Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Genutztes Versäumnis

    Seit einigen Jahren beteiligt sich unsere christliche Gemeinde an dem Hilfsprojekt »Weihnachtsfreude«. Es werden Lebensmittelpakete für rumänische Familien in Not gepackt, die nach Fertigstellung von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter Mitte November abgeholt werden.

    Da 2023 außer Weihnachtspäckchen noch einige Sachspenden zusammenkamen, befüllte ich damit ein weiteres Paket. Allerdings war ich am Abend vor der Abholung zu müde, um es einzupacken. Ich dachte mir, dass dafür am nächsten Tag noch ausreichend Zeit bleiben würde. Aber ich kam verspätet heim und hörte bereits kurz darauf das Motorengeräusch des Kleinbusses. Ich bat den Mitarbeiter um fünf Minuten Zeit. Nach circa 15 Minuten kam ich mit einem sehr schlechten Gewissen sowie den fertigen Päckchen nach draußen. Aber der Fahrer erklärte mir beruhigend, dass er sich in der Zwischenzeit gut mit unserem Postboten unterhalten hatte. Dieser hatte ihn lachend gefragt, ob hier wohl die Konkurrenz am Werk sei, mit den zahlreich bunten Weihnachtspäckchen auf der Ladefläche. Dabei hatte sich herausgestellt, dass die Frau des Postboten rumänischer Abstammung ist. Die Weihnachtspäckchen waren eine Brücke für ein gutes Gespräch, in dem es auch um den christlichen Glauben ging. Beschämt und dankbar zugleich staunte ich, wie Gott das Beste aus meinem Versäumnis gemacht hatte.

    Es gibt zahlreiche Situationen, in denen wir unzulänglich sind. Wenn Gott eingreift, bringt er aus unserer Schwachheit Gutes hervor. Aber wir brauchen nicht nur in unseren kleinen Versäumnissen seine Hilfe, sondern auch in der großen Not unseres Lebens, dass wir nämlich Sünder und auf Gottes Gnade angewiesen sind. Gott lädt uns nicht nur zum Staunen über seine Hilfe im Alltag ein, sondern vielmehr zum grundsätzlichen Glauben und Vertrauen an ihn.

    Manuela Basista

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    4 min
  • Seht die Fahne auf dem Schloss!

    Eine Fahne auf einer Burg oder auf einem Schloss weht dort nicht ohne Grund. Zum Beispiel hat in Großbritannien die »Royal Standard« eine besondere Bedeutung: Als Flagge oder Standarte ist sie das offizielle Hoheitszeichen des jeweiligen britischen Monarchen in seiner Funktion als Staatsoberhaupt des Vereinigten Königreichs. Die in Großbritannien verwendete »Royal Standard« besteht aus den Wappen von England, Schottland und Nordirland.

    Diese Fahne auf dem Schloss signalisiert die Anwesenheit des Monarchen. Beim Buckingham Palace in London wird die »Royal Standard« gehisst, wenn der amtierende britische Souverän im Palast residiert. Die Flagge zeigt also an: »Der König oder die Königin ist da.« Wenn der Monarch nicht im Palast ist, wird stattdessen der »Union Jack« – so heißt die britische Nationalflagge – gehisst.

    Eine entsprechende Fahne bei einem Christen sollte seine Freude sein. Sie weht über ihm, weil der König Jesus im Haus ist. Wer im Glauben mit Jesus verbunden ist, der kann sich an dem neuen Leben, das Gott ihm zusichert, freuen. Wenn Christus in einem Menschen residiert, dann ist die Beziehung zu ihm nicht nur eine gelegentliche Erfahrung. Er, der Herr, ist immer im Christen gegenwärtig, und der Christ ist immer »im Herrn«, wie die Bibel sagt, und das ist immer Grund zur Freude. Selbst wenn der Christ einmal mit unerfreulichen äußeren Umständen konfrontiert ist, wenn er durch Trauer, Krankheit oder andere Schwierigkeiten hindurchmuss, kann er sich immer noch seines Herrn erfreuen. Jesus Christus ist und bleibt derselbe. »Kraft und Freude sind in seiner Stätte.« Weil er seine Leute niemals aufgibt und niemals verlässt, können sie sich beständig freuen.

    Markus Wäsch

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    6 min
  • Ewig leben!

