann, ja, jemanden von außen auch zu bekommen, der dann eben noch einmal die Perspektive wechselt, ja, oder ändert, ja, das enabelt. Ja.
Bianca Prommer [00:38:34]:
Olivia Lancerotto [00:38:34]:
Aber ja, es ist natürlich total, total ähnlich, ja.
Bianca Prommer [00:38:39]:
Ich komme zu meiner abschließenden Frage, bevor wir dann noch einmal zusammenfassen und auch noch einmal den Hinweis geben, wo man dich finden kann. Ich sage mal Anfang des Jahres. Da sind ja dann immer so, ja wir müssen Strategien entwickeln, Ziele setzen, Pläne machen, die guten Vorsätze fürs neue Jahr. Wie entwickeln sich denn Innovation Communities in diesem Jahr? Wie siehst du denn 2025 die Zukunft der Innovation Communities?
Olivia Lancerotto [00:39:08]:
Also auch, danke, dass du mich meine Meinung fragst. Das ist meine Sicht der Dinge. Also ich sehe eine große Zukunft, hoffe zumindest darauf, weil ich einfach verschiedene, sagen wir drei Faktoren festmachen kann. Einerseits ist es einfach wirklich eine Tatsache, Innovation ist Teamarbeit. Und gerade jetzt vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen, ökologischen Krisen, wird es wirklich immer relevanter oder dringlicher, schnell businessrelevante Innovationen in die Umsetzung zu bringen. Und ich halte der Communities als wirklich das geeignete Mittel, weil wenn viele Leute auch schon aus dem Kerngeschäft hier zusammenarbeiten und die diversen Perspektiven einbringen, sind die Ideen nicht nur qualitativ hochwertiger oder die Herausforderungen relevanter, sondern tendenziell habe ich bereits ein größeres Buy-in und weniger dieses Not-invented-here-Syndrom. Das heißt, es kann auch schneller in die Umsetzung gehen. Zweitens der Trend eben zu mitarbeitendengetriebenen Innovationen oder zu New Work und Sinnorientierung.
Olivia Lancerotto [00:40:22]:
Also wir sprechen nicht nur von Gen Z und Fachkräftemangel, aber alle Menschen heutzutage oder Viele zumindest suchen nach dem höheren Sinn und Community sind halt wirklich ein tolles Mittel, den Menschen Selbstwirksamkeit zu ermöglichen und auch innerhalb von Unternehmen eben Sinn stiftendes zu bewirken. Ich habe ja vorhin über intrinsische Motivation gesprochen, vielleicht nochmal ganz kurz. Es gibt ja nicht nur die definierten Innovationscommunities, sondern es gibt einen großen Trend zu generell Corporate Communities. Es gibt die Communities Teilzeit-Community, LGBTQ-Community, Frauennetzwerke in Unternehmen Und all diese Communities haben auch das große Potenzial, zumindest inkrementelle Innovationen voranzutreiben. Also hier sollte auch einfach wirklich geschaut werden. Die Zusammenarbeit zwischen HR und Innovation, also ja, ganz toll, was hier für Chancen sich ermöglichen und eben diese intrinsische Motivation. Communities geben den Menschen die Möglichkeit, ihr eigenes Ziel zu erreichen und gleichzeitig eine Win-Win-Situation für das Unternehmen zu schaffen. Also Unternehmen schaffen durch Communities, Art-Employer-Branding und Mitarbeitenden-Retention.
Olivia Lancerotto [00:41:43]:
Und das Dritte ist natürlich, jetzt wird 2025 eben, da kommt die ESG-Berichtspflicht für mehr Unternehmen zu tragen. Und wie eben vorhin schon gesagt, es ist keine Einzellösung. Sowohl im Unternehmen interessieren sich Menschen dafür, die Gildes zu nutzen, als auch außerhalb die richtigen Unternehmungen, Startups oder vielleicht ja mit Betrieben aus analogen Branchen zusammenzuarbeiten, hier schneller, effizienter, risikoärmer zu Lösungen zu kommen.
Bianca Prommer [00:42:14]:
Sehr, sehr spannend. Ich habe gerade an ein paar meiner Kunden und Kundinnen gedacht, wo ich mir gerade gedacht habe, für die wäre so eine Innovation Community mal ganz spannend durchzudenken und zumindest mal anzufangen. Das führt mich jetzt zu meiner allerletzten Frage tatsächlich. Wenn es jemand sagt, ja, da möchte ich jetzt mehr wissen, wie konkret unterstützt du jetzt? Ich weiß, du hast jetzt so ganz konkrete Produkte, die du anbietest, was ich ja großartig finde, dass du so greifbare Produkte hast als Unternehmensberaterin, als Consultant, als Coach, Trainerin, Sparringpartner, Mentorin, je nachdem wie du dich selbst bezeichnest. Und wie kann ich jetzt mit dir in Kontakt treten? Wo finde ich dich? Was ist so mein erster Schritt, den ich hier setzen könnte?
