Leben ist mehr

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Leben ist mehr episodes

  • Küchenbrand am Heiligabend

    Es ist Heiligabend. Die Stimmung ist besinnlich und die Kinder aufgeregt, was der Tag so alles mit sich bringen wird. Erwartungsvoll warten sie auf Oma und Opa, die jederzeit kommen sollen. Doch das schöne Ambiente wird plötzlich von lauten, hektischen Rufen, die vom Nachbarhaus herüberschallen, unterbrochen. Verwundert gehe ich an die Tür, um festzustellen, was los ist. Da sehe ich es schon! Dicker, schwarzer, beißender Rauch steigt über dem Haus unserer Nachbarn auf! Die Rufe werden immer hektischer und schließlich zu Schreien. Denn man versucht verzweifelt, den Küchenbrand zu löschen, der mittlerweile außer Kontrolle geraten ist. Andere Nachbarn kommen herbeigerannt, und wir versuchen gemeinsam, die Bewohner des brennenden Hauses davon abzuhalten, wieder zurück ins Haus zu laufen. Denn als sie merkten, dass man den Brand nicht mehr löschen konnte, fingen sie verzweifelt an, wertvolle Habseligkeiten aus dem Haus zu retten. Doch dafür war es jetzt zu gefährlich geworden, der Rauch zu dicht, die Hitze zu groß. Fassungslos und hilflos stehen wir alle vor dem Haus und können nichts mehr tun.

    Doch da hört man schon die Sirenen der Feuerwehr. Im Nu ist sie vor Ort und keine Viertelstunde später ist der Brand gelöscht. Ohne die schnelle Hilfe der Feuerwehr wäre das ganze Haus in Flammen aufgegangen. Nur sie war noch in der Lage, das Haus zu retten und Gott sei Dank war sie rechtzeitig gekommen. Erleichtert gingen alle wieder nach Hause, denn es war ja Heiligabend.

    Wie leicht fiel es uns jetzt, Weihnachten zu feiern und an UNSEREN Retter zu denken. Denn so wie die Feuerwehr allein das Haus vor der Zerstörung retten konnte, war nur Jesus allein in der Lage, uns vor dem Gericht Gottes zu retten.

    Tony Keller

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    4 min
  • Das Ziel verfehlt

    Zu einer Ankunft, also zu einem Advent ganz unerwünschter Art kommt es am 23. Dezember 1866 vor der Insel Baltrum. Tjark Evers, ein 21-jähriger Insulaner in der Ausbildung auf dem Festland, will zu Weihnachten seine Familie mit einem Besuch überraschen. Frühmorgens steigt er in Westeraccumersiel in ein Ruderboot, das Kurs auf Baltrum nimmt. Dichter Nebel liegt über dem Wattenmeer, die Flut setzt ein. In der festen Überzeugung, das Ziel erreicht zu haben, verabschiedet sich Tjark von den Fährleuten und steigt aus dem Boot, das sich sofort zurück Richtung Festland begibt. Entsetzt stellt er jedoch bald fest, dass ihnen ein schrecklicher Irrtum unterlaufen ist. Was sie für den Rand der Insel hielten, ist in Wirklichkeit eine vorgelagerte Sandbank, von Wasser umgeben, dessen Pegel unerbittlich steigt. In sein Notizbuch schreibt er im Angesicht des unausweichlichen Todes: Liebe Eltern, Gebrüder und Schwestern. Ich stehe hier auf einer Plat und muss ertrinken. Ich bekomme euch nicht wieder zu sehen, und ihr mich nicht. ... Gott vergebe mir meine Sünden und nehme mich zu sich in sein Himmelreich. Amen. In einer Zigarrenkiste eingeschlossen, wird die Nachricht zehn Tage später gefunden.

    Dieses Ereignis ist ein treffendes Bild für unsere Lebensreise. Wer dabei ohne Gott unterwegs ist, mag sich auf dem Weg zum Glück wähnen, wird aber tragischerweise in ein furchtbares Abseits geraten. Es gibt nur einen Steuermann, der uns sicher ans Lebensziel bringen kann, und zu Recht von sich sagt: »Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Zum (himmlischen) Vater kommt man ausschließlich durch mich« (Johannes 14,6). Den brauchen wir, wenn wir an dem Ort ankommen wollen, wo uns keine todbringende Flut erreichen kann.

