Groß, breit, schnell - solche Autos wollen die Deutschen. Die Hersteller melden: SUVs und andere Luxusfahrzeuge sind Verkaufsschlager. Die Automobilfirmen freut´s, die Geschäfte laufen blendend und Strafzahlungen nimmt man gelassen in Kauf, wenn so das Emissions-Ziel für die Flotte verfehlt wird. Für die Städte sind nicht nur die Emissionen misslich. Zu viele und zu große Fahrzeuge kämpfen mit immer mehr Fahrradfahrern um die Vorfahrt, mit dramatischen Folgen. Während die Zahl der Verkehrstoten insgesamt rückläufig ist, bleibt die Zahl der getöteten Radfahrer gleich. Es wird eng, zu eng. Dass immer mehr Leute Rad fahren, tut den Menschen und den Städten gut. Dass Menschen vom Auto auf ein E-Bike umsteigen auch. Aber die Planer kommen nicht hinterher. 30 Jahre alte Radwege werden der Flut nicht gerecht, noch dazu kommen E-Bikes und Lastenräder. Die städtische Infrastruktur ist alles andere als radgerecht und das beklagt auch der Deutsche Städtetag. Aber es geht, zum Beispiel in Münster, und steigert sogar die Lebensqualität. Warum nicht überall? Warum ist der Spurwechsel im Kopf für Verkehrsplaner, für Politiker, für uns so schwer?