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Der Textabschnitt von Jesu Himmelfahrt ist eine wirklich kurze Wiedergabe für ein so wichtiges Ereignis. Nichtsdestotrotz fasst der Text fast alles Wichtige zusammen – unsere Beziehung zu Jesus und wie wir mehr über ihn erfahren können. Aber bevor ich einen Blick darauf werfe, was dieser Text über Jesus und die Beziehung zu ihm sagt, sage ich ihnen, warum der Text nur fast alles Wichtige zusammenfasst.
Fehlt etwas? Vielleicht fehlt mir manchmal der Hinweis, dass ich mich mit einzelnen Dingen im christlichen Glauben schwer tue, weil ich etwas nicht verstehe, oder es mir fremd ist. Manchmal tu ich mich sogar mit dem Ganzen schwer. Manchmal fällt es mir schwer, meinen Glauben in den Alltag zu integrieren. Manchmal fehlt mir das Feuer, das meinen Glauben zu einer warmen guten Stube macht. Was hatten die Jünger, dass sie so begeistert durch ihren Glauben waren, sodass sie nah und fern von Jesu froher Botschaft gesprochen haben? Was hat sie so gestärkt und getragen, dass sie noch heute für mich Vorbilder im Glauben sind? Vielleicht gibt mir der kurze Abschnitt aus dem Lukasevangelium darauf eine Antwort. Denn wie gesagt, fast alles Wichtige ist darin enthalten.
Nachdem Jesus und seine Jünger die Stadt verlassen haben und nach Bethanien kommen, segnet Jesus seine Jünger. Dieser Segen Jesu ist mehr als nur ein allgemeiner Zuspruch. Es ist die persönliche Verbindung mit dem lebendigen Gott, der einen Namen hat und Sie und mich diesen Namen wissen lässt. Jesus wird durch seinen Namen, der Hilfe bedeutet, sehr konkret für seine Nachfolger, damals und heute. Dieser Segen, der an dem Namen Jesus hängt, ist eine Ausstattung für die Ewigkeit, denn die Verbindung mit Jesus bleibt erhalten – über alle Entfernung hinweg. Ich kann mich fragen, wie nah oder wie weit Jesus jetzt nach der Himmelfahrt für seine Jünger ist, oder auch für mich. Ich stelle es mir so vor: Bei der Himmelfahrt wird Jesus von einer Wolke aufgenommen. In Bethanien, das rund 850 Meter über dem Meeresspiegel und über 1200 Meter über dem nahen Toten Meer liegt, ist das sehr real. In wenigen Augenblicken kann ich dort umringt von dichtem Nebel sein, sodass ich kaum etwas erkenne. Wer im Nebel steht, ist nicht sichtbar, obwohl er eigentlich ganz nah ist. Die Wolke zieht weiter und Jesus ist nicht mehr sichtbar. Aber er bleibt nahe durch seinen Segen, der sogar bis zu uns hindurch reicht.
Nun sehen die Jünger Jesus nicht mehr, aber ihr Verhalten korrespondiert mit dem Segen, den er ihnen zugesprochen hat, denn sie beten ihn an. Sie verstehen, wer er ist und sind erfüllt von Ehrfurcht. Jesus ist Gottes Sohn, er kam in die Welt mit dem Auftrag zur Rettung unserer Seelen vor der Finsternis und Gottesferne. Dafür hat er sein Leben in den Tod gegeben, ist aber als Gottes Sohn und vollkommener, schuldloser Mensch von den Toten auferstanden. So ist es in den Heiligen Schriften des Jüdischen Volkes vorhergesagt. Nun sehen sie Jesu Himmelfahrt, sehen sie, wie Jesus in die Gegenwart Gottes aufgenommen wird. All‘ das sehen sie und verstehen, wer Jesus ist. Ihr verbessertes Verständnis äußert sich darin, dass sie ihn anbeten und als Gott verehren. Ich finde das übrigens auch schon vorher im Lukas-Evangelium. Nachdem ein Fremder von Jesus geheilt wird, weiß er sofort: Das ist Gottes Werk, in Jesus bin ich Gott begegnet. Kurz: Wer Jesus entdeckt und erfährt, wer er ist, wer etwas von ihm empfängt, für den ist es eine natürliche Konsequenz, dass er – oder sie – Jesus anbetet. Sein Segen und dass wir Jesus anbeten, entsprechen einander.
Und was passiert dann? Das Lukas-Evangelium endet damit, dass die Jünger zum Tempel gehen und dort ihren Glauben leben. Das ist nicht selbstverständlich, in der Geschichte der Kirchen wurde das oft vergessen – aber es bleibt: die Jünger beten in ihrem jüdischen Tempel. Dieser Ort des jüdischen Gottesdienstes ist übrigens auch schon der Ort, an dem im Lukas-Evangelium die Geschichte mit Jesus beginnt. Hierher wird er als Säugling gebracht und hier ist er als 12-Jähriger im Austausch mit den Schriftgelehrten. Seit damals ist viel geschehen, der Tempel wird etwa 40 Jahre nach der Himmelfahrt zerstört, die Juden werden durch die Römer vertrieben und sind über bald zweitausend Jahre größtenteils zerstreut unter den Völkern. Unzähliges Leid hat sie in dieser Zeit ereilt, wovon der Holocaust ein besonders schrecklicher Tiefpunkt war. Dass es in unserer Zeit wieder einen jüdischen Staat gibt, dort auf den Flächen des verheißenen Landes, ist auch alles andere als selbstverständlich.
Es ist überhaupt erstaunlich und noch erstaunlicher ist, dass das quasi vor unseren Augen geschehen ist. Worauf ich hinaus will, ist, dass der Bezug der Jünger zum Tempel und zum Judentum keine Nebensache ist. Auch unser Glaube ist angewiesen auf die Verheißungen, die Vorhersagen und die Versprechen Gottes in der Hebräischen Bibel, dem Alten Testament. Wer mehr über Jesus erfahren will, darf den Blick vertrauensvoll dahin wenden, um zu erkennen, dass derselbe Gott zu uns spricht, dessen Schriften Jesus selbst seinen Jüngern auslegt. Im selben Kapitel der Bibel, in dem auch unser Tagestext steht, erfahre ich schließlich: Wenn ich Jesu Wirken von Anfang bis zum Ende der Geschichte in den Verheißungen des Alten Testaments erkenne, erweckt das bei mir Leidenschaft.
Diese Leidenschaft, die aus der Begegnung mit Jesus kommt, hat die Jünger mit Kraft für ihr Leben ausgestattet, sodass nicht nur sie selbst voller Gottvertrauen durch die Welt gehen konnten, sondern auch vielen anderen etwas davon weitergeben konnten. Dieser kurze Text zeigt also die wichtigsten Glaubensgrundlagen: Die Begegnung mit Jesus, verstehen, wer er ist und was er für uns getan hat, ihn anbeten und im Vertrauen auf ihn wachsen durch die Ursprünge unseres Glaubens, die sich in der ganzen Bibel finden
Autor: Christian Oelke
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By ERF - Der Sinnsender5
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Der Textabschnitt von Jesu Himmelfahrt ist eine wirklich kurze Wiedergabe für ein so wichtiges Ereignis. Nichtsdestotrotz fasst der Text fast alles Wichtige zusammen – unsere Beziehung zu Jesus und wie wir mehr über ihn erfahren können. Aber bevor ich einen Blick darauf werfe, was dieser Text über Jesus und die Beziehung zu ihm sagt, sage ich ihnen, warum der Text nur fast alles Wichtige zusammenfasst.
Fehlt etwas? Vielleicht fehlt mir manchmal der Hinweis, dass ich mich mit einzelnen Dingen im christlichen Glauben schwer tue, weil ich etwas nicht verstehe, oder es mir fremd ist. Manchmal tu ich mich sogar mit dem Ganzen schwer. Manchmal fällt es mir schwer, meinen Glauben in den Alltag zu integrieren. Manchmal fehlt mir das Feuer, das meinen Glauben zu einer warmen guten Stube macht. Was hatten die Jünger, dass sie so begeistert durch ihren Glauben waren, sodass sie nah und fern von Jesu froher Botschaft gesprochen haben? Was hat sie so gestärkt und getragen, dass sie noch heute für mich Vorbilder im Glauben sind? Vielleicht gibt mir der kurze Abschnitt aus dem Lukasevangelium darauf eine Antwort. Denn wie gesagt, fast alles Wichtige ist darin enthalten.
Nachdem Jesus und seine Jünger die Stadt verlassen haben und nach Bethanien kommen, segnet Jesus seine Jünger. Dieser Segen Jesu ist mehr als nur ein allgemeiner Zuspruch. Es ist die persönliche Verbindung mit dem lebendigen Gott, der einen Namen hat und Sie und mich diesen Namen wissen lässt. Jesus wird durch seinen Namen, der Hilfe bedeutet, sehr konkret für seine Nachfolger, damals und heute. Dieser Segen, der an dem Namen Jesus hängt, ist eine Ausstattung für die Ewigkeit, denn die Verbindung mit Jesus bleibt erhalten – über alle Entfernung hinweg. Ich kann mich fragen, wie nah oder wie weit Jesus jetzt nach der Himmelfahrt für seine Jünger ist, oder auch für mich. Ich stelle es mir so vor: Bei der Himmelfahrt wird Jesus von einer Wolke aufgenommen. In Bethanien, das rund 850 Meter über dem Meeresspiegel und über 1200 Meter über dem nahen Toten Meer liegt, ist das sehr real. In wenigen Augenblicken kann ich dort umringt von dichtem Nebel sein, sodass ich kaum etwas erkenne. Wer im Nebel steht, ist nicht sichtbar, obwohl er eigentlich ganz nah ist. Die Wolke zieht weiter und Jesus ist nicht mehr sichtbar. Aber er bleibt nahe durch seinen Segen, der sogar bis zu uns hindurch reicht.