    Gerrit Alberts

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    4 min
  • Weihnachtslieder und ihre Geschichte: Ihr Kinderlein kommet

    Christoph von Schmid (1768–1854), Pfarrer und Schriftsteller, sah es als seine große Aufgabe an, Kindern die Bibel verständlich zu machen. 1798 verfasste er deshalb ein achtstrophiges Weihnachtsgedicht mit dem Titel »Kinder bei der Krippe«.

    Die Entstehung des Liedes geht vermutlich auf die nachfolgende Begebenheit zurück: Bei einer adventlichen Ausstellung im Augsburger Gildehaus hatten bayrische Schnitzer ihre Werkstücke ausgestellt. Während eines Besuchs der Ausstellung blieb von Schmid bei einer Krippendarstellung stehen. Er griff dann die einzelnen Krippenfiguren nach und nach heraus und erzählte einer inzwischen versammelten Kinderschar in einfachen Worten die Geschichte jeder einzelnen Figur. Noch ganz unter dem Eindruck dieses besonderen Kindergottesdienstes, schrieb von Schmid später zu Hause das Gedicht »Kinder bei der Krippe«. In seinem Gedicht ist von Schmid allerdings nicht bei der Krippe stehen geblieben, sondern bezog das für ihn untrennbar mit der Krippe von Bethlehem verbundene Kreuz von Golgatha mit ein:

    Ihr Kinderlein kommet, o kommet doch all! / Zur Krippe her kommet in Bethlehems Stall. / Und seht, was in dieser hochheiligen Nacht / der Vater im Himmel für Freude uns macht. Da liegt es – das Kindlein – auf Heu und auf Stroh; / Maria und Josef betrachten es froh; / die redlichen Hirten knien betend davor, / hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor. O betet: Du liebes, Du göttliches Kind, / was leidest Du alles für unsere Sünd! / Ach hier in der Krippe schon Armut und Not, / am Kreuze dort gar noch den bitteren Tod. O beugt, wie die Hirten, anbetend die Knie, / erhebet die Hände und danket wie sie! / Stimmt freudig, ihr Kinder, wer wollt sich nicht freun, / stimmt freudig zum Jubel der Engel mit ein!

    Martin von der Mühlen

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    4 min
  • »Das Glück deines Lebens ...

    ... hängt ab von der Beschaffenheit deiner Gedanken.« Dieses Zitat stammt vom römischen Kaiser Marc Aurel (161–180 n. Chr.). Es könnte heutzutage nicht zutreffender sein. Bei all der Informationsflut, der wir dauernd ausgesetzt sind, hat diese einen großen Einfluss auf unser Denken und Handeln. Die Nachrichten, die auf uns einprasseln, sind ja meist negativ und alarmierend, denn nur so kann die Aufmerksamkeit der Zuschauer gewonnen werden. Oft starten wir mit solch schlechten Nachrichten in den Morgen – und diese beeinflussen dann den ganzen Tag unser Denken.

    Was kann man diesem zumeist negativen Einfluss entgegensetzen? Was bringt Ordnung in unsere Gedanken und lenkt diese auf klare, gute Ziele, die unser Handeln bestimmen? Können wir dies allein leisten, durch Rückbezug auf uns selbst oder gar durch »positives Denken«? Der Tagesvers macht deutlich, dass wir gut beraten sind, die Art und Weise unserer Gedanken nicht durch menschliche Einflüsse leiten zu lassen, sondern durch Gott. Nicht die Denkmaßstäbe unserer Umwelt, die zunehmend konturlos und vernebelt sind, sondern Gottes Maßstäbe sollen unser Denken erneuern und umgestalten. Denn Gottes Gedanken sind höher als unsere (vgl. Jesaja 55,8), sie sind den unseren also überlegen. Zudem hat Gott über uns »Gedanken des Friedens« (Jeremia 29,11).

    Wenn wir anfangen, Gottes gute Nachricht (Evangelium) an die Stelle der vielen schlechten zu setzen und seinen Denkbahnen nachspüren, versetzt Gott uns in die Lage zu prüfen, was für unser Leben wirklich zielführend ist. Seine Gedanken hat Gott in der Bibel verlässlich dokumentiert. Wenn wir unser Denken von Gott bestimmen lassen wollen, führt kein Weg an der Bibel vorbei.

