Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Ein Kreuz, das Leben rettet!

    Die Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 werden die Menschen im Ahrtal wohl nie vergessen: Wie viel Leid und Elend diese Jahrhundertflut über Menschen brachte, kann wohl kaum erahnt werden. An diesem Abend wurde auch der Feuerwehrmann Friedhelm Jakobs von der mächtigen Flutwelle erfasst. Zuvor versuchte er, die Bevölkerung mit Lautsprecherdurchsagen zu warnen. Nachdem er sich noch an einen Ast geklammert hatte, bis ihn die Kräfte verließen, warf er sich auf einen dicken Stamm, der im Wasser schwamm. Dann sah er im Lichtpegel ein hohes steinernes Gebilde: Es war der Kreuz-Grabstein von Albert Kreuzberg aus dem 19. Jahrhundert. Mit letzter Kraft kletterte er darauf und klammerte sich dann anschließend sechs Stunden an dem Kreuz fest, bis er endlich gerettet wurde. Friedhelm Jakobs verdankte diesem »Kreuz-Grabstein« eines Verstorbenen sein Leben.

    Dieses Ereignis hat mich an eine Begebenheit vor mehr als 2000 Jahren erinnert. Da gab es auch ein Kreuz, aber es war keines, an das man sich dankbar in der Not klammerte. Dort starb der Sohn Gottes, nachdem man ihn daran angenagelt hatte. Über ihn stürzten die Fluten von Gottes Gericht. Doch nicht, weil er es verdient hatte: Er starb für unsere Schuld! Für Ihre und meine!

    Unsere Sünde ist in Gottes Augen so schlimm, dass sie nur mit dem Tod bezahlt werden kann. Aber genauso, wie dieser heldenhafte Feuerwehrmann sich an das Kreuz klammerte, um nicht in den Fluten der Ahr unterzugehen, so können wir Menschen unser Vertrauen auf diesen Jesus Christus setzen, der an unserer Stelle starb. Wenn man sich ganz und gar auf ihn verlässt und seine Vergebung für sich in Anspruch nimmt, wird man gerettet werden und das ewige Leben haben!

    Daniel Zach

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    6 min
  • Das Herz von Pluto

    Im Januar 2006 wurde mit »New Horizons« erstmals eine Raumsonde zu Pluto ausgesandt; sie passierte ihn am 14. Juli 2015 in 12 500 Kilometern Entfernung und schickte Bilder des Zwergplaneten zur Erde. Dabei gab es eine Überraschung: Ein riesiges Herz wurde auf seiner Oberfläche entdeckt. Dessen Struktur gab den Astronomen wieder einmal Rätsel auf. Eine Theorie über ihre Entstehung musste gefunden werden. Bei der Auswertung der Fotos fiel auf, dass die Oberfläche des »Herzens« im Gegensatz zur übrigen Pluto-Landschaft frei von Einschlagkratern war, vermutlich ist sie also wesentlich jünger als die übrige Oberfläche. Außerdem besteht die Fläche aus einem Material, das wesentlich mehr Licht reflektiert als seine Umgebung.

    Ein Forscherteam hat nun versucht, in verschiedenen Simulationen nachzustellen, wie das Herz entstanden sein könnte. Demnach wäre der Zwergplanet mit einem planetarischen Körper mit einem Durchmesser von etwa 700 Kilometern kollidiert. Der Brocken bestand vermutlich überwiegend aus Eis mit einem Gesteinskern. Die längliche Form des Herzens deutet stark darauf hin, dass es sich um einen Schrägaufprall handelte. Die Simulationen bestätigten diese Vermutung.

    Das Herz ist das Symbol für Liebe, und für mich ist das Herz des Pluto daher wie ein Hinweis auf die Liebe des Schöpfers, die er gegenüber uns Menschen bewiesen hat. In der Weite des Universums sind wir nicht allein, der Schöpfer allen Lebens hat uns sogar auf unserem winzig kleinen Planeten besucht – in seinem Sohn, Jesus Christus. Dieser hat hier eine eindrucksvolle Spur göttlicher Liebe hinterlassen. Sie erreichte ihren Höhepunkt am Kreuz, wo er für unsere Sünden starb. Aus dem Instrument für einen grausamen Tod wurde ein Symbol der Rettung und Vergebung.

