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König Zedekia ist ein schwacher Mensch. Er ist ungehorsam gegenüber Gott; er verhält sich egoistisch; er ist leichtgläubig und neigt zum Selbstbetrug. Das ist ein hartes Urteil? Stimmt. Aber genau so wird Zedekia in unserem heutigen Abschnitt aus dem Buch Jeremia beschrieben.
Zedekia ist eine Marionette des babylonischen Königs Nebukadnezar. Dieser hat ihn als Herrscher über Juda eingesetzt. Denn die Babylonier hatten zum wiederholten Male Jerusalem überfallen, die Hauptstadt Judas. Sie eroberten die Stadt und mit ihr das Reich Juda. Sie raubten den Tempel- und Königsschatz und verschleppten einen Teil der Bevölkerung nach Babylon.
Totale Niederlage für Juda. Zedekia versucht, das Beste aus der Situation zu machen, aber er macht sie nur noch schlimmer. Er verbündet sich mit Ägypten, der einzigen Macht, die es militärisch mit Babylon aufnehmen kann. Aber die Ägypter kommen nicht zur Hilfe. Ja, dieses Bündnis führt sogar dazu, dass Nebukadnezar erneut einmarschiert und dieses Mal die Stadt und den Tempel komplett zerstört.
Eine Strafe Gottes für sein Volk, die der Prophet Jeremia vorhergesagt hatte. Bedingungslosen Gehorsam gegenüber Gott und Kapitulation vor dem Heer Nebukadnezars hatte er gepredigt: Gottes Worte. Nur auf diesem Weg hätte das Schlimmste verhindert werden können. Aber Juda hatte die Ohren verschlossen vor Gott. Zedekia „und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht den Worten des Herrn, die er durch den Propheten Jeremia redete“.
Ungehorsam. Ich höre nur, was ich hören will. Gott hat ausdrücklich ein Bündnis mit Ägypten untersagt. Aber Zedekia weiß es besser. Das erinnert mich an den Sündenfall, wie er im 1. Buch Mose geschildert wird. „Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen des Gartens?“, flüstert die Schlange Eva ins Ohr. Nein, hatte er nicht: aber vom Baum der Erkenntnis sollten sie nicht essen, sonst müssten sie sterben. „Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“.
Nein, Adam und Eva sterben nicht sofort, sondern am Ende eines entbehrungsreichen Lebens. Die Schlange verbreitet Halbwahrheiten. Das tat sie bei Zedekia, und das tut sie noch heute. Das geschieht immer dann, wenn Menschen schlauer sein wollen als Gott. Dabei sollten wir nie vergessen: Gott sieht viel weiter als wir. Er schaut ins Verborgene, und die Zukunft ist für ihn schon geschehen.
Und so ganz sicher scheint auch Zedekia sich seiner Sache nicht zu sein. „Bitte den Herrn, unseren Gott, für uns!“ Trotz seines ungehorsamen Tuns soll Jeremia für ihn, Zedekia, ein gutes Wort einlegen bei Gott. Das führt uns zum zweiten Punkt: der König ist eigentlich ein egoistischer und ängstlicher Mensch.
Er meint es ja gut: er holt sich fremden Beistand, um seinem Volk zu helfen. Was aber, wenn dieses Vorhaben misslingt? Der König hat noch einen Plan B in der Hinterhand. Er geht zum Propheten Jeremia und fragt ihn: „Ist wohl ein Wort vom Herrn vorhanden?“ Er befragt Jeremia, den Mann Gottes: prima! Der Haken daran ist: er tut dies „heimlich in seinem Haus“. Das erinnert mich an eine Begebenheit, die uns im Neuen Testament berichtet wird.
Nikodemus, ein angesehener Gesetzeslehrer, besucht Jesus zu einer Unterredung. Er tut dies im Schutz der Dunkelheit, um nicht erkannt zu werden. Ähnlich ist es bei Zedekia: mit dem fragwürdigen, unpopulären Prediger Jeremia will er nicht gesehen werden. Ein ganz schöner Feigling, oder? Ich denke, sein Verhalten sollte uns bekannt vorkommen.
In der heutigen Zeit heißt es: Glaube ist Privatsache. Ich darf alle möglichen Meinungen vertreten, wenn sie in einen bestimmten, gesellschaftlich festgelegten Rahmen passen. Auf der anderen Seite: was meine innersten Überzeugungen und Beweggründe sind, geht niemanden etwas an, nicht einmal Gott, wenn es ihn denn gibt. Ich denke, hinter dieser Einstellung steckt noch etwas anderes als bloße Menschenfurcht: ich schäme mich, mich zu Gott zu bekennen – und ich fürchte Gottes Zorn.
In meinem Herzen spüre ich: Gott kann mein Verhalten nicht durchgehen lassen. Ich kann anderer Meinung sein als Gott; ich kann Gottes Allmacht anzweifeln; ich kann öffentlich seine Existenz in Frage stellen: all dies erträgt Gott. Aber eines soll ich niemals tun: wenn ich eine Begegnung mit Gott habe oder eine persönliche Beziehung zu ihm, mich dessen zu schämen.
Ja, ich gehe so weit, zu sagen: die Angst vor dem Tod hat darin ihre Ursache. Ob Christ, ob Andersgläubiger oder Atheist: in seinem Innersten weiß jeder Mensch, dass ihn an der Schwelle zum Jenseits ein höchster Richter erwartet. Und diese Begegnung könnte zu seinen Ungunsten ausfallen.
Das führt mich zum dritten und letzten Punkt: was erwarte ich von der Zukunft, was ist meine Hoffnung? Zedekia befragt Jeremia nach der Zukunft und bekommt die Antwort: „Du wirst dem König von Babylon in die Hände gegeben werden“. Das will der König nicht hören. Die Hilfe der sehnlichst erwarteten Ägypter wird ausbleiben, die babylonische Besatzung wird von langer Dauer sein. Begrabe deine falschen Hoffnungen, Volk von Juda!
Nein, das will ich nicht hören; da glaube ich doch lieber den anderen Weissagern, die versprechen: „Der König von Babel wird nicht über euch, noch über dies Land kommen“. Dies dürfte uns vertraut vorkommen. „Wählen Sie uns und es wird Ihnen gut gehen!“ So und ähnlich lauten die Slogans politischer Parteien. Aber selten oder nie werden alle Wahlversprechen eingelöst. Spätestens dann, wenn eine Partei an die Regierung kommt, ist „Realitätssinn“ angesagt.
„Betrügt euch nicht!“ Diesen Rat gibt Gott, der Herr, persönlich durch seinen Propheten Jeremia. Falsche Propheten haben mit ihren Versprechungen nur dann Erfolg, wenn sie das richtige Publikum finden. Mit anderen Worten: wenn ich sorgenvoll und ängstlich in die Zukunft blicke, werde ich leicht Opfer von Bauernfängern. Denn die wissen, was ich hören will, und verhalten sich entsprechend.
Wenn ich mein Kreuzchen an der richtigen Stelle mache, wenn ich mein Geld gewinnbringend anlege, wenn ich mich gut versichere, wenn ich mir den passenden Partner aussuche, dann wird es schon gutgehen. Gott aber warnt mich: betrüge dich nicht selbst! Setze nicht auf das falsche Pferd! Der Ausweg aus der Angstfalle ist nicht der Rückzug ins private Glück oder der Glaube an Parteien, Institutionen, Organisationen.
Ja, sogar der mich liebende Lebenspartner ist nur ein Mensch mit eigenen Ängsten und Schwächen. Die Zukunft macht mir Angst, das ist menschlich. Von dieser Angst befreien kann einzig und allein Gott, der in Jesus Christus zu uns Menschen gekommen ist.
Vertrauen auf diesen Gott befreit mich zu einer angstfreien und lebendigen Gegenwart.