    Martin Grunder

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    4 min
  • Neues Leben – wunderbar!

    Seite an Seite sitzen wir auf Gymnastikmatten am Boden und schauen neugierig nach vorne zu unserer Kursleiterin. Was uns eint: zehn kugelrunde Bäuche und die freudige Erwartung auf unser erstes Kind. Die Hebamme erklärt uns gerade anhand eines anatomischen Modells, welchen Weg unsere Babys bei der Geburt durch das Becken nehmen werden: »Einige Wochen vor der Geburt bringen sich fast alle Babys in der Gebärmutter von alleine in die richtige Position – nämlich mit dem Kopf nach unten.« Anschließend erklärt sie uns, wie das Baby während der Geburt noch weitere Drehungen vollbringt, um sich seinen Weg durch das Becken zu bahnen.

    »Der Kopf eurer Kinder ist dabei optimal an die Bedingungen der Geburt angepasst. Die Schädelknochen sind noch weich und formbar und schieben sich übereinander, damit der Kopf durch den Geburtskanal passt.« Die Frau neben mir auf der Matte staunt nicht schlecht: »Wow, das ist ja wirklich faszinierend, wie das alles so funktioniert und zusammenspielt!« Die anderen Frauen nicken und geben ihr recht. »Ein Wunder der Natur«, sagt eine andere.

    Wenige Wochen später ist es soweit: Unsere Tochter erblickt das Licht der Welt. Ihre Geburt ist eines der überwältigendsten Erlebnisse meines Lebens. Ein Wunder, ja tatsächlich! Es ist jedoch mehr als nur ein Zufall oder »Mutter Natur«, die dahinterstecken. Es ist ein Wunder Gottes. Denn Gott ist der geniale Schöpfer, der sich das alles ausgedacht und erschaffen hat. Er ist es, der dafür sorgt, dass aus einer Eizelle und einem Samen neues Leben entsteht. Und er ist es, der diesen wundersamen und einzigartigen Prozess der Schwangerschaft und Geburt geschaffen hat, in dem jedes noch so kleine Detail perfekt gemacht ist.

    Sina Marie Driesner

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    4 min
  • Das Licht in der Finsternis

    Die deutsche Weihnachtsbeleuchtung im Dezember verbraucht mehr Energie als eine übliche Großstadt innerhalb eines Jahres. Lichterketten, Leuchtsterne, Kerzen und Adventskränze dürfen seit jeher in keinem Haushalt fehlen. Ist es nicht auch herrlich anzuschauen, wie in der dunklen Jahreszeit Straßen, Fenster und Vorgärten herrlich funkeln und leuchten? Obwohl es kalt und dunkel ist, wirken die Lichter wohltuend warm und hell.

    Dass an Weihnachten Lichter leuchten, hat eine tiefere Symbolik. Jesus selbst spracht davon, dass er das »Licht der Welt« ist und durch seine Menschwerdung in die Finsternis von uns Menschen herabgestiegen ist (Matthäus 4,16). Jesus als das Licht der Welt möchte in unsere Dunkelheit leuchten. Weil wir ohne Licht nicht sehen können, möchte er uns Orientierung und Weitblick geben. Wer Jesus kennt, erhält Antworten auf seine Fragen, Hoffnung und guten Rat.

    Neben der Helligkeit soll Licht aber oftmals auch wärmen. Und so gilt auch bei Jesus, dass wir in seiner Gegenwart Geborgenheit, Zuflucht und Wärme finden. Man darf bei Jesus zur Ruhe kommen und Frieden erleben.

    Doch das Licht Jesu hat noch eine wesentliche weitere Funktion. In Johannes 1,9 heißt es: »Das war das wahrhaftige Licht, das, in die Welt kommend, jeden Menschen erleuchtet.« Gottes Licht will uns erleuchten bzw. durchleuchten. Seine Heiligkeit deckt verborgene Dinge auf und bringt diese »ans Licht«. Jeder von uns hat im Laufe seines Lebens jede Menge Schuld angehäuft, die uns belastet und aufs Gewissen drückt. Wir sind zwar unheimlich gut darin, dies zu kaschieren, doch wirkt nichts befreiender, als den ganzen Schutt und Unmut des Lebens vor Jesus zu bekennen und von ihm vergeben zu bekommen.