    Günter Seibert

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    5 min
  • Der Spiegel der Seele

    Wer kennt nicht das Gefühl, morgens aufzuwachen und festzustellen, dass leider nicht Wochenende ist und man sich noch einmal gemütlich die Decke über den Kopf ziehen kann? Im schlimmsten Fall ist es Montag, vielleicht regnet es gerade, und es ist noch dunkel. Wir schälen uns aus unserem gemütlichen Nest und schlürfen ins Bad. Dort angekommen, sehen wir uns im Spiegel unseren Verfassungszustand an. Stehen meine Haare schlimm zu Berge? Habe ich noch sichtbare Schlafspuren im Gesicht? Wie tief sind die Augenringe heute? Die Wandspiegel, zu denen man noch etwas Abstand hat, lassen einen u. U. nicht ganz so zerstört aussehen. Doch wagt man einen Blick in einen Kosmetikspiegel, am besten noch mit Licht und zigfacher Vergrößerung, sieht man einen ganz anderen Zustand. Die feinsten Härchen, Fältchen usw. werden aufgedeckt.

    Vor längerer Zeit habe ich gehört, wie jemand die Zehn Gebote mit einem Spiegel verglich. Gott gab den Israeliten diese Regeln als Richtlinien für das Leben. Sie sind aber für alle Menschen gedacht. Wir finden darin klare Anweisungen, die unser Zusammenleben untereinander und das Verhältnis zu Gott regeln sollen. Wir stellen uns sinnbildlich vor diesen »Spiegel« und können aufdecken, wo eine Strähne unseres Lebens nicht richtig liegt oder was zu tun wäre, um den Zustand zu erreichen, der für Gott (und mich) gut und richtig ist.

    Um unser Spiegelbild noch genauer ansehen zu können, müssen wir auf Jesus blicken, denn er ist das vollkommene Abbild Gottes und der alles überragende Maßstab für ein Leben, das Gott gefällt. Der Spiegel an der Wand kann nichts für die Beseitigung eines Makels tun. Doch Jesus kann und will es, denn durch den Glauben und eine Beziehung zu ihm erneuert und verändert er uns.

    Judith Zall

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    5 min
  • Der Sieben-Tage-Rhythmus

    Die menschliche Biologie ist auf den Sieben-Tage-Rhythmus eingestellt. Das mussten z. B. die Kommunisten im vorigen Jahrhundert schmerzlich erfahren, nachdem sie den Zehn-Tage-Rhythmus eingeführt hatten. Mit dieser Umstellung wollten sie einerseits jedes Andenken an das Christentum auslöschen und andererseits 15 weitere Tage pro Jahr gewinnen, in denen Menschen und Maschinen noch etwas produzieren konnten. Das Experiment musste jedoch sehr bald abgebrochen werden, weil die Arbeiter in großer Zahl erkrankten.

    Dem Volk Israel hatte Gott in 2. Mose 31,17 mitgeteilt, dass der Sabbat als der siebte Tag der Woche, »ein Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel auf ewig« sein soll. Und Lukas berichtet in der Apostelgeschichte, dass die ersten Christen wöchentlich am Sonntag die Auferstehung Jesu feierten, obwohl das für sie kein verbindliches Gesetz darstellte. So kamen sie zu den ersten Gottesdiensten der Geschichte zusammen. Der Tag sollte der Gemeinschaftspflege und dem Besuch Kranker und Einsamer gewidmet sein.

    Warum war es den ersten Christen so wichtig, sich mindestens einmal in der Woche zu treffen und Gottesdienst zu feiern? Nun, sie hatten jetzt einen neuen Lebensinhalt: Jesus. Er hatte ihnen gezeigt, dass man auch am Sabbat anderen Gutes tun soll, indem er zum Beispiel Kranke heilte. Und am Abend vor seiner Kreuzigung hat er den Christen aufgetragen, dass sie sich beim Abendmahl an ihn und seinen großartigen Liebesbeweis durch den Tod am Kreuz erinnern sollen. Darum ist es gut, sich einmal in der Woche aus dem Trubel des Alltags herauszunehmen, um Zeit für die Beziehung zu Gott und Menschen zu haben. Da wir die Sonntagsregelung haben und an diesem Tag die meisten nicht arbeiten müssen, kann man das gut nutzen.

    Hermann Grabe

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    4 min
  • Volkskrankheit »Einsamkeit«

    2024 stellte die damalige Familienministerin Lisa Paus das Einsamkeitsbarometer vor. Dieses gehört zur »Einsamkeitsstrategie«, die im Dezember 2023 durch das Kabinett der Bundesregierung beschlossen wurde. Es zeigt die Einsamkeitsentwicklung der vergangenen Jahre in Deutschland auf. Besonders verlassen fühlen sich laut dieser Statistik ältere oder kranke Menschen sowie Personen, welche für andere Menschen Sorge tragen, beispielsweise in der Pflege von Angehörigen. Die Corona-Zeit hat das Gefühl des »Alleinseins« nochmals verstärkt, vor allem auch bei jungen Menschen. Laut Eugen Brysch (Vorstand »Deutsche Stiftung Patientenschutz«) sei Einsamkeit »die vielleicht größte Volkskrankheit in Deutschland«.

    Es scheint so, als sei dieses Thema gesellschaftlich bisher unterschätzt worden. Ich finde es wirklich gut, dass unsere Regierung dieses Thema auf dem Schirm hat und versucht, etwas dagegen zu tun. Interessant ist: Gott nahm diese Verlassenheit ebenfalls wahr, als Adam und Eva im Garten Eden nicht auf ihn gehört hatten. Adam und Eva konnten zuvor tiefe Gemeinschaft mit Gott haben, Einsamkeit gab es nicht, nachdem Gott Eva geschaffen hatte, damit der Mensch nicht mehr allein sei. Diese Harmonie wurde durch die Sünde zerstört. Ohne Gott gibt es in unserem Leben eine tiefe »Leere«, selbst wenn wir Menschen um uns haben. Wir Menschen versuchen diese Lücke mit anderen Dingen aufzufüllen und zu überdecken. Die Strategie Gottes gegen dieses Phänomen ist es, dass er die Wiederaufnahme der Beziehung mit ihm durch Jesus Christus anbietet. Auch Christen können einsam sein, wenn sie keinen Menschen mehr um sich haben, aber die Gewissheit der wundervollen Nähe Gottes und die Möglichkeit der Gemeinschaft mit ihm ist mehr als ein Ersatz dafür.

    Gabriel Herbert

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    5 min
  • Auf Schwedens Straßen

    Im vergangenen Jahr fuhren wir zum Campen nach Schweden. Wir hatten uns eine längere Strecke an der Ostküste nordwärts und im Landesinneren südwärts vorgenommen. Das hieß, dass wir etliche Kilometer über die Straßen Schwedens zurücklegen mussten. Immer wieder begegnete uns dabei ein großes blaues Schild mit einer weißen Kamera am Straßenrand, darunter sogar noch eine Meterangabe. Wir staunten nicht schlecht, dass auf diese fürsorgliche Weise die Blitzer in Schweden ganz genau angekündigt wurden. So waren wir stets darauf vorbereitet. Wie dumm wäre es gewesen, diese Ermahnung zu ignorieren. Auch in Deutschland gibt es solche angekündigten Blitzer – zum Beispiel auf der A2. Doch trotz dieser Warnung fahren viele Autofahrer dort zu schnell, sodass der Blitzer auslöst und dies Folgen hat, die man ohne Weiteres hätte vermeiden können.

    In der Bibel finden wir zwar keine Blitzer, aber doch etliche Warnungen und Mahnungen zu den negativen Folgen eines Lebens ohne Gott. Hinter diesen Warnungen steckt keine Schikane, sondern ein liebevoller Gott, der alle ganz realen Gefahren, die auf uns lauern, genau kennt. Der allwissende Gott überschaut unsere Lebensspanne am allerbesten. Und er will, dass unser Leben gelingt. Doch dies kann nur geschehen, wenn wir ihm unser Leben anvertrauen und auf seine Worte achtgeben. Gott lässt keinen Zweifel daran, dass ein Leben ohne ihn in eine Ewigkeit ohne Gott führt. Er gibt auch an, wann es zu spät für uns ist, die Weichen für ein Leben in der Ewigkeit bei Gott zu stellen: Mit unserem Tod ist uns diese Chance endgültig genommen. Wie gut beraten ist man, auf Gottes fürsorgliche Warnungen zu hören, statt diese zu ignorieren und ungebremst in eine ewige Katastrophe zu rasen.