    Im sogenannten Abendland, also in dem Teil der Welt, in dem wir leben, hat es schon immer Leute gegeben, die entweder nichts von den Verheißungen und Warnungen der Bibel wussten oder ihnen keinen Glauben schenkten. Sie meinten, wir Menschen würden wie die Tiere und die Pflanzen zufällig entstehen, um nach einiger Zeit ebenso zufällig wieder zu vergehen. Ihnen steht daher nur die Zeit zwischen ihrer Geburt und ihrem Tod zur Verfügung, und alles, was sie an Schönheit, Freude, Macht und Besitz erleben wollen, muss folgerichtig in diesem engen Rahmen stattfinden.

    Um in dieser begrenzten Spanne möglichst viel unterzubringen, wenden solche Leute vor allem das Gesetz des Stärkeren an. Deswegen herrschen zwischen Eltern und Kindern, Firmen und Völkern dauernde Spannungen, die sich jederzeit entladen können. Nur Künstler haben nach ihrer Meinung die Chance, sich durch Bücher, Bilder oder Musik so etwas wie ein wenig Ewigkeit zu verschaffen.

    Die Bibel aber sagt, dass alle Menschen ewig existieren, zunächst auf der Erde und dann entweder im Himmel oder in der Hölle. Sie sagt auch, dass der Schöpfer alle in den Himmel einlädt. Jeder ist vor die Entscheidung gestellt, ob er dem göttlichen Angebot folgen will, oder ob er »Nein« dazu sagt.

    »Ja«, sagt vielleicht jemand, »viele wissen doch von dem Gott der Bibel gar nichts.« Aber das stimmt nicht; denn – um mit Kant zu reden – »der gestirnte Himmel über ihnen und das moralische Gesetz in ihnen« sind zeichenhaft genug, um auf einen gewaltigen Schöpfer und auf einen gerechten Richter hinzuweisen. Und weil Gott gerecht ist, wird er nicht mehr von ihnen verlangen, als was er ihnen offenbart hat.

    Hermann Grabe

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    6 min
  • VStGB

    Hinter diesem Kürzel verbirgt sich das Völkerstrafgesetzbuch, das heute (leider) immer mehr Anwendungsfälle findet. Denn es werden weltweit immer mehr Straftaten wie etwa Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit bekannt. Und während unser (deutsches) Strafgesetzbuch (in der Regel) einen begrenzten örtlichen und sachlichen Anwendungsbereich hat, gilt das VStGB für die genannten Verbrechen, ganz gleich, auf welchem Teil der Welt diese begangen wurden. Man nennt dies das »Weltrechtsprinzip«. Der Verdächtige soll sozusagen nirgendwo auf der Welt vor der Strafverfolgung sicher sein. Überdies gilt auch keine zeitliche Begrenzung für die Strafverfolgung, denn nach § 5 VStGB tritt keine Verjährung ein. Diese rechtlichen Grundsätze spiegeln das Bedürfnis von uns Menschen nach einer Gerechtigkeit wider, die unabhängig von Ort und Zeit gelten sollte, einfach, weil diese Taten so schwer wiegen und niemand, der solche Taten begeht, ungeschoren davon kommen soll.

    Doch trotz des VStGB wird es auf dieser Welt viel Unrecht geben, das ungesühnt bleibt. Und spätestens mit dem Tod entzieht sich auch der grausamste Verbrecher letztendlich jedem Zugriff der Gerichte.

    Allerdings unterliegt das Gericht Gottes nicht solchen Begrenzungen: Seiner Strafgewalt unterliegen auch alle Menschen, ganz gleich, aus welcher Nation. Aber er wird nicht nur die ganz schweren Taten bestrafen, sondern jede Lüge, jeden Neid usw. Und schließlich befreit auch der Tod nicht von der Bestrafung, denn er wird auch die Toten richten. Gibt es einen Ausweg für einen Menschen, der seine Lebensschuld versteht? Ja: Wer seine Schuld Jesus Christus übergibt, kommt nicht in Gottes Gericht! Denn an Jesus Christus ist die Strafe für jedes Unrecht schon vollzogen.