Autor: Nils Bremer
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By ERF - Der Sinnsender5
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König Zedekia ist ein schwacher Mensch. Er ist ungehorsam gegenüber Gott; er verhält sich egoistisch; er ist leichtgläubig und neigt zum Selbstbetrug. Das ist ein hartes Urteil? Stimmt. Aber genau so wird Zedekia in unserem heutigen Abschnitt aus dem Buch Jeremia beschrieben.
Zedekia ist eine Marionette des babylonischen Königs Nebukadnezar. Dieser hat ihn als Herrscher über Juda eingesetzt. Denn die Babylonier hatten zum wiederholten Male Jerusalem überfallen, die Hauptstadt Judas. Sie eroberten die Stadt und mit ihr das Reich Juda. Sie raubten den Tempel- und Königsschatz und verschleppten einen Teil der Bevölkerung nach Babylon.
Totale Niederlage für Juda. Zedekia versucht, das Beste aus der Situation zu machen, aber er macht sie nur noch schlimmer. Er verbündet sich mit Ägypten, der einzigen Macht, die es militärisch mit Babylon aufnehmen kann. Aber die Ägypter kommen nicht zur Hilfe. Ja, dieses Bündnis führt sogar dazu, dass Nebukadnezar erneut einmarschiert und dieses Mal die Stadt und den Tempel komplett zerstört.
Eine Strafe Gottes für sein Volk, die der Prophet Jeremia vorhergesagt hatte. Bedingungslosen Gehorsam gegenüber Gott und Kapitulation vor dem Heer Nebukadnezars hatte er gepredigt: Gottes Worte. Nur auf diesem Weg hätte das Schlimmste verhindert werden können. Aber Juda hatte die Ohren verschlossen vor Gott. Zedekia „und seine Großen und das Volk des Landes gehorchten nicht den Worten des Herrn, die er durch den Propheten Jeremia redete“.
Ungehorsam. Ich höre nur, was ich hören will. Gott hat ausdrücklich ein Bündnis mit Ägypten untersagt. Aber Zedekia weiß es besser. Das erinnert mich an den Sündenfall, wie er im 1. Buch Mose geschildert wird. „Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen des Gartens?“, flüstert die Schlange Eva ins Ohr. Nein, hatte er nicht: aber vom Baum der Erkenntnis sollten sie nicht essen, sonst müssten sie sterben. „Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“.
Nein, Adam und Eva sterben nicht sofort, sondern am Ende eines entbehrungsreichen Lebens. Die Schlange verbreitet Halbwahrheiten. Das tat sie bei Zedekia, und das tut sie noch heute. Das geschieht immer dann, wenn Menschen schlauer sein wollen als Gott. Dabei sollten wir nie vergessen: Gott sieht viel weiter als wir. Er schaut ins Verborgene, und die Zukunft ist für ihn schon geschehen.
Und so ganz sicher scheint auch Zedekia sich seiner Sache nicht zu sein. „Bitte den Herrn, unseren Gott, für uns!“ Trotz seines ungehorsamen Tuns soll Jeremia für ihn, Zedekia, ein gutes Wort einlegen bei Gott. Das führt uns zum zweiten Punkt: der König ist eigentlich ein egoistischer und ängstlicher Mensch.
Er meint es ja gut: er holt sich fremden Beistand, um seinem Volk zu helfen. Was aber, wenn dieses Vorhaben misslingt? Der König hat noch einen Plan B in der Hinterhand. Er geht zum Propheten Jeremia und fragt ihn: „Ist wohl ein Wort vom Herrn vorhanden?“ Er befragt Jeremia, den Mann Gottes: prima! Der Haken daran ist: er tut dies „heimlich in seinem Haus“. Das erinnert mich an eine Begebenheit, die uns im Neuen Testament berichtet wird.
Nikodemus, ein angesehener Gesetzeslehrer, besucht Jesus zu einer Unterredung. Er tut dies im Schutz der Dunkelheit, um nicht erkannt zu werden. Ähnlich ist es bei Zedekia: mit dem fragwürdigen, unpopulären Prediger Jeremia will er nicht gesehen werden. Ein ganz schöner Feigling, oder? Ich denke, sein Verhalten sollte uns bekannt vorkommen.
