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Was würden Sie gerne als Nachricht überbringen? Eine Todesnachricht von mehreren Menschen oder eine frohe Zwillings–Geburtsnachricht? Ich denke, jeder von uns würde lieber eine Nachricht über gesunde Geburten überbringen.
In unserem heutigen Bibeltext geht es um eine sehr kritische Nachricht, die der Prophet Jeremia dem israelischen Volk im Auftrag Gottes zu übermitteln hatte.
Wer war Jeremia? Ein Prophet – ein Mann Gottes, der von Gott persönlich auserwählt und beauftragt wurde – in einer sehr kitzligen bedrohlichen Situation, dem König Zedekia eine harte Botschaft weiterzugeben. Jeremia wurde als Sohn eines Priesters in Anatoth geboren. Gott hatte ihn in sehr jungen Jahren als Propheten – sozusagen als Sprachrohr Gottes – für sein Volk Israel berufen. Er wird oft „leidender Prophet“ genannt, weil er so viel Notvolles für das ungehorsame Volk aus Israel prophezeien musste, aber auch selbst erlebt hat. Er war nicht verheiratet als Zeichen dafür, wie schlecht und gottlos die Menschen in seiner Umgebung waren.
Die Fürsten – heute würde man sie Bürgermeister oder Minister nennen – waren sehr ärgerlich über Jeremias Botschaft. Die Stadt sollte sich den Chaldäern übergeben. Sie verachteten Gottes Reden mit ihren menschlichen Gedankengängen und ihrer eigenen Logik. Es widerstrebte ihnen, sich auf Gottes herausfordernde Ansage hin zu ergeben. Sie gingen zum König Zedekia und baten ihn, diesen Propheten Jeremia zu töten. Ihre Begründung lautete: „Denn mit dieser Botschaft macht er nur die Hände der Kriegsleute schlaff, die in dieser Stadt noch geblieben sind und auch die Hände des ganzen Volkes, weil er solche Worte an sie richtet; denn dieser Mensch sucht nicht das Wohl, sondern das Unglück dieses Volkes." (Jeremia 38,4)
Die stolzen Fürsten drehten alles um und meinten, alles besser zu wissen als Gott. Der König Zedekia war ein sehr wankelmütiger König. Auch er ließ sich von den Fürsten zum Bösen beeinflussen. Das Reden Gottes durch den Propheten Jeremia als Sprachrohr Gottes war plötzlich auch für ihn unbedeutend geworden. Die Folge: Jeremia stand ganz alleine da. So etwas kostet bis heute sehr viel Mut und Standvermögen.
Auch Menschen, die sich als Boten Gottes gebrauchen lassen, geraten in große Schwierigkeiten. Manche kommen in Lebensgefahr. Manche, die Gottes Ruf folgen, werden getötet. Jeremia wollte ja nur das Beste für das gesamte Volk, aber für das Volk war das sehr demütigend. Sich freiwillig in die Hände der Feinde ergeben, wer macht das schon gerne?
„So spricht der Herr: wer in dieser Stadt bleibt, der muss sterben durch Schwert, Hungersnot oder Pest: wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, der soll am Leben bleiben, er wird seine Seele als Beute davontragen und leben.“ (Jeremia 38,2)
Die Gegenreaktion: Sie ließen Jeremia vom Gefängnishof in die Zisterne werfen. Die Zisterne war ein Wasserloch, das in einen Felsen gehauen wurde. Eine Grube, mit Mörtel verputzt. Dort wurde im Winter das Regenwasser für den Sommer gesammelt. Während der Dürrezeit im Sommer war sie schon ausgetrocknet und ohne Wasser, nur noch mit Schlamm bestückt. Da warfen sie den Jeremia hinein und er versank immer tiefer. Wie es ihm dabei zu Mute war? Trostlos, hilflos und verlassen. Ein Mann, der gesagt hatte, was Gott wollte. Aber Gott hatte trotzdem noch die gesamte Lage unter Kontrolle – auch in dieser Situation!
Vielleicht waren Sie auch schon mal in einer total verzweifelten Situation, in der nur Gott noch einen Ausweg wusste. Ich selbst war schon öfters in ausweglosen Situationen und habe erlebt, wie Gott eingegriffen hat. Als unsere Tochter als Baby sehr krank war und dringend Medizin brauchte, ging mein Mann in Nigeria zu der kleinen Apotheke. Dieser Apothekenhelfer gab ihm leider eine Dosis für Erwachsene. In dem Augenblick kam ein Missionsarzt vorbei, der diese kleine Apotheke kontrollierte. Er ordnete an, dass unser Baby auf keinen Fall die Dosis für Erwachsene erhielt. Wir haben von Herzen Gott für Sein Eingreifen zum richtigen Zeitpunkt gedankt.
