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Es gibt Momente, in denen scheint es nur zwei schlechte Optionen zu geben. Manchmal wird das auch Dilemma genannt. Bei politischen Wahlen beispielsweise höre ich in meinem Umfeld in letzter Zeit immer häufiger den Satz „Ich wähle das geringere Übel“. Und auch ich selbst habe schon nach diesem Motto abgestimmt. Nicht „das Beste", sondern „das geringere Übel“ wählen zu müssen, ist für mich persönlich nicht optimal. Das empfinde ich eher als Schadensbegrenzung.
So ähnlich muss es Zedekia gegangen sein, als er Jeremia befragte. Zunächst tat er das nicht öffentlich, sondern heimlich. Niemand durfte erfahren, dass er mit diesem unbeliebten Propheten sprach. Die Nachrichten, die Jeremia hatte, waren auch alles andere als angenehm. Gott hatte ihm Botschaften gegeben, mit denen er den Finger in die Wunde des Volkes legte. Sie hatten sich bereits lange von Gott abgewandt. Stattdessen ging das Volk seinen eigenen Gedanken und Wegen nach. Jeremia hatte in diesem Zusammenhang immer wieder davor gewarnt, dass dieser Weg dazu führen würde, dass sie am Ende ins Exil müssten. Er warnte vor einer Eroberung durch die Babylonier und die damit einhergehenden Folgen.
Als Zedekia Jeremia heimlich zu sich holte, sah es bereits nach einer Zukunft in den Händen der Babylonier aus, sie werden im Text auch als Chaldäer bezeichnet. Viel Raum für Entscheidungen blieb also nicht mehr. Die Krise ließ sich nicht mehr vollständig abwenden. Die Babylonier standen vor der Tür. Die Frage war nur: Wie würde Zedekia mit der drohenden Eroberung umgehen?
In dem heimlichen Gespräch schärfte Zedekia Jeremia ein: „Sag mir die Wahrheit. Ich möchte die Botschaft Gottes hören.“ Der Prophet rechnete nicht mit einem ehrlichen Interesse, sondern hielt die Einladung Zedekias für einen Vorwand, um ihn endlich loswerden zu können. Er glaubte, der König wolle nicht auf ihn hören, ihn eventuell sogar töten. Doch Zedekia gab ihm das Versprechen, dass er ihn nicht töten werde.
Es kam, wie es kommen musste: Der Prophet erzählte dem König, wie er handeln sollte und welche Folgen dieses Handeln haben würde. Jeremia sagte Zedekia, er solle sich den Babyloniern stellen. Damit könnte er Jerusalem und sein eigenes Leben retten. Gleichzeitig zeigte er ihm aber auf, welche Folgen es hätte, wenn er Gottes Rat nicht Folge leisten würde. In die Hand der Babylonier kam er damit auch. Jedoch würden statt eines vollständigen Jerusalems verbrannte Trümmer zurückbleiben und viele Menschen aus dem Volk verschleppt werden.
Der König konnte wählen zwischen einer aus seiner Sicht schlechten und einer noch schlechteren Möglichkeit. Und was machte er mit diesen Informationen? Nichts! Er hörte sie sich an und regierte fröhlich weiter. Der Handlungsempfehlung Gottes folgte er nicht. Stattdessen empfahl er Jeremia nur, die Botschaft Gottes nicht weiterzuerzählen, damit er nicht ums Leben komme.
Mich macht diese Episode aus der Bibel betroffen, denn nur ein paar Verse weiter lese ich von der Eroberung Judas und der Zerstörung Jerusalems. Warum ließ sich Zedekia nicht auf Gottes Worte ein? Warum blieb er stur? Weil es nur eine Wahl war zwischen schlecht und noch schlechter? Weil er an seinem Thron klebte und seine Macht nicht verlieren wollte?
Es ist wie so oft: Der Mensch denkt, er wisse besser, was er zu tun habe. So erlebe ich es durchaus auch in meinem Leben. Ich lese in der Bibel, was Gott von mir möchte, und tue es dann oft doch nicht. Und dabei weiß ich aus früheren Erfahrungen, dass Gottes Wege die besseren Wege sind. Für mich enthält die Episode rund um Zedekia und Jeremia mehrere Aspekte, die ich in meinem Leben umsetzen möchte.
Als erstes sehe ich, dass ich verschiedene Möglichkeiten habe, mit Gottes Wort umzugehen. Ich kann mich rein aus Interesse damit beschäftigen. Dann bleibt allerdings mein Leben unberührt und ohne Perspektive. Oder ich kann, wie es Jeremia hier dem König empfiehlt, auf Gottes Wort hören und danach leben. Zedekia hätte damit sich selbst, seinem Volk und auch dem Land Juda einen langen, leidvollen Weg ersparen können. Und auch ich kann mir selbst viel Leid und Ärger ersparen, wenn ich auf Gottes Wort höre. So gelingt mir zum Beispiel ein gutes Zusammenleben mit meinen Mitmenschen, wenn ich meinen Nächsten liebe, wie Jesus es befiehlt. Und gleichzeitig darf ich mich auf die Versprechen der Bibel verlassen – zum Beispiel, dass Gott meine Gebete erhört.