In der heutigen Zeit heißt es: Glaube ist Privatsache. Ich darf alle möglichen Meinungen vertreten, wenn sie in einen bestimmten, gesellschaftlich festgelegten Rahmen passen. Auf der anderen Seite: was meine innersten Überzeugungen und Beweggründe sind, geht niemanden etwas an, nicht einmal Gott, wenn es ihn denn gibt. Ich denke, hinter dieser Einstellung steckt noch etwas anderes als bloße Menschenfurcht: ich schäme mich, mich zu Gott zu bekennen – und ich fürchte Gottes Zorn.
In meinem Herzen spüre ich: Gott kann mein Verhalten nicht durchgehen lassen. Ich kann anderer Meinung sein als Gott; ich kann Gottes Allmacht anzweifeln; ich kann öffentlich seine Existenz in Frage stellen: all dies erträgt Gott. Aber eines soll ich niemals tun: wenn ich eine Begegnung mit Gott habe oder eine persönliche Beziehung zu ihm, mich dessen zu schämen.
Ja, ich gehe so weit, zu sagen: die Angst vor dem Tod hat darin ihre Ursache. Ob Christ, ob Andersgläubiger oder Atheist: in seinem Innersten weiß jeder Mensch, dass ihn an der Schwelle zum Jenseits ein höchster Richter erwartet. Und diese Begegnung könnte zu seinen Ungunsten ausfallen.
Das führt mich zum dritten und letzten Punkt: was erwarte ich von der Zukunft, was ist meine Hoffnung? Zedekia befragt Jeremia nach der Zukunft und bekommt die Antwort: „Du wirst dem König von Babylon in die Hände gegeben werden“. Das will der König nicht hören. Die Hilfe der sehnlichst erwarteten Ägypter wird ausbleiben, die babylonische Besatzung wird von langer Dauer sein. Begrabe deine falschen Hoffnungen, Volk von Juda!
Nein, das will ich nicht hören; da glaube ich doch lieber den anderen Weissagern, die versprechen: „Der König von Babel wird nicht über euch, noch über dies Land kommen“. Dies dürfte uns vertraut vorkommen. „Wählen Sie uns und es wird Ihnen gut gehen!“ So und ähnlich lauten die Slogans politischer Parteien. Aber selten oder nie werden alle Wahlversprechen eingelöst. Spätestens dann, wenn eine Partei an die Regierung kommt, ist „Realitätssinn“ angesagt.
„Betrügt euch nicht!“ Diesen Rat gibt Gott, der Herr, persönlich durch seinen Propheten Jeremia. Falsche Propheten haben mit ihren Versprechungen nur dann Erfolg, wenn sie das richtige Publikum finden. Mit anderen Worten: wenn ich sorgenvoll und ängstlich in die Zukunft blicke, werde ich leicht Opfer von Bauernfängern. Denn die wissen, was ich hören will, und verhalten sich entsprechend.
Wenn ich mein Kreuzchen an der richtigen Stelle mache, wenn ich mein Geld gewinnbringend anlege, wenn ich mich gut versichere, wenn ich mir den passenden Partner aussuche, dann wird es schon gutgehen. Gott aber warnt mich: betrüge dich nicht selbst! Setze nicht auf das falsche Pferd! Der Ausweg aus der Angstfalle ist nicht der Rückzug ins private Glück oder der Glaube an Parteien, Institutionen, Organisationen.
Ja, sogar der mich liebende Lebenspartner ist nur ein Mensch mit eigenen Ängsten und Schwächen. Die Zukunft macht mir Angst, das ist menschlich. Von dieser Angst befreien kann einzig und allein Gott, der in Jesus Christus zu uns Menschen gekommen ist.
Vertrauen auf diesen Gott befreit mich zu einer angstfreien und lebendigen Gegenwart.
Autor: Nils Bremer
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