In Jeremias Fall gebrauchte Gott einen Ausländer, vermutlich einen Kuschiten aus dem heutigen Südägypten, Sudan oder Nordäthiopien. Einen Mann mit einem sehr mutigen Herzen ging auf den König Zedekia zu. Es steht nicht in der Bibel, welche Stellung er beim König Zedekia im Palast hatte. Er hatte von der grauenhaften Situation des Jeremia gehört. Er zögerte nicht lange und handelte. Ich persönlich habe auch schon einige Male sehr nette Ausländer erlebt, die mir in hilflosen Lagen weitergeholfen haben.
Der Mann namens Ebed–Melech gab dem König die Nachricht, wie die Fürsten den Propheten behandelt hatten. Eine Zisterne war ja wie eine Todeszelle. Damit war der König nicht einverstanden. Zedekia gab den Befehl, Jeremia sofort aus der Zisterne zu befreien. Ebed–Melech ging mit 3 oder 30 Männern – je nach Angaben der einzelnen Bibelübersetzer – in eine Kleiderkammer und holte als sehr fürsorgliche Person feste Lumpen und Kleider. Er rief dann Jeremia in der Zisterne zu: „Lege all die Lumpen und Kleider rechts und links unter deine Arme, während wir Stricke in die Zisterne hinunterlassen und dich befreien möchten."
Das schien eine sehr schwierige und kräftezehrende Arbeit zu sein, jemand lebend aus dem Schlamm herauszuziehen, ohne ihn zu verletzen. Da brauchte man schon extra starke Männer. Sicher untersuchten sie ihn sofort, nachdem er herausgezogen worden war und gaben ihm frische Kleider und genügend zu essen. Welch mutige Tat von Jeremia, Gottes Botschaft vom bevorstehenden Gericht zu verkünden – und was für ein Mut von einem Ausländer, sich so vor dem König für Jeremia einzusetzen!
Gott kann auch Sie, liebe Zuhörer, heute gebrauchen, sich in einer schwierigen Situation für jemand anderen einzusetzen. Gott gibt Mut und Kraft dazu.
Autor: Renate Windisch
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By ERF - Der Sinnsender5
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Was würden Sie gerne als Nachricht überbringen? Eine Todesnachricht von mehreren Menschen oder eine frohe Zwillings–Geburtsnachricht? Ich denke, jeder von uns würde lieber eine Nachricht über gesunde Geburten überbringen.
In unserem heutigen Bibeltext geht es um eine sehr kritische Nachricht, die der Prophet Jeremia dem israelischen Volk im Auftrag Gottes zu übermitteln hatte.
Wer war Jeremia? Ein Prophet – ein Mann Gottes, der von Gott persönlich auserwählt und beauftragt wurde – in einer sehr kitzligen bedrohlichen Situation, dem König Zedekia eine harte Botschaft weiterzugeben. Jeremia wurde als Sohn eines Priesters in Anatoth geboren. Gott hatte ihn in sehr jungen Jahren als Propheten – sozusagen als Sprachrohr Gottes – für sein Volk Israel berufen. Er wird oft „leidender Prophet“ genannt, weil er so viel Notvolles für das ungehorsame Volk aus Israel prophezeien musste, aber auch selbst erlebt hat. Er war nicht verheiratet als Zeichen dafür, wie schlecht und gottlos die Menschen in seiner Umgebung waren.
Die Fürsten – heute würde man sie Bürgermeister oder Minister nennen – waren sehr ärgerlich über Jeremias Botschaft. Die Stadt sollte sich den Chaldäern übergeben. Sie verachteten Gottes Reden mit ihren menschlichen Gedankengängen und ihrer eigenen Logik. Es widerstrebte ihnen, sich auf Gottes herausfordernde Ansage hin zu ergeben. Sie gingen zum König Zedekia und baten ihn, diesen Propheten Jeremia zu töten. Ihre Begründung lautete: „Denn mit dieser Botschaft macht er nur die Hände der Kriegsleute schlaff, die in dieser Stadt noch geblieben sind und auch die Hände des ganzen Volkes, weil er solche Worte an sie richtet; denn dieser Mensch sucht nicht das Wohl, sondern das Unglück dieses Volkes." (Jeremia 38,4)
Die stolzen Fürsten drehten alles um und meinten, alles besser zu wissen als Gott. Der König Zedekia war ein sehr wankelmütiger König. Auch er ließ sich von den Fürsten zum Bösen beeinflussen. Das Reden Gottes durch den Propheten Jeremia als Sprachrohr Gottes war plötzlich auch für ihn unbedeutend geworden. Die Folge: Jeremia stand ganz alleine da. So etwas kostet bis heute sehr viel Mut und Standvermögen.