Ein zweiter Aspekt des Textes ist für mich, dass Gottes Wege manchmal sehr herausfordernd sein können. Zedekia sollte sich in unserem Text beispielsweise dem Belagerer ergeben. Ich bin ehrlich: Mit so einer Lösung hätte ich auch sehr stark zu kämpfen gehabt. In meinem Leben finde ich aber auch die ein oder andere Richtung, die Gott mich geführt hat, mit der ich zunächst zu kämpfen hatte. Ich wollte beispielsweise nie Pastor werden und vorher Theologie studieren. Ich erlebte aber: Gottes Wege sind die besten Wege. Heute betrachte ich meine Arbeit beispielsweise als besten Job der Welt. Auch das Theologiestudium ist für mich rückblickend ein echter Gewinn gewesen. Oft erkennen wir das Gute in Gottes Wegen erst hinterher. Zedekia wurde es zwar schon vorher gezeigt, aber er entschied sich bewusst dagegen.
Ein dritter und entscheidender Aspekt: Gott erzwingt seinen Weg nicht, sondern lässt mir die Entscheidung. Zedekia konnte wählen, ob er den Weg Gottes geht oder nicht. Gott zwang ihn nicht dazu. Er zeigte dem König aber die Konsequenzen beider Wege auf. So verhält es sich auch bei mir. Wenn Gott mir einen Weg aufzeigt, so kann ich selbst wählen, ob ich diesen gehen möchte oder nicht. Ganz elementar trifft das zum Beispiel schon bei der Entscheidung für oder gegen das Erlösungsangebot von Jesus Christus zu. Ich darf entscheiden, ob ich die Macht über mein Leben aus meinen Händen in seine Hände gebe oder ob ich weiter mein eigenes Leben lebe. Auch hier gibt es ganz klare Aussichten zwischen einem Leben mit und ohne Perspektive. Zwischen einem Leben, bei dem ich mich Gott anvertrauen kann und einem Leben, in dem mir seine Perspektive auf das Leben egal ist.
Wie entscheiden Sie? Ich persönlich habe mich für das Leben mit Jesus entschieden. Auch wenn ich manche Wege in meinem Leben nicht verstehe, so weiß ich: Sein Weg ist der Beste!
Autor: Christoph Till
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By ERF - Der Sinnsender5
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Es gibt Momente, in denen scheint es nur zwei schlechte Optionen zu geben. Manchmal wird das auch Dilemma genannt. Bei politischen Wahlen beispielsweise höre ich in meinem Umfeld in letzter Zeit immer häufiger den Satz „Ich wähle das geringere Übel“. Und auch ich selbst habe schon nach diesem Motto abgestimmt. Nicht „das Beste", sondern „das geringere Übel“ wählen zu müssen, ist für mich persönlich nicht optimal. Das empfinde ich eher als Schadensbegrenzung.
So ähnlich muss es Zedekia gegangen sein, als er Jeremia befragte. Zunächst tat er das nicht öffentlich, sondern heimlich. Niemand durfte erfahren, dass er mit diesem unbeliebten Propheten sprach. Die Nachrichten, die Jeremia hatte, waren auch alles andere als angenehm. Gott hatte ihm Botschaften gegeben, mit denen er den Finger in die Wunde des Volkes legte. Sie hatten sich bereits lange von Gott abgewandt. Stattdessen ging das Volk seinen eigenen Gedanken und Wegen nach. Jeremia hatte in diesem Zusammenhang immer wieder davor gewarnt, dass dieser Weg dazu führen würde, dass sie am Ende ins Exil müssten. Er warnte vor einer Eroberung durch die Babylonier und die damit einhergehenden Folgen.
Als Zedekia Jeremia heimlich zu sich holte, sah es bereits nach einer Zukunft in den Händen der Babylonier aus, sie werden im Text auch als Chaldäer bezeichnet. Viel Raum für Entscheidungen blieb also nicht mehr. Die Krise ließ sich nicht mehr vollständig abwenden. Die Babylonier standen vor der Tür. Die Frage war nur: Wie würde Zedekia mit der drohenden Eroberung umgehen?
In dem heimlichen Gespräch schärfte Zedekia Jeremia ein: „Sag mir die Wahrheit. Ich möchte die Botschaft Gottes hören.“ Der Prophet rechnete nicht mit einem ehrlichen Interesse, sondern hielt die Einladung Zedekias für einen Vorwand, um ihn endlich loswerden zu können. Er glaubte, der König wolle nicht auf ihn hören, ihn eventuell sogar töten. Doch Zedekia gab ihm das Versprechen, dass er ihn nicht töten werde.
