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„Manchmal kommt es dicke!“ Das ist die Reaktion ihrer besten Freundin. Renate, auch Reni genannt, schaut auf ihr Smartphone. „So ist es“, tippt sie ein und legt das Handy zur Seite.
Das Leben hat Reni ganz schön erwischt. Gleich mehrere Hiobsbotschaften haben sie erreicht. Nun muss sie damit klarkommen. Der tödliche Verkehrsunfall ihres Partners, die nicht bestandene Abi-Prüfung des Sohnes und jetzt auch noch ihre eigene Gürtelrose: Renate reicht es. Die Nächte sind unruhig. Die Kraft am Tag fehlt. Wie soll sie damit klarkommen? Wie soll es weitergehen?
An sich ist die Bibel ihr treuer Begleiter. Der Gottesdienst ist ihre Wohlfühloase. Nur zurzeit scheint dies nicht zu funktionieren. Das Wohlgefühl bleibt aus. Sie steht am Rand ihres persönlichen Abgrunds. Vielleicht aus Verzweiflung oder aus der Gewohnheit heraus nimmt sie ihre Bibel zur Hand:
„Leidensgemeinschaft mit Christus“, so lautet die Überschrift des heutigen Textes im 2. Korintherbrief, Kapitel 4, ab Vers 7. Diese Worte wecken ihre Aufmerksamkeit: „Ob ich auch zur Leidensgemeinschaft gehöre? Ich kann mich ja nicht mit Paulus vergleichen. Dieser treue Gottesmann ist viel Schwierigerem ausgesetzt gewesen mit Verfolgung und so.“
Dennoch lässt sich Reni auf den ersten Satz ein. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.“
Ihr Blick fällt auf den vorherigen Vers, auf Vers 6 im 4. Kapitel: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“
Gott gibt einen Schatz in die irdischen Gefäße seiner Leute. „Ob das auch für mich gilt?“ Da erreicht diese Botschaft Renates Herz. Ein ganz klein wenig, ganz zart lässt sie sich auf diesen Gedanken ein. Sicher, immer wieder schaut sie auf das Sichtbare. Sie bekommt ihre Augen nur schwer davon los. Die Berge, die Sorgenberge wachsen in überdimensionale Höhen. Ihre Kraft wird kleiner und kleiner.
Doch das Unsichtbare, das Unvergängliche, dieser Lichtschein in ihrem Herzen stärkt ihre innere Kraft. Renis äußere Kraft ist verbraucht. Doch dieses Fünkchen an Hoffnung auf die Kraft Gottes ist ihr Rettungsanker.
Gottes Wort ist die persönliche Botschaft an Renate. Sie ist bedrängt. Aber sie ängstigt sich nicht mehr so sehr.
Nun trifft jeder der folgenden Sätze in Renis Situation. Das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi vertiefen sich in ihr. Eine regelrechte Wandlung geschieht. Ihr innerer Abgrund verwandelt sich in Gottvertrauen.
Denn Paulus selbst verbindet, wie kaum ein anderer Autor der Bibel, in diesem Abschnitt die menschlichen Abgründe mit tiefem Gottvertrauen[1].
Wenn ich mein Leben anschaue, kann ich Renate gut verstehen. Meine Herausforderungen und Nöte sind anderer Art. Doch was sie mit mir machen, ist genauso. Meine Kraft schmilzt unter Belastung ebenso in Sekundenschnelle dahin. Das Leben versucht mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Manchmal kommt es dicke. Diesen Satz kann ich durchaus unterstreichen.
Und dann die Kurve zu bekommen, auf Gott zu vertrauen, das ist richtig schwer. Ja, den Blick zu wenden, vor der Herausforderung stehe ich nur zu oft. Immer wieder schaue ich in meinen persönlichen Abgrund. Gucke ich hinunter oder lasse ich Gottes Wort in mein Herz sprechen? Gebe ich ihm Raum? Ja, das ist eine hohe Kunst.
Paulus und seine Begleiter halten die Leiden aus, die in dem Text beschrieben werden. Damit die Gnade Gottes wachse und die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes.
Paulus und seine Leute haben einen Auftrag. Sie haben ein Ziel. Das Reich Gottes soll durch sie weiter gebaut werden. Sie verkünden die Gnade Gottes. Die Nachricht von dem Erlösungswerk Jesu Christi steht über allem. Der Dank und die Verehrung Gottes darf nicht aufhören. Das ist in ihnen klar. Dafür setzen sie sich ein.