    Markus Majonica

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    5 min
  • Gott im Leid

    Es gibt Situation in unserem Leben, die uns verzweifeln lassen und uns alle Kraft rauben. Es erscheint uns unmöglich, darin einen Sinn oder gar etwas Gutes zu erkennen. Lapidare Sprüche wie »Leid gehört zum Leben dazu« oder »Das wird schon wieder« helfen wenig weiter.

    Fragen wie »Wo ist denn Gott?« und »Warum hilft er denn nicht?« erscheinen berechtigt, wenn wir Schicksalsschläge erleben, in denen Gott uns fern und abwesend erscheint. Schnell besteht die Gefahr, dass Verbitterung in unseren Herzen Wurzeln schlägt und wir uns von Gott abwenden. Doch wird es ohne Gott besser? Ändert sich an unserem Zustand etwas zum Guten, wenn wir blind und taub werden vor lauter Groll?

    Der heutige Tagesvers sagt etwas anderes: Wer Gott die Treue hält, wird bei ihm Freude und Zuflucht finden. Wie passt das zusammen? Es ist eine bewusste Entscheidung, sich nicht von seinen Gefühlen leiten zu lassen, sondern an an dem festzuhalten, was in der Bibel steht. Gottes Wort ist wahr und bleibt beständig, auch wenn wir das nicht fühlen.

    Auch wenn Sie schwere Zeiten erleben, seien Sie ermutigt und halten Sie an Gottes Zusagen fest! Bleiben Sie ihm treu! Ihre Haltung zu ihm wird nicht umsonst sein, sondern Gott verspricht Ihnen, dass Sie wieder Freude erleben werden. Sie werden bei ihm Schutz, Unterstützung und Kraft finden. Gott erspart keinem von uns Leid, doch er geht mit uns hindurch, damit wir diese Zeit meistern können.

    In schweren Zeiten ist unsere Herzenshaltung gefragt. In dem Psalm geht es um ein redliches, sprich ehrliches und aufrichtiges Herz. Bringen Sie Ihre Not ehrlich vor Gott, er hört Sie!

    Annegret Heyer

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    5 min
  • Totensonntag

    Kalte Gleichgültigkeit, das war die Atmosphäre in Birmingham, als Pfarrer Wright sein Amt antrat. Am ersten Sonntag predigte er in einer völlig leeren Kirche. Am zweiten Sonntag war es genauso. Und wenn der Pfarrer an den Werktagen seine Gemeindeglieder besuchte, erging es ihm nicht besser. »Die Kirche ist tot«, so sagte man ihm. Etliche Wochen später erschien eine Todesanzeige in der Zeitung. Dort konnte man lesen: »Mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns gebe ich den Tod der Kirche zu Birmingham bekannt. Die Trauerfeier findet am Sonntag um 11 Uhr statt. Herbert Wright, Pfarrer zu Birmingham.«

    Die Anzeige löste lebhafte Diskussionen aus. Am Sonntag war bereits um halb elf die Kirche gedrängt voll. Pünktlich um 11 Uhr bestieg Pfarrer Wright die Kanzel: »Meine Freunde, Sie haben mir klargemacht, dass Sie überzeugt sind, unsere Kirche sei tot. Sie haben auch keine Hoffnung auf Wiederbelebung. Ich möchte nun diese Ihre Meinung auf eine letzte Probe stellen. Bitte gehen Sie einer nach dem anderen an diesem Sarg vorbei und sehen Sie sich die tote Kirche an. Sollten aber einige unter Ihnen Ihre Ansicht ändern und meinen, eine Wiederbelebung der Kirche sei vielleicht doch möglich – dann bitte ich diese, durch das Nordportal wieder hereinzukommen. Statt der Trauerfeier würde ich dann einen Dankgottesdienst halten.« Ohne weitere Worte trat der Pfarrer an den Sarg und öffnete ihn.

    Ich war einer der letzten in der Reihe vor dem Sarg und dachte: ›Wer oder was wird wohl im Sarg liegen?‹ Ich merkte, wie mich ein Schaudern überkam, je näher ich dem Sarg kam. Nun war es so weit, dass ich die tote Kirche sehen sollte. Unwillkürlich schloss ich die Augen, als ich mich über den Sarg beugte. Als ich sie öffnete, sah ich mich selbst – in einem Spiegel.