    Ann-Christin Bernack

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    6 min
  • Eine geführte Begegnung

    Meine Frau Petra und ich waren auf dem Rückweg von einem Urlaub an der Nordsee. Kurz hinter Bremen bogen wir auf einen Rastplatz ab, um Pause zu machen. Als wir zurück am Auto waren, kam ein Pärchen mit Rucksäcken zielstrebig auf uns zu. Sie suchten eine Mitfahrgelegenheit Richtung Süden. Ich hatte eigentlich keine Lust auf Mitfahrer und wollte lieber meinen schönen Urlaubsgedanken noch ein wenig nachhängen. Doch bevor ich »Nein« sagen konnte, lud Petra sie auch schon ein, mit uns bis Koblenz zu fahren, und verstaute ihr Gepäck im Kofferraum.

    Das Pärchen war sehr aufgeschlossen und so entstand schnell ein lebhaftes Gespräch. Sie erzählten, dass sie auf der Suche nach der Wahrheit seien und einen tieferen Sinn in ihrem Leben suchten. Sie hatten im esoterischen Bereich schon einiges ausprobiert, aber waren noch nicht am Ende ihrer Suche angelangt. Meine Frau erzählte den beiden dann, dass sie bei überzeugten Christen im Auto saßen, deren Leben der Glaube an Jesus Christus Sinn und Ziel gegeben hat. Es entspann sich ein angeregtes Gespräch. Unsere Mitfahrer wollten so viel wissen und waren wie zwei trockene Schwämme, die alles, was wir sagten, begierig aufsogen. Als wir nach dreieinhalb Stunden am Ziel waren, staunten wir, wie schnell die Zeit verflogen war. Zum Abschied gaben wir den beiden noch unsere Bibel mit, die wir immer im Auto liegen haben.

    Für mich war diese Begegnung ein Beleg dafür, dass Gott sich auf irgendeine Weise den Menschen, die ihn ehrlich suchen, zeigt. Er hat unendlich viele Möglichkeiten, uns anzusprechen – sei es durch eine Predigt, diesen Kalender, ein Plakat mit einem Bibelvers oder sogar durch eine unerwartete Begegnung an der Autobahn. Die Frage ist nur, wie wir auf Gottes Reden reagieren.

    Bernd Grünewald

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    5 min
  • Sehen so Sieger aus?

    Deutschland – Brasilien 7:1. Im Netz kursiert ein Video mit einem Zusammenschnitt jenes Spiels, das 2014 für Schlagzeilen sorgte. Im eigenen Land verlor der Favorit der Fußball-WM gegen Deutschland. In kurzen Szenen werden die Tore gezeigt – und das ungläubige Staunen der Torschützen und der deutschen Fans. Ein ungeahnter Triumph! Dann findet man natürlich auch Videos vom Finale: Das Siegtor von Mario Götze, der unermüdliche Einsatz von »Schweini« und dann – endlich – der erlösende Abpfiff. Siegestaumel; Spieler, Trainer und Teambegleiter liegen sich in den Armen. Immer wieder braust Jubel auf. So sehen Sieger aus!

    Harter Cut: Ein Mann hängt verlassen am Kreuz. Die Passanten schütteln den Kopf über diesen Jesus. Seine Gegner, von denen es viele gab, spotten und beschimpfen ihn. Nackt hängt der Christus dort, unter unsäglichen Schmerzen, und stirbt den schrecklichsten Tod, den sich das Römische Reich ausgedacht hat. Sieht so ein Sieger aus?

    Am Kreuz rief dieser Jesus aus: »Es ist vollbracht!« Die Bibel sagt klar, dass damit tatsächlich ein unglaublicher Sieg errungen wurde. Im Tagesvers z. B. ist von Jesus bildhaft die Rede. »Überwinden« bedeutet wörtlich »siegen«. Doch was hat der Sohn Gottes, der Mensch geworden ist, denn besiegt? Hölle, Tod und Teufel, Sünde und Schuld! Welch ein Triumph!

    Der Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft 2014 in Brasilien kann uns vielleicht noch ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Doch sonst hat er keine Auswirkungen für unser Leben. Aber den Sieg Jesu am Kreuz können wir für uns noch heute existenziell nutzbar machen: Wer sich diesem Jesus anvertraut, wird Teil des Sieges über Schuld und Tod. Er erhält tiefen Frieden und ewiges Leben.

