Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Ein folgenschwerer Spitzname

    Der Neuling bei den Los Angeles Dodgers war ein dünner, schüchterner Kerl, der aber einen außergewöhnlich kraftvollen Wurf hatte. Der Manager erkannte das Potenzial des jungen Spielers. Er könnte einer der Großen werden – wenn er nur mehr Biss und Zähigkeit an den Tag legte. Und so gab er ihm den Spitznamen »Bulldogge«, ein Name, der gar nicht zu dem feingliedrigen Baseballer zu passen schien, aber der ihn ständig an das erinnerte, was er werden sollte. Und tatsächlich entwickelte sich »Bulldogge« zu einem der durchsetzungsstärksten Spieler der ersten Liga.

    Es gibt viele Gründe, die Menschen davon abhalten, ihr Leben Jesus Christus anzuvertrauen. Einer davon ist die Angst, Gott die Kontrolle über das eigene Leben zu überlassen. Verliere ich dann nicht meine eigene Persönlichkeit? Wird Gott mich zu etwas machen, das ich gar nicht sein will?

    Vielleicht hat sich der Jünger Simon auch diese Fragen gestellt. Er war ein Mann der großen Worte, impulsiv, draufgängerisch. Aber genauso schnell, wie er begeistert eine Sache anfing, konnte der launenhafte Fischer sie auch wieder aufgeben. Als er nach einer erfolglosen Nacht auf Jesu Wort hin noch einmal auf den See fuhr und wunderbarerweise einen großen Fang machte, erkannte er seine eigene Sündhaftigkeit. Er bekannte sie ihm und blieb von da an immer in seiner Nähe. Und Jesus gab ihm einen Spitznamen: »Petrus«, was so viel wie »Fels« bedeutet. Dieser Name zeigte, wohin Jesus mit seinem wankelmütigen Jünger wollte. Und tatsächlich wurde Petrus ein Fels, eine Säule der ersten Gemeinde, ein Mann von absoluter Treue und Verlässlichkeit – bis hin zu seinem Märtyrertod. Es stimmt immer: Wer sein Leben Jesus anvertraut, lässt sich auf einen Veränderungsprozess ein, der nur zum Guten ist.

    Elisabeth Weise

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    Audioaufnahmen: Radio Segenswelle

    4 min
  • Mit leichtem Gepäck durchs neue Jahr

    In den Ferien unternahmen wir früher mit unseren Kindern kleine Wanderungen. Bei solch einer Wanderung hielten wir bei einem steilen Anstieg zu einer Trinkpause an. Dabei stellte sich heraus, dass einer unserer Jungs in seinem Rucksack mehrere Bücher mitschleppte. Die waren eigentlich nur für die Autofahrt gedacht. So hatte er seinen Rucksack mit unnötigem Ballast beladen, was den schon steilen Anstieg noch zusätzlich erschwerte. Wir nahmen die Bücher heraus und verteilten sie auf die anderen Rucksäcke.

    Vielleicht schleppen wir in unserem »Lebens-Rucksack« eine unnötige Last mit ins neue Jahr, die uns schon länger beschwert. Dieser Ballast könnte ein ungelöstes Problem sein. Ich habe schon viel deswegen nachgedacht und sogar gebetet. Vielleicht sind es sorgenvolle, rotierende Gedanken. Oder eine belastete, ungeklärte Beziehung, wo ich etwas ansprechen sollte, aber immer noch zögere. Vielleicht muss ich jemandem vergeben. Es können Verletzungen in meiner Persönlichkeit sein, über die ich immer wieder stolpere. Möglicherweise auch Gewohnheiten, die mein Leben erschweren. Auch »Sünden«, die mich gefangen nehmen und mein Leben zerstören. Alles Ballast, der gar nicht nötig wäre.

    Gott möchte uns helfen, für unsere unnötigen Lasten eine Lösung zu finden, damit wir sie nicht mit durch das neue Jahr und weiter durch unser Leben schleppen. Zum Jahresbeginn kann man sich entschließen, etwas in Angriff zu nehmen. Zuerst den Ballast aufspüren und identifizieren, um ihn loszuwerden. Vielleicht brauche ich dazu jemanden, der mir die Last abnimmt: Jesus. Er hat unsere Sünden ans Kreuz getragen und uns von ihrer Last befreit. Und was uns sonst noch drückt, hilft er uns tragen, bis wir am Ziel angekommen sind.