Mit einem Ziel vor Augen lassen sich Schwierigkeiten wesentlich besser aushalten. Zur Ehre Gottes zu leben, ändert den Blickwinkel. Ihm zu danken, bringt neue Lebensqualität. Von Jesus Zeugnis abzulegen, erfüllt das Leben besonders und einzigartig.
Renate erlebt die Gnade Gottes in einer für sie spektakulären Art und Weise. Trotz ihrer schwierigen Lage ist sie nicht mehr verzweifelt. Sie geht wieder in den Gottesdienst. Aber ihr Wohlgefühl steht nicht mehr im Mittelpunkt. Gott zu danken, ihm die Ehre zu geben, hat jetzt höhere Priorität.
Renate entdeckt in ihrer Gottesbeziehung neue Wege. Und sie erlebt den tiefen Frieden Gottes. Dieser Frieden hat eine andere Dimension und erfüllt sie mehr als jedes vorher gekannte Gefühl.
Wie geht es mir in meinem Glauben und in meiner Beziehung zu Jesus Christus? Der Boden unter meinen Füßen schwankt. Der Abgrund nähert sich. Wo stehe ich? Mit Paulus und seinen Freunden kann ich lange nicht mithalten. Sie machen auf mich einen sehr gefestigten Eindruck. Ihre Botschaft und ihr Leben ist klar und eindeutig. Und Renate ist mir ebenso ein lebendiges Vorbild.
In der Stille vertraue ich Gott mein Leben ganz neu an. Ich bringe ihm alles, wirklich alles. Was in meinem Leben nicht so gut läuft, sage ich ihm. Ich räume auf. Ich nehme die Hilfe einer Seelsorgerin in Anspruch.
Meine Ausrichtungen sortiere ich neu. Und ich erstelle einen Plan. Das Bibellesen bekommt einen festen Platz in meinem Alltag. Es erlebt ungeahnten Tiefgang. Der Gottesdienst darf nun nicht mehr fehlen. Aber das Allerwichtigste ist der innere Draht zu meinem Gott und Herrn.
Diese Verbindung hält und trägt mich.
[1] Evangelische Predigergemeinde Erfurt, Pfarrer Bendix Bahlke, Pred.zu 2. Korinther 4, ab V.7, gesichtet 25.07.2024
Autor: Hanne Horch
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By ERF - Der Sinnsender5
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„Manchmal kommt es dicke!“ Das ist die Reaktion ihrer besten Freundin. Renate, auch Reni genannt, schaut auf ihr Smartphone. „So ist es“, tippt sie ein und legt das Handy zur Seite.
Das Leben hat Reni ganz schön erwischt. Gleich mehrere Hiobsbotschaften haben sie erreicht. Nun muss sie damit klarkommen. Der tödliche Verkehrsunfall ihres Partners, die nicht bestandene Abi-Prüfung des Sohnes und jetzt auch noch ihre eigene Gürtelrose: Renate reicht es. Die Nächte sind unruhig. Die Kraft am Tag fehlt. Wie soll sie damit klarkommen? Wie soll es weitergehen?
An sich ist die Bibel ihr treuer Begleiter. Der Gottesdienst ist ihre Wohlfühloase. Nur zurzeit scheint dies nicht zu funktionieren. Das Wohlgefühl bleibt aus. Sie steht am Rand ihres persönlichen Abgrunds. Vielleicht aus Verzweiflung oder aus der Gewohnheit heraus nimmt sie ihre Bibel zur Hand:
„Leidensgemeinschaft mit Christus“, so lautet die Überschrift des heutigen Textes im 2. Korintherbrief, Kapitel 4, ab Vers 7. Diese Worte wecken ihre Aufmerksamkeit: „Ob ich auch zur Leidensgemeinschaft gehöre? Ich kann mich ja nicht mit Paulus vergleichen. Dieser treue Gottesmann ist viel Schwierigerem ausgesetzt gewesen mit Verfolgung und so.“
Dennoch lässt sich Reni auf den ersten Satz ein. „Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns.“
Ihr Blick fällt auf den vorherigen Vers, auf Vers 6 im 4. Kapitel: „Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsere Herzen gegeben, dass durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“
Gott gibt einen Schatz in die irdischen Gefäße seiner Leute. „Ob das auch für mich gilt?“ Da erreicht diese Botschaft Renates Herz. Ein ganz klein wenig, ganz zart lässt sie sich auf diesen Gedanken ein. Sicher, immer wieder schaut sie auf das Sichtbare. Sie bekommt ihre Augen nur schwer davon los. Die Berge, die Sorgenberge wachsen in überdimensionale Höhen. Ihre Kraft wird kleiner und kleiner.