Olivia Lancerotto [00:43:02]:
Ja, danke für die Frage. Also gerne auf LinkedIn, das ist vielleicht auch das Unkomplizierteste. In einem Chat kann man genau schnell in Kontakt treten, aber ich habe natürlich eine Webseite Innovation&You. Genau, einfach kontaktieren. Ja, also ich bezeichne mich als Sparing-Partnerin. Ich unterstütze Unternehmen beim strategischen Aufbau, aber dann auch in der Umsetzung, was ich ganz wichtig finde. Strategie ist nur so gut wie die Umsetzung, genau, durch eben, ja, Sparing-Formate, Coaching, aber eben auch ganz wichtig durch die Organisation und Facilitation von diesen gemeinsamen Co-Creation-Workshops, mit den Mitarbeiter-, mit den Mitgliedern gemeinsam eben, ja, die Vision, die Mission, die Formate zu definieren für eben die Win-Win-Situation und damit eben eine langfristige Aktivität von diesen Mitgliedern auch in Zukunft sichergestellt werden kann.
Bianca Prommer [00:44:05]:
Super. Wir verlinken natürlich auch alles in den Show Notes, damit man dann im Podcast gleich unten draufklicken kann, auf den Link direkt zu deinem LinkedIn-Profil oder auf deine Webseite kommt. Liebe Olivia, vielen Dank, dass du mit mir gemeinsam das Jahr 2025 hier im Podcast startest. Ich denke, ich habe das extra so in den Plan gelegt, weil ich glaube, es ist wirklich ein toller Impuls, jetzt am Anfang des Jahres da vielleicht mal mit einer anderen Perspektive an das Thema Innovationsaktivitäten ranzugehen. Und wann, wenn nicht am Anfang des Jahres. Und deshalb freue ich mich umso mehr, dass du heute Gast in meinem Podcast warst. Vielen Dank, dass du da warst.
Olivia Lancerotto [00:44:48]:
Ja, danke vielmals nochmal für deine Einladung und deine Faszination und auch die Bestätigung für die Wichtigkeit von diesem Thema.
Bianca Prommer [00:44:56]:
Dann bis zum nächsten Mal. Ciao.
Olivia Lancerotto [00:44:59]:
Bianca Prommer [00:45:00]:
Das war wieder eine spannende Folge rund Innovation Communities. Wenn du sagst, ich möchte zum Innovation Facilitator werden, ich möchte solche Workshops innerhalb einer Community auch gut moderieren und begleiten können, dann habe ich zwei Trainingsempfehlungen für dich. Im Februar findet das Training in zwei Tagen zum Workshop Design für bessere, kreativere und motivierende Innovationsworkshops statt. Es sind vier halbe Tage online und dort bekommst du nicht nur das Wissen, wie du einen guten Workshop designst, sondern auch ganz ganz viele Methoden und Werkzeuge für Check-in, Aktivierung, Ideation, Ideenbewertung bis hin zum Check-out mit. Ich zeige dir dort auch, wie du KI beispielsweise nutzen kannst, noch schneller, effizienter und bessere Workshops zu designen. Und die zweite Möglichkeit ist eine etwas umfassendere Möglichkeit und zwar der Innovation Facilitator. Und zwar genauer gesagt der Design Driven Innovation Facilitator. Das ist eine umfassende Weiterbildung für alle, die Innovationsprozesse, Innovationsworkshops gut begleiten und moderieren wollen.
Bianca Prommer [00:46:22]:
Du lernst dort alles, was es braucht, damit du Menschen zusammenbringst, sie in den Austausch bringst, hier wirklich auch zu kreativen Ideen bringst und Design-Driven deshalb diese Ausbildung basiert nicht nur auf Design Thinking, sondern auch auf anderen Innovationsansätzen wie Trees, Systematic Innovation und auch Creative Problem Solving. Diese Ausbildung startet am 10. März. Weitere Informationen findest du natürlich in den Show Notes. Und damit bleibt mir nur mehr zu sagen, abonniere den Podcast, denn wir werden alles in das Zeichen der Innovation stellen. Im Januar wirst du ganz spannende Episoden rund das Thema Innovationsworkshops bekommen. Im Februar werden wir sehr intensiv rund das Thema Innovationskultur und Entrepreneurship sprechen. Deshalb abonniere gerne den Podcast und wenn dir diese Episode gefallen hat, dann freue ich mich natürlich auch über eine Rezension auf Spotify oder Apple Podcast und damit bis zum nächsten Mal.
Bianca Prommer [00:47:29]: