KaffeeKOMPASS überprüft
00:00 - 01:25: Einleitung und Vorstellung des Themas
- Begrüßung durch Michael und Vorstellung von Tom (Röstmeister).
Thema der Folge: Tools und Gadgets zur Espresso-Optimierung ("Marginal Gains").Fokus liegt auf klassisch gerösteten Kaffees (Cuvée Nummer 6).Die Sprecher vergleichen ihre aktuellen Geschmacksvorlieben. Tom bevorzugt nun harmonischere Profile, während Michael experimentierfreudiger ist.01:25 - 04:36: Vorstellung der Test-Gadgets
Diskussion über die Rolle moderner Kaffeemühlen, die bereits Klumpenbildung (Grouping) reduzieren.Vorstellung des MHW-3BOMBER Blind Shaker (Schütteltrichter).Vorstellung des MHW-3BOMBER Titanium Gold Basket (Performance-Sieb mit variablen Lochdurchmessern, auch DH Basket genannt).Vorstellung des MHW-3BOMBER Puck Screen (sehr dünne Metallscheibe).Vorstellung des MHW-3BOMBER Cyclone Needle Distributor (WDT-Tool, auch YU Cyclone Needle Distributor genannt).04:36 - 06:17: Beschreibung des Testaufbaus
Mühlen: Eureka XL (Einstiegsmühle, die zu Klumpenbildung neigt) und Mahlkönig E65S GBW (High-End-Mühle).Maschine: La Marzocco Linea Mini (eingestellt auf knapp unter 9 Bar).Kaffee: 16,5 Gramm.Ziel-Brew-Ratio: Knapp unter 1:2 (Ziel-Output ca. 30-31 Gramm).Ziel-Extraktionszeit: 24-25 Sekunden.06:17 - 18:24: Tests mit dem Puck Screen
- Test 1 - Eureka XL Mühle (mit und ohne Puck Screen) (ab 06:17):
- Ohne Screen: Der Espresso läuft gut durch (ca. 25 Sekunden), die Optik ist aber eher hell und wenig marmoriert. Geschmacklich gut, aber nicht herausragend.
* - Mit Screen (ab 08:08):* Der Durchlauf ist sofort sichtbar langsamer und gleichmäßiger. Die Crema ist deutlich dunkler und stärker marmoriert. Es wird eine erhebliche geschmackliche Verbesserung festgestellt: Der Espresso ist aromatischer, harmonischer und hat weniger Säure. Michael beschreibt es als deutliche Steigerung. Der Lauf wird als "minimal langsamer", aber "hervorragend" beschrieben.
- Test 2 - Mahlkönig E65S Mühle (mit und ohne Puck Screen) (ab 10:48):
- Ohne Screen: Bereits ohne Gadget wird eine exzellente Qualität mit glänzender, dunkler Crema erreicht. Der Geschmack wird als nochmals besser bewertet als der Espresso aus der Eureka mit Screen.
* - Mit Screen (ab 14:11):* Die Durchlaufzeit wird minimal langsamer. Die Optik verbessert sich nicht weiter, aber der Charakter des Espressos verändert sich. Er wird komplexer, lebendiger und mit mehr Fruchtigkeit beschrieben, im Gegensatz zum geradlinigeren Espresso ohne Screen.
- Refraktometer-Messung (13:17 & 17:59): Der Espresso aus der Eureka mit Screen erreicht einen Wert von 7,9 TDS. Der Espresso aus der Mahlkönig mit Screen erreicht einen Wert von 11,8 TDS, was die höhere Extraktion bestätigt.
- Fazit zum Puck Screen: Er verändert die Durchlaufgeschwindigkeit positiv und harmonisiert das Produkt, besonders bei günstigeren Mühlen. Er ist ein universell nützliches Werkzeug, das die Extraktion unabhängig von der Mühlenqualität verbessert und durchweg positiv bewertet wird („richtig gut“, „bringt einfach was“).