Es kam, wie es kommen musste: Der Prophet erzählte dem König, wie er handeln sollte und welche Folgen dieses Handeln haben würde. Jeremia sagte Zedekia, er solle sich den Babyloniern stellen. Damit könnte er Jerusalem und sein eigenes Leben retten. Gleichzeitig zeigte er ihm aber auf, welche Folgen es hätte, wenn er Gottes Rat nicht Folge leisten würde. In die Hand der Babylonier kam er damit auch. Jedoch würden statt eines vollständigen Jerusalems verbrannte Trümmer zurückbleiben und viele Menschen aus dem Volk verschleppt werden.
Der König konnte wählen zwischen einer aus seiner Sicht schlechten und einer noch schlechteren Möglichkeit. Und was machte er mit diesen Informationen? Nichts! Er hörte sie sich an und regierte fröhlich weiter. Der Handlungsempfehlung Gottes folgte er nicht. Stattdessen empfahl er Jeremia nur, die Botschaft Gottes nicht weiterzuerzählen, damit er nicht ums Leben komme.
Mich macht diese Episode aus der Bibel betroffen, denn nur ein paar Verse weiter lese ich von der Eroberung Judas und der Zerstörung Jerusalems. Warum ließ sich Zedekia nicht auf Gottes Worte ein? Warum blieb er stur? Weil es nur eine Wahl war zwischen schlecht und noch schlechter? Weil er an seinem Thron klebte und seine Macht nicht verlieren wollte?
Es ist wie so oft: Der Mensch denkt, er wisse besser, was er zu tun habe. So erlebe ich es durchaus auch in meinem Leben. Ich lese in der Bibel, was Gott von mir möchte, und tue es dann oft doch nicht. Und dabei weiß ich aus früheren Erfahrungen, dass Gottes Wege die besseren Wege sind. Für mich enthält die Episode rund um Zedekia und Jeremia mehrere Aspekte, die ich in meinem Leben umsetzen möchte.
Als erstes sehe ich, dass ich verschiedene Möglichkeiten habe, mit Gottes Wort umzugehen. Ich kann mich rein aus Interesse damit beschäftigen. Dann bleibt allerdings mein Leben unberührt und ohne Perspektive. Oder ich kann, wie es Jeremia hier dem König empfiehlt, auf Gottes Wort hören und danach leben. Zedekia hätte damit sich selbst, seinem Volk und auch dem Land Juda einen langen, leidvollen Weg ersparen können. Und auch ich kann mir selbst viel Leid und Ärger ersparen, wenn ich auf Gottes Wort höre. So gelingt mir zum Beispiel ein gutes Zusammenleben mit meinen Mitmenschen, wenn ich meinen Nächsten liebe, wie Jesus es befiehlt. Und gleichzeitig darf ich mich auf die Versprechen der Bibel verlassen – zum Beispiel, dass Gott meine Gebete erhört.
Ein zweiter Aspekt des Textes ist für mich, dass Gottes Wege manchmal sehr herausfordernd sein können. Zedekia sollte sich in unserem Text beispielsweise dem Belagerer ergeben. Ich bin ehrlich: Mit so einer Lösung hätte ich auch sehr stark zu kämpfen gehabt. In meinem Leben finde ich aber auch die ein oder andere Richtung, die Gott mich geführt hat, mit der ich zunächst zu kämpfen hatte. Ich wollte beispielsweise nie Pastor werden und vorher Theologie studieren. Ich erlebte aber: Gottes Wege sind die besten Wege. Heute betrachte ich meine Arbeit beispielsweise als besten Job der Welt. Auch das Theologiestudium ist für mich rückblickend ein echter Gewinn gewesen. Oft erkennen wir das Gute in Gottes Wegen erst hinterher. Zedekia wurde es zwar schon vorher gezeigt, aber er entschied sich bewusst dagegen.
Ein dritter und entscheidender Aspekt: Gott erzwingt seinen Weg nicht, sondern lässt mir die Entscheidung. Zedekia konnte wählen, ob er den Weg Gottes geht oder nicht. Gott zwang ihn nicht dazu. Er zeigte dem König aber die Konsequenzen beider Wege auf. So verhält es sich auch bei mir. Wenn Gott mir einen Weg aufzeigt, so kann ich selbst wählen, ob ich diesen gehen möchte oder nicht. Ganz elementar trifft das zum Beispiel schon bei der Entscheidung für oder gegen das Erlösungsangebot von Jesus Christus zu. Ich darf entscheiden, ob ich die Macht über mein Leben aus meinen Händen in seine Hände gebe oder ob ich weiter mein eigenes Leben lebe. Auch hier gibt es ganz klare Aussichten zwischen einem Leben mit und ohne Perspektive. Zwischen einem Leben, bei dem ich mich Gott anvertrauen kann und einem Leben, in dem mir seine Perspektive auf das Leben egal ist.
Wie entscheiden Sie? Ich persönlich habe mich für das Leben mit Jesus entschieden. Auch wenn ich manche Wege in meinem Leben nicht verstehe, so weiß ich: Sein Weg ist der Beste!
Autor: Christoph Till
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