"Es wird nicht so sein wie vorher“, dieser wohlfeile Satz ist eine der Plagen der Coronazeit. Denn eigentlich ist ja nie etwas wie vorher, und speziell in diesem Fall würde man außerdem gerne wissen, wie es denn nachher so ist. Aber ein "nachher“ gibt es noch nicht, Corona beschäftigt uns weiter, und das Leben verändert sich. Und wir? Wie erleben wir das? Das wollen Berliner Forscher herausfinden und befragen seit einiger Zeit ganz unterschiedliche Menschen nach ihren Sorgen, ihrer Lebenssituation und den persönlichen Folgen der Coronakrise. Manche sind weniger betroffen, andere schwer, Eltern, auftretende Künstler auch Migranten, die überdurchschnittlich von existenzbedrohenden Jobverlusten und Berufsverboten betroffen sind. Und mit dem Leben der Einzelnen ändert sich das öffentliche Leben. Manche Orte sind verwaist, andere nur begrenzt betretbar, die Straßen, die Plätze, auf denen nicht nur eingekauft und flaniert wird, sondern sich auch politische Forderungen hörbar machen. Ist das eine akzeptable "neue Normalität“, wie eine weitere Floskel diese Zeit lautet? Oder müssen wir andere Wege finden, mit der Seuche zu leben?