    Alexander Strunk

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    4 min
  • Ein Zuhause für den Fremden

    Der World Migration Report der IOM (International Organisation of Migration) gibt an, dass im Jahr 2019 ungefähr 272 Millionen Menschen als Migranten lebten. Die meisten von ihnen zogen in ein anderes Land, um dort Verdienstmöglichkeiten zu nutzen, dutzende Millionen jedoch als Flüchtlinge. Für uns in den deutschsprachigen Ländern ist es vermutlich recht schwer vorstellbar, als »Fremde« zu leben, obwohl viele unserer Mitmenschen Migranten sind.

    Die Bibel enthält einige Geschichten von Menschen, die als »Fremde« leben mussten und in dieser Zeit Gott als besonders »nahe« erlebten. Der bekannte Abraham beispielsweise musste mit seiner Sippe in ein fremdes Land ziehen und dort öfter seinen Wohnort wechseln. Sie lebten unter Menschen, die sie zwar duldeten, aber wirklich wie zu Hause fühlten sie sich (noch) nicht. Die Sehnsucht von Abraham muss groß gewesen sein, in einer wirklichen Heimat leben zu dürfen.

    Im Neuen Testament wird von einem anderen »Fremdling« berichtet, der ein paar tausend Jahre später lebte: »Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.« Stellen Sie sich vor, jemand kommt in sein eigenes Land, doch er wird dort nicht willkommen geheißen, sondern von den meisten wie ein Fremder behandelt! Doch einige respektierten ihn dennoch und hörten seinen Reden zu. Dieser Fremdling, Jesus, lud die Menschen zu einem Reich ein, das nicht von dieser Welt ist und ihm gehört. Ein Reich, in dem man nicht mehr fremd ist, sondern ein Zuhause findet, für immer.

    Jesus nahm in Kauf, als Fremdling auf der Erde zu leben, um Menschen diese unglaubliche Einladung zu einer ewigen Heimat persönlich zu überbringen. Durch den Glauben an ihn kann man dort einen Platz und für immer ein Zuhause haben.

    Andreas Wanzenried

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    5 min
  • Störrische Esel?

    Esel sind z. B. im gebirgigen Hochland Äthiopiens besonders wichtige Lasttiere für den Transport von Gütern aller Art, wie auch in vielen anderen Ländern der sogenannten Dritten Welt. Und das Überraschende dabei ist: Ich persönlich habe noch keine störrischen Esel bei ihrer Arbeit erlebt. Im Gegenteil, sie trotten friedlich ihres Weges und kommen sicher ans Ziel. Warum denn benimmt sich ausgerechnet der Esel des alttestamentlichen Propheten Bileam so sprichwörtlich störrisch und will auf keinen Fall weitergehen? Ganz einfach, der Esel sieht einen Engel, der ihnen den Weg versperrt, während sein Reiter Bileam, auf falschem Kurs, diesen mit seinen, zwar offenen, aber verblendeten Augen nicht sehen kann (vgl. 4. Mose 22,21-35). Geht es uns nicht gelegentlich auch so, dass wir mehr oder weniger bewusst auf einem falschen Weg im Leben unterwegs sind, obwohl uns unser Gewissen anders berät? Wir sind verblendet und wollen nicht sehen, weil uns »unser Weg« besser erscheint.

    Gott möchte uns vor Unheil bewahren und uns auf den richtigen Weg zurückbringen. Doch je nachdem, wie oft wir nicht auf unser Gewissen (Gottes Stimme) hören, umso abgestumpfter wird dieses Gewissen und umso leiser seine Stimme. Lassen wir es nicht so weit kommen, sonst werden wir im wahrsten Sinne des Wortes »gewissenlos« handeln. Hartherzigkeit, Lieblosigkeit und schlussendlich Einsamkeit sind die Folgen.

    Wie können wir diesem Teufelskreis entrinnen? Wie können wir unser inneres Ohr wieder für Gottes Wort hellhörig machen und uns dadurch wieder auf den richtigen Weg bringen lassen? Indem wir uns Jesus Christus zuwenden und ernst nehmen, was er uns sagt. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Wer auf ihn hört, ist auf dem richtigen Weg und wird am richtigen Ziel ankommen.

    Martin Grunder

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    6 min
  • Wem kann man heute noch trauen?

