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Weihnachten ist das Fest der Traditionen. Aber was ist, wenn die Weihnachtsrituale nicht mehr zum eigenen Leben passen? Weihnachten ist auch die Zeit, Traditionen zu überprüfen und neue Rituale zu finden, mal freiwillig, mal aus Notwendigkeit. Eine Suche nach der eigenen Weihnachtstradition.
Antonio Messina aus Enna in Sizilien war sechzehn Jahre alt, als ein Kirchenmann anfing, ihn zu missbrauchen. Jahre später hat Messina Anzeige erstattet, nachdem er vergeblich versucht hatte, innerkirchlich Gehör zu bekommen. Doch seit seiner Anzeige wird er angefeindet, eine Journalistin, die über das Thema berichtet hat, bedroht. Und Italien schafft es immer noch nicht, den Missbrauch in katholischen Gemeinden aufzuarbeiten.
Wie die Kinder in der DDR-Behindertenhilfe aufwuchsen, blieb lange unter Verschluss. Bei aller Fürsorge – auch in kirchlichen Heimen gab es Leid und Unrecht. Auch im uckermärkischen Dorf Haßleben erlebten die Kinder Schläge und Demütigungen. Nach Jahrzehnten beginnt nun die Aufarbeitung. Heute wird in einigen diakonischen Einrichtungen der Behindertenhilfe kritisch auf die eigene Arbeit zurückgeschaut.
Das allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasst auch das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilte das Bundesverfassungsgericht 2020. Seitdem ist Sterbehilfe auch in Deutschland erlaubt. Allerdings hat das Urteil neue Fragen aufgeworfen: Wer legt fest, wann ein Suizidwunsch eine freie Entscheidung ist und wann ein Ausdruck von Verzweiflung? Wie lässt sich verhindern, dass Alte und Kranke in den assistierten Suizid gedrängt werden? Ein neues Gesetz zur Regelung der Sterbehilfe lässt auf sich warten.
(Wiederholung vom 24. November 2024)
"Ich tue es für Euch" betonte Margot Friedländer immer wieder. Am 5. November 1921 in Berlin geboren, setzte sich die Holocaust-Überlebende dafür ein, die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis wachzuhalten. Die traumatischen Erlebnisse haben die Jüdin noch als über Hundertjährige verfolgt. Besonders junge Menschen wollte Margot Friedländer zu Zivilcourage und gegenseitigem Respekt ermutigen, damit so etwas nie wieder geschieht.
Kirchen, Moscheen und Synagogen sind bis heute Symbolorte des Glaubens und zivilgesellschaftlichen Zusammenhalts. Angesichts von Mitgliederschwund bei den Volkskirchen und religiöser Pluralisierung bietet das Teilen von Sakralräumen neue Perspektiven. Welche Chancen ergeben sich, wenn Glaubensgemeinschaften sich anderen Gläubigen aber auch der Stadtgesellschaft öffnen?
Wenn die Polizistin Deborah Buschendorf tanzt, vergisst sie alles. Zweimal die Woche streifen sie und andere Polizistinnen die Uniformen ab und tauchen ein in Klang und Farbe. Die Künstlerin Susanne Müller-Kölmel schöpft dagegen Kraft beim Malen. Malend oder tanzend entsteht neue Kraft und Resilienz in Beruf und Alltag.
Eine der ersten Gruppen, die während der NS-Diktatur verfolgt wurden, waren die Zeugen Jehovas. Sie verweigerten den Wehrdienst und den Hitlergruß und nahmen nicht an NS-Veranstaltungen teil. Anfang 1933 wurden sie verboten. Zeugen Jehovas wurden verhaftet, deportiert, ermordet. Doch erst 2023 hat der Bundestag beschlossen, eine Gedenkskulptur für diese vergessene Opfergruppe zu errichten.
Ob individuell wie die Tasse Tee am Morgen oder religiös vorgegeben: Rituale sorgen für Struktur und Orientierung, schaffen Zusammengehörigkeit und helfen Krisen zu bewältigen. Rituale gehören seit jeher zum religiösen Leben, in der Spiritualität und im Alltag.
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