Test des Performance-Siebs (DH Basket Titanium Gold)
*- Erster Versuch (Eureka Mühle):* Der Espresso läuft optisch sehr schön, ruhig und ist gut marmoriert.Geschmacklich fehlt es jedoch an Fülle und Mundgefühl; die versprochene Zunahme an Körper und Süße tritt nicht ein.Das Refraktometer zeigt einen Wert von 8,4, was keine Verbesserung darstellt.- Zweiter Versuch (Mahlkönig Mühle):
Der Espressofluss ist extrem ölig und ruhig.Der Geschmack ist sehr gut, was aber primär auf die Mahlkönig-Mühle zurückgeführt wird. Ein signifikanter Unterschied durch das Sieb ist nicht feststellbar.Der Refraktometerwert von 10,0 ist sehr gut, aber keine Steigerung.- Fazit zum Sieb: Es erfüllt die Herstellerversprechen nicht und bringt für das verwendete Setup und den dunkel gerösteten Kaffee keine nennenswerte Verbesserung. Es wird als das „falsche Gadget“ eingestuft.
Test des Nadelverteilers (Cyclone WDT-Tool)
Erster Versuch (Eureka Mühle): Der Espresso läuft gut, ist aber heller und hat kaum Marmorierung.Das Ergebnis ist unerwartet fruchtig, säurebetont und dünn, was für die Röstung als "die falsche Richtung" empfunden wird.Der Refraktometerwert von 8,5 zeigt keine signifikante Verbesserung.- Zweiter Versuch (Mahlkönig Mühle):
Auch hier ist der Espresso heller und hat weniger Marmorierung.Der Effekt ist noch stärker: Das WDT-Tool reduziert die Fülle extrem, die Textur wird als "wie Mineralwasser" beschrieben. Das Ergebnis wird als "vernichtend" und als der "schlechteste Espresso" des Tests bezeichnet.- Fazit zum WDT-Tool: Das Tool hat eine extreme, aber für klassische Röstungen kontraproduktive Auswirkung. Es verstärkt Säuren und reduziert die Fülle. Es könnte allenfalls für helle Röstungen interessant sein.
Erster Versuch (Eureka Mühle): Michael ist anfangs sehr skeptisch.Der Espresso läuft optisch hervorragend und lebendig – der "optisch schönste Kaffee" mit der Eureka-Mühle.Geschmacklich wird eine "brutale" Fülle und deutlich mehr Süße festgestellt. Die Sprecher sind sich einig, dass dies der beste Espresso mit der Eureka-Mühle ist.Das Refraktometer bestätigt dies mit einem Wert von 10,6 – der höchste Wert mit der Eureka-Mühle.- Zweiter Versuch (Mahlkönig Mühle):
Das Handling wird als einfach („total simpel“), aber in Kombination mit der Wiegefunktion der Mühle als etwas umständlich beschrieben. Tom warnt, dass man ohne Übung eine „Schweinerei“ verursachen kann.Optik: Kaum eine optische Veränderung, der Espresso wirkt sogar „eindimensionaler“ als ohne Shaker.Geschmack: Ein leichter Zuwachs an Körper („Tick mehr Körper“) wird festgestellt, aber der Effekt ist minimal (ca. 20-30 %) im Vergleich zum riesigen Unterschied bei der Eureka-Mühle. Die Aromenvielfalt hat sich eher verschlechtert.- Fazit zum Blind Shaker: Er ist ein extrem effektives Werkzeug, um die Leistung einer Einsteiger- oder Mittelklassemühle signifikant zu steigern. Michael merkt an, dass der Blindshaker eine Mühle für 600 € auf das Niveau einer für 1.500 € „pimpen“ kann. Die Wirkung nimmt jedoch ab, je besser die Kaffeemühle ist.
Abschluss, Fazit und Philosophie (ab 18:24)
Eine hochwertige Mühle ist der wichtigste Faktor für exzellenten Espresso und hat einen größeren Einfluss als die Gadgets.Die Gadgets sollten definitiv ausprobiert werden, da sie nachweislich funktionieren und den Charakter des Kaffees verändern können.