Auch Menschen, die sich als Boten Gottes gebrauchen lassen, geraten in große Schwierigkeiten. Manche kommen in Lebensgefahr. Manche, die Gottes Ruf folgen, werden getötet. Jeremia wollte ja nur das Beste für das gesamte Volk, aber für das Volk war das sehr demütigend. Sich freiwillig in die Hände der Feinde ergeben, wer macht das schon gerne?
„So spricht der Herr: wer in dieser Stadt bleibt, der muss sterben durch Schwert, Hungersnot oder Pest: wer aber zu den Chaldäern hinausgeht, der soll am Leben bleiben, er wird seine Seele als Beute davontragen und leben.“ (Jeremia 38,2)
Die Gegenreaktion: Sie ließen Jeremia vom Gefängnishof in die Zisterne werfen. Die Zisterne war ein Wasserloch, das in einen Felsen gehauen wurde. Eine Grube, mit Mörtel verputzt. Dort wurde im Winter das Regenwasser für den Sommer gesammelt. Während der Dürrezeit im Sommer war sie schon ausgetrocknet und ohne Wasser, nur noch mit Schlamm bestückt. Da warfen sie den Jeremia hinein und er versank immer tiefer. Wie es ihm dabei zu Mute war? Trostlos, hilflos und verlassen. Ein Mann, der gesagt hatte, was Gott wollte. Aber Gott hatte trotzdem noch die gesamte Lage unter Kontrolle – auch in dieser Situation!
Vielleicht waren Sie auch schon mal in einer total verzweifelten Situation, in der nur Gott noch einen Ausweg wusste. Ich selbst war schon öfters in ausweglosen Situationen und habe erlebt, wie Gott eingegriffen hat. Als unsere Tochter als Baby sehr krank war und dringend Medizin brauchte, ging mein Mann in Nigeria zu der kleinen Apotheke. Dieser Apothekenhelfer gab ihm leider eine Dosis für Erwachsene. In dem Augenblick kam ein Missionsarzt vorbei, der diese kleine Apotheke kontrollierte. Er ordnete an, dass unser Baby auf keinen Fall die Dosis für Erwachsene erhielt. Wir haben von Herzen Gott für Sein Eingreifen zum richtigen Zeitpunkt gedankt.
In Jeremias Fall gebrauchte Gott einen Ausländer, vermutlich einen Kuschiten aus dem heutigen Südägypten, Sudan oder Nordäthiopien. Einen Mann mit einem sehr mutigen Herzen ging auf den König Zedekia zu. Es steht nicht in der Bibel, welche Stellung er beim König Zedekia im Palast hatte. Er hatte von der grauenhaften Situation des Jeremia gehört. Er zögerte nicht lange und handelte. Ich persönlich habe auch schon einige Male sehr nette Ausländer erlebt, die mir in hilflosen Lagen weitergeholfen haben.
Der Mann namens Ebed–Melech gab dem König die Nachricht, wie die Fürsten den Propheten behandelt hatten. Eine Zisterne war ja wie eine Todeszelle. Damit war der König nicht einverstanden. Zedekia gab den Befehl, Jeremia sofort aus der Zisterne zu befreien. Ebed–Melech ging mit 3 oder 30 Männern – je nach Angaben der einzelnen Bibelübersetzer – in eine Kleiderkammer und holte als sehr fürsorgliche Person feste Lumpen und Kleider. Er rief dann Jeremia in der Zisterne zu: „Lege all die Lumpen und Kleider rechts und links unter deine Arme, während wir Stricke in die Zisterne hinunterlassen und dich befreien möchten."
Das schien eine sehr schwierige und kräftezehrende Arbeit zu sein, jemand lebend aus dem Schlamm herauszuziehen, ohne ihn zu verletzen. Da brauchte man schon extra starke Männer. Sicher untersuchten sie ihn sofort, nachdem er herausgezogen worden war und gaben ihm frische Kleider und genügend zu essen. Welch mutige Tat von Jeremia, Gottes Botschaft vom bevorstehenden Gericht zu verkünden – und was für ein Mut von einem Ausländer, sich so vor dem König für Jeremia einzusetzen!
Gott kann auch Sie, liebe Zuhörer, heute gebrauchen, sich in einer schwierigen Situation für jemand anderen einzusetzen. Gott gibt Mut und Kraft dazu.
Autor: Renate Windisch
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