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In den Nachrichten erreichen uns angesichts der weltweiten Krisen viele negative Schlagzeilen. Dabei haben sie immer schon einiges an Wucht verloren, wenn sie uns in unserem bequemen Zuhause über Internetportale oder das Fernsehen erreichen. Jeremia dagegen befindet sich mittendrin in dem Desaster, das sein Volk getroffen hatte.
Er durchleidet Kummer von A bis Z: Von A wie Ablehnung bis Z wie Zusammenbruch. Jeremias Leben und Wirken sind ein einziges Drama. Wohl kaum ein Prophet Gottes hat persönlich mehr Nachteile hinnehmen müssen. Trotz all seines Einsatzes für Gott und sein Volk: Er erntet nur Verachtung und Spott. Jeremia steckt Schläge ein. Er wird gefangengenommen, bekommt sogar Morddrohungen. Dazu der seelische Schmerz wegen des anhaltend sündigen Verhaltens seiner Landsleute; er muss deshalb übereinstimmend mit der Botschaft, die Gott ihm gab, den Untergang des Südreiches Juda und dessen Wegführung nach Babylon mit ansehen. Mit Recht hat man Jeremia als den "weinenden Propheten" bezeichnet.
Jeremia befindet sich mittendrin, als Jerusalem von der Armee Nebukadnezars, dem König von Babel, belagert wird. Damit einher geht eine verheerende Hungersnot in der Stadt. Viele sterben. Zu guter Letzt – nach der endgültigen Eroberung – soll nun ein Teil der Juden, die Hunger und Schwert überlebt haben, in Ketten nach Babylon ins Exil verschleppt werden. Wieder befindet sich Jeremia mittendrin: Er ist einer der Gefangenen.
Es sieht aus wie ein neuer Tiefpunkt. Doch was dann folgt, ist eine echte Überraschung. Zu Beginn unseres heutigen Kapitels erreichen Jeremia plötzlich ermutigende Nachrichten: Seine Botschaften, die bei den Juden auf so viel Ablehnung gestoßen waren, werden ihm von unerwarteter Seite bestätigt; und außerdem wird ihm auf einmal Wohlwollen und Hilfe entgegengebracht. Übermittelt werden Jeremia diese „Good News“ von einem Babylonier namens Nebusaradan, dem Oberbefehlshaber der Armee von König Nebukadnezar. Dieser lässt Jeremia aus dem Gefangenentross heraus zu sich führen. So stehen sich der ranghöchste Militär der Siegermacht und ein erschöpfter Kriegsgefangener gegenüber; der erfolgreiche Eroberer auf der einen und der vergebliche Mahner eines verblendeten Volkes auf der anderen Seite.
Als Nebusaradan zu reden beginnt, stellt sich heraus, dass er in die Absichten Gottes mit seinem jüdischen Volk eingeweiht ist. Als Heide redet er zu dem Propheten Jeremia selbst wie ein Prophet: „JHWH, dein Gott, hat dies Unglück über diese Stätte vorhergesagt und hat’s auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat“ (Jeremia 40,2-3).
Nach langen wolkenverhangenen Tagen bricht die Sonne durch. Welch eine Bestätigung! Ich begegne einem Menschen mit einem mir völlig fremden kulturellen Hintergrund und erfahre, dass er Christ ist wie ich. Wenn er mir dann von seinen biblischen Einsichten erzählt oder davon, wie Gott ihm begegnet ist, empfinde ich das als eine enorme Ermutigung. Vor 40 Jahren schrieb Manfred Siebald das Lied: „Überall, überall hat Gott seine Leute, freu dich doch daran! Überall, überall zündet er sich seine Lichter an.“
Jeremia erhält von Nebusaradan schließlich die im wörtlichen Sinne befreiende Nachricht: „Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine Hände gebunden waren“ (40,4a). Dank dieses Heerführers – auf Befehl Nebukadnezars (und letztlich JHWHs) – fehlt es Jeremia während der babylonischen Herrschaft an nichts. Jeremia darf im Land wohnen bleiben und ist plötzlich der Einzige in Israel, den man respektvoll behandelt und für dessen Lebensunterhalt gesorgt wird.
„Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen“ (Lk 6,21), so sagt es Jesus seinen Jüngern. Wer sich Gott zur Verfügung stellt, kann mit seiner außergewöhnlichen Hilfe rechnen. Gott lässt seine Leute nie im Stich. Er kennt unsere Körper und sorgt wie bei Jeremia für Nahrung und Kleidung. Auch kennt er unsere Seelen und weiß um unser Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe. In jeder Lage können wir dem Vater im Himmel vertrauen. Er liebt uns. Und er lenkt alle Umstände, wie er will und wie es gut für uns ist.
Leider kommt dieser gütige Gott ab Vers 7 für den Rest dieses – wie auch des nächsten – Kapitels nicht mehr vor. Gedalja, der von Nebukadnezar eingesetzte Statthalter von Juda, redet nicht von Gott. Ismael, begeistertes Mitglied einer antibabylonischen Partei, fragt nicht nach Gott. Ebenso wenig wie die Brüder Johanan und Jonatan. Und weil Gott ein „Gentleman“ ist, wie Anne Graham einmal sagte, zieht er sich still zurück. Einmal mehr geht die Geschichte ohne Gott weiter. Sie wird in diesen beiden Kapiteln mit einer Verschwörung fortgesetzt und gipfelt in einem Amoklauf.
Warum überschlagen sich heute die Nachrichten von Krieg, Terror wie auch von persönlichen Tragödien? Antwort: Weil Gott kaum mehr vorkommt – weder in der Politik noch im Privaten. Heraus kommen Schlagzeilen von A wie Amok bis Z wie Zügellosigkeit.
Ines Geipel, eine Berliner Publizistin, äußerte sich vor wenigen Jahren im Deutschlandfunk zur Problematik von Terrorismus und Amokläufen anlässlich eines konkreten Falles damals. Meist gehe es um junge Männer, die keinen Platz in der Gesellschaft fänden. „Diese oft um die 18-Jährigen“, sagt sie, „wollen glauben, sie wollen lieben ... Es sind verlorene Söhne, die Bezug zum symbolischen, gesellschaftlichen Vater suchen.“ Zitat Ende.
Diese Beschreibung mag auch auf Ismael Ben Nethanja zutreffen, einen rücksichtslosen Terroristen. Er verübt einen Mordanschlag auf Gedalja, den Verwalter über die Juden, die in Mizpa geblieben waren. Danach läuft Ismael Amok: Er tötet auch die Soldaten Gedaljas und kurz darauf weitere 70 wehrlose Männer ...
Ines Geipel fordert auf, etwas zu tun; darüber nachzudenken, welche Hilfen man solchen jungen Männern anbieten kann, damit sie ihre Empfindungen verändern. Gedalja hatte sich tatenlos – geradezu naiv – gegenüber Ismael verhalten, und das hat ihn das Leben gekostet.
Was können wir tun, welche Hilfe anbieten? Nun, die beste Gewaltprävention ist das Evangelium. Christen können und sollen den vielen schlechten Nachrichten die Gute Nachricht von Jesus Christus entgegensetzen! Wir können uns wie Jeremia mitten hineinbegeben und der Welt allem Widerstand zum Trotz Gottes Botschaft sagen, oder wir können so wie Nebusaradan bestätigen, dass diese Botschaft tatsächlich wahr ist! – Wir können in düsteren Zeiten jeweils den Teil der Welt ausleuchten, in den Gott uns gestellt hat! „Überall, überall zündet er sich seine Lichter an.“ – Mögen künftig überraschende Geschichten von Gott und somit von Rettung und Veränderung Schlagzeilen machen!