Nun sehen die Jünger Jesus nicht mehr, aber ihr Verhalten korrespondiert mit dem Segen, den er ihnen zugesprochen hat, denn sie beten ihn an. Sie verstehen, wer er ist und sind erfüllt von Ehrfurcht. Jesus ist Gottes Sohn, er kam in die Welt mit dem Auftrag zur Rettung unserer Seelen vor der Finsternis und Gottesferne. Dafür hat er sein Leben in den Tod gegeben, ist aber als Gottes Sohn und vollkommener, schuldloser Mensch von den Toten auferstanden. So ist es in den Heiligen Schriften des Jüdischen Volkes vorhergesagt. Nun sehen sie Jesu Himmelfahrt, sehen sie, wie Jesus in die Gegenwart Gottes aufgenommen wird. All‘ das sehen sie und verstehen, wer Jesus ist. Ihr verbessertes Verständnis äußert sich darin, dass sie ihn anbeten und als Gott verehren. Ich finde das übrigens auch schon vorher im Lukas-Evangelium. Nachdem ein Fremder von Jesus geheilt wird, weiß er sofort: Das ist Gottes Werk, in Jesus bin ich Gott begegnet. Kurz: Wer Jesus entdeckt und erfährt, wer er ist, wer etwas von ihm empfängt, für den ist es eine natürliche Konsequenz, dass er – oder sie – Jesus anbetet. Sein Segen und dass wir Jesus anbeten, entsprechen einander.
Und was passiert dann? Das Lukas-Evangelium endet damit, dass die Jünger zum Tempel gehen und dort ihren Glauben leben. Das ist nicht selbstverständlich, in der Geschichte der Kirchen wurde das oft vergessen – aber es bleibt: die Jünger beten in ihrem jüdischen Tempel. Dieser Ort des jüdischen Gottesdienstes ist übrigens auch schon der Ort, an dem im Lukas-Evangelium die Geschichte mit Jesus beginnt. Hierher wird er als Säugling gebracht und hier ist er als 12-Jähriger im Austausch mit den Schriftgelehrten. Seit damals ist viel geschehen, der Tempel wird etwa 40 Jahre nach der Himmelfahrt zerstört, die Juden werden durch die Römer vertrieben und sind über bald zweitausend Jahre größtenteils zerstreut unter den Völkern. Unzähliges Leid hat sie in dieser Zeit ereilt, wovon der Holocaust ein besonders schrecklicher Tiefpunkt war. Dass es in unserer Zeit wieder einen jüdischen Staat gibt, dort auf den Flächen des verheißenen Landes, ist auch alles andere als selbstverständlich.
Es ist überhaupt erstaunlich und noch erstaunlicher ist, dass das quasi vor unseren Augen geschehen ist. Worauf ich hinaus will, ist, dass der Bezug der Jünger zum Tempel und zum Judentum keine Nebensache ist. Auch unser Glaube ist angewiesen auf die Verheißungen, die Vorhersagen und die Versprechen Gottes in der Hebräischen Bibel, dem Alten Testament. Wer mehr über Jesus erfahren will, darf den Blick vertrauensvoll dahin wenden, um zu erkennen, dass derselbe Gott zu uns spricht, dessen Schriften Jesus selbst seinen Jüngern auslegt. Im selben Kapitel der Bibel, in dem auch unser Tagestext steht, erfahre ich schließlich: Wenn ich Jesu Wirken von Anfang bis zum Ende der Geschichte in den Verheißungen des Alten Testaments erkenne, erweckt das bei mir Leidenschaft.
Diese Leidenschaft, die aus der Begegnung mit Jesus kommt, hat die Jünger mit Kraft für ihr Leben ausgestattet, sodass nicht nur sie selbst voller Gottvertrauen durch die Welt gehen konnten, sondern auch vielen anderen etwas davon weitergeben konnten. Dieser kurze Text zeigt also die wichtigsten Glaubensgrundlagen: Die Begegnung mit Jesus, verstehen, wer er ist und was er für uns getan hat, ihn anbeten und im Vertrauen auf ihn wachsen durch die Ursprünge unseres Glaubens, die sich in der ganzen Bibel finden
Autor: Christian Oelke
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