    Peter Lüling

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    5 min
  • Ewigkeit

    Wir verwenden den Begriff »ewig« häufig eher unpassend. Muss man ein paar Minuten warten, sagt man: »Das hat ja ewig gedauert!« Haben wir jemanden einige Jahre nicht gesehen, heißt es: »Dich habe ich ja ewig nicht gesehen.« Doch diese relativ überschaubaren Zeitspannen sind keine Ewigkeit. Ewigkeit ist zeitliche Unendlichkeit. Und da unser irdisches Leben endlich ist, haben wir Menschen verstandesgemäß Schwierigkeiten damit, die Dimension der Ewigkeit auch nur ansatzweise zu erfassen.

    Dabei ist der Begriff der Ewigkeit ein eminent wichtiger biblischer Begriff. Der Tagesvers macht deutlich, dass der Mensch, der sein (endliches) Leben nach Gottes Maßstäben gestaltet, ewig in der Gegenwart Gottes leben wird. Vielfach sagt Jesus den Menschen, die an ihn glauben, ewiges Leben zu (Johannes 6,51.58; 10,28; 11,26 etc.). Das ist eine wunderbare Perspektive. Andererseits erwartet die, die ohne Gott leben, eine ewige Gottesferne, in der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung regieren. Das ist eine schreckliche Perspektive. Vor diesem Hintergrund erscheint es mir wichtig, über die Ewigkeit nachzudenken. Dabei hat mir ein Bild geholfen, das schon die Grundschullehrerin meiner Mutter verwendete, um ihren Schülern die Dimension der Ewigkeit etwas näher zu bringen: »Stellt euch vor, ein kleiner Spatz flöge jeden Tag in die Alpen und wetzte sein kleines Schnäbelchen am Mont Blanc. Und wenn es dies so lange täte, bis von diesem gewaltigen Bergmassiv nichts mehr übrig wäre, dann wäre gerade einmal eine Sekunde der Ewigkeit verstrichen!«

    Auch wenn dies nur ein unzulängliches Bild ist, macht es doch deutlich, wie dramatisch die Dimensionen sind, wenn wir unsere Weichen für die Ewigkeit falsch stellen.

    Markus Majonica

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    3 min
  • Die Schädelstätte – ein Schindanger

    Heute vor 222 Jahren (am 21. November 1803) wurde der Schinderhannes hingerichtet. Dieser Räuber gilt als der »Robin Hood des Hunsrücks«. Seine kriminelle Karriere begann er im Alter von 15 Jahren. Seinem Lehrherren stahl er sechs Kalbs­fel­le und ei­ne Kuh­haut. Da­für er­hielt er ei­ne öf­fent­li­che Prü­gel­stra­fe. Das hielt ihn aber nicht von wei­te­ren Straftaten ab. Mit gerade einmal 25 Jahren wurde er unter dem Fallbeil hingerichtet.

    Schinderhannes nannte man den jungen Hannes Bückler wegen seiner Tätigkeit als Abdecker bzw. Schinder. Diese waren für die Beseitigung toter Tiere zuständig. Schinder verwerteten Tierkadaver so weit wie möglich: Denn Hörner, Häute, Hufeisen ließen sich weiterverkaufen. Fett, Talg und Knochen ließen sich zu Kerzen, Seife oder Leim weiterverarbeiten. Ein verendendes Tier nannte man damals Luder, und Tierkadaver wurden als Schindluder bezeichnet. »Mit jemandem Schindluder treiben« bedeutet also: »Jemanden abfällig wie ein nutzloses Aas behandeln, das sich aber noch für eigene Zwecke ausschlachten lässt.«

    Ähnliches Schindluder trieb man bei der Hinrichtung von Jesus Christus: Ihn, den Herrn der Herrlichkeit, hängte man zwischen zwei Schwerverbrecher, als sei er ihr Rädelsführer. Vorher zog man ihm seine Kleider aus, um seine letzte Habseligkeit zu verwerten. Das ganze geschah vor aller Augen, denn Golgatha lag an einer Hauptstraße. »Die Vorübergehenden lästerten über ihn« (Matthäus 27,39). Das kaltblütig-abschätzige Würfelspiel seiner Henker wurde schon Jahrhunderte zuvor geweissagt und erfüllte sich präzise: »Sie schauen und sehen mich an; sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los« (Psalm 22,18-19).