Autor: Markus Wäsch
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By ERF - Der Sinnsender5
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In den Nachrichten erreichen uns angesichts der weltweiten Krisen viele negative Schlagzeilen. Dabei haben sie immer schon einiges an Wucht verloren, wenn sie uns in unserem bequemen Zuhause über Internetportale oder das Fernsehen erreichen. Jeremia dagegen befindet sich mittendrin in dem Desaster, das sein Volk getroffen hatte.
Er durchleidet Kummer von A bis Z: Von A wie Ablehnung bis Z wie Zusammenbruch. Jeremias Leben und Wirken sind ein einziges Drama. Wohl kaum ein Prophet Gottes hat persönlich mehr Nachteile hinnehmen müssen. Trotz all seines Einsatzes für Gott und sein Volk: Er erntet nur Verachtung und Spott. Jeremia steckt Schläge ein. Er wird gefangengenommen, bekommt sogar Morddrohungen. Dazu der seelische Schmerz wegen des anhaltend sündigen Verhaltens seiner Landsleute; er muss deshalb übereinstimmend mit der Botschaft, die Gott ihm gab, den Untergang des Südreiches Juda und dessen Wegführung nach Babylon mit ansehen. Mit Recht hat man Jeremia als den "weinenden Propheten" bezeichnet.
Jeremia befindet sich mittendrin, als Jerusalem von der Armee Nebukadnezars, dem König von Babel, belagert wird. Damit einher geht eine verheerende Hungersnot in der Stadt. Viele sterben. Zu guter Letzt – nach der endgültigen Eroberung – soll nun ein Teil der Juden, die Hunger und Schwert überlebt haben, in Ketten nach Babylon ins Exil verschleppt werden. Wieder befindet sich Jeremia mittendrin: Er ist einer der Gefangenen.
Es sieht aus wie ein neuer Tiefpunkt. Doch was dann folgt, ist eine echte Überraschung. Zu Beginn unseres heutigen Kapitels erreichen Jeremia plötzlich ermutigende Nachrichten: Seine Botschaften, die bei den Juden auf so viel Ablehnung gestoßen waren, werden ihm von unerwarteter Seite bestätigt; und außerdem wird ihm auf einmal Wohlwollen und Hilfe entgegengebracht. Übermittelt werden Jeremia diese „Good News“ von einem Babylonier namens Nebusaradan, dem Oberbefehlshaber der Armee von König Nebukadnezar. Dieser lässt Jeremia aus dem Gefangenentross heraus zu sich führen. So stehen sich der ranghöchste Militär der Siegermacht und ein erschöpfter Kriegsgefangener gegenüber; der erfolgreiche Eroberer auf der einen und der vergebliche Mahner eines verblendeten Volkes auf der anderen Seite.
Als Nebusaradan zu reden beginnt, stellt sich heraus, dass er in die Absichten Gottes mit seinem jüdischen Volk eingeweiht ist. Als Heide redet er zu dem Propheten Jeremia selbst wie ein Prophet: „JHWH, dein Gott, hat dies Unglück über diese Stätte vorhergesagt und hat’s auch kommen lassen und getan, wie er geredet hat“ (Jeremia 40,2-3).
Nach langen wolkenverhangenen Tagen bricht die Sonne durch. Welch eine Bestätigung! Ich begegne einem Menschen mit einem mir völlig fremden kulturellen Hintergrund und erfahre, dass er Christ ist wie ich. Wenn er mir dann von seinen biblischen Einsichten erzählt oder davon, wie Gott ihm begegnet ist, empfinde ich das als eine enorme Ermutigung. Vor 40 Jahren schrieb Manfred Siebald das Lied: „Überall, überall hat Gott seine Leute, freu dich doch daran! Überall, überall zündet er sich seine Lichter an.“
Jeremia erhält von Nebusaradan schließlich die im wörtlichen Sinne befreiende Nachricht: „Und nun siehe, ich mache dich heute los von den Fesseln, mit denen deine Hände gebunden waren“ (40,4a). Dank dieses Heerführers – auf Befehl Nebukadnezars (und letztlich JHWHs) – fehlt es Jeremia während der babylonischen Herrschaft an nichts. Jeremia darf im Land wohnen bleiben und ist plötzlich der Einzige in Israel, den man respektvoll behandelt und für dessen Lebensunterhalt gesorgt wird.
„Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen“ (Lk 6,21), so sagt es Jesus seinen Jüngern. Wer sich Gott zur Verfügung stellt, kann mit seiner außergewöhnlichen Hilfe rechnen. Gott lässt seine Leute nie im Stich. Er kennt unsere Körper und sorgt wie bei Jeremia für Nahrung und Kleidung. Auch kennt er unsere Seelen und weiß um unser Bedürfnis nach Anerkennung und Liebe. In jeder Lage können wir dem Vater im Himmel vertrauen. Er liebt uns. Und er lenkt alle Umstände, wie er will und wie es gut für uns ist.
Leider kommt dieser gütige Gott ab Vers 7 für den Rest dieses – wie auch des nächsten – Kapitels nicht mehr vor. Gedalja, der von Nebukadnezar eingesetzte Statthalter von Juda, redet nicht von Gott. Ismael, begeistertes Mitglied einer antibabylonischen Partei, fragt nicht nach Gott. Ebenso wenig wie die Brüder Johanan und Jonatan. Und weil Gott ein „Gentleman“ ist, wie Anne Graham einmal sagte, zieht er sich still zurück. Einmal mehr geht die Geschichte ohne Gott weiter. Sie wird in diesen beiden Kapiteln mit einer Verschwörung fortgesetzt und gipfelt in einem Amoklauf.
Warum überschlagen sich heute die Nachrichten von Krieg, Terror wie auch von persönlichen Tragödien? Antwort: Weil Gott kaum mehr vorkommt – weder in der Politik noch im Privaten. Heraus kommen Schlagzeilen von A wie Amok bis Z wie Zügellosigkeit.
Ines Geipel, eine Berliner Publizistin, äußerte sich vor wenigen Jahren im Deutschlandfunk zur Problematik von Terrorismus und Amokläufen anlässlich eines konkreten Falles damals. Meist gehe es um junge Männer, die keinen Platz in der Gesellschaft fänden. „Diese oft um die 18-Jährigen“, sagt sie, „wollen glauben, sie wollen lieben ... Es sind verlorene Söhne, die Bezug zum symbolischen, gesellschaftlichen Vater suchen.“ Zitat Ende.
Diese Beschreibung mag auch auf Ismael Ben Nethanja zutreffen, einen rücksichtslosen Terroristen. Er verübt einen Mordanschlag auf Gedalja, den Verwalter über die Juden, die in Mizpa geblieben waren. Danach läuft Ismael Amok: Er tötet auch die Soldaten Gedaljas und kurz darauf weitere 70 wehrlose Männer ...
Ines Geipel fordert auf, etwas zu tun; darüber nachzudenken, welche Hilfen man solchen jungen Männern anbieten kann, damit sie ihre Empfindungen verändern. Gedalja hatte sich tatenlos – geradezu naiv – gegenüber Ismael verhalten, und das hat ihn das Leben gekostet.
Was können wir tun, welche Hilfe anbieten? Nun, die beste Gewaltprävention ist das Evangelium. Christen können und sollen den vielen schlechten Nachrichten die Gute Nachricht von Jesus Christus entgegensetzen! Wir können uns wie Jeremia mitten hineinbegeben und der Welt allem Widerstand zum Trotz Gottes Botschaft sagen, oder wir können so wie Nebusaradan bestätigen, dass diese Botschaft tatsächlich wahr ist! – Wir können in düsteren Zeiten jeweils den Teil der Welt ausleuchten, in den Gott uns gestellt hat! „Überall, überall zündet er sich seine Lichter an.“ – Mögen künftig überraschende Geschichten von Gott und somit von Rettung und Veränderung Schlagzeilen machen!
Autor: Markus Wäsch
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