    Manfred Herbst

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    4 min
  • Ein guter Vorsatz

    Das neue Jahr hat begonnen, die Zeit der guten Vorsätze. Die Klassiker sind Abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport treiben, mehr Geld sparen. Dass die meisten Vorsätze früher oder später scheitern, ist kein Geheimnis. Vielleicht gehören Sie deshalb auch zu den Menschen, die sich gar nicht erst gute Vorsätze machen. Trotzdem möchte ich Ihnen heute etwas vorschlagen: Nehmen Sie sich vor, dieses Jahr (wieder) regelmäßig in diesem Buch zu lesen! Den meisten Gewinn daraus werden Sie haben, wenn Sie dabei eine innere Haltung einnehmen, die in dem oben aufgeführten Bibelwort deutlich wird.

    Dieser Satz stammt von dem wohlbekannten »verlorenen Sohn«. Nachdem der Sohn eine gute Summe Geld von seinem Vater erhalten hatte, reiste er in ein fernes Land. Dort ließ er es sich richtig gut gehen. Partys, Sex, gutes Essen, viele Freunde. Aber schnell war sein Vermögen aufgebraucht und er musste sich mühsam als Schweinehüter durchschlagen. Enttäuscht, einsam und schuldbewusst dachte er an seinen Vater zurück. War sein Vater nicht immer gut zu ihm gewesen? Sollte er es nicht wagen, zu ihm zurückzukehren? Völlig am Boden zerstört, sein Leben ruiniert, stand sein Entschluss bald fest: »Ich will mich aufmachen …«

    Ein guter Vorsatz! Nicht nur für den verlorenen Sohn damals, sondern auch heute für uns. Vielleicht sind Sie bisher auch nur Ihren eigenen Weg gegangen, haben Gott den Rücken gekehrt, seine Gaben nur für Ihr eigenes Vergnügen verschwendet. Dann folgen Sie doch dem Beispiel des verlorenen Sohnes! Sein Vorsatz war gut, und er wurde nicht enttäuscht. Mit offenen Armen lief sein Vater ihm entgegen, vergab ihm seine ganze Schuld und nahm ihn als Sohn in seinem Haus wieder auf. So handelt auch Gott, wenn wir zu ihm umkehren.

    Paul Wiens

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    6 min
  • Heimweh

    Mit 19 Jahren zog ich von meinem Heimatort Oberammergau fort, um eine Ausbildung an einer Bibelschule zu machen. Während dieser Zeit lernte ich meine Frau kennen und heiratete in den Schwarzwald. In Oberammergau gibt es eine schöne Tradition, weltweit einmalig. Am Silvesterabend ist das halbe Dorf unterwegs zum Sternrundgang. Ein großer beleuchteter Stern geht voran, ein Männerchor singt, begleitet von der Blasmusik, Lieder, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Jedes Lied drückt die Hoffnung aus, dass das neue Jahr unter Gottes Segen stehen möge. An zwölf Orten wird gesungen. Jeweils am Schluss eines Liedes ertönt ein Tusch und das ganze Volk schreit: »A guats neis Johr« (ein gutes neues Jahr)! Seit meiner Jugend hatte ich das nicht mehr miterlebt.

    Oft sitze ich an Silvester zu Hause und schaue mir einen Videoclip vom Sternrundgang im Internet an. Dabei kommen mir mitunter die Tränen. Heimat! Heimweh! Manche wunderbare Erinnerung kommt hoch und ich sehne mich danach, wieder einmal dabei zu sein. Letztes Silvester hat es geklappt. Meine Frau und ich machten ein paar Tage Urlaub in Oberammergau. Dann zogen wir mit vielen hundert Menschen durch das Dorf. Mein Herz war bewegt und dankbar. Schön war es!

    Wir Menschen kennen aber nicht nur ein Heimweh nach irdischen Orten. Uns durchzieht, wie der Tagesvers sagt, eine Wehmut nach einem ewigen Ort, ohne Vergänglichkeit. Doch für die meisten ist dieses Sehnen diffus und ohne klares Ziel! Für mich hat es jedoch einen realen Gegenstand: Es gibt für mich eine himmlische Heimat bei meinem Herrn und Heiland Jesus Christus. Seit nun 55 Jahren darf ich mit Jesus leben. Ich sehne mich danach, bei ihm zu sein. Weil ich Jesus kenne, werde ich einmal für immer bei ihm sein. Darauf freue ich mich.