    Andreas Fett

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    6 min
  • Wer prägt unsere Kinder?

    »Vater – Mutter – Staat« – so heißt ein Buch von Rainer Stadler aus dem Jahre 2014. Der Verfasser bemerkt, Kinder seien heutzutage fast nur noch in wirtschaftlicher Hinsicht von Bedeutung und dürften nicht länger ein Hindernis für Beruf und Karriere sein. Um dieses Hindernis zu beseitigen, wird die gemeinsame Zeit der Eltern mit ihren Kindern zusehends reduziert – zugunsten der Zeit am Arbeitsplatz. Kinder kommen immer früher in den Kindergarten und bleiben täglich immer länger in der Schule.

    Das ist sicher hilfreich für Alleinerziehende und Familien, die auf den Vollzeitjob oder das zweite Einkommen angewiesen sind. Doch damit einher geht auch ein gesamtgesellschaftlicher Trend, die gemeinsame Zeit der Eltern mit ihren Kindern immer mehr zu verringern und auf die sogenannte »quality time« zu begrenzen. Doch das Bedürfnis von Kindern und Jugendlichen nach Aufmerksamkeit, Nähe, Liebe und Geborgenheit ist leider nicht immer kompatibel mit dem Terminkalender ihrer Eltern. Wenn die Gelegenheit zum offenen Austausch verstreicht, vielleicht am Mittagstisch, dann kommt sie oft nicht wieder. Unsere Kinder suchen sich dann andernorts Hilfe und Orientierung, z. B. über Medien in sozialen Netzwerken. Doch diese Quellen sind oft fragwürdig.

    Wenn wir die begrenzte Zeit, in der uns unsere Kinder anvertraut sind, nicht ausnutzen, sondern anderen überlassen, verpassen wir die Chance, diese nachhaltig zu prägen. Dabei ist das ein ungeheures Privileg: junge Menschen auf das Leben vorzubereiten. Und da Kinder ein Geschenk Gottes sind, denen Gottes besonderes Interesse gilt, ist es unsere höchste Aufgabe, den Kindern zu zeigen, wer der allerbeste Vater für ihr ganzes Leben ist: Gott. Dafür lohnt sich jede Zeit.

    Markus Majonica

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    4 min
  • Das habe ich getan!

    Während meiner Referendarzeit besuchten wir eine Justizvollzugsanstalt. Für mich war es das erste Mal im »Knast«. Bereits an der Pforte war die Situation sehr beklemmend, als sich hinter uns die Tore schlossen. Dann ging es in den Zellenblock, mitten unter verurteilte Verbrecher. Aus aller Herren Länder waren hier Männer versammelt, die einiges auf dem Kerbholz hatten. Zum ersten Mal erlebten wir mit eigenen Augen, wie eng eine Zelle und wie begrenzt der Alltag der Häftlinge war. Die Führung übernahm ein Anstaltsgeistlicher, der viel Erfahrung im Umgang mit Straftätern hatte. Er berichtete: Wenn ich mit den Jungs ins Gespräch komme, dann sprechen wir irgendwann auch über das, weswegen sie verurteilt wurden. Die meisten sagen zu Beginn in etwa: Das und das ist mir passiert. Meine Aufgabe ist es dann, diese Menschen dazu zu bringen, dass sie sagen: Das und das habe ich getan!

    Dieser Unterschied leuchtete mir sofort ein, und ich muss es auch für mein (nicht strafbares!) Leben bezeugen: Wenn ich etwas tue, was ich nicht tun sollte, dann fange ich schnell an zu sagen: Das ist mir passiert! Das bedeutet dann in etwa: Daran bin ich ja gar nicht schuld, es waren die Umstände oder einfach der Lauf der Dinge. Doch der Satz »Das habe ich getan« enthält ein klares Bekenntnis zu meinem eigenen Versagen, zu meiner eigenen Schuld.

    Der König David hat diesen Schritt (im Tagesvers) vollzogen. Solch ein Schritt ist immer schwer. Doch es ist kein Schritt in den Abgrund. Wenn wir unsere Schuld vor Menschen bekennen, birgt das die Chance, dass zerstörte Beziehungen heilen können. Und wenn wir Gott unsere Sünden bekennen, dann vergibt er und schenkt ein von Schuld befreites Leben.

    Markus Majonica

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    3 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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