Doch das Unsichtbare, das Unvergängliche, dieser Lichtschein in ihrem Herzen stärkt ihre innere Kraft. Renis äußere Kraft ist verbraucht. Doch dieses Fünkchen an Hoffnung auf die Kraft Gottes ist ihr Rettungsanker.
Gottes Wort ist die persönliche Botschaft an Renate. Sie ist bedrängt. Aber sie ängstigt sich nicht mehr so sehr.
Nun trifft jeder der folgenden Sätze in Renis Situation. Das Leben, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi vertiefen sich in ihr. Eine regelrechte Wandlung geschieht. Ihr innerer Abgrund verwandelt sich in Gottvertrauen.
Denn Paulus selbst verbindet, wie kaum ein anderer Autor der Bibel, in diesem Abschnitt die menschlichen Abgründe mit tiefem Gottvertrauen[1].
Wenn ich mein Leben anschaue, kann ich Renate gut verstehen. Meine Herausforderungen und Nöte sind anderer Art. Doch was sie mit mir machen, ist genauso. Meine Kraft schmilzt unter Belastung ebenso in Sekundenschnelle dahin. Das Leben versucht mir den Boden unter den Füßen wegzuziehen. Manchmal kommt es dicke. Diesen Satz kann ich durchaus unterstreichen.
Und dann die Kurve zu bekommen, auf Gott zu vertrauen, das ist richtig schwer. Ja, den Blick zu wenden, vor der Herausforderung stehe ich nur zu oft. Immer wieder schaue ich in meinen persönlichen Abgrund. Gucke ich hinunter oder lasse ich Gottes Wort in mein Herz sprechen? Gebe ich ihm Raum? Ja, das ist eine hohe Kunst.
Paulus und seine Begleiter halten die Leiden aus, die in dem Text beschrieben werden. Damit die Gnade Gottes wachse und die Danksagung noch reicher werde zur Ehre Gottes.
Paulus und seine Leute haben einen Auftrag. Sie haben ein Ziel. Das Reich Gottes soll durch sie weiter gebaut werden. Sie verkünden die Gnade Gottes. Die Nachricht von dem Erlösungswerk Jesu Christi steht über allem. Der Dank und die Verehrung Gottes darf nicht aufhören. Das ist in ihnen klar. Dafür setzen sie sich ein.
Mit einem Ziel vor Augen lassen sich Schwierigkeiten wesentlich besser aushalten. Zur Ehre Gottes zu leben, ändert den Blickwinkel. Ihm zu danken, bringt neue Lebensqualität. Von Jesus Zeugnis abzulegen, erfüllt das Leben besonders und einzigartig.
Renate erlebt die Gnade Gottes in einer für sie spektakulären Art und Weise. Trotz ihrer schwierigen Lage ist sie nicht mehr verzweifelt. Sie geht wieder in den Gottesdienst. Aber ihr Wohlgefühl steht nicht mehr im Mittelpunkt. Gott zu danken, ihm die Ehre zu geben, hat jetzt höhere Priorität.
Renate entdeckt in ihrer Gottesbeziehung neue Wege. Und sie erlebt den tiefen Frieden Gottes. Dieser Frieden hat eine andere Dimension und erfüllt sie mehr als jedes vorher gekannte Gefühl.
Wie geht es mir in meinem Glauben und in meiner Beziehung zu Jesus Christus? Der Boden unter meinen Füßen schwankt. Der Abgrund nähert sich. Wo stehe ich? Mit Paulus und seinen Freunden kann ich lange nicht mithalten. Sie machen auf mich einen sehr gefestigten Eindruck. Ihre Botschaft und ihr Leben ist klar und eindeutig. Und Renate ist mir ebenso ein lebendiges Vorbild.
In der Stille vertraue ich Gott mein Leben ganz neu an. Ich bringe ihm alles, wirklich alles. Was in meinem Leben nicht so gut läuft, sage ich ihm. Ich räume auf. Ich nehme die Hilfe einer Seelsorgerin in Anspruch.
Meine Ausrichtungen sortiere ich neu. Und ich erstelle einen Plan. Das Bibellesen bekommt einen festen Platz in meinem Alltag. Es erlebt ungeahnten Tiefgang. Der Gottesdienst darf nun nicht mehr fehlen. Aber das Allerwichtigste ist der innere Draht zu meinem Gott und Herrn.
Diese Verbindung hält und trägt mich.
[1] Evangelische Predigergemeinde Erfurt, Pfarrer Bendix Bahlke, Pred.zu 2. Korinther 4, ab V.7, gesichtet 25.07.2024
Autor: Hanne Horch
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