    Joschi Frühstück

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    5 min
  • Entscheidungen

    Das Jahr 2024 neigt sich dem Ende entgegen und vielleicht haben Sie in diesem Jahr viel in diesem Kalender gelesen. Können Sie sich noch daran erinnern, was ich zum Beginn des Jahres (2. Januar) geschrieben habe? Mein Ratschlag: Lesen Sie sich diese Andacht noch einmal kurz durch und ziehen Sie für sich persönlich ein Fazit. Hat Ihnen der Kalender weitergeholfen? Haben Sie etwas über Gott gelernt? Oder haben Sie sich vielleicht in diesem Jahr sogar dazu entschieden, Jesus Christus nachzufolgen?

    Die Autoren dieses Kalenders haben ihr Bestes gegeben, um Ihnen die Bibel, das Wort Gottes, und die Hauptperson der Bibel, Jesus Christus, näherzubringen. Wir alle haben die besten Absichten für Sie. Und wir alle, das dürfen Sie glauben, sind einfache Menschen mit Fehlern und Sünden. Wir sind alle jeden Tag auf die Gnade Gottes angewiesen. Im Bewusstsein unser Fehlbarkeit haben wir versucht, Sie durch unsere Botschaften zu überzeugen. Aber es bleibt Ihre persönliche Entscheidung, ob Sie Jesus Christus als Ihren Retter und Herrn annehmen wollen oder nicht. So etwas kann und darf niemals von außen erzwungen werden. Jeder Mensch ist selbst verantwortlich.

    Die Bibel zeigt uns Licht und Schatten gleichzeitig. Licht für alle, die eine persönliche Entscheidung für Jesus getroffen haben, und geistliche Dunkelheit für die, welche sich nicht dafür entscheiden. Diese Botschaft will nicht jeder hören, doch ich will lieber ehrlich sein, als die Wahrheit zu verbiegen. Der Apostel Johannes schreibt in seinem ersten Brief: »Wer den Sohn hat, hat das Leben; wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht!« (1. Johannes 5,12). Das ist nicht meine »erfundene« Wahrheit, sondern die Wahrheit Gottes. Ich kann Ihnen nur raten: Wagen Sie den Schritt zu Jesus!

    Axel Schneider

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    4 min
  • Das wird Sie eine Menge kosten!

    Lange haben wir uns mit der Renovierung unseres Hauses beschäftigt. Wir haben viele Dinge erneuert, gerade unter dem Gesichtspunkt der Energieersparnis: Das Dach wurde gedämmt, der Keller abgedichtet, neue Fenster angeschafft, eine neue Haustür eingebaut, usw. Dadurch haben wir tatsächlich viel Heizkosten gespart und die Wohnqualität deutlich gesteigert. All das hat sich gelohnt. Schließlich haben wir uns auch Gedanken darüber gemacht, ob wir die Hausfassade dämmen sollen. Dazu haben wir viele Fachleute gefragt und Kostenvoranschläge eingeholt. Ein Sachverständiger gab uns schließlich seine Einschätzung ab, die für unsere Entscheidung ausschlaggebend wurde: »Das wird Sie eine ganze Menge kosten. Und angesichts der Eigenart Ihres Hauses wird sich das nicht auszahlen. Die Kosten-Nutzen-Rechnung geht nicht auf. Lassen Sie lieber die Finger davon!« Daran haben wir uns gehalten. Denn wer will schon Geld und Energie in ein Projekt stecken, das sich nicht rechnet.

    Kosten-Nutzen-Rechnungen gibt es, weil unsere Mittel meistens begrenzt sind und sich der Aufwand in unseren Augen nicht lohnt. Wie gut, dass es bei Gott keine solche Begrenzung gibt. Er hatte sogar angesichts des unermesslichen Sündenschadens, den wir Menschen angerichtet haben, genügend Ressourcen zur Verfügung, um diesen Schaden zu beheben – für alle, die das wollen. Er hat es nicht davon abhängig gemacht, wie viele das letztlich überhaupt in Anspruch nehmen werden. Zur Rettung einer verlorenen Menschheit würde es allerdings nötig sein, seinen eigenen Sohn für uns sterben zu lassen: ein unvorstellbarer Preis. Dennoch bestimmte er bereits vor Grundlegung der Welt genau diesen Weg, damit wir die Größe seiner Güte, Liebe und Barmherzigkeit erkennen.