    Markus Majonica

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    5 min
  • Tschuldigung, das war nicht so gemeint!

    … und warum hast du es dann gesagt? Wie schnell sagt jemand etwas, das uns verletzt oder beleidigt. Wir sind gekränkt, und es herrscht dicke Luft.

    Heute wird der Globale Tag der Vergebung begangen. Den Initiatoren ist es wichtig, immer wieder an die Möglichkeit der Vergebung zu erinnern. Durch sie können wir Frieden wiederherstellen, uns wieder versöhnen und die dicke Luft beseitigen. Dabei handelt es sich häufig um deutlich größere Verletzungen als nur einen dummen Satz. Doch auch da ist Vergebung erst recht der Schlüssel zur Versöhnung.

    Aus Erfahrung wissen wir jedoch: Dem anderen zu vergeben, ist nicht leicht. Es fordert uns heraus, den angerichteten Schaden – sei er materiell oder seelisch – beiseitezulassen und den anderen wieder anzunehmen und wertzuschätzen. Deshalb ist es so gut und wichtig, dass die Vergebung nicht aus uns herauskommt: Gott hat zuerst uns vergeben. Wenn wir also unseren Mitmenschen vergeben, dann geben wir nur etwas weiter, das wir bereits selbst empfangen haben. Vergebung kann nie aus uns heraus geschehen.

    Diese Tatsache hängt mit einer anderen Dimension zusammen, die der Tagesvers zeigt: Auch wir sind Schuldige – gegenüber Gott. Er, der gerechte Richter, spricht uns schuldig wegen unseres Verhaltens und unserer Reaktionen ihm und auch anderen Menschen gegenüber. Insgeheim wissen wir sehr wohl um unser Fehlverhalten, unsere Ungerechtigkeit und Lieblosigkeit. Doch auch in Bezug auf Gott ist die Vergebung die Lösung. Genau die bietet Gott uns an. Er ist bereit, uns zu vergeben. Wir müssen nur zu Gott kommen, ihm unsere Schuld bekennen und ihn um Vergebung bitten. Er wird uns vergeben, und so können wir frei und fröhlich unseren Weg gehen.

    Bernhard Volkmann

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    5 min
  • Der wichtigste Kuss der Welt

    Heute begeht die Welt einen besonderen Tag – den Tag des Kusses. Dabei ergeben sich vielfältige Assoziationen. Vielleicht denkt mancher an den ersten schüchternen Kuss, den er seiner Freundin gegeben hat, oder man denkt an einen aufregenden, lang anhaltenden Kuss. Jedenfalls kann ein Kuss sehr schön sein und viele angenehme Gefühle hervorrufen.

    Andere Küsse der Weltgeschichte haben ganz andere Hintergründe. Berühmt geworden ist der Kuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker. Wer kennt nicht dieses Bild an der East Side Gallery in Berlin? Es war ein sozialistischer Bruderkuss, der die besonders enge ideologische und politische Verbundenheit zwischen der UdSSR und der DDR ausdrücken sollte.

    Aber noch ein weiterer Kuss ist weltberühmt geworden: der Judas-Kuss. Judas Iskariot hat seinen Meister Jesus, dem er drei Jahre lang gefolgt war, mit einem Kuss verraten. Um den Gewinn einer stattlichen Belohnung war er bereit, Jesus Christus an die römischen Soldaten auszuliefern. Dazu hatte er mit ihnen vereinbart, dass er Jesus vor ihren Augen durch einen Kuss identifizieren wollte. Wie verlogen! Ein Kuss, der eigentlich Zuwendung bezeugt, wird zum Verrat.

    Jesus hat das mit sich geschehen lassen, weil er Gottes Rettungsplan erfüllen wollte. Damit ist der größte Kuss der Weltgeschichte zustande gekommen, nämlich, dass Gerechtigkeit und Frieden sich geküsst haben. Gottes Gerechtigkeit, die Sünde und Schuld richten muss, verbindet sich mit dem Frieden, der durch den Sühnetod Jesu am Kreuz ermöglicht wurde. Weil Jesus am Kreuz für uns starb, können wir Frieden mit Gott haben und müssen sein Gericht nicht mehr fürchten. Dieser Kuss ist der tiefste Ausdruck der Liebe Gottes.

    Bernhard Volkmann

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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