    Diese Frage könnte sich auch Theo Lehmann stellen. Von 1964 bis 1976 war er als Pfarrer in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) tätig. Tausende von jungen Menschen kamen, um ihn zu hören. Lehmann gilt deshalb auch als »Vater der Jugendgottesdienste«. Er war sich bewusst, dass zwei totalitäre Ansprüche aufeinanderprallen: Die Ideologie des Kommunismus wollte den Menschen ganz. Und Lehmann sagte in seinen Predigten zu den Jugendlichen: Gott will dich ganz! Der Pfarrer stellte sich mutig auf Gottes Seite, obwohl die Stasi Spitzel in die Gottesdienste schickte.

    Als Lehmann später seine Akten einsah, stellte er fest, dass jede seiner Predigten aufgenommen und sogar katalogisiert wurde. Bis hinein in sein engstes berufliches Umfeld wurden Spione eingeschleust: Pfarrer, Kantoren, Diakone. Sogar in den Konfirmandenunterricht für Erwachsene wurden Leute entsandt, die vorgeben sollten, sich konfirmieren zu lassen, nur um Lehmann auszuhorchen. Doch die Spitze war, dass die Stasi in das Privatleben des Pfarrers Zugang fand: Er wurde bespitzelt von einem seiner engsten Freunde!

    Auch Jesus musste aus dem engsten Kreis seiner Nachfolger einen Verräter erdulden, der aktiv an seiner Gefangennahme zur anschließenden Verurteilung und dem Tod am Kreuz mitwirkte. Das wurde bereits rund 1000 Jahre vorher von David in den Psalmen angekündigt. Es steht buchstäblich und sinnbildlich für die Ablehnung und Verachtung, die man dem Sohn Gottes entgegenbrachte. Er passte nicht in diese Welt, die von Intrigen, Machtgier und Gewalt geprägt ist. Der Anspruch Gottes auf Herrschaft wurde niemals deutlicher zurückgewiesen. Und doch setzte er sich bis heute auf wunderbare Weise durch Tod und Auferstehung Jesu im Leben so vieler Menschen durch.

    Martin Reitz

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    5 min
  • Weihnachtslieder und ihre Geschichte: Vom Himmel hoch

    Weihnachten ist das Fest der Familie, so sagt man. Und tatsächlich verbringen die meisten Menschen die Feiertage am liebsten zusammen mit ihren Großeltern, Kindern und Enkelkindern. Man genießt das Zusammensein, das gute Essen und die liebevoll ausgesuchten Geschenke. Aber obwohl der festliche Rahmen stimmt, stellt sich die ersehnte Weihnachtsfreude nicht immer ein. Warum?

    Auch Martin Luther war es wichtig, für seine Familie ein schönes Weihnachtsfest zu gestalten. Aber noch wichtiger war ihm, seinen Kindern die Botschaft dieses Fests deutlich zu machen. Der Reformator dachte sich, dass das am besten durch ein Lied mit verteilten Rollen ginge. Und so dichtete er »Vom Himmel hoch, da komm ich her« auf die Melodie eines bekannten Spielmannsliedes. Ich kann mir gut vorstellen, wie Luthers fünf Kinder am Weihnachtstag dieses Lied gesungen haben! Und dass die Familie eine schöne Zeit hatte, auch wenn alles viel schlichter zuging als bei uns heute. Die Worte »Freude«, »fröhlich sein«, »singen und springen« kommen im Text jedenfalls häufig vor. Der eigentliche Grund zur Freude an Weihnachten liegt ja auch nicht in den Äußerlichkeiten, sondern in der Botschaft der Engel: »Ich verkündige euch große Freude, euch ist heute ein Retter geboren.« Wer versteht, dass er einen Retter braucht, und dass Jesus dieser Retter geworden ist, der kann die Freude empfinden, die in »Vom Himmel hoch« mitschwingt.

    Das Lied gefiel nicht nur Luthers Kindern und verbreitete sich schnell. Luther komponierte noch eine eigene Melodie dafür, unter der es seinen Weg in Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium fand. Bis heute verkündet damit dieses Lied fröhlich den wahren, einzigen Grund der Weihnachtsfreude.

    Elisabeth Weise

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    4 min

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»LEBEN IST MEHR« ist ein Lesebuch, das Impulse und Gedankenanstöße gibt. Es lädt ein zum Nachdenken – über Gott und die Welt, das Woher, Wohin und Wozu – und nicht zuletzt über uns selbst, und das…

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