    Markus Majonica

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    5 min
  • Guten Morgen, liebe Sorgen?

    Warum sehe ich in Addis Abeba morgens früh viel mehr fröhliche Gesichter und sogar oft Gelächter bei den in einer langen Schlange stehenden Menschen, die auf einen Bus warten, als in Deutschland? Obwohl gerade für sie die Segnungen einer Konsumgesellschaft, wie wir sie erleben, nicht selbstverständlich sind und sie oft einen echten Überlebenskampf führen müssen?

    Warum sieht man hier in Europa morgens oft ernste und griesgrämige Gesichter in Bahn, Bus oder Tram auf dem Weg zur Arbeit, statt frohe und dankbare, weil man überhaupt eine Arbeitsstelle hat und so gesund ist, dass man ihr nachgehen kann? Trotz unseres hohen Wohlstands haben wir oft morgens früh schon vor Augen, was uns noch fehlt oder worüber wir uns den ganzen Tag lang sorgen können. Uns fehlt vor allem der Blick für all die schönen täglichen Kleinigkeiten (»Segnungen«), deren wir uns hier in Europa erfreuen dürfen, und die nicht selbstverständlich sind: ein Dach über dem Kopf, ein warmes Bett, elektrisches Licht und sauberes Wasser aus dem Hahn sowie volle Regale bei sämtlichen Discountern.

    Allerdings gibt es trotz allen Wohlstands auch hier große Sorgen und Not – vor allem Schuld. Wer kann helfen? Jesus! »Kommt alle zu mir, die ihr geplagt und mit Lasten beschwert seid! Bei mir erholt ihr euch.« Ihm geht es besonders um die Last der Sünde, die wir Menschen tragen und von der wir gebeugt und am Ende ins Verderben gezogen werden, wenn wir sie nicht loswerden. Und das bietet Jesus uns an! Darüber hinaus dürfen wir ihm dann auch unsere anderen Sorgen bringen und Dankbarkeit lernen. Schon am frühen Morgen können wir dann zuversichtlich statt griesgrämig in den Morgen starten und unseren Alltag tatkräftig in Angriff nehmen.

    Martin Grunder

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    4 min
  • Chanukka

    Das jüdische Lichterfest Chanukka wird jährlich am 25. Kislew, dem dritten Monat des jüdischen Kalenders gefeiert und erinnert an die Einweihung des zweiten Tempels 164 v. Chr. Das Fest dauert acht Tage, es gibt reichhaltiges Essen und Geschenke. An jedem Abend wird eine Kerze am neunarmigen Chanukka-Leuchter angezündet und der Leuchter gut sichtbar ins Fenster zur Straße hin oder vor der Haustür aufgestellt. Jeder soll das Leuchten der Lichter sehen können. Auch Jesus kann in diesem Fest entdeckt werden. Er symbolisiert die mittlere Kerze des Leuchters, die »Schammasch« genannt wird, was »Diener« bedeutet; nur mit dieser Kerze dürfen die anderen Kerzen nacheinander angezündet werden.

    Als Jesus zu dem Volk das Gleichnis vom Leuchter erzählte (Matthäus 5,14-16), verstanden die Leute sofort den Zusammenhang. Er, der Messias, kam als Diener, um die Menschen von ihrer Schuld zu erlösen, Licht in ihre Finsternis zu bringen und alle mit dem Licht anzustecken. So sind die, die ihm nachfolgen, ebenfalls Lichter in der Welt, die das Evangelium ins Dunkel der Welt tragen. Alle Menschen sollen es erkennen und davon angesteckt werden. Leider wollen bis heute viele Menschen lieber in der Dunkelheit bleiben.

    Es geht nämlich in einem tieferen Sinn um den Anteil an dem, was Gott uns durch Jesus Christus, seinen Sohn, schenken möchte: ewiges Leben und eine Zukunft im hellen Licht der Gegenwart Gottes. Doch dazu muss man in sein Licht treten, das dann schonungslos aufdeckt, was mit mir nicht in Ordnung ist. Dagegen sträubt man sich zunächst. Wenn man es aber zulässt und Jesus und sein Werk der Erlösung für sich persönlich in Anspruch nimmt, wird man durch den Glauben an ihn von aller Schuld und Unreinheit befreit.

    Daniela Bernhard

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    4 min
  • Weihnachtslieder und ihre Geschichte: O du fröhliche

    Es war dunkel und kalt, als die Hirten in Bethlehem bei ihren Schafen Wache hielten. Ihr Leben war hart, arbeitsreich und sicher oft freudlos. Umso erstaunlicher die Botschaft der Engel, die sie wie aus heiterem Himmel traf: »Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude.« Diese Nachricht bedeutete Licht in der Dunkelheit und Freude in der Traurigkeit. Nicht nur für die Hirten damals, sondern seitdem für unzählige Menschen.

    Einer von ihnen war Johannes Falk (1768–1826). Der begabte Sohn eines frommen Perückenmachers aus Danzig hatte durch ein Stipendium sein Abitur nachholen können und Theologie studiert. Danach wohnte er in Weimar und war mit Goethe befreundet. Da er seinen kindlichen Glauben schon lange verloren hatte, war er nicht Pastor, sondern Schriftsteller. Seine Texte waren voller Spott und beißender Ironie. 1806 erlebte er die Besatzung durch Napoleon und war erschüttert von dem schrecklichen Leid, das über die Bevölkerung kam. Das Jahr 1813 wurde sein Schicksalsjahr: Vier seiner Kinder erkrankten an Typhus und starben, er selbst schwebte wochenlang zwischen Leben und Tod. In dieser dunklen Zeit merkte er, dass Spott und Satire ihm nicht weiterhalfen: Der Gottesleugner erinnerte sich an den Glauben seiner Eltern und fand zu seinem himmlischen Vater zurück.

    Als Johannes Falk wieder genesen war, nahm er 30 Waisenkinder in sein Haus auf. Für sie dichtete er 1816 das bekannte Weihnachtslied: »O du fröhliche«. Bis zu seinem Tod betreute er 500 Kinder, die meisten von ihnen hatte er verwahrlost von der Straße geholt. Sein einfaches, aber doch so tiefes Weihnachtlied bringt die Botschaft dieses Festes auf den Punkt: »Welt ging verloren, Christ ward geboren, freue dich, du Christenheit.«

    Elisabeth Weise

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    5 min
  • Die Entstehung des Weihnachtsfestes

    Kaiser Aurelian, der von 270 bis 275 regierte, war in schweren Zeiten Kaiser geworden. Der Riesenbau des römischen Reiches wies unübersehbare Risse auf, sowohl im Innern als auch im Äußeren. Geldnot war überall erkennbar, denn die notwendigen Heere verschlangen Unsummen. Fast jeder wehrfähige Mann, der Legionär werden wollte, wurde genommen. Nach religiöser Einstellung wurde nicht gefragt. Die Zeiten hatten es mit sich gebracht, dass viele Legionäre Anhänger des Mithraskultes waren, des »Sol invictus«. Auf sie musste der Kaiser Rücksicht nehmen, denn sie bildeten vielfach die Kerntruppe. Als nun die Mithrasleute immer nachdrücklicher einen Feiertag für sich forderten, kam Aurelian diesem Anliegen schließlich nach und weihte in Rom offiziell einen Tempel zu Ehren des Sonnengottes ein. Das dazugehörige Fest sollte jeweils drei Tage nach der Wintersonnenwende gefeiert werden. Das war der 25. Dezember.

    Als in den folgenden Jahrzehnten die christlichen Legionäre immer zahlreicher wurden, kam der spätere Konstantin auch in die Lage, den Forderungen der Christen nach einem Feiertag zu entsprechen. Denen hatte er ja Toleranz zugesichert und konnte sich gegenüber ihren Bitten kaum taub stellen. So hatte er die Idee, die christlichen Legionäre durch Einführung eines Feiertags zufrieden zu stellen, und zwar ebenfalls am 25. Dezember.

    Ob das nun tatsächlich so gewesen ist – für Christen ist es in jedem Falle bis heute ein Gedenktag. Den Mithraskult gibt es heute nicht mehr, wohl aber das Christentum. Doch allein den Kalender zu christianisieren, reicht bei Weitem nicht aus, um Menschen zu Christen zu machen. Das geht nur durch die persönliche Entscheidung, Jesus im Glauben als den Retter und Erlöser anzunehmen.

    Karl-Otto Herhaus

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    5 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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